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Ausschreibung S-Bahn II.
geschrieben von Arnd Hellinger 
Zitat
J. aus Hakenfelde
Zitat
Railroader
Dachte eher an Giffey plus CDU und FDP. Aber dafür wird sie wohl nicht den Rückhalt in der Partei finden.

Und das ist auch gut so. Die Schwarze Pest dürfte letztendlich das anrichten, was sie am besten kann: Schaden für Stadt und Bevölkerung im Gegenzug für den kurzsichtigen Eigennutz und das pampern der Kumpels von der Wirtschaft. Ähnliches dürfte auch auf das "Gelbfieber" zutreffen (Edit: die Autokorrektur schlug mir "Geldfieber" vor, wäre wohl ebenfalls zutreffend).

Ich hoffe, Du hast Recht, traue aber der sPD-Basis nicht. Von Wowereit hat sie sich doch auch erpressen lassen. Das beste und sicherste wäre, wenn es für eine fortschritts- und wirtschaftsfeindliche Koalition aus Beton-Franzi, CDU und FDP einfach nicht reichen würde. Vielleicht gibt es ja ein paar sozialdemokratische Leihstimmen, die auf Landesebene Grüne oder Linke wählen, um eine sozialdemokratische Politik wahrscheinlicher zu machen.

@Railroader: Du bist gegen Ausschreibungen, aber hoffst auf einen rot-schwarz-gelben Senat? Ganz trocken gesagt, auf dem Niveau, das Du ja offensichtlich bevorzugst: Ich hoffe, von Deinem Job hast Du mehr Ahnung als von Politik, sonst wäre mir Angst und bange.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.09.2021 13:48 von def.
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Jim Knopf vom Niederrhein
Mit den hastig vereinbarten Übergangslösungen bei Abellio, jetzt auch in NRW, ist erst einmal für wenige Monate nur Zeit gewonnen. Geld werden die Länder auf jeden Fall verlieren.

Kommt drauf an, wie man das betrachtet. Durch die Vergabe an Abellio hat man jetzt 3 Jahre günstigen Betrieb gehabt, der zumindest für den Teil des Netzes, in dem ich regelmäßig unterwegs bin, eher besser als schlechter als zu DB-Zeiten lief. Solange man jetzt auch das vorzeitige Vertragsende gut abwickelt und die Kosten für die neue Vergabe niedriger sind als das in den 3 Betriebsjahren eingesparte Geld, ist weder ein Verlust für das Land noch ein Nachteil für die Fahrgäste entstanden. Das Geld, das nach der Neuvergabe möglicherweise mehr gezahlt werden muss als bisher an Abellio hätte man ansonsten in den 3 Jahren auch schon ausgegeben.

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Nemo
Was müssen Berlin und Brandenburg also machen, um die S-Bahn zu kommunalisieren?

Die Frage ist, ob die Länder wirklich "kommunalisieren" wollen oder lieber eine landeseigene Bahngesellschaft wünschen, wie die HLB in Hessen oder die AKN in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Für eine Kommunalisierung wäre die NEB schon ein guter Ansatz, denn sie ist eine Bahngesellschaft, die zu ungefähr zwei Dritteln Landkreisen bzw. der Stadt/dem Land Berlin gehört. Die französische Staatsbahn könnte ihre verbleibenden Anteile noch an die weiteren Umlandkreise verkaufen, dann wäre es eine rein kommunale Gesellschaft.
Zitat
Global Fisch

Nach meinem Verständnis kann man überhaupt nicht inhaltlich argumentieren, wenn die eine Seite schon die *Grundposition* der Gegenseite als "Wahnsinn" oder (nicht ganz so schlimm) "Unfug" abtut.

Hier ging es um die Grundposition und das als Startpunkt eines Threads!

Wie du allein schon bis hierher gesehen hast, ließ es sich für andere Foristen unabhängig von ihrer eigenen Meinung vortrefflich auch inhaltlich argumentieren, ohne gleich nach dem großen Zampano zu rufen!

