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5.06.2019: Information zur Tramstrecke Alexanderplatz - Potsdamer Platz/Kulturforum
geschrieben von Marienfelde 
Zitat
B-V 3313

Siehst du das nicht selbst? Dort fahren längere und schwere Hochflurbahnen.

Ich bin zu faul zu überprüfen, ob nen Flexi in Berlin leichter ist als nen U4 oder U5 in FFM. Sagt aber auch nichts aus. Sowohl in FFM als auch hier lassen sich die meisten Unfälle nicht durch dieses Merkmal verhindern, da die Leute in der Regel direkt vor den Zug laufen/fahren.

Zitat
B-V 3313
Ich weiß, auf was du hinaus möchtest. Es geht in der Leipziger Straße um den Neubau von Straßenbahngleisen in bestehender Infrastruktur und die Umwidmung von bisher schon für Verkehr genutzter Fläche.

Das ist mir bewusst, du darfst aber die Frage auch einfach beantworten. ;-) Ich sage dir worauf ich hinaus will: Gegen etwas zu protestieren, was man aus subjektiver Sicht als Gefahrenquelle bewertet und es nicht haben will, ist legitim und demokratisch. Du kritisierst ja Leute, die es bei der Straßenbahn tun und mich würde eben nun interessierten, ob du das an anderer Stelle nicht selbst auch tun würdest, wo es andere Menschen entspannter sähen? Wäre dein Recht, ich würde dir da keinen Strick draus drehen und könnte es verstehen. Aber würdest du? Ich würde es übrigens tun, wenn man plant, eine Autobahn vor meiner Haustür zu bauen. Eine Straßenbahn würde mich hingegen nicht stören, hier fuhr sogar früher mal eine, wo jetzt ein Bus fährt. ;-)

Zitat
B-V 3313
Aber nicht mit Unfallargument.

In der Regel teilt sich eine Autobahn die Fläche auch nicht mit Radfahrern, Fußgängern und Straßenbahnen.

Zitat
B-V 3313
Und deswegen lassen wir alles fallen? Wann und wie soll denn der Hebel umgelegt werden? Selbst die Berliner S-Bahn ist noch in den Händen der DB, trotz 2009 und co.

Sag ich denn, dass wir alles fallen lassen sollten? Ich habe doch selbst eingangs geschrieben, dass ich das Straßenbahnprojekt auf der Leipziger Straße unter gewissen Voraussetzungen begrüße. Darf ich nun deshalb keine Zweifel an der Umsetzung haben? Du hättest doch sicher auch Zweifel, wenn es heißt, die S-Bahn gewinnt alle Strecken und führt den Betrieb allein weiter? Oder wärst du da Feuer und Flamme und würdest optimistisch in die Zukunft schauen, nur weil ich dir sage, was eine moderne weltbeste S-Bahn Berlin GmbH doch heute alles so kann? ;-)

Zitat
B-V 3313
Verständlich. Aber was wäre die Alternative?

Ich wünsche mir zumindest, dass längst angekündigte Maßnahmen endlich mal umgesetzt werden, bevor man weiter verspricht und nicht hält. Mich nerven diese ganzen U-Bahn-Machbarkeitsstudien, alle paar Wochen ne neue Strecke, statt endlich mal den einen Kilometer an einer anzugehen. Dieses ganze Gesabbel, was ja alles möglich ist (und damit meine ich nicht die Foristen hier), letztendlich aber kaum etwas passiert, egal ob U-Bahn, Straßenbahn oder Fahrrad, finde ich sehr unbefriedigend. Die Politik hat beim Bestandsverkehr aus meiner Sicht in den letzten Jahrzehnten nicht nur in Berlin total versagt, will aber große Verkehrswenden. Dabei läuft noch nicht mal das Bestandsnetz. Aus meiner Sicht ist das der zweite oder dritte Schritt vor dem ersten, bin ich aber gewohnt von der S-Bahn, da ist es auch meistens so.

