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U5 Alexanderplatz - Brandenburger Tor (Bauzeitraum ab 10/2014)
geschrieben von manuelberlin 
Bei U.d.Linden finde ich es aber negativ das der Übergang zur U5 nicht mittig angeordnet wurde sondern vorne bzw. hinten (ja nach Richtung).
Ich nehme mal an, es hat statische Gründe, warum die Pfeiler so massiv ausgefallen sind. Ich hatte auch an der Idee mit den beiden Himmel gezweifelt, weil nämlich der Schinkel vor allem darin bestand/besteht, dass der Himmel sehr hoch ist. Was hier nicht gegeben ist. Außerdem ist es wohl auch nicht das selbe blau, zu dunkel. Und drittens fehlt die Königin der Nacht. Denn da sind bekanntlich alle U-Bahnhöfe geschlossen. ;-)

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Ich werde leider erst am Sonntag die Gelegenheit haben, mir den neuen Bahnhof anzuschauen. Aber wenn man für eine Rede, die im U-Bahnhof selbst stattfindet, eine Tafel mit einem Bild dieses Bahnhofs als socialmediatauglichen Hintergrund für die Redner/innen erstellen muss, statt einfach nur den echten Bahnhof, in dem man sich befindet, als Hintergrund zu nutzen, scheint mir das kein gutes Zeichen. :)

Und #museumsinsel gibt es bei Twitter auch einige Fotos und Videos, z.B. diese Begehung des Bahnhofs (die eigentliche Begehung beginnt bei Minute 6:00).



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.2021 17:56 von def.
Zitat
micha774
Bei U.d.Linden finde ich es aber negativ das der Übergang zur U5 nicht mittig angeordnet wurde sondern vorne bzw. hinten (ja nach Richtung).

Vermutlich, um überhaupt noch einen relevanten Abstand zur nächsten Station (Friedrichstraße) zu haben...

~ Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt ~
Hallo,

im YouTube-Kanal der BVG Projekt GmbH ist vor acht Stunden ein 23'41" langes Video mit dem Titel "Die neue U5: Der spektakuläre Bau des U-Bahnhofes Museumsinsel" veröffentlicht worden.

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
Philipp Borchert
Und die Zugänge selbst (also die Gänge, nicht die Öffnungen zur Straße hin) wirken sehr lieblos. Ich finde übrigens, dass diese ruhig ein paar Werbetafeln verkraften können. [...] Obwohl: Der eigentliche Knaller bleibt der U5-Bahnhof am Alexanderplatz. Der hat nämlich was ganz besonderes: Farbe!

+1

Nachdem ich mir einen Teil des von mir verlinkten Videos angeschaut habe, kommen mir gerade die Zugangstunnel doch ziemlich langweilig vor. Eigentlich wäre es nett gewesen, hier einen Kontrapunkt zur historisierenden Oberflächengestaltung zu setzen, vielleicht in Form moderner (und vor allem farbenfroher) Kunst (vielleicht noch besser als Werbung).

Böse gesagt: ich kann mich das Eindrucks nicht erwehren, dass Max Dudler seine Schießschartenarchitektur (zu sehen z.B. am Grimm-Zentrum) einfach per Copy+Paste auf die Tunnel übertragen hat.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.2021 19:10 von def.
In einer Liveschalte des rbb war eben die Rede von "150 Euro Baukosten". Das nenn ich mal Schnäppchen :-)
Zitat
micha774
In einer Liveschalte des rbb war eben die Rede von "150 Euro Baukosten". Das nenn ich mal Schnäppchen :-)

Na dann ran an den U-Bahn-Ausbau, iss ja billiger als Straßenbahnstrecken zu bauen....
Zitat
Philipp Borchert
Von allen neuen Stationen des U5-Projekts rangiert der U-Bahnhof Museumsinsel bei mir erst auf Platz 4. Am besten gefällt mir Unter den Linden (unten, aber auch der obere Bereich ist dank völliger Stützenfreiheit trotz seiner dort ebenfalls sehr niedrigen Höhe angenehm), dann kommt Rotes Rathaus, dann Hauptbahnhof, dann Museumsinsel. Bundestag finde ich am wenigsten schön, auch wenn die Idee an sich (mit der Galerie) gut ist. Obwohl: Der eigentliche Knaller bleibt der U5-Bahnhof am Alexanderplatz. Der hat nämlich was ganz besonderes: Farbe!