Zitat
Global Fisch

"Sheriff" "Forenpolizei" ist übrigens auch reine Polemik.

Es steht dir natürlich frei, dies so zu sehen. Auf mich - und vielleicht auch andere Foristen - macht dein Ruf nach einem "dringenden Stopp", nach einem Einschreiten durch die Moderation den Eindruck wie im Alltag der nach der Polizei. Oder dem Sheriff im Wilden Westen. Nur dass es hier nicht so wild zugegangen war! Nur dass Polizei oder hier Moderator in einem nicht beruflichen Bereich wichtigere Aufgaben haben, als du sie ihnen momentan zumutest. Also nicht Polemik, sondern eher das Bild, das - nicht nur - bei mir entsteht!

Gruß
Bw Steg
Zitat
Lopi2000



Die Frage ist, ob die Länder wirklich "kommunalisieren" wollen oder lieber eine landeseigene Bahngesellschaft wünschen, wie die HLB in Hessen oder die AKN in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Wie nennt man es, wenn es die Länder vom Bund übernehmen?

Ich meinte jedenfalls Übernahme durch Berlin und Brandenburg und/oder Umlandkreisen. Für Eisenbahnverkehre sind aber eigentlich die Länder zuständig.

Kommunalisieren heißt die Gemeinden oder Kreise übernehmen etwas. Verstaatlichen heißt die Länder oder der Bund übernehmen etwas. Irgendwie ist da die Deutsche Sprache nicht trennscharf genug!

Verländern oder verkreisen gibt es ja nicht.

Verstaatlichen kann man die S-Bahn halt auch nicht, da sie ja schon dem Staat gehört, nur eben leider der Bahn AG.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.09.2021 14:22 von Nemo.
Zitat
def


@Railroader: Du bist gegen Ausschreibungen, aber hoffst auf einen rot-schwarz-gelben Senat? Ganz trocken gesagt, auf dem Niveau, das Du ja offensichtlich bevorzugst: Ich hoffe, von Deinem Job hast Du mehr Ahnung als von Politik, sonst wäre mir Angst und bange.

Ja def, nicht jeder mag linksgrüne Politik und ich treffe meine Wahlentscheidung sicher nicht aufgrund einer einzelnen Position, hier Ausschreibungen. Es geht um so viel mehr. Ich bin von keiner Partei überzeugt, ich wähle nur das für mich geringere Übel. Grüne, Linke und die AFD sind da bei mir rote Linien. Ausschreibung ja oder nein hat im Vergleich zu anderen Teilen des Programms einen eher geringen Stellenwert für mich. Es gibt in jedem Parteiprogramm mindestens einen Punkt, dem ich nicht zustimme, deiner Ansicht nach dürfte ich dann also gar keinen wählen.
Herrjeh, was für ein billiger Wahlkampf.

Ehrlich Arnd, das kannst du sehr viel besser.
Ich hab gerade auch sehr gut den "Wahnsinn" der mehrtägigen GDL Streiks in Erinnerung, wo sehr deutlich auch die Nachteile offenbar wurden, wenn alles in einer Hand bei einem Betreiber liegt. Meine Konsequenz war: Mir reichts, ich hab mir ein Auto gekauft. Ja, ich weiß, ich werde dafür hier gleich "flammbiert" werden, aber ich habe nur 24h Lebenszeit am Tag und bin nicht bereit, über 4h in den Arbeitsweg zu stecken, weil da grad mal wieder jemand streikt.

Und woher die Schulden in Berlin kommen: Die Stadt lebt permanent über ihre Verhältnisse. Seit vielen Jahrzehnten. Das wurde im hoch-subventionierten Westberlin akzeptiert, nach dem Mauerfall türmten sich die Schulden langsam aber stetig auf, und der Banken-Skandal kam dann noch oben drauf. Aber auch heute ist Berlin unter RRG wieder da, wo es unter anders colorierten Senatsregierungen war, bei 3 Mrd. EUR neuer Schulden. Und das, obwohl weiter üppig Länderfinanz-Ausgleich fließt.