Zitat
B-V 3313
Wo hat die Straßenbahn denn ein negatives Image?

Das hat sie bei vielen Berlinern, die gerne vom Auto umsteigen würden, hätten sie nicht nur langsame Busse und Straßenbahnen vor der Tür. Zudem kam selbst hier häufig das Argument, eine moderne Straßenbahn sei mit der vergangener Zeiten nicht mehr gleichzusetzen.Man muss die Leute dann eben auch überzeugen, meine Langstrecken-Straßenbahnfahrten konnten es bisher leider nicht.

Zitat
B-V 3313
Vor 25 Jahren sogar schon. Bis zur WM 2006 lief es aufwärts, danach nicht mehr (bis auf Ausnahmen).

Ist doch traurig oder? Hätte die Straßenbahn in Berlin das Image, schnell und zuverlässig zu sein, würde sie doch auf breitere Akzeptanz stoßen. Funktioniert nur leider aus meiner Sicht bisher nicht so richtig.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.06.2019 02:45 von Railroader.
Zitat
Railroader
Ich bin zu faul zu überprüfen, ob nen Flexi in Berlin leichter ist als nen U4 oder U5 in FFM. Sagt aber auch nichts aus. Sowohl in FFM als auch hier lassen sich die meisten Unfälle nicht durch dieses Merkmal verhindern, da die Leute in der Regel direkt vor den Zug laufen/fahren.

Na siehst du. Was sieht denn der Fahrer einer Hochflurstadtbahn von einer Person, die vor den Zug tritt? Nicht viel, das könntest du vielleicht aus deiner S-Bahn vorne aus der Werkstatt oder so kennen. Zudem können Personen leichter unter einer Hochflurbahn als unter einer Niederflurbahn geraten und die offene Schaku (genau auf Brusthöhe der Autofahrer...) sorgt für die bösesten Verletzungen. Letztens lief ein Bericht über die Frankfurter "U"1 im hr. Da konnte man schön die trennende Wirkung der ebenerdigen Führung mit halbhohen Zäunen sehen. Ein Einzelhändler sprach sogar davon, dass er nicht wisse, woher die Leute auf der anderen Straßenseite ihre Produkte beziehen, zu ihm kämen sie nicht...
Aber da in der Leipziger Straße keine Hochflurstadtbahnen verkehren sollte, kann dieser Nebenkriegsschauplatz wohl geschlossen werden.

Zitat
Railroader
Das ist mir bewusst, du darfst aber die Frage auch einfach beantworten. ;-) Ich sage dir worauf ich hinaus will: Gegen etwas zu protestieren, was man aus subjektiver Sicht als Gefahrenquelle bewertet und es nicht haben will, ist legitim und demokratisch. Du kritisierst ja Leute, die es bei der Straßenbahn tun und mich würde eben nun interessierten, ob du das an anderer Stelle nicht selbst auch tun würdest, wo es andere Menschen entspannter sähen? Wäre dein Recht, ich würde dir da keinen Strick draus drehen und könnte es verstehen. Aber würdest du? Ich würde es übrigens tun, wenn man plant, eine Autobahn vor meiner Haustür zu bauen. Eine Straßenbahn würde mich hingegen nicht stören, hier fuhr sogar früher mal eine, wo jetzt ein Bus fährt. ;-)

Man kann da ja nur einen seriösen Vergleich ziehen, wenn geplant wäre einen unabhängigen Straßenbahngleiskörper (wie in Marzahn z.B.) mit einer zusätzlichen Fahrbahn für den MIV zu versehen.

Zitat
Railroader
In der Regel teilt sich eine Autobahn die Fläche auch nicht mit Radfahrern, Fußgängern und Straßenbahnen.

Genau deswegen. Es gibt unabhängige Auto(fahr)bahnen und unabhängige Gleiskörper.

