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BVG-Fähren im Tagesspiegel-Bericht
geschrieben von Deutsche_Oper 
Zitat
Joe
Zitat
VvJ-Ente

Im übrigen vermisse ich nach wie vor die Aussage, wie die Siedlung Wilhelmstrand zukünftig an den ÖPNV angeschlossen werden soll.

Vielleicht wollen die ja gar nicht angeschlossen werden... ;-)
Hatte diese Fährlinie zu DDR Zeiten nicht eine ganz andere Funktion (DDR Rundfunkhaus)

Wenn die nicht angeschlossen werden wollten, warum kämpfen die dann für den Erhalt der F11?

Die Linie gab es aber auch schon vorher und wenn der Hauptgrund der DDR-Rundfunk wäre, so wäre die Linie spätestens 1991 eingestellt wurden.
Zitat
B-V 3313
Schauen wir doch einmal 30 Jahre zurück.

Seit Mai 1988 durfte man ja erstmals mit einem Fahrschein 2h hin und her und auch zurückfahren.
Das galt aber ausdrücklich nicht für die Fährverbindung Wannsee-Kladow.
Zur Pfaueninsel fuhr Mo-Fr ganze sechsmal der 66er vom S-Bhf Wannsee, Sa fünfmal zum Normaltarif.
Ansonsten fuhren zwei* Schmetterlingslinien, eine U-Bhf Theodor-Heuss-Platz <> S-Bhf Wannsee über U-Bhf Neu-Westend,
Olympiastadion, Waldbühne, Havelchaussee. Der fuhr taktmäßig ähnlich wie heute, allerdings in den Sommerferien auch in
der Woche alle 30 Minuten. Die zweite Linie fuhr vom S-Bhf Wannsee über Königstraße, Moorlake, Nikolskoe, Pfaueninsel
zurück zum S-Bhf Wannsee. Alle Fahrgäste über sechs Jahren mussten pro Fahrt eine DM hinlegen, Umsteigen war nicht erlaubt.
Sonst galten dort nur Monats-/ Jahreskarten für das Gesamtnetz, die Familientageskarte und die Kombitageskarte BVG & Stern und Kreis.
Die normalen Tageskarten galten nicht, Einzelfahrausweise ebenfalls nicht.

*eine dritte Linie fuhr bei günstigem Badewetter vom S-Bhf Nikolassee zum Strandbad Wannsee. Hin- und Rückfahrt waren für eine Mark zu haben.

Warum hat man diese Fahrkarte 16 Jahre später wieder abgeschafft?
Zitat
B-V 3313
Schauen wir doch einmal 30 Jahre zurück.

Seit Mai 1988 durfte man ja erstmals mit einem Fahrschein 2h hin und her und auch zurückfahren.
Das galt aber ausdrücklich nicht für die Fährverbindung Wannsee-Kladow.
Zur Pfaueninsel fuhr Mo-Fr ganze sechsmal der 66er vom S-Bhf Wannsee, Sa fünfmal zum Normaltarif.
Ansonsten fuhren zwei* Schmetterlingslinien, eine U-Bhf Theodor-Heuss-Platz <> S-Bhf Wannsee über U-Bhf Neu-Westend,
Olympiastadion, Waldbühne, Havelchaussee. Der fuhr taktmäßig ähnlich wie heute, allerdings in den Sommerferien auch in
der Woche alle 30 Minuten. Die zweite Linie fuhr vom S-Bhf Wannsee über Königstraße, Moorlake, Nikolskoe, Pfaueninsel
zurück zum S-Bhf Wannsee. Alle Fahrgäste über sechs Jahren mussten pro Fahrt eine DM hinlegen, Umsteigen war nicht erlaubt.
Sonst galten dort nur Monats-/ Jahreskarten für das Gesamtnetz, die Familientageskarte und die Kombitageskarte BVG & Stern und Kreis.
Die normalen Tageskarten galten nicht, Einzelfahrausweise ebenfalls nicht.

*eine dritte Linie fuhr bei günstigem Badewetter vom S-Bhf Nikolassee zum Strandbad Wannsee. Hin- und Rückfahrt waren für eine Mark zu haben.

Warum hat man diese Fahrkarte 16 Jahre später wieder abgeschafft?
Zitat
T6Jagdpilot
Die Dreieck-Ausflugsbuslinien der BVB nach Summt, Wandlitz, Zühlsdorf fuhren m.W. auch nicht zum 20 Pfennigtarif.