Wir werden ja am Montag sehen, wie die Berliner abgestimmt haben. Die Begeisterung für die jetzige Senats-Politik ist jedenfalls nicht so üppig, dass RRG mit einem massiven Stimmen-Zuwachs rechnen kann. Es würde übrigens der Stimmung in der Stadt ganz allgemein gut tun, wenn weniger polarisierend argumentiert wird, mal den Argumenten der anderen Seite zugehört wird und am Ende gute Kompromiss-Lösungen stehen, die von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen werden. Da wären wir hier in Berlin mehr als 2 Schritte weiter.
Zitat
Balu der Bär
Ich hab gerade auch sehr gut den "Wahnsinn" der mehrtägigen GDL Streiks in Erinnerung, wo sehr deutlich auch die Nachteile offenbar wurden, wenn alles in einer Hand bei einem Betreiber liegt. Meine Konsequenz war: Mir reichts, ich hab mir ein Auto gekauft. Ja, ich weiß, ich werde dafür hier gleich "flammbiert" werden, aber ich habe nur 24h Lebenszeit am Tag und bin nicht bereit, über 4h in den Arbeitsweg zu stecken, weil da grad mal wieder jemand streikt.
(...)

Wenn es mehrere Betreiber gibt, streiken GDL, EVG, ver.di etc. eben nicht mehr für Konzern-, sondern für Flächen- oder Branchentarifverträge. Der Effekt wäre weitgehend gleich. Ähnlich sieht es z. B. aus, wenn Du von Friedrichshagen nach Tiergarten möchtest und der Betreiber des Teilnetzes "Stadtbahn" bestreikt wird - da nützt es Dir nämlich rein gar nichts. dass "Ring/Südost" und "Nordsüd" evtl. regulär befahren werden...

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich die jüngsten Aktionen der GDL gut gefunden hätte - grundsätzlich genießt das Streikrecht aber aus guten Gründen in diesem Lande immer noch Verfassungsrang.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
def


Zuweilen frage ich mich auch, wie vergesslich Menschen eigentlich sind,

Wenn du dich das auch bei Wählern der Linken fragst, wäre es zumindest konsequent.
Zitat
Jim Knopf vom Niederrhein
das Thema hier lautet zwar "Ausschreibung S-Bahn", ein Blick über den Tellerrand hinaus muß aber auch erlaubt sein, um die Zusammenhänge zu verstehen.
Das ganze Dilemma mit den Ausschreibungen im SPNV wird auch in diesem video deutlich.
Mit den hastig vereinbarten Übergangslösungen bei Abellio, jetzt auch in NRW, ist erst einmal für wenige Monate nur Zeit gewonnen. Geld werden die Länder auf jeden Fall verlieren. Und das nur, weil bei den Vergaben auf "billig, billig" geschaut wurde und man mit aller Gewalt die Deutsche Bahn bei den Vergaben heraushalten wollte. Neben dem reinen Preis für Zugkm muß eben auch die gesamte Leistungsfähigkeit (finanzielle, technische Ressourcen) der Anbieter berücksichtigt werden.

Vorab: Ein Abbruch von Diskussionen durch die Moderation wäre kein Zeichen von Stärke und sollte die absolute Ausnahme bleiben. Der für mich lehrreichste Beitrag in diesem Forum kam übrigens von Havelländer (inhaltlich ging es um die betriebswirtschaftlichen Vorteile der Straßenbahn), der bald darauf - wie ich annehmen muß - aus dem Forum ausgeschlossen wurde, was ebenfalls kein Ausweis von Stärke ist.