Zitat
Railroader
Sag ich denn, dass wir alles fallen lassen sollten? Ich habe doch selbst eingangs geschrieben, dass ich das Straßenbahnprojekt auf der Leipziger Straße unter gewissen Voraussetzungen begrüße. Darf ich nun deshalb keine Zweifel an der Umsetzung haben?

Konkrete Zweifel gerne, aber keine Allgemeinplätze wie "Straßenbahn = Unfallrisiko".

Zitat
Railroader
Du hättest doch sicher auch Zweifel, wenn es heißt, die S-Bahn gewinnt alle Strecken und führt den Betrieb allein weiter? Oder wärst du da Feuer und Flamme und würdest optimistisch in die Zukunft schauen, nur weil ich dir sage, was eine moderne weltbeste S-Bahn Berlin GmbH doch heute alles so kann? ;-)

Ich würde es durchaus begrüßen, wenn alles in einer Hand bliebe. Wie die organisiert ist, steht auf einem anderen Blatt. Ich sähe aber größere Vorteile bei einem kommunalen Betrieb.

Zitat
Railroader
Ich wünsche mir zumindest, dass längst angekündigte Maßnahmen endlich mal umgesetzt werden, bevor man weiter verspricht und nicht hält. Mich nerven diese ganzen U-Bahn-Machbarkeitsstudien, alle paar Wochen ne neue Strecke, statt endlich mal den einen Kilometer an einer anzugehen. Dieses ganze Gesabbel, was ja alles möglich ist (und damit meine ich nicht die Foristen hier), letztendlich aber kaum etwas passiert, egal ob U-Bahn, Straßenbahn oder Fahrrad, finde ich sehr unbefriedigend.

Da bin ich ganz bei dir.

Zitat
Railroader
Die Politik hat beim Bestandsverkehr aus meiner Sicht in den letzten Jahrzehnten nicht nur in Berlin total versagt, will aber große Verkehrswenden. Dabei läuft noch nicht mal das Bestandsnetz. Aus meiner Sicht ist das der zweite oder dritte Schritt vor dem ersten, bin ich aber gewohnt von der S-Bahn, da ist es auch meistens so.

Bei den elendig langen Vorlaufzeiten heutzutage kann man nicht früh genug anfangen.

Zitat
Railroader
Das hat sie bei vielen Berlinern, die gerne vom Auto umsteigen würden, hätten sie nicht nur langsame Busse und Straßenbahnen vor der Tür. Zudem kam selbst hier häufig das Argument, eine moderne Straßenbahn sei mit der vergangener Zeiten nicht mehr gleichzusetzen.Man muss die Leute dann eben auch überzeugen, meine Langstrecken-Straßenbahnfahrten konnten es bisher leider nicht.

Jetzt sprichst du von dir. Ich kenne von Leuten, die wirklich vergleichen können, immer nur die Aussagen, dass sie froh sind mit der Straßenbahn fahren zu können und nicht in einen Bus zu müssen. Schau dir die S75 an, relativ leer und dagegen die volle M4.

Zitat
Railroader
Ist doch traurig oder? Hätte die Straßenbahn in Berlin das Image, schnell und zuverlässig zu sein, würde sie doch auf breitere Akzeptanz stoßen. Funktioniert nur leider aus meiner Sicht bisher nicht so richtig.

