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Ausbau Fernbahn Köpenick–Erkner
geschrieben von andre_de 
Hallo,

zur Problematik der Treppen-Verschmälerung am S-Bahnhof Wilhelmshagen habe ich am 26.03.2020 folgende Anfrage an DB und EBA gestellt:

Zitat

Sehr geehrte Frau […], sehr geehrte Verantwortliche beim EBA,

in der heute veröffentlichte Antwort auf eine parlamentarische Anfrage legt die Deutsche Bahn dar, dass die Treppe am Hauptzugang des S-Bahnhofs Wilhelmshagen von ehemals rund 3 Metern Breite auf nur noch 1,90 Meter Breite reduziert wird:
[pardok.parlament-berlin.de]
Ein Foto des Ursprungszustands habe ich angefügt, dies zeigt, dass dieser keineswegs überdimensioniert oder unnötig „großzügig“ war.

Eine gerade mal 1,90m breite Treppe ist wohl kaum ein angemessener Hauptzugang zu einem S-Bahnhof! Besonders fatal daran, dass das, was nun in Beton gegossen wird, die nächsten 100 Jahre so bleiben wird. Themen wie die Verkehrswende und das von der Bahn selbstgesteckte Ziel, die Reisendenzahl zu verdoppeln, wird ganz offenbar konzernintern in gewohnter Behörden-Manier (Vorschriften, Berechnungen, Genehmigungen) komplett torpediert.

Ich finde es grundsätzlich fragwürdig, dass bei einem reinen Ersatzneubau solche Berechnungsvorschriften überhaupt angewendet werden, und eine daraus resultierende derartige Reduzierung von Infrastruktur dann auch noch seitens EBA genehmigt wird. Das gleiche ist ja am Bahnhof Karlshorst (östlicher Abgang) passiert, wo ohne Not und bei nur minimaler Einsparung von Material und Geld die neue Treppe viel schmaler gebaut wird als die alte. Und das, wo gerade am Ostausgang riesige Wohngebiete entstehen.

@Frau […]: Bitte lassen Sie mir hierzu eine Stellungnahme zukommen, die sinnvollerweise über ein „ist so Vorschrift und genehmigt, bauen wir deshalb so“ hinausgeht. Auch bitte ich Sie, mit den zugehörigen Lageplan des Fußgängertunnels im Zielzustand zukommen zu lassen.

@EBA: Auch Sie bitte ich um eine Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen
[…]


Hier die Antwort des EBA vom 07.04.2020:

Zitat

Sehr geehrter Herr […],

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage an das Eisenbahn-Bundesamt als Planfeststellungsbehörde für die Eisenbahnen des Bundes. Zu Ihrer Anfrage kann ich Ihnen Folgendes mitteilen.

Die mit 1,9 m geplante Breite der südlichen Treppe der Personenunterführung des S-Bahn-Haltepunktes Berlin-Wilhelmshagen ist bei Anwendung der Bemessungsvorschriften der DB-Richtlinie 813 (allgemein anerkannte Regel der Technik) zur qualitätsgerechten Abwicklung des für das Jahr 2025 prognostizierten Fahrgastverkehrs ausreichend.

Die geplante Nachrüstung eines Aufzuges als Ergänzung des Treppenzugangs zur Herstellung der Barrierefreiheit der Verkehrsstation stellt eine wesentliche Qualitätsverbesserung dar. Die Nachrüstung eines Aufzuges unter Beibehaltung einer größeren Treppenbreite als 1,9 m wäre nur mit erheblichem Mehraufwand und Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz der Verkehrsstation realisierbar und kam daher bei der Planfeststellung nicht näher in Betracht.



Mit freundlichen Grüßen
[…]


Und hier die Antwort der DB vom 08.04.2020:

Zitat

Sehr geehrter […],

als zuständige Projektleiterin möchte ich Ihnen auf Ihre Mail zum S-Bahnhof Berlin-Wilhelmshagen direkt antworten.