Im oben verlinkten Video wird das sich aus den Ausschreibungen ergebende Problem schon richtig skizziert: Es gewinnt nicht unbedingt der wirtschaftlichste, sondern oft genug der billigste Anbieter. Wenn es dann nicht reicht, kann gerade wegen der Ausschreibung kaum nachgebessert werden.

Im konkreten "Fall abellio" führt die asymmetrische Machtverteilung nunmehr zur vorzeitigen Beendigung des aus Sicht des Landes scheinbar günstigen Vertrages. Als Alternative dazu stand eine Erpressung in Form der Drohung mit der "zeitnahen" Einstellung des SPNV durch abellio im Raum.

Ich halte diese konkrete Ausgestaltung des Ausschreibungsmodells weiterhin für nicht auf Dauer tragfähig. Für unsere "Ausschreibungsfreund/inn/e/n" schlage ich vor, den "Privaten" die sich aus Kostensteigerungen durch Tarifabschlüsse sowie aus Busersatzverkehren usw. ergebenden Risiken möglichst vollständig abzunehmen - ihnen im anzustrebenden Idealfall also eine Art "Gewinngarantie" einzuräumen. Damit wäre eine nachhaltige und kontinuierliche Entwicklung des SPNV sichergestellt.

Meine eigene Position ist bekanntlich anders,
Marienfelde.


Noch ein Nachtrag zur Entwicklung bei Abellio in NRW für interessierte Kreise: Dort wird Abellio bis Ende Januar 2022 weiterfahren. Die laufenden Verluste teilen sich die Verbünde und die NS. "Bis Ende Januar sollen die Verträge mit Abellio so neu ausgehandelt werden, dass der Betrieb langfristig weiter möglich ist."

Abellio will den Betrieb des RRX (RE 1 Aachen - Düsseldorf - Hamm) und alle S-Bahnen im VRR abgeben. "Der Grund ist, dass diese Strecken wie die S2 (Esssen nach Dortmund), S3 (Oberhausen-Hattingen) oder auch S9 von Haltern nach Wuppertal besonders hohe Verluste einfahren."

Hier noch ein Link zu msn (der aber evtl. nicht "funzt"): [www.msn.com]

und zum NWL: [www.nwl-info.de]



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.2021 08:21 von Marienfelde.
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Arnd Hellinger
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Balu der Bär
Ich hab gerade auch sehr gut den "Wahnsinn" der mehrtägigen GDL Streiks in Erinnerung, wo sehr deutlich auch die Nachteile offenbar wurden, wenn alles in einer Hand bei einem Betreiber liegt. Meine Konsequenz war: Mir reichts, ich hab mir ein Auto gekauft. Ja, ich weiß, ich werde dafür hier gleich "flammbiert" werden, aber ich habe nur 24h Lebenszeit am Tag und bin nicht bereit, über 4h in den Arbeitsweg zu stecken, weil da grad mal wieder jemand streikt.
(...)

Wenn es mehrere Betreiber gibt, streiken GDL, EVG, ver.di etc. eben nicht mehr für Konzern-, sondern für Flächen- oder Branchentarifverträge. Der Effekt wäre weitgehend gleich. Ähnlich sieht es z. B. aus, wenn Du von Friedrichshagen nach Tiergarten möchtest und der Betreiber des Teilnetzes "Stadtbahn" bestreikt wird - da nützt es Dir nämlich rein gar nichts. dass "Ring/Südost" und "Nordsüd" evtl. regulär befahren werden...

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich die jüngsten Aktionen der GDL gut gefunden hätte - grundsätzlich genießt das Streikrecht aber aus guten Gründen in diesem Lande immer noch Verfassungsrang.

Wenn dann müsste man es so machen, dass jede 2. Bahn von einem in einer anderen Gewerkschaft organisieren Tf gefahren wird...