Nein, die kosteten etwas mehr:

Summt, Zühlsdorf: 70 Pfennig
Wandlitz: 1,10 Mark
Biesenthal: 2 Mark

Die Fahrpreise galten für eine einfache Fahrt und die Busse fuhren jeweils an den Wochenenden von April bis September



Bin ich denn hier der Einzigste, wo Deutsch kann?
Zitat
Bd2001
Wenn die nicht angeschlossen werden wollten, warum kämpfen die dann für den Erhalt der F11?

Die Linie gab es aber auch schon vorher und wenn der Hauptgrund der DDR-Rundfunk wäre, so wäre die Linie spätestens 1991 eingestellt wurden.


Warum die um die Fähre kämpfen? Um es denen da oben mal zu zeigen. Wenn ich lese, das 7000 Unterschriften gegen die Einstellung gesammelt wurden und dann die täglichen Fahrgastzahlen lese (User T6: 263 in 9 Stunden, nicht mal 5 pro Fahrt), klafft da ein großer Unterschied, selbst bei den 50000 Fahrgästen bis jetzt in diesem Jahr. Und der Grund, die Fähre nach 1991 nicht einzustellen, wird wohl die nicht vorhandene Kreuzung der Dahme in unmittelbarer Nähe geschuldet sein. Die ist nun jetzt da, und anscheinend nutzen dann doch viele Radler die Brücke.

Aber warten wir es alles mal ab.
Zitat
Joe
Hatte diese Fährlinie zu DDR Zeiten nicht eine ganz andere Funktion (DDR Rundfunkhaus)

Eigentlich nicht, da fuhr ja der 96er. Außerdem ist das Funkhaus ja noch ein ganzes Stück von der Fähre weg, da wäre man mit der Straßenbahn am Blockdammweg noch besser beraten.



Bin ich denn hier der Einzigste, wo Deutsch kann?
Zitat
Joe
Zitat
Bd2001
Wenn die nicht angeschlossen werden wollten, warum kämpfen die dann für den Erhalt der F11?

Die Linie gab es aber auch schon vorher und wenn der Hauptgrund der DDR-Rundfunk wäre, so wäre die Linie spätestens 1991 eingestellt wurden.


Warum die um die Fähre kämpfen? Um es denen da oben mal zu zeigen. Wenn ich lese, das 7000 Unterschriften gegen die Einstellung gesammelt wurden und dann die täglichen Fahrgastzahlen lese (User T6: 263 in 9 Stunden, nicht mal 5 pro Fahrt), klafft da ein großer Unterschied, selbst bei den 50000 Fahrgästen bis jetzt in diesem Jahr. Und der Grund, die Fähre nach 1991 nicht einzustellen, wird wohl die nicht vorhandene Kreuzung der Dahme in unmittelbarer Nähe geschuldet sein. Die ist nun jetzt da, und anscheinend nutzen dann doch viele Radler die Brücke.

Aber warten wir es alles mal ab.
Klar, ohne Monatskarte wären das immerhin 2,6 Euro für die Überfahrt. Da sind dann maximal 2km Radfahren wirtschaftlich gesehen schon attraktiver. Mit Hilfe eine Uferadwegs und eines Zweirichtungsradwegs auf der Brücke könnte man das Problem des Schmalradwegs auf der Köpenicker Landstraße, der gerne auch noch in beide Richtungen benutzt wird (man kommt da auch nicht überall sinnvoll über die Straße) eigentlich auch umfahren.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Klar, ohne Monatskarte wären das immerhin 2,6 Euro für die Überfahrt. Da sind dann maximal 2km Radfahren wirtschaftlich gesehen schon attraktiver. Mit Hilfe eine Uferadwegs und eines Zweirichtungsradwegs auf der Brücke könnte man das Problem des Schmalradwegs auf der Köpenicker Landstraße, der gerne auch noch in beide Richtungen benutzt wird (man kommt da auch nicht überall sinnvoll über die Straße) eigentlich auch umfahren.
Wieso 2,60 €? Bist du noch Schüler?

