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Sammelthread: Verkehrspolitik in Berlin II (ab 01/21)
geschrieben von B-V 3313 
Es geht hier um Berührungspunkte ÖPNV+Radverkehr.

Ich bin zwar deiner Meinung, aber das passt hier nicht zum Thema.

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Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zitat
B-V 3313
Es geht hier um Berührungspunkte ÖPNV+Radverkehr.
Ich bin zwar deiner Meinung, aber das passt hier nicht zum Thema.

Was möchtest Du uns eigentlich die ganze Zeit mitteilen?

Dass es Umgestaltungen zugunsten von Radwegen gab, die undurchdacht waren und zulasten des ÖPNV gingen? Geschenkt, wissen wir alle, die Kantstraße wurde ja schon mehrfach genannt. (Nemo meinte im Übrigen wohl schlicht einen anderen Abschnitt der Tamara-Danz-Straße.)

Aber welche Erkenntnis/These/Aussage steht dahinter? Dass es prinzipiell nicht geht, bei einer Straßenumgestaltung verschiedene Verkehrsträger des Umweltverbundes zu berücksichtigen? Dass sie auf den eher breiten Berliner Straßen flächendeckend um Flächen konkurrieren und ebenso flächendeckende Konflikte quasi unausweichlich sind?

Ich kann Dir einfach nicht folgen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.2021 19:11 von def.
Zitat
Global Fisch
Verkehrswende braucht (für den Personenverkehr) drei Säulen:
- Verbesserungen für den ÖPNV
- Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr (kann man auch als getrennte Punkte betrachten)
- Push-Faktoren zur Reduzierung des MIV.

Ich würde noch eine vierte wichtige Säule ergänzen: die Stadtplanung, und das in mehrfacher Hinsicht:

- Neubaugebiete sollten idealerweise dort errichtet werden, wo es bereits eine gute bzw. mit wenig Aufwand zu verbessernde ÖPNV-Anbindung gibt, was vor allem auf Brachen hinausliefe (was da allein entlang der 21 auf der Köpenicker Chaussee noch an Flächenpotenzialen schlummert...).

- Dort, wo das nicht möglich ist und ganz neue Gebiete errichtet werden, muss der ÖPNV von Anfang an eine wichtige Rolle bei der städtebaulichen Planung spielen. Die besonders dichte Bebauung sollte ÖPNV-Achsen folgen, städtebauliche Schwerpunkte (z.B. Handelszentren) an (künftigen) Stationen konzentriert werden. Der ÖPNV muss spätestens ab dem Einzug der ersten Nutzenden in attraktiver Form zur Verfügung stehen - und wenn es erstmal ein SEV-Bus alle 10 min statt der geplanten Bahn ist. Wer die Verkehrswende möchte, muss Gewohnheiten ändern. Und wann ändert sich eine Gewohnheit besser als in einem Moment, in dem sich viele Gewohnheiten ändern?

- Wichtige Ziele (Schulen, Kindergärten, Spielplätze, Läden mit Waren des täglichen Bedarfs etc.) müssen so übers Stadtgebiet verteilt sein, dass die Wege dorthin möglichst kurz gehalten werden und zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden können. Und da wird dann plötzlich die Bildungspolitik auch relevant für die Verkehrswende, denn natürlich müssen all diese Schulen auch eine hohe Qualität bieten, damit Eltern ihre Kinder nicht doch wieder durch die halbe Stadt schicken... (Ja, ich bin mir bewusst, dass es v.a. bei Oberschulen immer mal Schüler:innen mit längeren Wegen geben wird, wenn sie eine Schule mit einem besonderen fachlichen Schwerpunkt besuchen möchten.)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.2021 19:27 von def.
Zitat
def
Dass es prinzipiell nicht geht, bei einer Straßenumgestaltung verschiedene Verkehrsträger des Umweltverbundes zu berücksichtigen?

