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Außergewöhnliches im Hamburger Schnellbahnsystem, Teil 3
geschrieben von Forummaster Hamburg 
"Verehrte Fahrgäste, aufgrund technischer Probleme im Bahnhof Neugraben ist dieser Zug leider heute mit weniger Wagen unterwegs, als Sie es gewohnt sind.
Woher soll der Tf wissen was die Fahrgäste gewohnt sind?

Wir bedauern dieses Problem.
OK, das kann man sagen wenn man von einem Problem weiß.

Wenn Sie einige Minuten mehr Zeit haben,
hat kein Fahrgast

können Sie den nachfolgenden Zug nutzen, der dieser S3 im Abstand von 5 Minuten folgt. Der Lokführer hat mir mitgeteilt, dass der Zug noch ausreichend Platz bietet

Es besteht kein Kontakt zwischen den Zf, der kann also keine Info weiter geben. Und woher soll der Tf wissen das sein Zug noch Platz bietet?
Und wenn der Fahrgast heraus bekommt das der Tf gelogen hat wird es erst recht unschön.

Es sind nun mal nicht alle Fahrgäste verständige Mitbürger, es gibt immer einige wenige darunter die einfach nur einen Blitzableiter brauchen, und das ist dann eben das Personal.
Wenn das einmal am Tag vorkommt, geschenkt, wenn du aber zum fünften oder sechsten mal von einem Fahrgast angepöbelt wirst, hast du einfach kein Verständnis mehr übrig.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.2019 04:36 von STZFa.
@STZFa:
"Woher soll der Tf wissen was die Fahrgäste gewohnt sind?" Meinst Du das ernst? Wenn morgens in der Hauptverkehrszeit statt der üblichen 9 Wagen nur 6 oder 3 Wagen am Bahnsteig stehen, ist doch wohl klar, was gemeint ist, oder? Es handelt sich um Pendler. Die wissen sehr genau, dass ein Zug zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Länge hat.

"Wenn Sie einige Minuten mehr Zeit haben..." - "hat kein Fahrgast". Das weißt Du woher? Es gibt Fahrgäste, die haben durchaus fünf Minuten mehr Zeit - aber es sind eben nicht alle. So weit richtig. Aber wenn zumindest einige freiwillig den nächsten Zug nutzen, ist die Lage schon entschärft.

Ansonsten beschreibst Du in Deiner Antwort das offenbar vorhandene Informationsdefizit. Ein sehr wichtiger Punkt. An dieser Stelle muss die Deutsche Bahn dringend nacharbeiten. Selbstverständlich ist es wichtig, dass Informationen weitergegeben werden. Und selbstverständlich sollte ein Lokführer meine oben vorgeschlagene Ansage auch nur dann machen, wenn sie inhaltlich richtig ist. Wenn er lügen würde, wäre das ein Desaster und würde für noch mehr Unmut sorgen. Ein Lokführer kann allerdings mit Sicherheit abschätzen, ob ein Zug aus allen Nähten quillt oder ob vorher an jeder Haltestelle nur ein Dutzend Passagiere zugestiegen sind. Man fährt ja hoffentlich nicht blind an die Bahnsteige. Und es geht in meinem Beispiel nicht darum, jedem Passagier eine Vierersitzgruppe anzubieten - sondern darum, dass sich vor der Abfahrt die Türen noch problemlos schließen lassen.
Zitat
Arne
Ein Lokführer kann allerdings mit Sicherheit abschätzen, ob ein Zug aus allen Nähten quillt oder ob vorher an jeder Haltestelle nur ein Dutzend Passagiere zugestiegen sind. Man fährt ja hoffentlich nicht blind an die Bahnsteige. Und es geht in meinem Beispiel nicht darum, jedem Passagier eine Vierersitzgruppe anzubieten - sondern darum, dass sich vor der Abfahrt die Türen noch problemlos schließen lassen.