Natürlich ist das traurig und mehr als ärgerlich. Man könnte mit weniger Bahnen kürzere Beförderungszeiten erreichen. Ich behaupte mal kühn, wenn alle Strecken priorisiert wären, dann könnte man mit der heutigen Personaldecke auskommen.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Nahverkehrsplan
Also ich verstehe einfach nicht, wieso man besonders mit Hinblick auf diese Engstelle dort mit einer Straßenbahn plant. Jeder normale Mensch würde doch einfach sagen:
Straße zu schmal, zu viele Konflikte, dann gehen wir in einer modernen Stadt in den Undergrund.
Man redet von Straßenbahnen, die eine Länge von bis 62m haben, oder? Das ist fast 2/3 der Länge eines Straßenblocks.
Wie stellt man sich das denn vor mit dem bestehenden MIV, der dann auch nur noch ein Fahrspur je Richtung hat?
Wieso geht man so ein Risiko ein? So sieht doch kein zukunftsorientierter ÖPNV aus.
Man hat die Geschichte der U2 erzählt. Auf der Leipziger war schon ne Straßenbahn, daher ging man etwas nördlicher.
Aber heute haben wir schon lange keine Straßenbahn mehr im Zuge Gertraudenstraße und Leipziger Straße.
Wieso hat man nicht einfach seit je her mit einer Kleinprofil-U-Bahn dort geplant?
Die U2 ist heute schon voll. Selbst alle 3-4 Minuten. Sie ist aber auch langsam, durch die ganzen Kurven.
Meiner Meinung nach macht man da einen riesigen Fehler. Selbst wenn ich es kritisch sehe, dass Radfahrstreifen so priorisiert werden, die den Querschnitt einer Straße noch mehr verändern, so macht eine Straßenbahn da so oder so keinen Sinn. Wo soll der ganze MIV denn hin?
Die angesprochenen Punkte bei der Veranstaltung von den Zuschauern, kann ich nachvollziehen, aber das können keine Lösungen sein.
Man sprach von einer Einbahnstraßenregelung für den MIV auf der Leipziger Straße in dem schmalen Abschnitt. Den Radweg durch die Parallelstraßen als Fahrradstraßen zu führen... dabei ist die Lösung so einfach: Baut die Linie als zweite U2-Strecke.
Dann kann man die Oberfläche auch viel besser neustrukturieren. Aber eine Straßenbahn zusammen mit KFZ- und Radverkehr, das kann und wird nicht funktionieren.
Allein der Reisezeitvorteil der Tunnelvariante muss doch berücksichtigt werden. Es gibt dann auch keine Risiko mehr, dass es zu Unfällen im Straßenland kommt. Wie oft liest man von Unfällen, dass wieder ein Fußgänger vor eine Tram gelaufen ist. Oder ein Auto im Gleisbett? Eine Demo reicht ja auch schon aus, um den Verkehr an der Oberfläche
zum Stillstand zu bringen. Ein modernen Massentransportmittel gehört nicht auf die Straße und schon gar nicht gemeinsam mit anderem Verkehr in einen Fahrstreifen.
Das ganze Vorhaben ist doch zum Scheitern verurteilt.

Zu dem Platz-Argument hier ein 'Klassiker' (via Planeo, via @brenttoderian)


Die Verkehrsbetriebe von Göteborg haben das Problem in einem Plakat zum selberfalten sehr knackig visualisiert.

(via vasttrafik)
auch eine schöne Darstellung des Platzverbrauchs von je 200 Autoinsassen, Radfahrern, Bus- und Straßenbahnfahrgästen.

[i.imgur.com]

Leider kenne ich die Quelle nicht, daher nur als Link.
Eignet sich nicht als Werbung für die Straßenbahn, so wie die im letzten Bild stehen...

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
Railroader
(...)
Ich wünsche mir zumindest, dass längst angekündigte Maßnahmen endlich mal umgesetzt werden, bevor man weiter verspricht und nicht hält. Mich nerven diese ganzen U-Bahn-Machbarkeitsstudien, alle paar Wochen ne neue Strecke, statt endlich mal den einen Kilometer an einer anzugehen. Dieses ganze Gesabbel, was ja alles möglich ist (und damit meine ich nicht die Foristen hier), letztendlich aber kaum etwas passiert, egal ob U-Bahn, Straßenbahn oder Fahrrad, finde ich sehr unbefriedigend.

Die Politik hat beim Bestandsverkehr aus meiner Sicht in den letzten Jahrzehnten nicht nur in Berlin total versagt, will aber große Verkehrswenden. Dabei läuft noch nicht mal das Bestandsnetz. Aus meiner Sicht ist das der zweite oder dritte Schritt vor dem ersten, bin ich aber gewohnt von der S-Bahn, da ist es auch meistens so.
(...)