Bei der Bemessung und Berechnung von neuen Anlagen sind die gültigen Vorschriften der DB – insbesondere die Richtlinie 813 - zu betrachten. Da es sich an dieser Stelle um einen Neubau der Treppenanlagen handelt, spielt der heutige vorhandene Zustand keine Rolle. Bei der Ermittlung z.B. von erforderlichen Treppenbreiten sind sowohl die prognostizierten Reisendenzahlen als auch die Anforderungen an die Fluchtwege, die sich aus dem Brandschutzkonzept zur Entfluchtung des Bahnhofs im Brandfall ergeben, zu berücksichtigen.

Die mit 1,90 m geplante Treppe erfüllt diese Forderungen in vollem Umfang und hat noch eine Reserve von ca. 20% gegenüber der rechnerisch ermittelten erforderlichen Breite. Die Planung entspricht damit dem Regelwerk und auch nur das wird vom Bund finanziert. Die Errichtung von zwei Aufzügen zur Herstellung der Barrierefreiheit in Kombination mit der festen Treppe stellt eine wesentliche Qualitätsverbesserung für den Bahnhof Berlin-Wilhelmshagen dar. Eine Nachrüstung mit Aufzügen unter Beibehaltung der vorhandenen Treppenbreite wäre nur mit einem erheblichen baulichen Mehraufwand und einem weiteren Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz der Verkehrsstation möglich gewesen.

Im Übrigen gab es zur Planung und insbesondere zur Breite der Treppe im Planfeststellungsverfahren keine Hinweise und Einwände.

Mit freundlichen Grüßen
[…]

Auf die Kernfrage (geplante Verdoppelung der Reisendenzahlen wegen Verkehrswende) sind beide nicht eingegangen. Dagegen haben sie sich erwartungsgemäß hinter den selbstgeschaffenen Vorschriften versteckt. Was nützt ein Prognosehorizont, der gerade mal bis ins Jahr 2025 reicht, wenn das Bauwerk eine Lebensdauer von 100 Jahren hat. Hätte es eine solche Denkweise und Vorschriftenlage in der rund 180-jährigen Eisenbahngeschichte schon immer gegeben, gäbe es das ganze Eisenbahnnetz bis heute nicht. Ähnliche Kurzsichtigkeit bei der Deutschen Bahn und beim EBA ist ja leider überall zu beklagen (siehe Ausbau Stettiner Bahn, Ausbau Dresdener Bahn, …)

EDIT: Heute hat das Projekt eine Kurzinformation zum Weiterbau des Fußgängertunnels inkl. Lageplan veröffentlicht:
https://bauprojekte.deutschebahn.com/media/projects/6790/docs/PR_berlin-frankfurt-oder-grenze-pu-wilhelmshagen.pdf

Viele Grüße
André



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.2020 20:33 von andre_de.
Hallo André,

danke für Deine Mühe!

Deinem Kommentar zu dieser unsäglichen Vorgehensweise stimme ich vollumfänglich zu.

1,90 Meter ist ein völliger Witz, so schmal ist wohl kein Korridor in einer Behörde. Die Breite der Geländer geht ja davon vermutlich noch ab, dann bliebe eine lichte Weite von vielleicht 1,60 Meter. Da kommen auf einer Treppe zwei Personen gerade so aneinander vorbei, mit Traglasten wird es schon schwierig. Und das hier nicht als Nebeneingang, sondern als einziger Bahnsteigzugang.

Viele Grüße
Manuel


Zitat
andre_de
Hallo,

zur Problematik der Treppen-Verschmälerung am S-Bahnhof Wilhelmshagen habe ich am 26.03.2020 folgende Anfrage an DB und EBA gestellt:

Zitat

Sehr geehrte Frau […], sehr geehrte Verantwortliche beim EBA,

in der heute veröffentlichte Antwort auf eine parlamentarische Anfrage legt die Deutsche Bahn dar, dass die Treppe am Hauptzugang des S-Bahnhofs Wilhelmshagen von ehemals rund 3 Metern Breite auf nur noch 1,90 Meter Breite reduziert wird:
[pardok.parlament-berlin.de]
Ein Foto des Ursprungszustands habe ich angefügt, dies zeigt, dass dieser keineswegs überdimensioniert oder unnötig „großzügig“ war.