In Berlin/Brandenburg gab/gibt es in einigen RE-Doppelstockzügen sogar Anzeigen, welche Ebene welches Wagens zur Zeit wie stark ausgelastet ist. Im Grundsatz sind solche Daten also ermittelbar und wenn man sie ermittelt hat, sollte man sie auch umfassend in der Kommunikation einsetzen.
@Arne
Das weißt Du woher?
Meine Antworten beruhen auf meiner 10 Jährigen Berufserfahrung als Zf.
By the Way, wenn der Zug voll ist, hat er meistens auch Verspätung, da Konzentriere ich mich auf's Fahren, nicht auf Durchsagen die nur Ablenken, Sicherheit kommt zuerst, dann erst der Kundendienst.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.2019 16:15 von STZFa.
Zitat
Arne
Dieser Mann vertritt in diesem Moment das Unternehmen. Also muss er sich den berechtigten Unmut der Fahrgäste anhören. Und ein oberlehrerhaftes ‚Ich kann den Zug auch zwangsräumen,‘ erweist der Bahn einen Bärendienst. Dieser Mann hat offenbar nicht verstanden, dass es die Fahrgäste sind, die ihm sein Gehalt zahlen.

Oha, hier schlägt Wunschdenken wieder Wissen. In den Allgemeinen Beförderungsbedingungen, die für alle gelten, ist ganz klar geregelt, wohin Beschwerden, die kein Wechselgeld betreffen, zu richten sind.

Und es ist auch geregelt, was passieren kann, wenn man gegen die Allgemeinen Beförderungsbedingungen verstößt.

Bei sachlich hervorgebrachter Kritik kann ein Fahrdienstmitarbeiter sicher sein Bedauern aussprechen, anpöbeln lassen muss er sich jedoch nicht.

Außerdem erreicht man mit seiner Beschwerde nichts, wenn man sie an jemanden richtet, der keine Beschwerden bearbeitet. Oder glaubt ernsthaft jemand, die Manager hören auf die „kleinen“ Mitarbeiter?

Außerdem sollte man sich in einer zivilisierten Welt so weit im Griff haben, dass man nicht den Erstbesten an die Gurgel geht, den man kriegen kann.
Zitat
Arne
@Mathias, STZFa und bahn42: Ganz offensichtlich haben wir sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie man sich gegenüber Kunden verhält und wie nicht. Wenn es ein Unternehmen mit steigender Häufigkeit nicht schafft, den bestellten Bahnverkehr auf die Reihe zu bekommen und seine zahlenden Kunden pünktlich zur Arbeit zu bringen, muss sich das Unternehmen nicht wundern, wenn die "Beförderungsfälle" ihre Wut am Personal auslassen. Das tut mir leid für das Personal - aber die Mitarbeiter sind nun mal diejenigen, die greifbar sind - diejenigen, die in den Chefetagen (und in der Politik) die Missstände zu verantworten haben, sind leider weder persönlich noch per Mail, Brief oder Telefon greifbar. Und ich glaube, wir wissen alle, wie im Zweifelsfall mit Beschwerden umgegangen wird: Niemand fühlt sich zuständig. Der schwarze Peter wird immer fein weitergereicht, bis die Beschwerde im Sande verläuft.

In der Hoffnung, dass es nachvollziehbar ist (zumal ich auch selbst lang genug Leidtragender war, der Züge fahren lassen musste, weil sie überfüllt waren): Die Fahrgäste nutzen die S-Bahn nicht "just for fun" - und erst recht nicht deshalb, weil sie so gern S-Bahn fahren oder das Personal ärgern wollen. Sie wollen pünktlich zur Arbeit kommen. Mehr nicht! Kein Chef hat auf Dauer Verständnis dafür, wenn man permanent zu spät kommt, weil man wieder mal nicht in die Bahn gepasst hat. Natürlich quetschen sich die Leute irgendwann auf Teufel komm raus in den Zug. Weil sie nicht wissen, ob der nächste Zug - so er denn pünktlich kommt - nicht genauso voll ist.