Eine sehr zentrale Grundbedingung hat sich gegenüber der Ausgangssituation der Jahre 1825 (Aufnahme des Kremserbetriebs zwischen Berlin und Charlottenburg) bzw. 1865 (Aufnahme des Pferdebahnbetriebs zwischen Berlin und Charlottenburg) aber geändert: Rein betriebswirtschaftlich gesehen sind öffentliche Verkehrsmittel in unserem Land heute (fast?) immer defizitär.

Profitstreben als Triebfeder für Erweiterungen eines selbst gewinnträchtigen Betriebs öffentlicher Verkehrsmittel scheidet also aus. Unser gemeinsames Anliegen ist "lediglich" volkswirtschaftlich sowie umwelt- und sozialpolitisch sinnvoll, was die "Ausbauchancen" des ÖV sicherlich nicht gerade befördert.

Immerhin: Der Siemens-Konzern hält "seine" Bahn inzwischen (wieder) für wichtig, das läßt natürlich hoffen.

Hier noch ein Link, der die Nutzung des Sickingenplatzes durch diesen Konzern (bzw. Teile seiner Beschäftigten) verdeutlicht (links davon ist der ehemalige Betriebshof Moabit, Wiebestraße gut zu erkennen): [www.google.com]

Womöglich denken ja auch die Beschäftigten so eines Konzerns und sogar die Konzernspitze selbst über die Jahrzehnte um.
Zitat
B-V 3313

Konkrete Zweifel gerne, aber keine Allgemeinplätze wie "Straßenbahn = Unfallrisiko".

Man sollte hier zwei Sachen differenzieren. Ein schweres Schienenfahrzeug mit entsprechendem Bremsweg birgt natürlich ein Unfallrisiko. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist aber die Frage, ob das Risiko zumutbar und für die Sache an sich verhältnismäßig ist. Wenn bspw. ein Anwohner sagt, er will keine Straßenbahn vor seiner Haustür, weil er Angst hat, sein Kind läuft davor, kann ich diese Sorge erstmal durchaus verstehen. Passiert es dann nämlich, sind die Folgen bei einer 20 km/h schnellen Straßenbahn vermutlich gravierender als bei einem 20 km/h schnellen Auto. Da geht es mir auch gar nicht um die Frage der Schuld oder wie man seine Kinder erziehen sollte etc., es ist dann erstmal einfach so. Wenn man diesem Anwohner dann aber sagt, dass andere Riskien vermindert werden, z.B. durch Reduzierung des MIV, wird sich das Risiko in vielen Fällen wieder ausgleichen. Für mich sind das zwei paar Schuhe. Aus meiner Sicht birgt eine Straßenbahn ein zusätzliches und für viele neues Unfallrisiko, es ist für mich aber auch kein Argument, die Straßenbahn deshalb als System abzulehnen. Man muss es ganzheitlich sehen. Ich kann aber auch nicht ignorieren, dass es eben schwere Unfälle mit Straßenbahnen gibt, die mitunter und sehr oft häufig genau so enden, wie mit einem Hochflurfahrzeug und diese mit dem Ausbau der Straßenbahn logischerweise zunehmen werden. Auch bei der S-Bahn oder der Stadtbahn in FFM enden viele solcher Unfälle nicht tödlich. Ich mag jetzt aber auch nicht ausführen, wo da die Vor- und Nachteile bei Niederflur- und Hochflurfahrzeugen liegen, das ginge zu sehr ins Detail.



Zitat
B-V 3313
Ich würde es durchaus begrüßen, wenn alles in einer Hand bliebe. Wie die organisiert ist, steht auf einem anderen Blatt.

