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StUB Erlangen (Planung)
geschrieben von Manfred Erlg 
Bei der vergleichenden Untersuchung von drei Trassen zwischen Herzo Base und dem Alten Bahnhof ergab sich für die Variante "Zum Flughafen" die beste Fahrgastprognose, nämlich einen Anstieg der Nachfrage im ÖV um ca. 8,2 Tsd. ÖV Personenfahrten pro Werktag (für das gesamte L Netz). Dafür hat sie bei anderen Kriterien Nachteile, z.B. eine Engstelle am Rand der Altstadt mit eingeschränktem Begegnungsverkehr (Lkw, Bus, Bahn) oder einen höheren Anteil straßenbündigen Gleiskörpers.

Zur Nachfragewirkung der Variante "Rathgeberstraße" heißt es:
• Nachfrageanstieg im ÖV im Bereich Herzogenaurach etwas geringer als in Variante „Zum Flughafen“
• Im Bereich Schaeffler steigt die Nachfrage stärker an, dafür ist die Wirkung in der Innenstadt etwas geringer.


Zusammenfassung der Ergebnisse der Untersuchung (Stand 28. Juni 2018):

• Die Variante 2 „Rathgeberstraße“ erreicht im Variantenvergleich die höchste Punktzahl und belegt somit den 1. Platz.
• Ausschlaggebend hierfür sind
--- eine mögliche Streckenführung mit vergleichsweise geringen technischen Herausforderungen,
--- die Möglichkeit einen relativ hohen Anteil an besonderem Bahnkörper im Streckenverlauf zu realisieren und dadurch einen weitgehend stabilen und störungsarmen Betrieb zu gewährleisten sowie
--- eine hohe Erschließungswirkung der Fahrgastpotenziale.
• Die Variante 2 wird somit für die Betrachtung in den weiteren Planungsstufen empfohlen.

• Die Variante 1 „Zum Flughafen“ belegt mit einem Abstand von 2,2 Punkten hinter der Variante 2 den 2. Platz. Sie stellt beispielsweise für das Raumordnungsverfahren weiterhin eine mögliche Alternative dar, wird jedoch nicht empfohlen.

• Die Variante 3 „Lohhof“ erreicht mit einem Abstand mehr als 5 Punkten den 3. Platz und wird aufgrund der Nachteile bei der Erschließungswirkung, den Betroffenheiten sowie den Investitionskosten für die weitere Planung ausgeschlossen.


Link zur Präsentation der Variantenuntersuchung siehe hier auf Seite 6 oben. Zitate kursiv.

Die ursprüngliche Referenztrasse durch die Straße "Zum Flughafen" geht mit ins Raumordnungsverfahren. Dort wird alles noch einmal überprüft.

Bei der bevorzugten Variante "Rathgeberstraße" liegt der Endpunkt im Vergleich zur ursprünglichen Trasse etwas weiter nördlich an der Südseite der Hans-Maier-Straße direkt vor der Kreuzung Bahnhofstraße. Aus Fahrgastsicht ist es sicher wünschenswert ein zweites Mal die Aurach zu überbrücken und eine Wendeschleife westlich der Bahnhofstraße anzulegen, doch das wird wohl an den zusätzlichen Kosten scheitern.

Edit 9. Juli 2018:

Inzwischen (Unterlagen zum ROV) liegt auch die Wendeschleife für die Trasse "Zum Flughafen" zwischen der Hans-Maier-Straße und der Industriestraße. Die Haltestelle in der Bahnhofstraße nördlich der Aurachbrücke bleibt.



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.2019 10:33 von Manfred Erlg.


Pressemitteilung vom 04.07.2019:

[www.regierung.mittelfranken.bayern.de]

>> Die Regierung von Mittelfranken hat ein Raumordnungsverfahren für die geplante Stadt-Umland-Bahn vom Norden Nürnbergs über Erlangen nach Herzogenaurach eingeleitet.

Vorhabenträger ist der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn, den die Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach im Jahr 2016 gegründet haben. Dieser hat Variantenstudien beauftragt und parallel dazu eine Öffentlichkeitsbeteiligung mit Bürgerdialogen und Onlineformaten durchgeführt. Über 100 ermittelte Varianten wurden von den Planungsbüros mithilfe eines formalisierten Auswahlverfahrens nach unterschiedlichen Kriterien bewertet.