Eine gerade mal 1,90m breite Treppe ist wohl kaum ein angemessener Hauptzugang zu einem S-Bahnhof! Besonders fatal daran, dass das, was nun in Beton gegossen wird, die nächsten 100 Jahre so bleiben wird. Themen wie die Verkehrswende und das von der Bahn selbstgesteckte Ziel, die Reisendenzahl zu verdoppeln, wird ganz offenbar konzernintern in gewohnter Behörden-Manier (Vorschriften, Berechnungen, Genehmigungen) komplett torpediert.

Ich finde es grundsätzlich fragwürdig, dass bei einem reinen Ersatzneubau solche Berechnungsvorschriften überhaupt angewendet werden, und eine daraus resultierende derartige Reduzierung von Infrastruktur dann auch noch seitens EBA genehmigt wird. Das gleiche ist ja am Bahnhof Karlshorst (östlicher Abgang) passiert, wo ohne Not und bei nur minimaler Einsparung von Material und Geld die neue Treppe viel schmaler gebaut wird als die alte. Und das, wo gerade am Ostausgang riesige Wohngebiete entstehen.

@Frau […]: Bitte lassen Sie mir hierzu eine Stellungnahme zukommen, die sinnvollerweise über ein „ist so Vorschrift und genehmigt, bauen wir deshalb so“ hinausgeht. Auch bitte ich Sie, mit den zugehörigen Lageplan des Fußgängertunnels im Zielzustand zukommen zu lassen.

@EBA: Auch Sie bitte ich um eine Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen
[…]


Hier die Antwort des EBA vom 07.04.2020:

Zitat

Sehr geehrter Herr […],

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage an das Eisenbahn-Bundesamt als Planfeststellungsbehörde für die Eisenbahnen des Bundes. Zu Ihrer Anfrage kann ich Ihnen Folgendes mitteilen.

Die mit 1,9 m geplante Breite der südlichen Treppe der Personenunterführung des S-Bahn-Haltepunktes Berlin-Wilhelmshagen ist bei Anwendung der Bemessungsvorschriften der DB-Richtlinie 813 (allgemein anerkannte Regel der Technik) zur qualitätsgerechten Abwicklung des für das Jahr 2025 prognostizierten Fahrgastverkehrs ausreichend.

Die geplante Nachrüstung eines Aufzuges als Ergänzung des Treppenzugangs zur Herstellung der Barrierefreiheit der Verkehrsstation stellt eine wesentliche Qualitätsverbesserung dar. Die Nachrüstung eines Aufzuges unter Beibehaltung einer größeren Treppenbreite als 1,9 m wäre nur mit erheblichem Mehraufwand und Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz der Verkehrsstation realisierbar und kam daher bei der Planfeststellung nicht näher in Betracht.



Mit freundlichen Grüßen
[…]


Und hier die Antwort der DB vom 08.04.2020:

Zitat

Sehr geehrter […],

als zuständige Projektleiterin möchte ich Ihnen auf Ihre Mail zum S-Bahnhof Berlin-Wilhelmshagen direkt antworten.

Bei der Bemessung und Berechnung von neuen Anlagen sind die gültigen Vorschriften der DB – insbesondere die Richtlinie 813 - zu betrachten. Da es sich an dieser Stelle um einen Neubau der Treppenanlagen handelt, spielt der heutige vorhandene Zustand keine Rolle. Bei der Ermittlung z.B. von erforderlichen Treppenbreiten sind sowohl die prognostizierten Reisendenzahlen als auch die Anforderungen an die Fluchtwege, die sich aus dem Brandschutzkonzept zur Entfluchtung des Bahnhofs im Brandfall ergeben, zu berücksichtigen.