Hier sind wir einer Meinung. Hier wurde ja schon geschrieben, dass man mich als Mitarbeiter der S-Bahn verstehen kann und ich mir aufgrund meiner Tätigkeit wünsche, dass die S-Bahn Berlin GmbH alles komplett weiterbetreibt. Aber so ist es gar nicht. Ich wäre mit einem kommunalen Betrieb oder einem anderen Anbieter für das gesamte Netzt auch glücklich, nur sollte es eben in einer Hand bleiben.


Zitat
B-V 3313
Jetzt sprichst du von dir. Ich kenne von Leuten, die wirklich vergleichen können, immer nur die Aussagen, dass sie froh sind mit der Straßenbahn fahren zu können und nicht in einen Bus zu müssen. Schau dir die S75 an, relativ leer und dagegen die volle M4.

Na ich spreche ja nicht nur von mir, hab ja die Meinungen von Dritten erwähnt. Ich würde die Straßenbahn aber auch jederzeit dem Bus vorziehen, der ist ja noch langsamer. ;-)

Bei der S75 kommen mehrere Faktoren zusammen: zum Einen lief diese Linie in der Vergangenheit sehr unzuverlässig oder gar nicht, man hat die Fahrgäste zum Umstieg auf die Straßenbahn "erzogen". Zum Anderen ist die Linienführung auch einfach schlecht. Wer steigt am S-Bahnhof Hohenschönhausen in die S-Bahn? Die, die aus Falkenberg kommen. Hier wurde mir berichtet, dass der Anschluss oft nicht klappt, die S-Bahn, wenn sie denn fährt, gerade ausfährt, wenn man auf den Bahnsteig kommt. Und davon ab war die M4 in Richtung Falkenberg am S-Bahnhof Hohenschönhausen bei meinen Fahrten alles andere als voll. Sehr voll ist sie hingegen auf einem Abschnitt, den ich mit einer Modifikation auch für U-Bahntauglich halte.
Zitat
Railroader
Wer steigt am S-Bahnhof Hohenschönhausen in die S-Bahn? Die, die aus Falkenberg kommen. Hier wurde mir berichtet, dass der Anschluss oft nicht klappt, die S-Bahn, wenn sie denn fährt, gerade ausfährt, wenn man auf den Bahnsteig kommt.

Entschuldige meine Nachfrage, an dieser Stelle verstehe ich dich nicht: Du meinst Unsteiger, die mit der Tram von Falkenberg/Welsestr. etc. kommen?
In diesem Fall hat man die Wahl zwischen M4 und M17. Tagsüber kann man also zwischen 3 und 7 Minuten Umsteigezeit wählen. Im Berufsverkehr ist es also noch diverser (wenn die M4 alle 8 oder 7/6/7-Minuten fährt). D.h. für jeden ist eine Umsteigezeit dabei. Wer also die S-Bahn verpasst muss einfach eine Straßenbahn früher nehmen.

Oder denkst du an Menschen, die mit irgend einem Bus von ganz woanders her kommen?
Hey Til,

Ja, ich meine die, die von Falkenberg/Welsestr. kommen und in Richtung Alex wollen. Von denen bleiben dann manche in der M4, weil der Anschluss halt nicht klappt und sie ggf ohnehin nochmal am Ostbahnhof umsteigen müssen. Die Straßenbahn ist hier also vor allem attraktiv, weil der Fahrplan und das Angebot der S-Bahn nicht passt.
Ja genau.
Das liegt dann aber an dem geographischen Umweg der S75 und den zuaätzlichen Umsteigevorgängen u.a. an der Warschauer Str.