Zu deiner Wegführung:
1. Dürfte die Wasserschutzpolizei etwas dagegen einzuwenden haben, dass du einen Radweg quer durch ihre Dienststelle führen willst.
2. Liegt zwischen Fähranleger am Westufer und Brücke noch die Mündung des Britzer Verbindungskanals. Falls du wider erwarten die Genehmigung für einen Uferweg bekommst, darfst du da eine schöne nagelneue Brücke bauen.
3. Erwähnte schon jemand die steile Rampe auf der Ostseite der MT-Brücke? Du willst einen Zwei-Richtungs-Radweg anlegen an einer Stelle, wo die ostwärts fahrenden Radler mit 30 km/h und mehr angeschossen kommen, während die westwärts fahrenden im Schritttempo bergauf schlingern?
4. Ist die Nalepastr. nördlich der MT-Brücke nicht wirklich eine Straße. Da müsstest du also zumindest einen ordentlichen Radweg hinbauen.
5. Ist damit immer noch nicht das Transportproblem der nicht-radfahrenden Bevölkerung von Wilhelmstrand geklärt.
Zitat
Joe
die nicht vorhandene Kreuzung der Dahme in unmittelbarer Nähe

Das ist übrigens die Spree.
Die Dahme befindet sich ein paar Kilometer südwärts und wird von der F12 überquert, die jedoch nicht zur Disposition steht.



Bin ich denn hier der Einzigste, wo Deutsch kann?
Zitat
VvJ-Ente
Zitat
Nemo
Klar, ohne Monatskarte wären das immerhin 2,6 Euro für die Überfahrt. Da sind dann maximal 2km Radfahren wirtschaftlich gesehen schon attraktiver. Mit Hilfe eine Uferadwegs und eines Zweirichtungsradwegs auf der Brücke könnte man das Problem des Schmalradwegs auf der Köpenicker Landstraße, der gerne auch noch in beide Richtungen benutzt wird (man kommt da auch nicht überall sinnvoll über die Straße) eigentlich auch umfahren.
Wieso 2,60 €? Bist du noch Schüler?

Nein, Schüler bin ich schon lange nichtmehr.

Ich habe den Sammelkartenkurzstreckenpreis genommen (5,60/4=1,40) und die 1,20 Euro für eine Fahrradkurzstrecke. Wusste bisher nicht, dass es sowas überhaupt gibt.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.07.2018 09:32 von Nemo.
Zitat
Nemo
Zitat
VvJ-Ente
Zitat
Nemo
Klar, ohne Monatskarte wären das immerhin 2,6 Euro für die Überfahrt. Da sind dann maximal 2km Radfahren wirtschaftlich gesehen schon attraktiver. Mit Hilfe eine Uferadwegs und eines Zweirichtungsradwegs auf der Brücke könnte man das Problem des Schmalradwegs auf der Köpenicker Landstraße, der gerne auch noch in beide Richtungen benutzt wird (man kommt da auch nicht überall sinnvoll über die Straße) eigentlich auch umfahren.
Wieso 2,60 €? Bist du noch Schüler?

Nein, Schüler bin ich schon lange nichtmehr.

Ich habe den Sammelkartenkurzstreckenpreis genommen (5,60/4=1,40) und die 1,20 Euro für eine Fahrradkurzstrecke. Wusste bisher nicht, dass es sowas überhaupt gibt.

Fahrradkurzstrecke ist tariflich die ganz normale Kurzstrecke Ermäßigungstarif. Nur in der App wird die zusätzlich nochmal unter anderem Namen auf eigenem Button angeboten. Warum auch immer.
Zitat
Marienfelde
Zitat
Havelländer
Zitat

Es darf bloß alles kein Geld kosten.

In der Ansicht ist man hier sich doch auch nicht zu schade, wenn es um U-Bahn vs. Tram geht. So zieht das Dogma "möglichst billig wenn es nicht kostenlos geht" halt seine Kreise ...

Irgendwie sind die Fronten hier reichlich verdreht: Diejenigen, die den Bau der famosen "U 8-Nord" durchgedrückt haben, haben bald darauf (nachdem der Geldhahn für Berlin um einige Mrd. € p. a. reduziert wurde) den nicht untergrundbahnwürdigen 10-Minutentakt für diesen Abschnitt beschlossen - nicht unbedingt auf die Personen selbst bezogen, sondern mehr auf die politischen Richtungen.