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
@Balu: ich kann den Dreck mit den Kompromissen nicht mehr hören. Über Jahrzehnte bedeutete das: im Zweifelsfall fürs Auto, und alle anderen dürfen sich dann die zugeworfenen Krümel teilen. Nun, da die Priorität des Autos infrage gestellt wird, soll man plötzlich wieder Kompromisse finden. Nö, jetzt nicht mehr. Ich habe einfach keine Lust mehr auf diese Pseudokompromisse, bei denen der Umweltverbund über den Tisch gezogen wird.
Zitat
def
@Balu: ich kann den Dreck mit den Kompromissen nicht mehr hören. Über Jahrzehnte bedeutete das: im Zweifelsfall fürs Auto, und alle anderen dürfen sich dann die zugeworfenen Krümel teilen. Nun, da die Priorität des Autos infrage gestellt wird, soll man plötzlich wieder Kompromisse finden. Nö, jetzt nicht mehr. Ich habe einfach keine Lust mehr auf diese Pseudokompromisse, bei denen der Umweltverbund über den Tisch gezogen wird.

Es ist doch ein Kompromiss, dass Autos weiterhin innerhalb der Stadt fahren dürfen!

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
def
@Balu: ich kann den Dreck mit den Kompromissen nicht mehr hören. Über Jahrzehnte bedeutete das: im Zweifelsfall fürs Auto, und alle anderen dürfen sich dann die zugeworfenen Krümel teilen. Nun, da die Priorität des Autos infrage gestellt wird, soll man plötzlich wieder Kompromisse finden. Nö, jetzt nicht mehr. Ich habe einfach keine Lust mehr auf diese Pseudokompromisse, bei denen der Umweltverbund über den Tisch gezogen wird.

Das gehört in dieser Grundsätzlichkeit jetzt aber eher in den Verkehrspolitik-Thread... :-)

Und ja: Politik muss Realitäten zur Kenntnis nehmen und wenn zu dieser Realität nun einmal gehört, dass ein Großteil der Pendelnden bzw. in dieser Stadt Wohnenden - aus welchen Gründen auch immer, sei zunächstmal dahingestellt - das Auto nutzt, kann eine Demokratie das nicht einfach so ignorieren und "ihr Ding" durchziehen, sondern muss auch den einen oder anderen Kompromiss eingehen, um in der Sache insgesamt weiterzukommen, ohne Unfrieden in die Stadt zu bringen.

Der/die künftige Verkehrssenator'in muss also endlich mit Vertretenden von ADAC, ADFC, IGEB, ProBahn, DBV, Fuss e.V. etc. in Klausur gehen und ein wirklich konsensfähiges Mobilitätskonzept nebst zeitlicher Umsetzungsplanung erarbeiten. Gerne kann man dieses dann in einem Volksentscheid der Stadtgesellschaft zur Annahme/Ablehnung vorlegen...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Nemo


Wenn dann müsste man es so machen, dass jede 2. Bahn von einem in einer anderen Gewerkschaft organisieren Tf gefahren wird...

Dazu müsste offengelegt werden, wer in welcher Gewerkschaft ist. Der Betreiber kann es nur schätzen.
Zitat
Marienfelde
Im oben verlinkten Video wird das sich aus den Ausschreibungen ergebende Problem schon richtig skizziert: Es gewinnt nicht unbedingt der wirtschaftlichste, sondern oft genug der billigste Anbieter.

(...)
Ich halte diese konkrete Ausgestaltung des Ausschreibungsmodells weiterhin für nicht auf Dauer tragfähig. Für unsere "Ausschreibungsfreund/inn/e/n" schlage ich vor, den "Privaten" die sich aus Kostensteigerungen durch Tarifabschlüsse sowie aus Busersatzverkehren usw. ergebenden Risiken möglichst vollständig abzunehmen - ihnen im anzustrebenden Idealfall also eine Art "Gewinngarantie" einzuräumen. (...)

Meine eigene Position ist bekanntlich anders,.

Deine Position ist bekannt: du möchtest einen Teil der knappen Bestellerentgelte statt für die SPNV-Leistungen lieber als direkte Subventionen an die Unternehmen geben. Außerdem möchtest du einen Konzern auf Kosten anderer Unternehen fördern.