Ich dachte, du meintest die Anschlüsse am Bahnhof Hohenschönhausen, welche meines Erachtens ja eine Vielzahl möglicher Umsteigetempi ermöglichen
Zitat
J. aus Hakenfelde
Ich bin mit beiden Varianten nicht wirklich glücklich; es wird ja behauptet, dass eine Eigentrasse der Tram in diesem Bereich nicht möglich wäre, obwohl man bei der zweiten Variante jeweils zwei Fahrspuren vorsieht, wobei jeweils eine davon frei von Gleisen bliebe und somit Überholvorgänge Tram/MIV ermöglichen würde. Daher war meine Idee an der bestandsorientierten Variante angelehnt, nur dass man die jeweils pro Richtung äußere Spur dem MIV wegnehmen und zu einer reinen Tram-Spur umwidmen würde. Die Autos würden dann auf jeweils einer Fahrspur pro Richtung von der Tram unberührt fahren (bzw. die Tram vom MIV unbeeindruckt an diesem vorbeifahren ;-)) und auch Radspuren könnten wie in der vorgestellten Variante 2 angelegt werden (wenngleich etwas schmaler als bei Variante 1). Linksabbiegerspuren wären aber definitiv ausgeschlossen.
Die Eigentrasse der Tram in Seitenlage könnte auf verschiedenartige Weise angelegt werden: abmarkiertes oder gepflastertes Gleis sowie Rasengleis (ja, das geht auch bei beengten Platzverhältnissen, schaut einfach nach Potsdam).

Ja genau, der Gedanke einer "Mischvariante" kam mir während der Veranstaltung auch. Wenn man einmal eine Variante betrachtet, die pro Richtung zwei Autospuren beinhaltet, und einmal eine mit einer einzelnen Autospur in Mischnutzung mit der Tram, dann drängt sich als dritte Variante doch geradezu auf, die Variante mit den zwei Autospuren so zu "bereinigen", dass die Tram eine separate Spur bekommt. Vom Platz her geht das ja wohl, wie diese Zwei-Autospur-Variante zeigt.

Warum man eine solche Variante nicht weiter verfolgt hat, erschließt sich mir nicht und wurde in der Veranstaltung leider auch nicht erläutert.

Viele Grüße
André
Naja, bei einer Spur wird der Stau nicht in der Engstelle der Leipziger Straße sein, sondern davor. Also braucht man in der Engstelle keinen eigenen Gleiskörper und man hat Platz für eine andere Verwendung.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.06.2019 22:45 von Nemo.
Vermutlich wird auch die linke Straßenbahnfreie Autospur (Bestandsorientiert) nicht breit genug sein, dass da evtl. Transporter oder LKWs (Handwerker, Feuerwehr, Lieferverkehr) oder anderes breiteres Geschütz langfahren kann...
Zitat
Railroader
Man sollte hier zwei Sachen differenzieren. Ein schweres Schienenfahrzeug mit entsprechendem Bremsweg birgt natürlich ein Unfallrisiko. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist aber die Frage, ob das Risiko zumutbar und für die Sache an sich verhältnismäßig ist. Wenn bspw. ein Anwohner sagt, er will keine Straßenbahn vor seiner Haustür, weil er Angst hat, sein Kind läuft davor, kann ich diese Sorge erstmal durchaus verstehen. Passiert es dann nämlich, sind die Folgen bei einer 20 km/h schnellen Straßenbahn vermutlich gravierender als bei einem 20 km/h schnellen Auto. Da geht es mir auch gar nicht um die Frage der Schuld oder wie man seine Kinder erziehen sollte etc., es ist dann erstmal einfach so. Wenn man diesem Anwohner dann aber sagt, dass andere Riskien vermindert werden, z.B. durch Reduzierung des MIV, wird sich das Risiko in vielen Fällen wieder ausgleichen.

Wir reden von der Leipziger Straße, nicht von einer Nebenstraße, die vielleicht auch noch eine Spielstraße ist. In der Leipziger Straße hat ein Mensch, der ohne auf den Verkehr zu achten quer über die Straße rennt, schon heute keine Chance verletzungsfrei die andere Seite zu erreichen.

Zitat
Railroader
Bei der S75 kommen mehrere Faktoren zusammen: zum Einen lief diese Linie in der Vergangenheit sehr unzuverlässig oder gar nicht, man hat die Fahrgäste zum Umstieg auf die Straßenbahn "erzogen". Zum Anderen ist die Linienführung auch einfach schlecht. Wer steigt am S-Bahnhof Hohenschönhausen in die S-Bahn?

