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Sammelthread Störungen S-Bahn [2]
geschrieben von Forummaster Hamburg 
Zitat
christian schmidt
Hat das eigentlich was mit der Umstellung von Loks auf Triebzüge zu tun, d.h. Loks sind weniger wetteranfällig?


Kann man so direkt nicht sagen, läuft aber darauf hinaus.

In einem Zug sind mittlerweile eine Vielzahl von Sensoren verbaut, die bestimmte Zustände in verschiedenen Bereichen überwachen. Hat früher beispielsweise eine Tür geklemmt, dann hat der Schaffner die Tür mit Schwung zugedonnert und im Zweifel noch zusätzlich verriegelt. Der Zugbegleiter hatte seinen Zug im Griff und der Lokführer seine Lokomotive. Die musste im Prinzip nur fahren und bremsen können und der Lokführer auf die Signale achten.

Es geht also nicht um den Unterschied zwischen Lok und Triebwagen, sondern um den Unterschied zwischen zentraler und partieller Überwachung. Die Sensoren haben nun keinen Verstand und demzufolge auch kein Beurteilungsvermögen. Ein Zugbegleiter sieht sofort, ob in einer Tür mit einem geringen Spalt irgendetwas eingeklemmt ist oder nicht. Die Automatik kann das nicht erkennen und demzufolge auch nicht unterscheiden, ob ein harmloses Stückchen Eis eingeklemmt wurde oder die Hand von einem Fahrgast, der dann mitgeschleift würde. Also gibt es ständig etliche Gründe, warum ein Zug nicht losfahren kann.

Das Übel sind nicht etwa die Konstrukteure mit Schnapsideen oder mangelhafte Fertigungen, sondern fachfremde Besteller, die völlig überzogene, nicht betriebsgerechte Forderungen stellen und ahnungslose Verkäufer, die den Bestellern das Blaue vom Himmel herunter versprechen.

Eine Eisenbahn ist kein Spielzeug und man spricht nicht umsonst von einem "rauen" Betriebsalltag, dem das Material ausgesetzt ist. Nach meiner Schätzung sind die Hälfte der immer zahlreicher werdenden Sensoren entweder zu sensibel eingestellt oder sogar vom Einsatz kontraproduktiv. Das ist die Konsequenz unserer immer stärker um sich greifenden Vollkaskomentalität, mit der die meisten Menschen glauben dumm und blind durch die Gegend laufen zu müssen.

Bisschen hart formuliert, doch es wäre an der Zeit, dass jeder wieder etwas mehr Verantwortung übernimmt. Und dann kann man die Fahrzeuge getrost wieder robuster bauen, dass sie nicht jede Schneeflocke als Störung melden.

Alles klar?
Zitat
christian schmidt
Hat das eigentlich was mit der Umstellung von Loks auf Triebzüge zu tun, d.h. Loks sind weniger wetteranfällig?
Ich glaube nicht, daß Wendezüge mechanisch weniger anfällig sind als Triebzüge.
Man müßte schon in die Zeit zurückgehen, wo die Lok am Endbahnhof umlief. Sehr hoher Aufwand.

Kommen die Kamele an die Macht, verbietet man Klimaanlagen.
dazu passt ganz gut

[www.ndr.de]

Experten und Expertinnen hatten erwartet, dass es die S-Bahn diesmal schafft. Corona-bedingt gab es rund ein Drittel weniger Fahrgäste und damit weniger Zeitverlust beim Ein- und Aussteigen und anteilig weniger Sanitätseinsätze für erkrankte Passagiere.

Als Fahrgast, und nicht Experte, war mir das aber schon klar

U-Bahn war deutlich pünktlicher
...
Zitat
Fette Beute
... Ich glaube nicht, daß Wendezüge mechanisch weniger anfällig sind als Triebzüge. ...