Also in deiner Welt möchte ich echt nicht als Tf arbeiten.
Deine Aussage kann man im Prinzip auf einen Satz eindampfen: Weil die Bahn es nicht hinbekommt, ist es die (traurige) Pflicht der Mitarbeiter den Frust einzustecken. Ich hab extra für dich einen Blick in meinen Arbeitsvertrag geworfen, von beschimpfen und anpöbeln lassen steht da zum Glück nichts. Wie meine Vorschreiber schon richtig festgestellt haben, treffen immer Menschen aufeinander und es gibt im Umgang miteinander einfach ein gewisses Mindestmaß an Respekt und Höflichkeit, das es einzuhalten gilt. Wenn mir ein Fahrgast aus dem Stand blöd kommt, beleidigend wird oder dergleichen, muss ich ihm sicher nicht mehr den Hintern pudern.
Ein Kollege hatte mal eine Situation, die er wie ich finde richtig entspannt gemeistert hat: Kommt ein Fahrgast ans Seitenfenster und fängt gleich an rumzublöcken weil mal wieder irgendwas war, was das für ein ******verein wäre und das nichts läuft und überhaupt und so weiter. Der Kollege guckt ihn nur ganz ernst an und sagt in einer Atempause von den Fahrgast nur ganz ruhig und langsam: "Das tut richtig gut, mal Dampf abzulassen oder?", macht das Fenster hoch und fährt ab. Da war der Fahrgast dann zwar erst richtig auf der Palme, aber bei solchen Leuten kannst du sagen was du willst, da ist jedes Wort das falsche. Diskutieren, wenn der gegenüber schon fast Schäum vor dem Maul hat bringt einfach nichts.

Ich hab für solche Fälle immer diese "Mecker-Visitenkarten" dabei, mit der Anschrift von unserem Kundendialog. Fahrgastbeschwerden werden zumindest bei der S-Bahn sehr ernst genommen, sowohl die positiven, als auch die negativen und wenn es sich zurückverfolgen lässt wird es auch an den entsprechenden Mitarbeiter weitergeleitet. Ich hatte bisher ausschließlich positive Kundeneingaben.

Und zu deiner Idee mit den Ansagen:
Du solltest mal sehen, wie wenig solche Durchsagen bewirken. ^^

Dazu mal ein Symbolfoto:
[s1.neon.de]

Ich hatte mal eine S1, bei der der 1. Wagen verschlossen war. Ich habe an fast jeder Station gut verständlich durchgesagt, dass man in alle Wagen einsteigen und sich verteilen soll und ich in Ohlsdorf auf sämtliche Umsteiger warten werde. Aus +1 in Blankenese wurden bis Ohlsdorf +10, weil es Original niemanden gejuckt hat und sich alle Fahrgäste zum Flughafen auf Gedeih und Verderb in den 2. und 3. Wagen gequetscht haben. Die Moral von der Geschichte für mich: Das spar ich mir in Zukunft, denn es bringt nachweislich nichts.

Und während der Fahrt hat man in der Tat anderes zu tun, als die ganze Zeit den Leuten einen vom Pferd zu erzählen. Das mach ich höchstens bei Bauarbeiten oder Störungen, wo wirklich wichtige Infos für die Fahrgäste rübergebracht werden müssen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.2019 17:01 von HOCHBAHN-Fan.
Hallo,

als leidgeprüfter Harburg-Pendler kann ich nur wieder unterstreichen, dass Durchsagen den Aufwand nicht wert sind. Eigentlich alle steigen in den ersten Zug nach einer Sperrung, egal was durchgesagt oder angezeigt wird. Auch quetschen sich morgens alle Hbf in die eh schon verspätete S3, um Hammerbrook wieder auszusteigen. In die in Sichtabstand kommende S31 steigt natürlich kaum einer. Resultat: Die S3 verspätet sich weiter und die S31 verspätet sich nun auch, dafür haben die "Hammerbrooker" aber genau 0 Minuten gewonnen, da alles verzögert ist.

Ansagen und Anzeigen mögen ein paar von uns "Profis" hier sinnvoll sein, obwohl der "Profi" auch andere Wege kennt, um an seine Informationen zu kommen. Den normalen Fahrgast, dem das eigentlich wirklich nützt, interessiert es weitestgehend nicht. Zumindest bei weitem nicht so, wie hier so heilig gepriesen wird. Und wer seine kostenlose App namens Verstand nicht nutzen mag, dem kann kein Unternehmen der Welt helfen.

Und ja, Kundenorientierung bedeutet nicht, sich beleidigen lassen zu müssen. Das ist in jedem Fall verkehrt von dem "Kunden". Die Idee des Kadaver-Kundendienst-Gehorsams ist eine typisch deutsche. In anderen Ländern - vermeintlichen Service-Paradiese - käme bei solchem Gepöbel schon die Polizei.

Grüße
Boris
Also wenn wir schon Anekdoten austauschen, dann hier eine von mir.