Übrig geblieben ist eine Vorzugstrasse mit alternativen Verläufen in Teilabschnitten. Diese Varianten unterscheiden sich im Abschnitt der Regnitzquerung zwischen Erlangen und Büchenbach, außerdem jeweils innerhalb von Tennenlohe, im Bereich des Siemens-Campus in Erlangen, in der Erlanger Innenstadt und in Herzogenaurach. In den nun veröffentlichten Verfahrensunterlagen werden die Vor- und Nachteile der Varianten sowie die Auswahlgründe dargelegt. Dies gilt auch für Varianten, die vom Vorhabenträger nicht weiterverfolgt werden, beispielsweise die sogenannte Aurachtalbahn und die Regnitzquerungen über den Büchenbacher Damm oder den Dechsendorfer Damm.

Von dem Projekt betroffene Kommunen, Behörden, Verbände und Bürger können bis zum 23. August 2019 gegenüber der Regierung Stellung nehmen. Die beteiligten Gemeinden sollen die Projektunterlagen für einen angemessenen Zeitraum und möglichst auch während arbeitsfreier Zeiten öffentlich auslegen. Die Verfahrensunterlagen können auch auf der Internetseite der Regierung von Mittelfranken (www.regierung.mittelfranken.bayern.de) unter „Aktuelle Themen“ abgerufen werden.

Das Raumordnungsverfahren soll feststellen, wie sich das geplante Vorhaben auf die für die Raumordnung wichtigen Aspekte, wie zum Beispiel Verkehrssituation, Siedlungsentwicklung, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Klimaschutz, Erholung, Natur und Landschaft oder Wasserwirtschaft auswirkt. Dazu beteiligt die Regierung von Mittelfranken als zuständige höhere Landesplanungsbehörde Fachbehörden, Kommunen, betroffene Verbände und die Öffentlichkeit. Anhand der eingegangenen Stellungnahmen prüft die Regierung dann, ob und gegebenenfalls unter welchen Maßgaben das Projekt mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar ist und wie es mit Vorhaben öffentlicher oder sonstiger Planungsträger abgestimmt werden kann. Die Regierung wägt die einzelnen Belange gegeneinander ab und schließt das Raumordnungsverfahren mit der sogenannten „landesplanerischen Beurteilung“ ab.

Dieser landesplanerischen Beurteilung kommt für sich alleine keine unmittelbare Rechtswirkung im Hinblick auf die Zulässigkeit der betreffenden Planung zu. Ihr Ergebnis fließt jedoch in nachfolgende Verwaltungsakte ein (Planfeststellungsverfahren, Baugenehmigungen etc.). <<

Anlage:

Übersichtskarte

Weiterführender Link:

Unterlagen zum Raumordnungsverfahren für die Stadt-Umland-Bahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach

-------------

Es gibt auch eine entsprechende Pressemitteilung des ZV Stub (5. Juli):

[stadtumlandbahn.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.07.2019 07:46 von Manfred Erlg.
Danke für den Hinweis und die Links!

Wenn die Regierung von Mittelfranken jetzt auch noch eine ZIP-Datei geschnürt hätte, mit der man alles mit einem Klick (statt mit 59 Klicks) herunterladen könnte, wäre die Sache geradezu perfekt.
Nach Durchsicht der Unterlagen für das ROV müssen zwei ältere Beiträge korrigiert werden; außerdem kann eine offen gebliebene Frage beantwortet werden:

1) Unterführung Güterhallenstraße (mein Beitrag vom 20.03.2019 17:36, Seite 13):

Jetzt ist doch eine separate im Bogen liegende Unterführung (Radius 54 m) an der Nordseite der Straßenunterführung vorgesehen. Die anschließende Haltestelle "Hauptbahnhof" liegt im Trog. Die Nutzung der bestehenden Güterhallenunterführung ist nur bei der Variante "Büchenbacher Damm" vorgesehen, bei der es von den Arcaden direkt in die Äußere Brucker Straße geht.