Brandenburger Tor nur auf 5?
Zitat
Heidekraut
Ich nehme mal an, es hat statische Gründe, warum die Pfeiler so massiv ausgefallen sind.

Nein, nicht wirklich, die Gründe liegen rein in der Architektur. Die Pfeiler sind durch Beleuchtung, Luft und Verkleidung ungefähr doppelt so dick wie der statisch relevante Teil, siehe:
https://www.baustellen-doku.info/berlin_erweiterung_u5/20200210/

Im Vergleich erkennt man dann auch, dass mit den unverkleideten Pfeilern ein viel offenerer Raumeindruck bestand und insbesondere der Blick längs des Mittelganges bis zu den eigentlichen Bahnsteigräumen reichte. Jetzt im Endausbau schaut man nur noch gegen einen Wald von Pfeilern.

Das zum Negativen, ansonsten aus meiner Sicht ein schöner Bahnhof. Auch wenn die Nummer mit dem Sternenhimmel medial extrem überhöht wird. Alle Zugangsbereiche sind sehr schlicht und zurückhaltend, da wollte der Architekt wohl von seinen Sternen nicht ablenken. Und was mir (negativ) aufgefallen ist: In den Zugangsbereichen gibt es ungewöhnlich wenig Wegeleitsystem.

Viele Grüße
André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.2021 19:36 von andre_de.
Also dass hier Werbung als Gestaltungsmittel gefordert wird, ist schon interessant. Offenbar haben wir uns so sehr an die mediale Befeuerung gewöhnt, dass uns ein komplett werbefreier Bahnhof inzwischen als lieblos vorkommt.

Die Klarheit der Gestaltung von der Bahnsteighalle bis zur ersten Zugangsstufe finde ich gerade herausragend, denn die Abwesenheit von ablenkenden Elementen lassen die Architektur erst so richtig wirken. Ich glaube, dass man sich Zeit lassen muss.

Mein erster Eindruck als ich die westliche Treppe betrat, war auch eher ernüchternd, da der Bereich im Wesentlichen aus drei Elementen besteht: Granit an Wand und Boden, senkrechte Leuchtbänder in Reihe und weiße Decke. Erst im zweiten Moment fiel auf, dass die typischen Elemente fehlten, die man sonst so aus U-Bahnanlagen her kennt: Läden, Leuchtwerbung, Werbetafeln, tote Ecken und verwinkelte Gänge, die sich durch zugerümpelte Zungangsbereiche erst sehr spät erschließen. Stattdessen Klarheit. Der westliche Zugangsbereich ist v-förmig angelegt und Wegweiser, Mülleimer und Überwachungskameras treten sehr zurück. An der Abzweigung vom Verbindungsgang zum Bahnsteig runter, musste ich kurz überlegen wo es zur U-Bahn geht. Doch da man wegen der Abwesenheit der Ablenkung nur drei Gänge sieht, von denen nur einer eine Treppe nach unten aufweist, wusste ich instinktiv wo ich weiter muss. Das Erlebnis der unbewussten Orientierung spürte ich in einem U-Bahnhof so zum ersten Mal. Ehrlicherweise muss man dazu sagen, dass die an der Stelle hängenden Wegweiser so zurückhaltend sind dass sie fast übersehen werden. Kann man kritisieren, oder man vertraut seiner Intuition. Die Architektur gibt hier einem zum Glück sehr wenig Möglichkeiten für Fehlentscheidung. So zumindest war mein Eindruck. Gleichzeitig zieht sich die Granit- und Leuchtstreifengestaltung bis zur Bahnsteigebene runter und stellt so das verbindende Element zwischen dem "Zwischenraum" und Unten dar.