Die mit 1,90 m geplante Treppe erfüllt diese Forderungen in vollem Umfang und hat noch eine Reserve von ca. 20% gegenüber der rechnerisch ermittelten erforderlichen Breite. Die Planung entspricht damit dem Regelwerk und auch nur das wird vom Bund finanziert. Die Errichtung von zwei Aufzügen zur Herstellung der Barrierefreiheit in Kombination mit der festen Treppe stellt eine wesentliche Qualitätsverbesserung für den Bahnhof Berlin-Wilhelmshagen dar. Eine Nachrüstung mit Aufzügen unter Beibehaltung der vorhandenen Treppenbreite wäre nur mit einem erheblichen baulichen Mehraufwand und einem weiteren Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz der Verkehrsstation möglich gewesen.

Im Übrigen gab es zur Planung und insbesondere zur Breite der Treppe im Planfeststellungsverfahren keine Hinweise und Einwände.

Mit freundlichen Grüßen
[…]

Auf die Kernfrage (geplante Verdoppelung der Reisendenzahlen wegen Verkehrswende) sind beide nicht eingegangen. Dagegen haben sie sich erwartungsgemäß hinter den selbstgeschaffenen Vorschriften versteckt. Was nützt ein Prognosehorizont, der gerade mal bis ins Jahr 2025 reicht, wenn das Bauwerk eine Lebensdauer von 100 Jahren hat. Hätte es eine solche Denkweise und Vorschriftenlage in der rund 180-jährigen Eisenbahngeschichte schon immer gegeben, gäbe es das ganze Eisenbahnnetz bis heute nicht. Ähnliche Kurzsichtigkeit bei der Deutschen Bahn und beim EBA ist ja leider überall zu beklagen (siehe Ausbau Stettiner Bahn, Ausbau Dresdener Bahn, …)

EDIT: Heute hat das Projekt eine Kurzinformation zum Weiterbau des Fußgängertunnels inkl. Lageplan veröffentlicht:
https://bauprojekte.deutschebahn.com/media/projects/6790/docs/PR_berlin-frankfurt-oder-grenze-pu-wilhelmshagen.pdf

Viele Grüße
André
Tja, das ist eben wie mit den Bahnstrecken: Für den geplanten Zielzustand sind die 1,90 absolut ausreichend. Alles andere wäre eben Premium. Dann muss das Land eben mehr Fahrgäste bestellen und dann klappt es auch wieder mit der Breite.

Der Plan steht eben über allem. Aber wonach sollen sich Bürokraten auch sonst richten?
Ich lach mich ja tot, wenn in 14 Jahren die Treppe zur überlasteten Infrastruktur erklärt wird und nicht mehr jeder die Treppe hochsteigen darf xD
Dann wird die wunderschöne Behelfsbrücke wieder aufgestellt. Zur S3 untendurch und zum Ort obendrüber.
Die DB Netz AG scheint auf den Geschmack gekommen zu sein und hat einen Erklärfilm zu den Arbeiten am S-Bahnhof Wilhelmshagen produziert, den sie auf YouTube zur Verfügung stellt.

Im dortigen Kanal finden sich auch Videos zu weiteren DB-Bauvorhaben...

Viele Grüße
Arnd
Hallo,

die Bauarbeiten am Fußgängertunnel in Wilhelmshagen schreiten nun recht kontinuierlich voran. Ein Update (u.a. mit den frisch eingeschobenen Dickblechen) zeigt folgende Galerie:

https://www.baustellen-doku.info/berlin_frankfurter_bahn/ausbau-fernbahn-koepenick-erkner/20200705/

Auf der von Arnd verlinkten DB-Seite findet sich übrigens ein interessantes Video vom Einhub und Einschub der Dickbleche.