Mit den hierzustadt derzeit Verantwortlichen offensichtlich nicht. Man scheint nicht am gesamten Umweltverbund interessiert zu sein, sondern versucht denen zu gefallen, die gerade am lautesten schreien. Das sieht man nicht nur an den oben genannten Beispielen mit dem Radverkehr, sondern auch mit der schleichend beginnenden Hinwendung zur U-Bahn.

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Zitat
B-V 3313
Zitat
Global Fisch
Ähm, öhm, sorry, welche politische Bevorzugung des Radverkehrs gibt es denn bitte?

Ob man es nun als politisch bezeichnen möchte, weiß ich nicht, aber die Possen in der Kantstraße und an der Endstelle vom 300er in der Tamara-Danz-Straße zeigen, dass bei manchen Verbesserungen für den Radverkehr der ÖPNV außen vorgelassen wurde.

Unter "politischer Bevorzugung" würde ich den Fall verstehen, dass Maßnahmen für den ÖPNV im größeren Umfang oder systematisch zugunsten von Maßnahmen für den Radverkehr zurückstehen müssten. Davon sind wir meilenweit entfernt; in vielen Bezirken liegen die Maßnahmen für den Radverkehr der letzten Jahre sogar in der Summe noch im peanuttigen ;.-) Bereich (ohne dass ÖPNV davon überhaupt tangiert würde)

Das in Einzelfällen bei Nutzungskonflikten auch der ÖPNV mal leidet, liegt in der Natur der Sache. Der Fall Kantstraße ist für den Busverkehr nun ausgesprochen doof, unbestritten. Nur aber zu sagen, es läge an der Förderung des Radverkehrs wäre hier nicht einmal die Viertel Wahrheit. Es liegt aber (verdammt nochmal!) daran, dass sich keiner traut, den MIV dort deutlich zu reduzieren. Und ich halte es für eine groteske Verzerrung, auf diesem Einzelfall rumzureiten, aber die hunderte Stellen als völlig normal anzusehen, wo der ÖPNV tagaus tagein durch den MIV behindert wird. Einmal legal durch den üblichen Stau, dazu noch illegal durch zugestellte Busspuren oder Straßenbahngleise. (Wie oft wird der ÖPNV eigentlich durch falsch geparkte Fahrräder behindert?)

Ich mein jetzt nicht Dich, Du hattest ja Dich auf mich bezogen, sondern z.B. das hier diskutierte Interview.

Ach so: Tamara-Danz-Straße halte ich, Du sagtest es schon, für eine Posse. Der Fall ist aber weder für das Thema "Förderung des Radverkehrs" in irgendeiner Weise wichtig, noch dürfte er viele ÖPNV-Kunden in irgendeiner Weise nennenswert einschränken.
Zitat
def
- Neubaugebiete sollten idealerweise dort errichtet werden, wo es bereits eine gute bzw. mit wenig Aufwand zu verbessernde ÖPNV-Anbindung gibt, was vor allem auf Brachen hinausliefe (was da allein entlang der 21 auf der Köpenicker Chaussee noch an Flächenpotenzialen schlummert...).

Das passt aber nicht mit der aktuellen Kleingartenpolitik. Andernfalls würde es z.B. am U-Bahnhof Lindauer Allee schon längst anders aussehen. Lieber verdrängt man Gewerbebetriebe.

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Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Zum Freitag ein kleines Rätsel - Herr Statzkowski von der CDU hat Ungeheuerliches herausgefunden!

Zitat
Andreas Statzkowski in einer Schriftlichen Anfrage im Abgeordnetenhaus
Arroganz der Grünen, der SPD und der Linken in der BVV Neukölln - Drohende Verdrängung von Anwohnern und Anwohnerinnen in der Rudower Stubenrauchstraße

Was ist passiert?

a) Die Grünen haben Künstler:innen eingeladen, sich in einem alten Güterwagen auf der NME niederzulassen und die Gegend zu gentrifizeren. Linke und SPD haben einfach zugeschaut.

b) Die gesamte Siedlung soll zugunsten des weltgrößten Asylbewerberheims gesprengt werden. Die Leute werden gezwungen, es sich anzuschauen. Für die begleitende Grillparty werden ihre Haustiere geschlachtet. Außerdem dürfen sie nie wieder Schwein essen.