Die Treppe runter auf der Bahnsteigebene angekommen, fielen zuerst die beiden massiven Säulenreihen auf, gepaart mit den beiden außen liegenden Sternengewölbe. Die Tunneltrompeten sind beiderseits als großzügige Räume gestaltet, die dem Betrachter die Dreiteilung der Bahnsteigebene bereits beim Zutritt klarmachen. Dadurch bekommt man eine Art Zonierung der Bahnsteigebene vermittelt. Mittig Aufenthaltsbereich, und jeweils Außen der "Bewegungsbereich". Man läuft instinktiv in Richtung der Bahnsteige, weil das irre tiefe Blau einem magisch anzieht. Und dann wieder der irreführende erste Eindruck: Huch, die Lichtpunkte (keine LEDs, sondern Lichtwellenleiter!) schimmern unterschiedlich stark. Gar nicht so perfekt, wie man es erwarten würde. Erst später fragte ich mich: Ja, warum denn nicht? Der echte Sternenhimmel leuchtet doch auch unregelmäßig. Einige Meter weiter und beim zweiten Blick erschießt sich die Regelmäßigkeit der Lichtpunkte. Die Abstände untereinander sind alle gleich gewählt, aber so angeordnet, dass die Regelmäßigkeit nur entweder aus einem exakten Blick entlang der Bahnsteigkante oder im 45-Grad-Winkel auffällt. Unschön? Nun der echte Schinkel'sche Sternenhimmel hatte auch ein regelmäßig Punktraster. Allerdings ist die Interpretation insofern interessanter, da man die Punkte durch die eigene Körperbewegung und die Dreidimensionalität "wandern" lassen kann, was man beim Original so bestimmt nicht konnte.

Was die im Zeitungsartikel kritisierten Leuchtstrahler zwischen den Sternen-"LEDs" angeht, hat der Autor durchaus recht. Möchte man sich den Sternenhimmel von unten senkrecht nach oben anschauen, wird man von den Dingern ziemlich fies geblendet. Das ist schade, aber auch nachvollziehbar, weil die Beleuchtung der Bahnsteigkante eine Mindest-Lumenzahl erreichen muss um sie klar erkennbar werden zu lassen. Je dunkler der Boden desto heller. Als Kompromiss verständlich. Aber! Die Leuchtstrahler haben einen anderen coolen Effekt. Nämlich wenn die U-Bahnen einfahren beleuchten sie die Seitenwände der Züge und lassen das Sonnengelb der U-Bahnzüge so richtig zur Geltung kommen. Offenbar hat der Architekt das tiefe Blau so gut getroffen, dass die Komplementärfarbe die Züge so richtig neonknallig strahlen lässt. Beim H-Zug mehr als beim F-Zug. Ein irrer Effekt! Den hätte ich mir auch für den Mittelgang gewünscht, doch dort gibt es nur eine weiße Decke. So wie in den Zugangsbereichen, womit sich der Kreis wieder schließt =)

Ich weiß nicht, wie die Eindrücke gewesen wären, wenn ich stattdessen mit der U-Bahn angereist wäre. Vermutlich wäre die Klimax nach draußen an die Oberfläche eher abfallend gewesen. Was auf jeden Fall hängen geblieben ist, ist dass der Bahnhof eine Geschichte erzählt. Auch oder gerade ohne Werbung, Brezeldüften und Hektik. Und das finde ich toll!

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Zitat
Florian Schulz
[...]

Die Klarheit der Gestaltung von der Bahnsteighalle bis zur ersten Zugangsstufe finde ich gerade herausragend, denn die Abwesenheit von ablenkenden Elementen lassen die Architektur erst so richtig wirken. Ich glaube, dass man sich Zeit lassen muss.

Mein erster Eindruck [...].

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung deines ersten Eindruckes, Florian! :)
Die "Abendschau" hat ein gutes Drittel ihrer Sendezeit dem U-Bahnhof Museumsinsel gewidmet - und beweist mal wieder ihre ÖPNV-Kompetenz. Laut Anmoderation kommt man dank U-Bahnhof Museumsinsel in weniger als 10 min vom Alex ins Regierungsviertel. Später wird noch gesagt, dass die Züge alle 10 min fahren, witzigerweise während man eine Anzeige einblendet, die die nächsten Züge in 3 und 7 min ankündigt.
Was bei Florians Fotos auffällt: Sie wirken auf mich "unecht", sehen genauso aus, wie die Simulation. Wären da nicht zufällig echte Menschen im Bild... ;)

Bin sehr gespannt, wie mein erster Eindruck sein wird.

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Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Cornelius
Zitat
Florian Schulz
[...]