Der schnellere Wiederaufbau der S-Bahn - oder auch der Bau der U 9 nach Lankwitz, wenn man trotz anstehendem S-Bahnausbau denn schon unbedingt den U-Bahnbau fortsetzen wollte - wäre nicht nur für Berlin (West) besser gewesen.

Wenn man im Zweifel dazu bereit ist, hunderte von Millionen € für sinnvolle U-Bahnerweiterungen auszugeben, sollte man auch in Betracht ziehen, die Linie F 10 an Sonntagen zur Sommerzeit bedarfsgerecht bis zum Sonnenuntergang, also mindestens bis 17.00 Uhr (ab Wannsee) bzw. 17.31 Uhr (ab Kladow) zu bedienen. Die Kosten dafür sind lächerlich, wie auch die für den Weiterbetrieb der F 11.

Die Wiederaufnahme des Busbetriebs nach Nikolskoe "kostet" einen Umlauf - und dieses Geld hat man nicht, man hat aber hunderte von Millionen € für neue U-Bahnstrecken?

Nein, man will falsche Schwerpunkte setzen. Das Engagement der BVG für eine fragwürdige U-Bahn zum BER würde ich mir z.B. für die Tram zum Hermannplatz wünschen - und auch für die Linien F 10, F 11, 218 usw. Leider ist die Öffentlichkeitsarbeit der BVG diesbezüglich ein glatter Ausfall,

meint Marienfelde.

In der Essenz bin ich ja durchaus bei Dir, aber ich reagiere immer allergisch darauf, wenn in der Argumentation verschiedene Kostensorten durcheinandergejubelt werden, die einfach nicht miteinader in Relation zu setzen sind. Konkret: die (geringen) Betriebskosten eines Busses einer Fähre sind nicht sinnvoll mit den (hohen) Investitionskosten einer U-Bahn vergleichbar.

Oder man muss fairerweise zumindest darauf hinweisen, dass die Betriebskosten einmal jährlich anfallen, gebaute Infrastruktur aber über n Jahre abgeschrieben wird. Oder ganz blöd: über die Lebensdauer eines U-Bahntunnels verursacht so ne kleine Fähre doch eine Haufen an Kosten. 50 Jahre mal ne Viertelmillion ist zwar noch weit entfernt von den Kosten für 1 km Untergrundbahn, aber es ist doch eine ganz andere Größenordnung, als der Vergleich auf den ersten Blick glauben machen mag.
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
Deutsche_Oper
@T6-Jagdpilot

Die bei Wikipedia gelistete (unterschiedliche) Auslastung Mo-Fr und Sa/So ergibt in dieser Hinsicht einen ersten Hinweis.

Wir haben bei der F10 hier aber inzwischen zwei verschiedene Diskussionen:

a) An Wochentagen stößt die F10 in der Regel nicht an Kapazitätsgrenzen – was aber aufgrund des miesen Taktes auch nicht verwundert.
Und daher meinen eben verschiedene Teilnehmer und ich auch, dass hier Fahrgastpotential (auch unter den Autofahrern) schlummert bzw. verschenkt wird und der wachsende Ortsteil Kladow ohnedies eine bessere Anbindung an die S-Bahn nach Wannsee und in die Potsdam-Relation verdient hätte. Und das hat für mich auch höhere Priorität als die F11 auf Teufel komm raus zu erhalten, trotz der Todenhagen-Brücke. (Von der jetzigen Sondersituation in Kladow durch das von Straßenbaustellen verursachte Bus-Chaos ohnehin mal abgesehen EDIT: Die Bauarbeiten wurden kurzfristig Ende Juni abgesagt, was mir entgangen war)

b) Die Kapazität wird gelegentlich an Wochenenden im Ausflugsverkehr überschritten. Da gibt es nun die beiden Auffassungen, das zu berücksichtigen – solange es nicht gerade im Anspruch und Komfort einer Dampferfahrt ausartet – oder aber: Ausflugsverkehr ist nicht unser (BVG) Bier. Dass die BVG selbst jetzt die letztere Auffassung zumindest nicht völlig teilt, sieht man ja u.a. daran, dass es zu bestimmten beliebten Veranstaltungen (z.B. Kladower Weihnachtsmarkt) Zusatzfahrten gibt.