Hafengeburtstag vor ein paar Jahren, ich hatte einen Sonderzug von Berliner Tor eingesetzt. Auftrag lautete "leer bis Baumwall, dann mit FG weiter im Ring.
Hst Baumwall stand ein Zug am Bahnsteig, ich stand mit meinen leeren 6 Wagen am Bahnsteiganfang, so 5 Meter hinter dem anderen Zug (war damals noch erlaubt) und die FG versuchten immer noch sich in diesen Zug zu quetschen.
Zitat
STZFa
Hst Baumwall stand ein Zug am Bahnsteig, ich stand mit meinen leeren 6 Wagen am Bahnsteiganfang, so 5 Meter hinter dem anderen Zug (war damals noch erlaubt) und die FG versuchten immer noch sich in diesen Zug zu quetschen.
Ich als unbedarfter und ggf. etwas angeschickerter "FG" hätte den folgenden Zug gar nicht gesehen. Und wenn doch, und wenn ich gesehen hätte, dass der leer ist, hätte ich befürchtet, dass der einfach leer durchfährt, weil er anderswo eingesetzt oder einfach ausgesetzt werden soll. Man muss jedenfalls als "FG" nicht völlig bekloppt sein, um die Planungen bei U- und S-Bahn nicht oder falsch zu verstehen.


Gruß, Matthias
Guter Einwand, so habe ich das noch gar nicht gesehen.
Lustig war's trotzdem, sich die Auswirkungen des Herdentriebs in natura anzusehen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.2019 22:23 von STZFa.
Zitat
Arne
Alles in allem gilt eben: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.

Arne, aber genau so hat es der Fahrer doch gemacht, wie die Fahrgäste in den Zug hereinrufen (bzw. herreindrängen), so schallte es von ihm (via Mikro) heraus ;-)

Aber mal ernsthaft, du sagst die Mitarbeiter sind greifbar währen die Chefetage es nicht ist. Für mich zeigt dein Bespiel dass es dir gar nicht um Verbesserungen geht, denn ich denke auch du weist sehr gut dass das Beschimpfen von Mitarbeitern auf jeden Fall noch weniger Effekt hat als sich an die zuständigen (Beschwerde-)Stellen zu wenden. Den allermeisten Leuten die Zug-/Busfahrer direkt beschimpfen geht es doch darum, dass das Gefühl die Beschimpfung trifft jemanden anderen auf die Laune, einem selbst dabei hilft die eigene Frustration abzubauen. Die Wut wird, wie ein Schwarzer Peter, fein weitergereicht. Und in der Praxis scheint dass ja auch zu funktionieren, viele Leute fühlen sich besser wenn sie jemanden anderen beschimpft haben - was allerdings noch lange nicht bedeutet dass sich irgend jemand sowas gefallen lassen muss, oder dass so ein Benehmen entschuldbar ist.

Ich habe so einige entsprechende Kurse und Seminare gemacht und auch organisiert (auch für Busfahrer - 'Nie mehr Ärger mit dem Fahrgast'), und Deeskalation ist sicher ein wichtiger Punkt. Aber das 'Gefühl' der Fahrgäste eher nicht. Ganz im Gegenteil, ich habe eher das Gefühl wenn Fahrgäste im Zusammenhang von Verspätungen oder ähnlich von ihren 'Gefühlen' reden dass das ein ziemlich sicheres Anzeichen ist dass die Diskussion nicht mehr sachlich ist.

Um es klar zu machen, wenn die Ansage so war wie hier beschrieben, dann würde ich sagen, das kann man auch besser machen. Aber es auch nicht grundsätzlich falsch, ich sehe da kein entschuldigungswürdiges oder sanktionswürdiges Fehlverhalten.

PS Im übrigen ist auch so dass dieselbe Ansage im Zug nach jeder Haltestelle auch viele Fahrgäste nerven würde.