Die Klarheit der Gestaltung von der Bahnsteighalle bis zur ersten Zugangsstufe finde ich gerade herausragend, denn die Abwesenheit von ablenkenden Elementen lassen die Architektur erst so richtig wirken. Ich glaube, dass man sich Zeit lassen muss.

Mein erster Eindruck [...].

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung deines ersten Eindruckes, Florian! :)

Der Einschätzung und der Würdigung derselben schließe ich mich sehr gern an.

Zitat
def
Nachdem ich mir einen Teil des von mir verlinkten Videos angeschaut habe, kommen mir gerade die Zugangstunnel doch ziemlich langweilig vor. Eigentlich wäre es nett gewesen, hier einen Kontrapunkt zur historisierenden Oberflächengestaltung zu setzen, vielleicht in Form moderner (und vor allem farbenfroher) Kunst (vielleicht noch besser als Werbung).

Die Nummer mit der modernen, farbenfrohen Kunst wird hier am touristischen Hotspot der deutschen Hauptstadt nicht laufen. Dank lückenloser Videografie werden die Ergebnisse solcher Attacken hoffentlich schon bereingt, bevor die Farbe trocken ist.

Zitat
micha774
Bei U.d.Linden finde ich es aber negativ das der Übergang zur U5 nicht mittig angeordnet wurde sondern vorne bzw. hinten (ja nach Richtung).

Das hatte mehrere Gründe. Bei der Änderung zur ursprünglichen Planfeststellung von 1999 wurde der U6-Bahnsteig noch ein ganzes Stück nach Süden verschoben, weil der Senat die nördliche Fahrbahn der Straße Unter den Linden in der Bauzeit durchgängig für den Fußgänger-, Fahrrad- und Busverkehr offen halten wollte. Sonst hätte die U6 in zwei Phasen neu gebaut werden müssen, was die mehr als einjähige Zeit der Vollsperrung zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Französische Straße fast verdoppelt hätte. Die Baugrube noch weiter nördlich hätte absehbar zu längeren Prozessen mit der Dussmann-Zentrale geführt, was die Planfeststellung nochmals deutlich verlängert hätte.

Zitat
Heidekraut
Ich nehme mal an, es hat statische Gründe, warum die Pfeiler so massiv ausgefallen sind. ...
Und drittens fehlt die Königin der Nacht. Denn da sind bekanntlich alle U-Bahnhöfe geschlossen. ;-)

Die Säulen im Bahnsteigbereich sind, wie André schon anmerkte, tatsächlich erheblich massiver granitverkleidet worden als statisch notwendig. Bei der nächsten Grundinstandsetzung in 50 Jahren hat man hier etwas Spielraum für neue Ideen, falls der künftige Denkmalschutz das nicht frühzeitig vereitelt. ;-) Immerhin wird Prof. Dudler dann nicht mehr wie sein Kollege Prof. Gerkan beim Hauptbahnhof Urheberrechtsschutz einklagen können.

Und die Königen der Nacht darf heute und morgen beim durchgehenden Nachtverkehr gern besucht werden ...

Richtig geil wäre unaufdringliche klassische Musik (gern von Mozart) im Mittelstollen des Bahnsteigs.

so long

Mario



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.2021 23:14 von der weiße bim.
Ich finde auch, dass der Bahnhof Museumsinsel ziemlich schön aussieht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.2021 23:55 von Henning.
@all
Danke :-D

Zitat
Jay
Was bei Florians Fotos auffällt: Sie wirken auf mich "unecht", sehen genauso aus, wie die Simulation. Wären da nicht zufällig echte Menschen im Bild... ;)

Dann gibt es hier noch ein paar weitere unechte Bilder. Fotografiert per Smartphone. #nofilter #justsharpened

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Teil 2

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Zitat
Florian Schulz
Teil 2

Also das erste Foto mit der Säulenreihe hat schon was, finde ich.
Und egal, wie sehr einem der Bahnhof subjektiv gefällt - Einen ähnlichen Bahnsteig habe ich weltweit noch nirgendwo gesehen. Muss ja auch nicht immer alles hell und freundlich daherkommen (nicht ironisch gemeint!).
Die vom RBB haben mal eben das Angebot halbiert...

~ Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt ~
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