Das kann man so nicht sagen. Es kommt nicht auf den Typ des Zuges, sondern auf seine Sicherungssysteme an. Ein vollüberwachter Zug ist grundsätzlich anfälliger. Das fängt an bei den Türen und hört bei den Schiebetritten noch lange nicht auf. Und mit steigender Türenanzahl nehmen natürlich auch die potentiellen Fehlerquellen zu. Der IC2 als lokbespannter Triebzug ist das beste Beispiel dafür, dass die Bahn nicht Willens ist, aus Problematiken zu lernen.

Professionelle Eisenbahner – und die werden leider immer weniger – warnen schon seit vielen Jahren, dass sich der Eisenbahnbetrieb nur zu 90 bis 95 Prozent betriebssicher automatisieren lässt.
Zitat
Kirk
dazu passt ganz gut

[www.ndr.de]

Experten und Expertinnen hatten erwartet, dass es die S-Bahn diesmal schafft. Corona-bedingt gab es rund ein Drittel weniger Fahrgäste und damit weniger Zeitverlust beim Ein- und Aussteigen und anteilig weniger Sanitätseinsätze für erkrankte Passagiere.

Als Fahrgast, und nicht Experte, war mir das aber schon klar

U-Bahn war deutlich pünktlicher
...

Klingt sehr war "war stets bemüht".
Der nächste Schnee, die nächste Störung. Eingefrorene Weichen in Altona. Das S in S-Bahn steht für Sommer oder Schlecht.
Zitat
NWT47
Das S in S-Bahn steht für Sommer oder Schlecht.
Kommen die Züge mit Hitze klar? Es ist schon traurig weil zu erwarten. Den 29.01. hatte man wohl schon verdrängt bei der Bahn.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.2021 20:29 von Kirk.
Zitat
NWT47
Der nächste Schnee, die nächste Störung. Eingefrorene Weichen in Altona. Das S in S-Bahn steht für Sommer oder Schlecht.
Nicht für Störung?
Es sind wieder diverse Weichen eingefroren nach gut 4 cm Schnee.
Bereits den halben Tag Stellwerkausfall in Neugraben mit SEV Harburg Rathaus - Buxtehude. Laut beteiligten mal wieder totales Chaos.
Ich hoffe hier glaubt keiner ernsthaft, dass mit diesem S-Bahn-Betreiber die Verkehrswende gelingt.


Zitat
Neu Wulmstorf
Ich hoffe, hier glaubt keiner ernsthaft, dass mit diesem S-Bahn-Betreiber die Verkehrswende gelingt.


Ich will nicht widersprechen, doch es ist längst nicht nur der Betreiber, sondern der gesamte Saftladen, der dahinter steckt. Die kriegen nichts auf die Reihe und sind noch nicht einmal mit den wenigen Fahrgästen in der Lage, verlässlich und pünktlich zu sein.

Man lässt die Infrastruktur verrotten, weil Reparaturen und Sanierungen selbst bezahlt werden müssen und der dann notwendige Austausch bzw. die Neuanschaffungen vom Bund übernommen werden. Das ganze System Deutsche Bahn ist sowas von krank und die Hamburger S-Bahn nur ein winziger Teil des Gesamtproblems.

In dieser Phase, dazu noch hochgradig verschuldet, überhaupt auf die Idee zu kommen, solche geldverschlingenden Unsinns-Ideen wie Stuttgart 21 oder auch den neuen Diebsteich-Bahnhof bauen zu wollen, zeigt nur in letzter Konsequenz, wie insgesamt kaputt dieser Laden wirklich ist.

Ein neuer Betreiber hätte erst dann eine gute Chance, wenn eine wirkungsvolle Trennung von Netz und Betrieb durchgesetzt würde. Schließlich ging der heutige Ausfall mal wieder auf das Konto von DB Netz. Oder irre ich mich da?
Zitat
NVB
Zitat
Neu Wulmstorf
Ich hoffe, hier glaubt keiner ernsthaft, dass mit diesem S-Bahn-Betreiber die Verkehrswende gelingt.
Ich will nicht widersprechen, doch es ist längst nicht nur der Betreiber, sondern der gesamte Saftladen, der dahinter steckt.
...