Ich habe diesen Hinweis auf Seite 13 in einem Edit ergänzt und die Abbildung ausgetauscht.

2) Endstation in Herzogenaurach (mein Beitrag vom 30.06.2019 13:57, oben auf dieser Seite):

Inzwischen (Unterlagen zum ROV) liegt auch die Wendeschleife für die Trasse "Zum Flughafen" zwischen der Hans-Maier-Straße und der Industriestraße. Die Haltestelle in der Bahnhofstraße nördlich der Aurachbrücke bleibt.

Ich habe diesen Hinweis oben in einem Edit ergänzt und die zwei Abbildungen ausgetauscht.

3) Zur Frage von Efchen vom 17.05.2019 12:05 (Seite 15) nach Plänen oder Skizzen für die Variante Tennenlohe-Süd "direkt vom Reutleser Weg zur B4" und den dafür nötigen Umbau der Anschlussstelle Wetterkreuz:

Es gibt jetzt eine detailliertere Abbildung in den Unterlagen zum Raumordnungsverfahren. Auf dem Gelände der wegfallenden Wendeschleife könnten z. B. ein Parkplatz und eine Radabstellanlage angelegt werden. Wie schon gesagt, ist diese wünschenswerte Variante nicht in der neuen Vorschlagstrasse, da sie allein aus StUB-Mitteln nicht finanzierbar ist.


Hier wird das Wichtigste aus dem Erläuterungsbericht (Band 0) zusammengefasst.


Wir beginnen mit Kapitel 3.2 "VARIANTENBETRACHTUNG UND FRÜHZEITIG AUSGESCHIEDENE VARIANTEN"

In Abschnitt 3.2.6, wird die Modifikation der Referenztrasse aus der Machbarkeitsstudie beschrieben:

• Verschiebung der Ost-West-Querung der B4 vom Bereich Buch Nord zur Kreuzung Moosäckerstraße in Boxdorf
• Verlegung der Haltestelle Tennenlohe Nord von der Kirche zur Sportanlage am Heuweg
• Allee-Erhalt Nürnberger Straße in Erlangen
• Abrückung der Trasse vom Auwald im Bereich der Seelöcher (Regnitzquerung)
• Verlegung der Haltestelle Mönaustraße
• Lageänderung im Bereich Häusling
• Minimierung der Flächenzerschneidung im Bereich Haundorf / Häusling
• Verlegung der Haltestelle Herzo Base / adidas
• Begegnungsverbot in der Straße „Zum Flughafen“ auf ca. 100 m
• Verlegung der Endschleife Herzo Zentrum an die Südseite der Hans-Maier-Straße

In Stufe 2 des formalisierten Abwägungsverfahrens sind diese in Stufe 1 übrig gebliebenen Varianten untersucht worden:

• T-1009 "Wetterkreuz" (direkt vom Reutleser Weg zur B4)
• T-1010 "Hutgraben – Leitensteig"
• T-1012 "Tennenlohe Nord" (Verlauf näher an B4, östlich am Feuerwehrhaus vorbei)
• T-1015 "Korridor B4" (Bereich Weinstraße)
• S-1018 "Siemens Campus" (über Friedrich-Bauer-Straße)
• E-1029 "Sieboldstraße"
• EB-1038 "Büchenbacher Damm über Äußere Brucker Straße"
• EB-1047 "Dechsendorfer Damm"
• ER-1049 "Wöhrmühlinsel"
• EB-1067 "Büchenbacher Damm über Münchener Straße" (ausgeschieden)
• B-1061 "Adenauerring" (am NVZ Büchenbach-West)
• H-1058 "Rathgeberstraße" (in Herzogenaurach)

In Abschnitt 3.2.8.2 wird die Bildung der fünf Gesamtvarianten beschrieben:

G-0001          G-0002	 G-0003   G-0004   G-0005
                Nord     Mitte    Süd      Mitte optimiert
NKF: 1,1        0,8      1,3      0,7      1,3
----------------------------------------------------------
                T-1015   T-1009   T-1010   --
Basis aller     --       T-1012   --       T-1012
Varianten:      --       S-1018   S-1018   S-1018
                E-1029   E-1029   --       E-1029
modifizierte    EB-1047  ER-1049  EB-1038  ER-1049
Referenztrasse  B-1061   --       B-1061   --
                H-1058   H-1058   H-1058   H-1058