Kannst du so sehen, meine Meinung kennst du.
Aber ist in Ordnung. Was ich nur nicht in Ordnung finde, ist der herbeiphantasierte Zusammenhang mit irgendwelchem nett klingenden "Bahn für alle" Ideen, die rein gar nichts mit der Frage zu tun haben, welches Unternehmen die Leistungen im Netz Stadtbahn übernimmt.

Das mit den Ausschreibungen hatte ich schon versucht zu erklären, gerne nochmal.
Unternehmen stehen *miteinander* im Wettbewerb, nicht mit dem Besteller. Wenn dieser den Unternehmen nun garantierte Zahlungen in Aussicht stellt, kalkulieren die Unternehmen anders, sie wollen ja günstiger sein als die anderen. Unterm Strich bleibt dann alles, wie es ist. Verkalkulieren können Unternehmen trotzdem.

Zu deinem ersten Absatz: völlig richtig, deswegen kann man die Ausschreibungen auch so gestalten, dass mehr Wert auf Qualität und nicht den Preis gelegz wird. Manche Besteller lernen durchaus dazu.
Zitat
Railroader
Zitat
Nemo
Wenn dann müsste man es so machen, dass jede 2. Bahn von einem in einer anderen Gewerkschaft organisieren Tf gefahren wird...

Dazu müsste offengelegt werden, wer in welcher Gewerkschaft ist. Der Betreiber kann es nur schätzen.

Das wäre ein erheblicher Grundrechtseingriff, bei dem kein bundesdeutsches Gericht mitspielen würde - und auch nicht dürfte.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger

Das wäre ein erheblicher Grundrechtseingriff, bei dem kein bundesdeutsches Gericht mitspielen würde - und auch nicht dürfte.

Genau, deshalb geht es nur über Notdienstvereinbarungen. Fraglich ist nur, wie wirksam ein Streik ist, wenn jeder 2. Zug fährt.
Zitat
Arnd Hellinger
Der/die künftige Verkehrssenator'in muss also endlich mit Vertretenden von ADAC, ADFC, IGEB, ProBahn, DBV, Fuss e.V. etc. in Klausur gehen und ein wirklich konsensfähiges Mobilitätskonzept nebst zeitlicher Umsetzungsplanung erarbeiten. Gerne kann man dieses dann in einem Volksentscheid der Stadtgesellschaft zur Annahme/Ablehnung vorlegen...

Naja, aber was soll da auf gesamtstädtischer Ebene rauskommen, außer allgemeines Blabla? Berlin ist viel zu groß, als dass man in einem solchen Rahmen ein Konzept im Detail besprechen könnte. Viel sinnvoller ist es, das auf Projektebene zu tun, und da gibt es solche Beteilung (und Instrumente der Bürgerbeteiligung) ja bereits.

Ach ja, natürlich bin ich nicht gegen wirkliche Kompromisse, bei denen alle Seiten bereit sind, den anderen entgegenzukommen. Aber zum einen wurde der Begriff schon zu oft missbraucht, zum anderen traue ich weder Beton-Franzi noch einer Deutschland-Koalition die notwendige Kompromissfähigkeit zu.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.09.2021 16:57 von def.
Zitat
Global Fisch
(...)

Das mit den Ausschreibungen hatte ich schon versucht zu erklären, gerne nochmal.
Unternehmen stehen *miteinander* im Wettbewerb, nicht mit dem Besteller. Wenn dieser den Unternehmen nun garantierte Zahlungen in Aussicht stellt, kalkulieren die Unternehmen anders, sie wollen ja günstiger sein als die anderen. Unterm Strich bleibt dann alles, wie es ist. Verkalkulieren können Unternehmen trotzdem.