Mir als Kunde ist es egal, welche Organisationseinheit der DB was verbaselt hat. Die DB gewinnt als Team oder verliert als Team.
Zitat
NVB
Zitat
Neu Wulmstorf
Ich hoffe, hier glaubt keiner ernsthaft, dass mit diesem S-Bahn-Betreiber die Verkehrswende gelingt.
Schließlich ging der heutige Ausfall mal wieder auf das Konto von DB Netz. Oder irre ich mich da?

Was ich gepostet habe war um 22 Uhr, da war die gestrige Großstörung schon einige Stunden vorbei. Es handelte sich wohl nur um die üblichen Probleme.

Wenn es doch eine Folge der Großstörung war, frage ich mich, warum Stunden später der Betrieb immer noch nicht läuft und vor allem: warum wird dann der Schienenersatzverkehr zu früh abbestellt.
Zitat
Neu Wulmstorf
Mir als Kunde ist es egal, welche Organisationseinheit der DB was verbaselt hat. Die DB gewinnt als Team oder verliert als Team.


Völlig richtig!

Doch ein anderer Betreiber ist nur ein neuer und vermutlich wesentlich besserer Betreiber, doch der Saftladen DB Netz würde ja bleiben und damit ein Großteil der Störungen auch. Deshalb führt an der grundlegenden Neustrukturierung der in vielerlei Hinsicht verkommenen Deutschen Bahn kein Weg vorbei.
Neugraben - Stade wäre wohl ganz schwierig bzw. unmöglich, aber ich sehe keinen Grund warum die Stadt Hamburg nicht der DB das Gleichstromnetz abkauft.

In anderen Ländern geht das ja auch wenn eine Regionalregierung genug hat vom gesamtstaatlichen Netzbetreiber
Zitat
christian schmidt
Neugraben - Stade wäre wohl ganz schwierig bzw. unmöglich, aber ich sehe keinen Grund warum die Stadt Hamburg nicht der DB das Gleichstromnetz abkauft.

In anderen Ländern geht das ja auch wenn eine Regionalregierung genug hat vom gesamtstaatlichen Netzbetreiber

Dazu müsste die DB erstmal verkaufen wollen.

Und selbst wenn das der Fall ist und ein Verkauf erfolgt, bliebe der Problemabschnitt Neugraben–Stade.

Viele Grüße

Roman – Der Hanseat
Mit Glück werden nach der nächsten Bundestagstagswahl der Bundesregierung nur Parteien angehören, die die Infrastruktur aus dem DB-Konzern herausholen wollen.
Ob die Infrastruktur (DB Netze) privatisieren sollte, halte ich persönlich für ein Fehler. Siehe Großbritannien.

Mfg

Sascha Behn
@Der Hanseat - als erstes muss die Stadt sagen dass sie kaufen will. Und das dann mit dem Bund ausmachen. Die DB hat da wenig zu sagen...

@Wolf Tiefenseegang/Sascha Behn - Das ist ein Missverständnis. Es geht nicht um herausholen von DB-Netz oder Privatisierung, sondern darum die Zuständigkeit für die Schieneninfrastruktur denen zu geben die auch zuständig sind für den Verkehr. Für die S-Bahn halt Hamburg (und etwas SH). Und dann sollte halt der Betrieb der Infrastruktur mit Betrieb der Züge in einer Firma vereinigt werden - genau so läuft es ja bei der Hochbahn und der AKN und jtzt auch in Cardiff. Das dürfte sicher zu weniger Beiträgen in diesem Thema führen...

PS Das ist auch EU-rechtlich kein Problem, vorgeschrieben ist nur gesonderte Bichhaltung und Zugang Dritter - der allerdings bei Metrosystemen akademisch ist da ja nur auf Bestellung gefahren wird.
PPS Die Infrastruktur wurde in Großbritannien schon 2002 wieder verstaatlicht.
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