PPS Ich finde auch dass die Kundenfreundlichkeit in England besser ist, die ganzen Please, Thank You und Sorry sind schon nett - ich finde auch dass die Fahrgäste weniger aggressiv sind, was auch nett ist. Aber dass die Eisenbahnen dort irgendwie besser informieren halte ich für eine Fabel...
@christian schmidt: Wir erleben hier doch gerade ein Henne-Ei-Problem. Wie entsteht Frustration bei Fahrgästen? Sie entsteht nicht durch einzelne Probleme verteilt auf mehrere Jahre. Sie entsteht durch eine permanente Minderleistung, durch laufende Ausfälle, Überfüllung und Verspätung. Dass bei vielen Deutschen die Aggressionsschwelle eher niedrig angesiedelt ist, ist kein Geheimnis und kann jeder im Alltag beobachten. Dadurch schaukeln sich nicht erbrachte Leistung gepaart mit ‚Ihr seid die blöden Fahrgäste, die sich egoistisch verhalten‘-Ansagen natürlich auf zu einem noch aggressiveren Verhalten der Fahrgäste. Wenn ich dich recht verstehe, sollte man die Fahrgäste also am besten nur noch unter Valium-Einsatz befördern, damit das Fahrpersonal seine Ruhe hat. Zum Punkt ‚Bessere Ansagen in England halte ich für eine Fabel‘: hast du da praktische Erfahrung gesammelt? Ich bin in den vergangenen 6 Jahren unzählige Male in England Bahn gefahren - und es gab durchaus hin und wieder technische Probleme und dadurch auch Verspätungen. Es wurde allerdins ausnahmslos sehr gut informiert. Kein Vergleich mit fast sämtlichen Informationen, die ich bislang in Deutschland in den Bahnen oder am Bahnsteig bekommen habe. Es ist also keine ‚Fabel‘, wie Du es nennst.
Auffällig in dieser ganzen Diskussion ist aber: keiner derjenigen, die hier aktiv am Bahnbetrieb beteiligt sind, ist auch nur ansatzweise bereit einzugestehen, dass auch seitens der Bahnmitarbeiter in Deutschland Fehler gemacht werden. Der Tenor ist sehr eindeutig: „wir machen alles richtig. Es sind immer die ‚blöden Fahrgäste‘, die uns nerven und sich sowieso falsch verhalten.“ Wenn ich oben schon lese, dass da jemand (‚extra für mich’) in seinen Arbeitsvertrag geguckt haben will, um zu überprüfen, ob er sich von den Passagieren beleidigen lassen muss und noch dazu schreibt, dass er in meiner Welt nicht als Tf arbeiten möchte, dann ist das genau die Attitüde, die mit Sicherheit nicht zur Deeskalation beiträgt. Und genau das ist es auch, was draußen ankommt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.01.2019 06:17 von Arne.
Zitat
Arne
Wie entsteht Frustration bei Fahrgästen? Sie entsteht nicht durch einzelne Probleme verteilt auf mehrere Jahre. Sie entsteht durch eine permanente Minderleistung, durch laufende Ausfälle, Überfüllung und Verspätung.
Tja, da must du dich an die Entscheidungsträger wenden. Gerade in Hamburg kann man echt nicht bahupten das Wahlen keinen Einfluss auf die Verkehrspolitik haben...

Zitat
Arne
Dass bei vielen Deutschen die Aggressionsschwelle eher niedrig angesiedelt ist, ist kein Geheimnis und kann jeder im Alltag beobachten. Dadurch schaukeln sich nicht erbrachte Leistung gepaart mit ‚Ihr seid die blöden Fahrgäste, die sich egoistisch verhalten‘-Ansagen natürlich auf zu einem noch aggressiveren Verhalten der Fahrgäste. Wenn ich dich recht verstehe, sollte man die Fahrgäste also am besten nur noch unter Valium-Einsatz befördern, damit das Fahrpersonal seine Ruhe hat.
Meiner Meinung nach ist das erstens Kleinkinderargumentation und zweitens ein Strohmannargument. Erstens kann man bei Erwachsenen sehr wohl erwarten dass sie nicht so einfach aus Frustration gegenüber dem den Fahrpersonal schlecht benehmen - und zwar immer. Und zweitens halte ich weder "... beschweren sie sich bei der deutschen Bahn, ich bin hier nur der Lokführer..." noch "schön, dass sie so egoistisch sind, ich kann den Zug auch gleich wegen Überfüllung zwangsräumen lassen" für aggressiv. Das eine ist geradezu deeskalieren wie von dir gefordert, das andere zwar flapsig aber faktisch schon korrekt, denn es geht ja doch gerade und echtes Fehlverhalten von einigen Fahrgästen.