Mir gehts ja dabei eher um die Kladow-Fähre. Und genau darum, das Ausflugsschiffahrt nicht Sache der BVG ist,
d.h. der Verstärkertakt maximal im Sommer gefahren werden sollte, und die Verbindung nicht den Charakter einer
Butterfahrt haben soll, sprich wer die nutzt ohne als Pendler drauf angewiesen zu sein, zahlt auch dafür etwas mehr.
Am WE wird das kaum Autofahrer zum Umsteigen bewegen, wenn das alle nur als Spaßfahrt machen.
Da bleibt die Karre höchstens in Wannsee oder Kladow geparkt, wenn man einmal hin und zurückschippert,
aber nicht als Ersatz zum PKW für Berufs oder Anliegerpendler.

Die Erhaltung der F11 ist für mich eher wieder ein Luxusproblem in dieser Stadt, da gibts wichtigere Verbinungen, die einen Ausbau bzw Erhalt nötiger haben.

T6JP

Hier wird - schon wieder - Vergnügungsfahrt mit Freizeitverkehr vermischt, ich bitte das sauber zu trennen.

Du tust so, als habe einzig der erwerbstätige Pendler auf dem Weg von und zu seiner Arbeitsstelle ein legitimes Beförderungsbedürfnis, das eine öffentlichen Nahverkehr rechtfertigt.

Nein. Es gibt -zig verschiedene Verkehrsarten und -zwecke. Freizeit, Schule, Butter kaufen, Freunde besuchen, Job... und den Aufgabenträger und das Verkehrsunternehmen hat es in erster Näherung nicht zu interessieren, welcher Zweck welcher Fahrt nun zugrundeliegt. Das Bedürfnis ist da, also ist der Verkehr da. Aber nur wenn ein vernünftiges attraktives Angebot vorliegt, wird sich die Nutzerin auch für den ÖV entscheiden. ÖV hat zur Aufgabe, zu allen Zeiten, zu allen Zielen ein Angebot zur Verfügung zu stellen, für Beruf und Freizeit. Auch Freizeitverkehr gehört mit zur Daseinsvorsorge.
Wenn wir das auf die Umsteigedebatte beziehen: es bringt doch rein gar nichts, wenn der Arbeitnehmer seinen beruflichen Pendelweg statt mit dem Auto mit dem ÖV zurücklegt, aber das Auto behält, weil er ohne es in seiner freien Zeit nirgendwo hin kommt. Ein Kfz-Halter wird sein Fahrzeug nur dann abschaffen, wenn er für alle Wege eine sinnvolle Alternative findet.

Nochmal: Shuttlebus zum Freibad: Freizeitverkehr. 218er: Freizeitverkehr. Stadionsonderverkehr: Freizeitverkehr. Diese alle sind legitime Verkehrszwecke und sollen und müssen natürlich vom Aufgabenträger berücksichtigt werden, weil sie sich nicht vermeiden (verbieten) lassen, und weil die Nutzer sich sonst andere (weniger stadt- und umweltverträgliche) Alternativen suchen.
Glühweintram: Vergnügungsfahrt. Cabriobahn: Vergnügungsfahrt. DVN-Rundfahrten: Vergnügungsfahrt. Dampfsonderzug: Vergnügungsfahrt. Wannseerundfahrt: Vergnügungsfahrt.
Alle diese Angebote werden vollkommen zu Recht mit Sonderfahrscheinen und eigenwirtschaftlich betrieben. Ausnahmen bestätigen die Regel ;)

Selbst, wenn die F10 ausschließlich Ausflügler und keinen einzigen Pendler transportierte, wäre sie als Linie des Freizeitverkehrs trotzdem wichtig und notwendig. Dass es auf den europäischen Fluss- und Hafenfähren auch immer eine Anteil an 'Leechern' gibt, die nur zum Spaß mitfahren (siehe ich) ändert nichts an dieser Tatsache.

Abgesehen davon kann man das Spaßfahren sehr effektiv unterbinden, indem man das Schiff an der Endstation räumt und auch alle 'Joyrider' zwingt, auszusteigen. Interessanterweise wird das hier in Berlin ja schon gemacht, in anderen Städten kann man auf den Schiffen stundenlang ein Runde nach der andern drehen, ohne dass das wen groß interessiert.
Zitat
schallundrausch
Abgesehen davon kann man das Spaßfahren sehr effektiv unterbinden, indem man das Schiff an der Endstation räumt und auch alle 'Joyrider' zwingt, auszusteigen. Interessanterweise wird das hier in Berlin ja schon gemacht, in anderen Städten kann man auf den Schiffen stundenlang ein Runde nach der andern drehen, ohne dass das wen groß interessiert.