Viele Grüße
André
Zitat
andre_de
Die Bauarbeiten am Fußgängertunnel in Wilhelmshagen schreiten nun recht kontinuierlich voran. Ein Update (u.a. mit den frisch eingeschobenen Dickblechen) zeigt folgende Galerie:

https://www.baustellen-doku.info/berlin_frankfurter_bahn/ausbau-fernbahn-koepenick-erkner/20200705/

Auf der von Arnd verlinkten DB-Seite findet sich übrigens ein interessantes Video vom Einhub und Einschub der Dickbleche.

OK. Der Grund dieser Sonderbauweise dürfte wohl im hohen Grundwasserstand zu suchen sein, den man mit einem Standard-Rahmenbauwerk aus Stahlbeton - wie in Karlshorst umgesetzt - wohl tangiert hätte. Um Haftungsansprüche auszuschließen musste indes das EBA diese ihm unbekannte Lösung erst prüfen, was irgendwie während des Genehmigungsverfahrens zum Fernbahn-Ausbau nicht rechtzeitig geklappt zu haben scheint. Daraus ergab sich aus Sicht von EBA und DB Netz AG natürlich zwingend der Baustopp bis zur Klärung dieser Fragen...

Sollte es sich so zugetragen haben, wäre die DB zwar weitgehend entlastet, einen ungeschickten PR-Stil müsste sie sich diesbezüglich jedoch gleichwohl zurechnen lassen. Auch erklärte/rechtfertigte dies mitnichten die Verzögerungen in Warschauer Straße, Schöneweide, Eichwalde, Zeuthen oder bei der S21-Nord. Vielleicht müssen einfach zu wenige Mitarbeitende der DB zu viele Bauprojekte gleichzeitig betreuen?

Es folgt zu guter Letzt noch der obligate Dank an Andrê für die Fotostrecke... :-)

Viele Grüße
Arnd



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.2020 13:34 von Arnd Hellinger.
Zitat
Arnd Hellinger
OK. Der Grund dieser Sonderbauweise dürfte wohl im hohen Grundwasserstand zu suchen sein, den man mit einem Standard-Rahmenbauwerk aus Stahlbeton - wie in Karlshorst umgesetzt - wohl tangiert hätte.

Dies mag auch ein Grund sein. Die Bahn selbst spricht von der "Vermeidung zusätzlicher Kosten und Eingriffe in den denkmalgeschützten Bahnhof". Wenn ich mir die Pläne anschaue, dann passt die neue Treppenanlage zwischen Bahnhofsgebäude und dem nach Süden verschobenen Fernbahngleis gerade so dazwischen. Und auch nur, weil der Durchgang im Bahnhofsgebäude abgesenkt wird. Es scheint dort tatsächlich um Zentimeter zu gehen. Ein tiefer liegender Bahnsteigtunnel hätte eine längere Treppenanlage erfordert.

Zitat
Arnd Hellinger
Um Haftungsansprüche auszuschließen musste indes das EBA diese ihm unbekannte Lösung erst prüfen, was irgendwie während des Genehmigungsverfahrens zum Fernbahn-Ausbau nicht rechtzeitig geklappt zu haben scheint. Daraus ergab sich aus Sicht von EBA und DB Netz AG natürlich zwingend der Baustopp bis zur Klärung dieser Fragen...

Sollte es sich so zugetragen haben, wäre die DB zwar weitgehend entlastet, einen ungeschickten PR-Stil müsste sie sich diesbezüglich jedoch gleichwohl zurechnen lassen.