Es wird festgestellt, dass der NKF der Gesamttrasse maßgeblich von der Art der Regnitzquerung bestimmt wird. Die anderen Varianten, die eher kleinräumig sind, haben praktisch keinen Einfluss. Da nur Vorhaben mit einem NKF > 1 förderfähig sind, wird dies Fazit gezogen:

>> Trassen über die Korridore Nord oder Süd können somit aus planerischer Sicht nach den geltenden Förderrichtlinien nicht zur Weiterverfolgung vorgeschlagen werden. <<


Es folgt Kapitel 3.3 "BESCHREIBUNG DER VERBLIEBENEN VARIANTEN", in dem die drei Varianten G-0001, G-0003 ud G-0005 im Detail beschrieben werden, auch mittels Abbildungen.

Zur Nürnberger Straße ist anzumerken:
• mögliche Sperrung für den MIV zwischen Gebbert- und Stintzingstraße (ausgenommen Anlieger)
• separate Fahrbahnen für Strab und MIV zwischen Stintzingstraße und Straße Am Röthelheim
• Einbahnstraße in Richtung Süd für den MIV bzw. Lieferverkehr zwischen W-v-Siemens-Straße und Henkestraße (nur Variante G-0001)

Auf dem Kosbacher Damm wird die StUB auf der südlichen Fahrbahn fahren, die dann für den MIV entfällt. Die Anschlussstelle Am Europakanal wird entsprechend umgebaut (Linksabbieger auf der Nordseite und Rückbau der südlichen Anbindung).

Danach folgt Kapitel 3.4 "VARIANTENVERGLEICH" mit den Abschnitten Raumverträglichkeit, Planungstechnische Beurteilung und Umweltverträglichkeit

In Abschnitt 3.4.3.3 wird ein umweltfachlicher Variantenvergleich angestellt:

>> Keine der betrachteten Gesamtvarianten stellt die umweltfachlich günstigste Kombination von Teilvarianten dar. <<

Im Vergleich zur modifizierten Referenztrasse haben nur die folgenden Teilvarianten eine besseree Umweltbewertung:

• T-1009 "Wetterkreuz" (direkt vom Reutleser Weg zur B4)
• S-1018 "Siemens Campus" (über Friedrich-Bauer-Straße)

Die Kosbacher Brücke mit dem Umweg über die BAB-Anschlussstelle schneidet in Bezug auf die Umwelt günstiger ab als die Wöhrmühltrasse, da bei ersterer der Abschnitt im Regnitzgrund kürzer ist. Hier liegt bekanntlich das größte Konfliktpotenzial bei der weiteren Diskussion.

Eine noch günstigere Umweltbewertung hat die Variante über den Büchenbacher Damm; aber die kann ja wegen dem niedrigen NKF nicht berücksichtigt werden.


Zum Abschluss von Band 0 heißt es im Kapitel 4.3 "VORLAGE ZUR LANDESPLANERISCHEN BEURTEILUNG":

Für die landesplanerische Beurteilung werden somit insgesamt folgende Trassenverläufe und Varianten vorgelegt:

• Vorzugsvariante G-0005
• Modifizierte Referenztrasse G-0001 auf gesamter Länge
• Gesamtvariante G-0003 (mit Teilvariante T-1009 Wetterkreuz)
• Teilvariante B-1061 (Adenauerring) für Endhalt / Wendeschleife

Damit sind auch die Teilvarianten T-1010 "Hutgraben – Leitensteig" und T-1015 "Korridor B4" ausgeschieden.

Die Vorzugsvariante G-0005 einschließlich der noch möglichen Teilvarianten als Rückfallebenen ist als Anlage zum Erläuterungsbericht in den Lageplänen 0_Anlage-02-07_G-G-0005-LP und 0_Anlage-02-08_G-G-0005-LP dargestellt.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.07.2019 09:58 von Manfred Erlg.
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