Na gut, dann ein anderer Vorschlag: Um das sich aus der oben thematisierten evtl. Nichthaftung ergebende Machtgefälle zwischen Besteller und mehr oder weniger substanzloser Staatsbahntochter (jedenfalls im "Fall abellio", wie bereits im Vorläuferthread dargestellt) zu vermeiden, wäre bei künftigen Ausschreibungen für die gesamte Vertragslaufzeit eine Patronatserklärung zu verlangen, was selbstverständlich auch für die DB gelten müßte.
Zitat
def
@Balu: ich kann den Dreck mit den Kompromissen nicht mehr hören. Über Jahrzehnte bedeutete das: im Zweifelsfall fürs Auto, und alle anderen dürfen sich dann die zugeworfenen Krümel teilen. Nun, da die Priorität des Autos infrage gestellt wird, soll man plötzlich wieder Kompromisse finden. Nö, jetzt nicht mehr. Ich habe einfach keine Lust mehr auf diese Pseudokompromisse, bei denen der Umweltverbund über den Tisch gezogen wird.

Glaubst du eigentlich selbst das, was du so von dir gibst? Deine Logik ist "Rettet die Kühe, tötet die Fleischer!"

Wir haben gerade in Berlin in den letzten Jahren doch massiv das Problem gehabt, dass die Politik primär den Leuten zugute kam, die im Innenstadtring leben, während die Leute draußen tendenziell die Zeche dafür zahlen.

Glaubst du wirklich, die Leute legen sich alle freiwillig ein Auto zu, weil sie so geil darauf sind, morgens im Stau zu stehen? Das macht niemand freiwillig. Guck dir einfach mal an, wie in Berlin Neubau-Gebiete gebaut werden. Da baut niemand ne Tram oder was hin, da kommt bestenfalls ein Bus und nach Jahr und Tag fällt dann auf, dass niemand dran gedacht hat, dass die Leute, wenn sie da wohnen, auch mal da weg und wieder hin wollen. Das sind ganz große handwerkliche Fehler die da in der Verwaltung und in der Stadtplanung passieren. Wir haben sehr leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur innerhalb des S-Bahn Rings und je weiter wir raus kommen, desto dünner wird es. Da wir aber die neuen Wohnungen primär am Stadtrand bauen, haben wir ein massives Problem. Ein anderes Beispiel ist Tesla, wo man in Rekordzeit die Fabrik hinbaut, aber niemand die Frage beantwortet hat, wo die Leute leben und wie sie zur Arbeit kommen sollen.

Wir haben im letzten Jahr einiges an Pop-Up Radwegen gesehen. Das kann, sollte und muss noch viel mehr werden, aber es muss auch deutlich besser umgesetzt werden, also räumlich getrennt werden. Das ist aktive Umverteilung von Fläche. Genauso richtig und notwendig ist es dann aber auch, die Fährräder aus dem ÖPNV zu verbannen und die dort begrenzte Fläche in den Bussen und Bahnen denen zur Verfügung zu stellen, die kein Fahrrad haben. Wenn man aber nur einseitig fördert, dann hat man bald all die subventionierten Lastenräder in der U- und S-Bahn und sie nehmen dort Platz ein und verdrängen die anderen ohne Rad. Ein Phyrrus Sieg mit dem man nichts nachhaltig erreicht hat.

Wenn es nach mir ginge, kann man gern auch deutlich mehr Geld in den Ausbau des ÖPNV stecken, und zwar namentlich in die Infrastruktur. Man redet seit über 20 Jahren von einem Regionalbahnhof in Köpenick, nix ist passiert, in Adlershof hat man den einfach ausgeplant, obwohl man dort eine Art Berliner Silicon Valley einrichten wollte. Ein Fehler, der sich schon heute bitter rächt und den man irgendwann sehr teuer wird korrigieren müssen.

Natürlich können wir in Berlin einfach konzeptlos weitermachen. [Ironie an] Hat die letzten Jahre ja so "super" funktioniert... [Ironie aus]
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