c) Die Grünen fördern die Ansiedlung von Studierenden-WGs, um die Anwohner:innen des Umfelds zu vertreiben.

d) Grüne, Linke und SPD haben in der BVV beschlossen, dass sich das Bezirksamt für sichere Radspuren in der Stubenrauchstraße einsetzen soll. Welche Auswirkungen das auf die Parkplätze hat, ist noch nicht geklärt, aber sicherheitshalber kann man ja mal behaupten, dass die alle wegfallen.

Lösung (pdf, Antwort auf Frage 1)

(Und natürlich bestätigt sich auch in dieser Anfrage die "Logik" der Autofreaks: das Auto nimmt sich, was es braucht - wenn es sich nicht vermeiden lässt, für einen Teil des Umweltverbundes Verbesserungen herbeizuführen, muss ein anderer dran glauben, aber bloß nicht das heilige Auto Flächen abgeben.)

Meine Ansprüche an eine sachbezogene Verkehrspolitik sind ja schon nicht allzu hoch. Ich bin erstaunt, wie sehr sie in CDU und SPD immer nochmal unterboten werden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.05.2021 12:00 von def.
Phönix machte im alten Thread auf den folgenden Artikel aufmerksam:

Zitat
phönix
Zur Planung der Radschnellwege gibt es einen interessanten Artikel aus der TAZ vom 04.05.21
[taz.de]
Der Autor hat völlig recht. Der Teltowkanalweg ist ebensowenig ein geeigneter Schnellweg wie der Weg an der A113 oder der Kronprinzessinnenweg an der AVUS. In London gehen die Radschnellwege in der Regel entlang der Hauptstraßen auf eigener Trasse, in Venlo oder Almere auf eigens angelegten Radtrassen durch Wohn- oder Industriegebiete.

Was man in Berlin relativ einfach zu Radschnellwegen umgestalten könnte (wenn gewollt), wäre das Adlergestell oder die Rummelsburger Landstr./An der Wuhlheide. Oder die Skalitzer Str./Gitschiner Str. - die ohnehin vorhandenen Radspuren nutzen und verlängern, an den Engstellen eine Abzweigung legen mit Einfädelung auf die Fahrbahn für die schnellen und Nutzung des vorhandenen Hochbordradwegs (kann auch gerne mit Tempolimit 10 km/h beschildert werden) für die unsicheren Radfahrer, und vor den Ampelkreuzungen wie an der Heerstr. digitale Anzeigen, mit welchem Tempo man fahren muss, um die Kreuzung bei Grün zu erreichen. Viel mehr braucht man nicht.
Zitat
VvJ-Ente
Der Autor hat völlig recht. Der Teltowkanalweg ist ebensowenig ein geeigneter Schnellweg wie der Weg an der A113 oder der Kronprinzessinnenweg an der AVUS. In London gehen die Radschnellwege in der Regel entlang der Hauptstraßen auf eigener Trasse, in Venlo oder Almere auf eigens angelegten Radtrassen durch Wohn- oder Industriegebiete.

Was man in Berlin relativ einfach zu Radschnellwegen umgestalten könnte (wenn gewollt), wäre das Adlergestell oder die Rummelsburger Landstr./An der Wuhlheide. Oder die Skalitzer Str./Gitschiner Str. - die ohnehin vorhandenen Radspuren nutzen und verlängern, an den Engstellen eine Abzweigung legen mit Einfädelung auf die Fahrbahn für die schnellen und Nutzung des vorhandenen Hochbordradwegs (kann auch gerne mit Tempolimit 10 km/h beschildert werden) für die unsicheren Radfahrer, und vor den Ampelkreuzungen wie an der Heerstr. digitale Anzeigen, mit welchem Tempo man fahren muss, um die Kreuzung bei Grün zu erreichen. Viel mehr braucht man nicht.