Das kann man doch hier auch machen. Auf der F12 hat der Fährmann beim dichten Takt auch gar keine Zeit, sich darum zu kümmern, ob an der Endstelle alle ausgestiegen sind. Unmittelbar, nachdem der Strom der Aussteiger versiegt ist, drängen auch schon wieder die neuen Passagiere auf das Schiff. Einmal erlebte ich im Bug der F12 eine Vatertagsgesellschaft, die anläßlich des Feiertages offenbar eine Dampferfahrt machen wollte und sich, bereits angesäuselt, darüber wunderte, "schonwieder hier" zu sein.



Bin ich denn hier der Einzigste, wo Deutsch kann?
In der Theorie mögen Freizeitverkehr und Spaßfahrten einfach zu trennen sein, in der Praxis ist das mE etwas komplizierter.
Wenn die Schifffahrt jetzt der „Zweck“ bzw. „Sinn“ des Ausflugs ist, dann ist die Frage, ob das noch der Sinn des Nahverkehrs ist, zumindest nicht gegenstandslos. Anders sieht es aus, wenn sie als Beförderungsmittel auf dem Weg z.B. zum Flugplatzmuseum in Gatow dient. Ein weiteres Beispiel ist die 100.
Ich bin mir nicht abschließend sicher, was ich davon halte: Natürlich nutze ich soetwas in anderen Städten auch sehr gerne; neben den bereits angesprochenen Hamburger Hafenfähren sei hier die Staten Island Ferry genannt. Dem gegenüber steht allerdings schon ein Bewusstein, dass es eben nicht der vordringliche Zweck des ÖPNV ist Leute von Sightseeingbussen o.ä. fernzuhalten, die eben genau für das Erholungsbedürfnis geschaffen wurden.
Zitat
eiterfugel
Ich bin mir nicht abschließend sicher, was ich davon halte: Natürlich nutze ich soetwas in anderen Städten auch sehr gerne; neben den bereits angesprochenen Hamburger Hafenfähren sei hier die Staten Island Ferry genannt. Dem gegenüber steht allerdings schon ein Bewusstein, dass es eben nicht der vordringliche Zweck des ÖPNV ist Leute von Sightseeingbussen o.ä. fernzuhalten, die eben genau für das Erholungsbedürfnis geschaffen wurden.

Ich unternehme meine Stadterkundungen in anderen Städten (aber auch hier in Berlin, leider viel zu selten) immer mit dem vorhandenen ÖPNV und meide solche Touristenkutschen eigentlich. Dabei beschränke ich mich auch nicht nur auf die Innenstadt, sondern bestaune auch gerne die Vororte, zu denen touristische Angebote nur selten bis gar nicht führen. Ich denke, auch für diesen Zweck will der ÖPNV genutzt werden. Viele Städte werben auch Touristen gegenüber mit ihrem ÖPNV, erst recht, wenn sie eigentümliche Fahrzeuge zu bieten haben.



Bin ich denn hier der Einzigste, wo Deutsch kann?
Manche Beiträge erinnern mich sehr an die Diskussion für den Erhalt der Straßenbahnlinie 61 nach Rahnsdorf/ Waldschänke (mit der ich gestern um etwa 18.30 mit etwa 50 - 60 anderen Fahrgästen wieder einmal vom Müggelsee zurück "in die Stadt" gefahren bin).

Der Name des Forums lautet "Berliner Nahverkehrsforum". Hier tauschen sich also am Berliner Nahverkehr interessierte Personen aus - leider fast ausschließlich Männer, was der Diskussionskultur und auch manchen inhaltlichen Debatten nicht gut bekommt. Die meisten Foristen hier sind, wie ich hoffe, im Grundsatz für einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Wenn das - neben dem Interesse am Berliner ÖV an sich - jedenfalls auch ein gemeinsamer Nenner ist, sollte man sich immer gut überlegen, ob man im "eigenen Forum" Einstellungsdebatten über eine U-Bahn, eine Straßenbahn, oder - wie hier - eine Fähre mehr oder weniger "offensiv" führt.