Nun, von "entlastet" würde ich nicht sprechen, wenn ich mir den in dieser Kleinen Anfrage veröffentlichten zeitlichen Ablauf anschaue:
- 31.07.2017: Baubeginn (zu diesem Zeitpunkt geplanter Termin zur Inbetriebnahme: 01.06.2018)
- 04.10.2017 (!!!): erster Antrag auf Zustimmung im Einzelfall (ZiE)
- 23.08.2018: Zurückgezogen wegen fehlender Aussicht auf Genehmigung
- 23.04.2019: zweiter Antrag auf ZiE
- 18.09.2019: ZiE seitens EBA erteilt

Ich weiß ja nicht, wie sich die Bahn-Projektleiter das zunächst vorgestellt hatten, den Antrag überhaupt erst 3 Monate nach Baubeginn zu stellen. Vermutlich, dass gar keine ZiE nötig wäre. Und dass diese dann nicht innerhalb von einer Woche genehmigt wird, dürfte auch klar sein. An sich bedarf jede Bauweise und sogar jedes Bauteil, was nicht aus dem freigegebenen "Katalog" stammt, immer einer ZiE, das dürfte hier mit den Dickblechen eigentlich offensichtlich gewesen sein. Denkbar wäre, dass zunächst tatsächlich eine klassische Stahlbeton-Rahmenkonstruktion vorgesehen war, und diese dann aufgrund eines Planungsfehlers nicht gepasst hat, sodass der Schwenk auf die Dickblech-Bauweise erst nachträglich erfolgte.

Zitat
Arnd Hellinger
Es folgt zu guter Letzt noch der obligate Dank an Andrê für die Fotostrecke... :-)

Freut mich sehr, dass die Galerie gefällt :-) Diesmal war einige Akrobatik nötig, um die Aufnahmen zu machen.

Viele Grüße
André
Hallo,

am letzten Wochenende wurde das letzte Dickblech am Fußgängertunnel Wilhelmshagen eingehoben. Leider schon in der Nacht von Freitag zu Samstag, sodass ich etwas zu spät dort war. Trotzdem sind einige Fotos entstanden:

https://www.baustellen-doku.info/berlin_frankfurter_bahn/ausbau-fernbahn-koepenick-erkner/20200905/

Viele Grüße
André
Hallo alle Miteinander,
die Senatsverwaltung hat den Bebauungsplanentwurf 9-80 für den ehemaligen Güterbahnhof Köpenick zur Beteiligung der Öffentlichkeit herausgegeben.
Gruß Wolfgang
Zitat
BJ 43
Hallo alle Miteinander,
die Senatsverwaltung hat den Bebauungsplanentwurf 9-80 für den ehemaligen Güterbahnhof Köpenick zur Beteiligung der Öffentlichkeit herausgegeben.
Gruß Wolfgang

Aber nur offline auf Papier?

*******
Das wird man doch wohl noch schreiben dürfen! ;-)
Hallo André, vielen Dank für die interessanten Fotos. Eigentlich könnte man doch den kompletten Bahnhof mit seinen historischen Zielanzeigern zum Museumsbahnhof erklären. ;-)

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Logital
Zitat
BJ 43
Hallo alle Miteinander,
die Senatsverwaltung hat den Bebauungsplanentwurf 9-80 für den ehemaligen Güterbahnhof Köpenick zur Beteiligung der Öffentlichkeit herausgegeben.
Gruß Wolfgang

Aber nur offline auf Papier?

Auf der Webseite SenSW steht , dass es erst ab 11.09. online verfügbar ist

Zitat

Vom 11. September 2020 bis einschließlich 09. Oktober 2020 können Sie den Bebauungsplan 9-80 sowie die dazugehörige Begründung einsehen und sich dazu äußern. Ihre Stellungnahme wird in die weitere Planung einfließen.
Sie können ab dem 11.09.2020 die Unterlagen außerdem im Internet auf dieser Webseite einsehen und sich hier online äußern.
Zitat
Heidekraut
Hallo André, vielen Dank für die interessanten Fotos. Eigentlich könnte man doch den kompletten Bahnhof mit seinen historischen Zielanzeigern zum Museumsbahnhof erklären. ;-)

Gerne! Der Bahnhof ist ja ein eingetragenes Baudenkmal, was aktuell ein großes Glück für ihn (und uns) ist.

Viele Grüße
André
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