Richtig! Es gibt eigentlich genug breite Straßen, bei denen man Fahrspuren in Radwege umwandeln könnte. Leider scheint in vielen Fällen die Verkehrsverwaltung wieder nur den Umweltverbund gegeneinander auszuspielen.
Bei den Radschnellverbindungen ist die Westroute nach Spandau straßenbündig entlang des Straßenzuges Am Juliusturm und Nonnendammallee/Siemensdamm projektiert. Da bin ich gespannt, wie das am Ende umgesetzt wird. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man dort gerne Rad fährt, selbst wenn der Weg vier Meter breit ist.
Zitat
hvhasel
Bei den Radschnellverbindungen ist die Westroute nach Spandau straßenbündig entlang des Straßenzuges Am Juliusturm und Nonnendammallee/Siemensdamm projektiert. Da bin ich gespannt, wie das am Ende umgesetzt wird. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man dort gerne Rad fährt, selbst wenn der Weg vier Meter breit ist.

Was soll man denn machen? Die Stadt umgestalten, damit es dort hübscher aussieht?

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Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: die Farben der U4 und U7 tauschen!
Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass man da gern Auto fährt. Selbst U-Bahn fahren in der Gegend ist langweilig, auch wenn die Stationen auf der Strecke durchaus sehenswert sind. Aber dazwischen...ist's halt langweilig. Offenbar ist das nun mal das Attribut, das zum Vorwärtskommen maßgeblich gehören muss.

~ Erstmal hinsetzen und ein schönes Lutschbonbon essen ~
Zitat
B-V 3313
Was soll man denn machen? Die Stadt umgestalten, damit es dort hübscher aussieht?

Das wäre doch mal 'ne Maßnahme.


Bitte sprechen Sie während der Fahrt mit dem Busfahrer/der Busfahrerin - er/sie hat sonst niemanden.
Zitat
hvhasel
Bei den Radschnellverbindungen ist die Westroute nach Spandau straßenbündig entlang des Straßenzuges Am Juliusturm und Nonnendammallee/Siemensdamm projektiert. Da bin ich gespannt, wie das am Ende umgesetzt wird. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man dort gerne Rad fährt, selbst wenn der Weg vier Meter breit ist.

Wenn man dort schnell und sicher vorankommt, wird man da im Alltagsverkehr auch Rad fahren. Da habe ich keinerlei Bedenken.
Zitat
B-V 3313
Was soll man denn machen? Die Stadt umgestalten, damit es dort hübscher aussieht?

Das war eher ein Beispiel, dass eine Führung an Hauptstraßen auch nicht die einzig wahre Lösung sein muss. Mit dem Spreeradweg und entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals (Berlin-Kopenhagen) gibt es doch durchaus potentielle Alternativen, die sich ohne große Umwege zum Ausbau angeboten hätten. Will die Fußgänger-/Naturschutzlobby aber ebenfalls nicht.

Zitat
Philipp Borchert
Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass man da gern Auto fährt. Selbst U-Bahn fahren in der Gegend ist langweilig, auch wenn die Stationen auf der Strecke durchaus sehenswert sind. Aber dazwischen...ist's halt langweilig. Offenbar ist das nun mal das Attribut, das zum Vorwärtskommen maßgeblich gehören muss.

Stimmt, aber da hat der Fahrer den Blechkäfig mit Entertainment und rast gerne mal - so möglich - mit 70 km/h durch. Und bei kaum einer Strecke stört es weniger, dass man unterirdisch nicht aus dem Fenster in die Landschaft schauen kann. Wobei, aufgeständert könnte man vermutlich hin und wieder die Spree sehen.
Zitat
hvhasel
Zitat
B-V 3313
Was soll man denn machen? Die Stadt umgestalten, damit es dort hübscher aussieht?

Das war eher ein Beispiel, dass eine Führung an Hauptstraßen auch nicht die einzig wahre Lösung sein muss. Mit dem Spreeradweg und entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals (Berlin-Kopenhagen) gibt es doch durchaus potentielle Alternativen, die sich ohne große Umwege zum Ausbau angeboten hätten. Will die Fußgänger-/Naturschutzlobby aber ebenfalls nicht.