Verkehrspolitisch ist man mit so einer Herangehensweise nicht gut beraten, im Gegenteil. Man läuft Gefahr, dem eigenen Anliegen zu schaden, hier also über die offenbar beabsichtigte ersatzlose Einstellung der F 11 hinausgehend.

Politische Prozesse sind nicht nur rational, auch verkehrspolitische Entscheidungen werden mit Sicherheit nicht ausschließlich unter Kriterien getroffen, die einer wissenschaftlichen Betrachtung standhalten würden.

Wenn das alles so ist, dann ist es eine (verkehrs-) politische Dummheit, sich mit derlei Debatten "freiwillig" in die Defensive zu begeben. Die F 11 wird ersatzlos eingestellt, und Fähren werden von der Politik für vernachlässigbar gehalten, das ist das absehbare Ergebnis in diesem konkreten Fall. Den "eigenen" Leuten im Abgeordnetenhaus, die sich für die F 11 und den ÖV überhaupt einsetzen, fällt man in den Rücken, statt sie zu stärken.

Wenn man das schwächste Glied im Netz (bezüglich des Berliner Tramnetzes also die 61 nach Rahnsdorf) konsequent und erfolgreich "verteidigt", kommt man unter ganz bestimmten Bedingungen, die in Berlin gegeben sind, verkehrspolitisch in die Offensive.

Einen schönen Sonntagabend wünscht Euch
Marienfelde



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.07.2018 18:07 von Marienfelde.
Zitat
Alter Köpenicker
Ich unternehme meine Stadterkundungen in anderen Städten (aber auch hier in Berlin, leider viel zu selten) immer mit dem vorhandenen ÖPNV und meide solche Touristenkutschen eigentlich. Dabei beschränke ich mich auch nicht nur auf die Innenstadt, sondern bestaune auch gerne die Vororte, zu denen touristische Angebote nur selten bis gar nicht führen.

Das mache ich auch. Darum geht es aber auch gar nicht: Einen guten Überblick über die Stadt bekommt man mit Stadt- und Ringbahn, als auch mit M29 und 256 (beliebig fortsetzbar).
Ob aber eine Linie wie die 100, die ihr letztes bisschen innerstädtischen Verkehrssinn dadurch verliert, dass sie entweder überfüllt und (deshalb) zu spät ist oder gleich ganz eingestellt, steht auf einem ganz anderen Stern. Und ob das subventioniert werden muss, sei dahingestellt - und diese Gedanken kommen mir gerade weil ich mich für den Nahverkehr in dieser Stadt interessiere. Wo würden diese Fahrzeuge und Personale z.B. nötiger gebraucht?
Zitat
Marienfelde
Der Name des Forums lautet "Berliner Nahverkehrsforum"

Und der Untertitel:
Das Forum für den ÖPNV in Berlin und Brandenburg (VBB-Gebiet).
Also schaut auch mal über die Stadtgrenze hinaus. In Brandenburg gibt es folgende Fähren:
[www.lbv.brandenburg.de]
und soweit mir bekannt ist keine davon im VBB, dort muss also bezahlt werden.

Bäderbahn
Zitat
schallundrausch
Zitat
Nemo
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VvJ-Ente
Zitat
Nemo
Klar, ohne Monatskarte wären das immerhin 2,6 Euro für die Überfahrt. Da sind dann maximal 2km Radfahren wirtschaftlich gesehen schon attraktiver. Mit Hilfe eine Uferadwegs und eines Zweirichtungsradwegs auf der Brücke könnte man das Problem des Schmalradwegs auf der Köpenicker Landstraße, der gerne auch noch in beide Richtungen benutzt wird (man kommt da auch nicht überall sinnvoll über die Straße) eigentlich auch umfahren.
Wieso 2,60 €? Bist du noch Schüler?

Nein, Schüler bin ich schon lange nichtmehr.

Ich habe den Sammelkartenkurzstreckenpreis genommen (5,60/4=1,40) und die 1,20 Euro für eine Fahrradkurzstrecke. Wusste bisher nicht, dass es sowas überhaupt gibt.

Fahrradkurzstrecke ist tariflich die ganz normale Kurzstrecke Ermäßigungstarif. Nur in der App wird die zusätzlich nochmal unter anderem Namen auf eigenem Button angeboten. Warum auch immer.

Fahrrad Kurzstrecke und Kurzstrecke ermäßigt sind zwei verschiedene Preisstufen. Sie haben auch unterschiedliche Preise.

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