Die S75 war doch auch zu den Zeiten, als sie noch bis Spandau oder Westkreuz fuhr, da oben nicht voller.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.06.2019 23:32 von B-V 3313.
Zitat
PassusDuriusculus
Vermutlich wird auch die linke Straßenbahnfreie Autospur (Bestandsorientiert) nicht breit genug sein, dass da evtl. Transporter oder LKWs (Handwerker, Feuerwehr, Lieferverkehr) oder anderes breiteres Geschütz langfahren kann...

Ich denke, das würde schon passen. In den Unterlagen wird für die zwei Fahrspuren in Summe 5,80m angesetzt. 3m wäre glaube ich eine breite LKW-Spur. Dann blieben 2,80m für die Straßenbahn. Das reicht doch, oder?

Viele Grüße
André
Zitat
andre_de
Ich denke, das würde schon passen. In den Unterlagen wird für die zwei Fahrspuren in Summe 5,80m angesetzt. 3m wäre glaube ich eine breite LKW-Spur. Dann blieben 2,80m für die Straßenbahn. Das reicht doch, oder?

Eine Flexity ist 2,4m breit, dann kommt noch der Spiegel - das reicht gerade so.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Die S75 war doch auch zu den Zeiten, als sie noch bis Spandau oder Westkreuz fuhr, da oben nicht voller.

Also ich kann mich an Zeiten erinnern, wo sie zumindest mehr besucht war als heute. Nicht umsonst gab es ja auch den Aufschrei, als sie vom Netz abgehängt wurde. Sogar der Komiker Horst Evers hat eine lustige Geschichte darüber erzählt. Finde sie leider nicht mehr im Netz.
Zitat
Railroader
Zitat
B-V 3313
Die S75 war doch auch zu den Zeiten, als sie noch bis Spandau oder Westkreuz fuhr, da oben nicht voller.

Also ich kann mich an Zeiten erinnern, wo sie zumindest mehr besucht war als heute. Nicht umsonst gab es ja auch den Aufschrei, als sie vom Netz abgehängt wurde. Sogar der Komiker Horst Evers hat eine lustige Geschichte darüber erzählt. Finde sie leider nicht mehr im Netz.

Ja, insbesondere der Umsteigezwang hat wohl viele von der S75 abgeschreckt. Da fährt man insbesondere im Berufsverkehr morgens lieber in der Tram durch und kann sitzenbleiben, auch wenn es 10 min länger dauert. Als sich in Warschauer Straße in eine dort brechend volle S5 oder S7 zu quetschen.

Insgesamt verstehe ich bis heute noch nicht richtig, warum man beim Umbau Ostkreuz unbedingt die Südringkurve wieder aufgebaut hat. Die S9 war auf dem Ostring besser aufgehoben. Vom Bedarf her, und außerdem hat sie mit der Führung auf die Stadtbahn den Nachteil, zwei Teilnetze in eine Abhängigkeit zu zwingen. Und sie nimmt eben der S75 die Trasse weg.

Viele Grüße
André
Zitat
andre_de
Ja, insbesondere der Umsteigezwang hat wohl viele von der S75 abgeschreckt. Da fährt man insbesondere im Berufsverkehr morgens lieber in der Tram durch und kann sitzenbleiben, auch wenn es 10 min länger dauert. Als sich in Warschauer Straße in eine dort brechend volle S5 oder S7 zu quetschen.

Mooooment, du hast da eine Null zu viel. Die Straßenbahn ist eine Minute langsamer, wenn der Alex das Ziel ist oder dort zur U-Bahn umgestiegen wird. Selbst wenn die S75 durchführe, wär sie nur vier Minuten schneller. Da lohnt ein Umstieg quasi nie.

Das hätte ich selbst auch nicht gedacht, aber die S-Bahn fährt diesen riesigen Umweg.
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