Aber ja auch durchaus zurecht. Es ist ja niemandem geholfen, wenn Erholungsbereiche Radschnellwegen geopfert werden. Man kann ja durchaus in solchen Gebieten Radfahren erlauben, als Teil der Erholung, und um eben diese Gebiete zu erreichen - aber bitte nicht als Teil einer Radschnellverbindung. Das ist für alle Beteiligten anstrengend, wie Radfahrende wie für Fußgänger:innen. Absolutes Negativbeispiel ist in dieser Hinsicht der Wiener Donaukanal, wer immer (nach Corona) die Möglichkeit hat, das mal auszuprobieren, sollte es mal tun, am besten an einem schönen Wochenendtag - tausende Menschen, die da spazieren gehen, sitzen, spielen, trinken - und Radfahren. Und es ist als Radfahrer ebenso furchtbar wie als jemand, der eben einfach da sitzt. Eine Ebene drüber gibt es übrigens pro Richtung mindestens drei Pkw-Fahrspuren (+ z.T. mehrerer Abbiegespuren an Kreuzungen), um den gesamten Autoverkehr in Nord-Süd-Richtung durchs Zentrum leiten zu können. Großartig. Nein, ehrlich gesagt, sowas möchte ich in Berlin nicht.

Außerdem sind die Radschnellwege ja vor allem für Alltagswege gedacht. Da geht es nicht um Sightseeing, sondern um schnelles Ankommen (was halt in Erholungsgebieten aus genannten Gründen auch schwierig ist). Und in diesem Sinne muss die Führung entlang einer Hauptstraße noch nicht mal schlecht sein. Und nebenbei kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die Anzahl der Autospuren reduzieren.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.05.2021 20:40 von def.
Zitat
def

Aber ja auch durchaus zurecht. Es ist ja niemandem geholfen, wenn Erholungsbereiche Radschnellwegen geopfert werden. Man kann ja durchaus in solchen Gebieten Radfahren erlauben, als Teil der Erholung, und um eben diese Gebiete zu erreichen - aber bitte nicht als Teil einer Radschnellverbindung. Das ist für alle Beteiligten anstrengend, wie Radfahrende wie für Fußgänger:innen. Absolutes Negativbeispiel ist in dieser Hinsicht der Wiener Donaukanal, wer immer (nach Corona) die Möglichkeit hat, das mal auszuprobieren, sollte es mal tun, am besten an einem schönen Wochenendtag - tausende Menschen, die da spazieren gehen, sitzen, spielen, trinken - und Radfahren. Und es ist als Radfahrer ebenso furchtbar wie als jemand, der eben einfach da sitzt. Eine Ebene drüber gibt es übrigens pro Richtung mindestens drei Pkw-Fahrspuren (+ z.T. mehrerer Abbiegespuren an Kreuzungen), um den gesamten Autoverkehr in Nord-Süd-Richtung durchs Zentrum leiten zu können. Großartig. Nein, ehrlich gesagt, sowas möchte ich in Berlin nicht.

Außerdem sind die Radschnellwege ja vor allem für Alltagswege gedacht. Da geht es nicht um Sightseeing, sondern um schnelles Ankommen (was halt in Erholungsgebieten aus genannten Gründen auch schwierig ist). Und in diesem Sinne muss die Führung entlang einer Hauptstraße noch nicht mal schlecht sein. Und nebenbei kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die Anzahl der Autospuren reduzieren.

Beide von mir genannten Wege sind bereits Radwege, abschnittsweise sogar für Pkw freigegeben. Außer dem Schlosspark, wo ich es auch so sehe, kann ich kein Naherholungsgebiet erkennen? Meinst Du die Kleingartenanlagen?