Zitat
Arne
Zum Punkt ‚Bessere Ansagen in England halte ich für eine Fabel‘: hast du da praktische Erfahrung gesammelt? Ich bin in den vergangenen 6 Jahren unzählige Male in England Bahn gefahren - und es gab durchaus hin und wieder technische Probleme und dadurch auch Verspätungen. Es wurde allerdins ausnahmslos sehr gut informiert. Kein Vergleich mit fast sämtlichen Informationen, die ich bislang in Deutschland in den Bahnen oder am Bahnsteig bekommen habe. Es ist also keine ‚Fabel‘, wie Du es nennst.
OT, praktische Erfahrungen - ja, mitlerweile wohl ein paar tausend Fahrten mit britischen Bahnen. Und zur Qualität, ich finde ja auch dass was da kommt durchschnittlich netter ist, aber besser??? Transport Focus, der offizielle Fahrgastverband ist jedenfalls nicht beeindruckt.

Zitat
Arne
Auffällig in dieser ganzen Diskussion ist aber: keiner derjenigen, die hier aktiv am Bahnbetrieb beteiligt sind, ist auch nur ansatzweise bereit einzugestehen, dass auch seitens der Bahnmitarbeiter in Deutschland Fehler gemacht werden.
Das stimmt so nicht. Nur mal drei Beispiele aus den letzten Seiten: "Guter Einwand, so habe ich das noch gar nicht gesehen", "Tonfall und der Wortwahl - die so tatsächlich nicht in Ordnung wären", "Kollege ... [beschreibt Fehlverhalten]. Ich hab für solche Fälle immer diese "Mecker-Visitenkarten" dabei, mit der Anschrift von unserem Kundendialog."
Höre gerade, dass die S-Bahn stadtauswärts nicht in Billwerder halten kann, wegen Schäden am Bahnsteig.

Was ist denn da los?
Zitat
christian schmidt
Gerade in Hamburg kann man echt nicht bahupten das Wahlen keinen Einfluss auf die Verkehrspolitik haben...

Je nach Wahlergebnis hat es bisher immer unterschiedliche Arten von schlechter Verkehrspolitik gegeben.

Die Frage ist doch: Was muss man wählen, damit es endlich mal gute Verkehrspolitik gibt?
Zitat
KHH
Zitat
christian schmidt
Gerade in Hamburg kann man echt nicht bahupten das Wahlen keinen Einfluss auf die Verkehrspolitik haben...

Je nach Wahlergebnis hat es bisher immer unterschiedliche Arten von schlechter Verkehrspolitik gegeben.

Die Frage ist doch: Was muss man wählen, damit es endlich mal gute Verkehrspolitik gibt?

Das kommt darauf an, was jeder für sich als gute Verkehrspolitik definiert. Ein Autofahrer hat da sicherlich andere Ansichten als ein Radfahrer.

Gleichzeitig ist Verkehr zwar wichtig, aber nicht so wichtig, dass man (allein) davon seine Wahlentscheidung abhängig machen sollte...

________________________
Mit freundlichen Grüßen

Roman Berlin | Der Hanseat
Weiß jemand hier, wann das mit den Langzügen auf der S3 losgehen soll? Ich hatte gedacht, dass ab Mitte Dezember jede S3 von 6:29 Uhr bis 8:09 Uhr lang ab Neugraben fahren soll, aber das ist nicht der Fall.
Scheint gerade Fahrzeugmangel zu geben. Auf der S31 sind heute minimum 3 VZ 472er unterwegs, was schon sehr viel ist.
Allerdings sind schon mehr LZ auf der S3 unterwegs als vorher.
Zitat
NWT47
Scheint gerade Fahrzeugmangel zu geben. Auf der S31 sind heute minimum 3 VZ 472er unterwegs, was schon sehr viel ist.
Allerdings sind schon mehr LZ auf der S3 unterwegs als vorher.

Ist kein Fahrzeugmangel. Die S21 wir jetzt überwiegend mit 490 betrieben. Daher sind jetzt 472er frei, die wiederum auf der S31 474er freisetzen um auf der S3 Langzüge einsetzen zu können.
Zitat
KHH
Zitat
christian schmidt
Gerade in Hamburg kann man echt nicht bahupten das Wahlen keinen Einfluss auf die Verkehrspolitik haben...

Je nach Wahlergebnis hat es bisher immer unterschiedliche Arten von schlechter Verkehrspolitik gegeben.

Die Frage ist doch: Was muss man wählen, damit es endlich mal gute Verkehrspolitik gibt?

Wunderbar - that made my day :-)
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