Im Übrigen sehe ich es etwas anders. In Berufsverkehrszeiten sind dort nur sehr, sehr wenige Fußgänger unterwegs. Ich muss allerdings auch nicht konstant 25 km/h fahren. Lieber komme ich später ans Ziel und achte auf Passanten, als dass ich fast eine Stunde mit Lärm und Feinstaub fahre.
Zitat
hvhasel
Zitat
def

Aber ja auch durchaus zurecht. Es ist ja niemandem geholfen, wenn Erholungsbereiche Radschnellwegen geopfert werden. Man kann ja durchaus in solchen Gebieten Radfahren erlauben, als Teil der Erholung, und um eben diese Gebiete zu erreichen - aber bitte nicht als Teil einer Radschnellverbindung. Das ist für alle Beteiligten anstrengend, wie Radfahrende wie für Fußgänger:innen. Absolutes Negativbeispiel ist in dieser Hinsicht der Wiener Donaukanal, wer immer (nach Corona) die Möglichkeit hat, das mal auszuprobieren, sollte es mal tun, am besten an einem schönen Wochenendtag - tausende Menschen, die da spazieren gehen, sitzen, spielen, trinken - und Radfahren. Und es ist als Radfahrer ebenso furchtbar wie als jemand, der eben einfach da sitzt. Eine Ebene drüber gibt es übrigens pro Richtung mindestens drei Pkw-Fahrspuren (+ z.T. mehrerer Abbiegespuren an Kreuzungen), um den gesamten Autoverkehr in Nord-Süd-Richtung durchs Zentrum leiten zu können. Großartig. Nein, ehrlich gesagt, sowas möchte ich in Berlin nicht.

Außerdem sind die Radschnellwege ja vor allem für Alltagswege gedacht. Da geht es nicht um Sightseeing, sondern um schnelles Ankommen (was halt in Erholungsgebieten aus genannten Gründen auch schwierig ist). Und in diesem Sinne muss die Führung entlang einer Hauptstraße noch nicht mal schlecht sein. Und nebenbei kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die Anzahl der Autospuren reduzieren.

Beide von mir genannten Wege sind bereits Radwege, abschnittsweise sogar für Pkw freigegeben. Außer dem Schlosspark, wo ich es auch so sehe, kann ich kein Naherholungsgebiet erkennen? Meinst Du die Kleingartenanlagen?

Im Übrigen sehe ich es etwas anders. In Berufsverkehrszeiten sind dort nur sehr, sehr wenige Fußgänger unterwegs. Ich muss allerdings auch nicht konstant 25 km/h fahren. Lieber komme ich später ans Ziel und achte auf Passanten, als dass ich fast eine Stunde mit Lärm und Feinstaub fahre.

Aber da sind wir doch wieder am Knackpunkt - es gibt nicht "die Radfahrer". Es gibt Radfahrer, die vor allem in Ruhe im Grünen fahren wollen, und es gibt Radfahrer, die schnell ankommen wollen, egal wie hübsch oder hässlich die Route ist. In den Niederlanden hat man das auch verstanden, da gibt es fast überall sowohl schnelle Verbindungen auf eigener Trasse an Hauptstraßen, auch außerorts, und es gibt das Knoppuntnetz, auf dem man durch Parks und ruhige Straßen geleitet wird.

Die Radrouten des Senats versuchen dagegen beide Arten auf eine Route zu pferchen und scheitern deswegen regelmäßig nach beiden Richtungen. Kein gemütlicher Fahrer würde freiwillig über den Kaiserdamm (RR2+3) oder die Müggelheimer Str. (Fernradweg R1) fahren, da ruhige Nebenstraßen keine 300 Meter Umweg entfernt liegen. Und kein schneller Fahrer würde am Teltowkanalufer (RR12) oder dem Havelufer nördlich der Altstadt Spandau (Havelradweg) fahren und Spaziergänger jagen, wenn man nicht auf der parallelen Neuendorfer Str. sein Leben riskieren würde. Und mit den "Radschnellwegen" verschlimmbessert man das ganze noch.
Am Nonnendamm könnte man wenigstens den teilweise verwilderten Mittelstreifen nutzen.

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1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.05.2021 01:22 von B-V 3313.
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