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Ausschreibung System Stadtbahn - Thema beendet
geschrieben von merlinbt01 
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Marienfelde
Vielleicht sind meine Bündnisperspektiven (ein Reformbündnis aus SPD, Linken und Grünen u.a. mit dem Ziel der umfassenden Stärkung des öffentlichen Sektors - darunter auch die Durchsetzung gemeinwirtschaftlicher Ziele bei der eigenen Bahn) ja auch falsch. .

Ich halte die fraglichen Ziele für zumindest diskutabel.

Nur: was ich für falsch, für grundfalsch halte, ist das immer wieder von Dir herbeigeredete Zusammenhang zwischen solchen Fragen und der S-Bahn-Ausschreibung!

Es geht bei der S-Bahn-Vergabe um die Frage: Verkehrsleistungen an das beste, günstigste etc. Unternehmen zu vergeben oder direkt an ein (zum x-ten:Mal: privatrechtliches!) Unternehmen zu sehr wahrscheinlich schlechteren Bedingungen. Um nichts anderes.

Das Herbeireden eines Zusammenhangs zwischen den Themen "Schaffung einer gemeinwirtschaftlichen DB" und "Direktvergabe der S-Bahn an den DB-Konzern" halte ich für grob verzerrend und ich empfinde das in der Diskussion als ausgesprochen ärgerlich.

Um das mal deutlich zu sagen: wenn es in der Politik tatsächlich diese Bestrebungen gäbe, würde sich die Umwandlung der DB in ein gemeinwirtschaftliches Unternehmen auf ganz anderen Zeitskalen bewegen als die jetzige. Dafür, dass sich die Bestrebungen verstärken, halte ich: viel Geld in die DB-Kassen per Direktvergabe eher hinderlich, sowas fördert eher das "Weiter so".

Am Rande, jetzt ohne allzu sehr über die Idee einer "gemeinwirtschaftlichen DB" nachgedacht zu haben: über das, was im Nahverkehr so fährt, entscheidet die öffentliche Hand. Die Länder über ihre Bestellerentgelte, der Bund über die Höhe dieser Gelder. Wozu man in diesem Zusammenhang eine "gemeinwirtschaftliche DB" bräuchte, wüsste ich nicht. Das jeweilige Bahnunternehmen soll fahren und gut ist; ich sehe da eine reine Dienstleisterfunktion.

Grundsätzlichen Änderungsbedarf sehe ich auf jedem Fall beim Netz und teilweise auch im Fernverkehr (hier ist Deutschland m.W. das einzige EU-Land ohne bestellte Fernverkehrsleistungen, jedenfalls offiziell, gibt ja Tricks bei manchen langlaufenden RE).
Aber das am Rande, wie gesagt, ich sehe keinerlei Zusammenhang zur anstehenden S-Bahn-Vergabe.


Zitat

Wenn man die DB offenbar abschreibt - weil man die sich aus der Eigentümerfunktion ergebenden verkehrs- und sozialpolitischen Gestaltungsspielräume gar nicht in Betracht zieht -, kann man das Ziel einer "Verkehrswende" ja gleich aufgeben, jedenfalls im Personenverkehr. Blinder Haß auf den DB-Konzern allein ist noch keine vorwärtsweisende Verkehrspolitik,

Nein, Blinder Haß auf den DB-Konzern ist nicht gut. Aber wieso schreibst Du das? Hasse ich die DB, hasst irgendeiner der Diskutanten oder der Entscheidungsträge die DB, schon gar "blind"?
Wenn die DB bessere Angebote macht als andere Unternehmen, spricht doch gar nichts gegen die DB. (Ich selbst fahre auch lieber RE160 als ODEG-KISS).

Aber sorry, wieso meinst Du, man müsse die DB abschreiben, nur weil man gegen Direktvergaben größerer Netze ist? Eher schreibst Du die DB ab, wenn Du ihr keine Chancen im Wettbewerb zutraust.

Und nochmal: für "vorwärtsweisende Verkehrspolitik" halte ich ganz bestimmt nicht, einen Teil der Bestellerentgelte statt für Verkehrsleistungen
für direkte Subventionen an die Unternehmen zu verwenden.
@Global Fisch:
@André:
@Marienfelde:

Zunächst: Da die DB nur einen einzigen (theoretisch Treuhänder für ca. 82 Millionen Anteilseigner) Aktionär hat, wäre deren "Umpolung" auf Gemeinwohlorientierung jetzt nicht wirklich etwas, was mehrere Jahre in Anspruch nehmen müsste, sondern könnte schon sehr kurzfristig nach Amtseinführung der neuen Bundesregierung per Satzungsänderung durch Aufsichtsrat und außerordentliche Hauptversammlung - hier ja eine äußerst überschaubare Veranstaltung mit entsprechend geringem Organisationsaufwand - beschlossen und eingeleitet werden. Daran wären dann die Vorstände von Konzernholding wie Operativtöchtern (Regio, Cargo, Fv, Netz, StuS...) unmittelbar gebunden und das hätte selbstverständlich Auswirkungen auf Vergabeverfahren. Übrigens wäre - zumindest vorerst - keine Änderung der Rechtsform erforderlich, die ja auch nur mit jeweils einer Zweidrittelmehrheit in Bundestag wie Bundesrat rechtssicher herbeigeführt werden könnte.

Und ja: Die nicht nur von @Marienfelde geäußerte Grundsatzkritik am derzeitigen Organisationsmodell des SPNV halte ich durchaus für berechtigt. Kann es denn richtig sein, formell "privatisierte" ehedem öffentlich-rechtliche (DB, NS, SNCF, FS...) oder lokal verwurzelte (NEB, SWEG, PEG/HANS...) in Wettbewerbe um "Monopole auf Zeit" in den jeweils vergebenen Netzen (noch dazu ohne für Auftraggeber wie Auftraggeber praktikable Ausstiegsmöglichkeiten) zu zwingen, wodurch diese geradezu genötigt werden, entweder selbst Finanz-Akrobaten wie eben Abellio, Arriva, Keolis/Captrain oder Netinera zu gründen/kaufen bzw. sich solchen anzugliedern? Kann es richtig sein, dass deutsche Regionalisierungsmittel zum Defizitausgleich von Verkehren in Gelderland oder der Lombardei eingesetzt werden und umgekehrt niederländische Steuergelder zur Subvention des Nahverkehrs im Ruhrgebiet oder im Großraum Erfurt oder italienische Staatseinnahmen für Verkehre im Vogtland oder in der Oberpfalz...?

Warum hat man also nicht die traditionellen Staats- und Privatbahnen im Wesentlichen in ihren hergebrachten Strukturen belassen und sie - unter entsprechender kontrollierter Ausweitung ihres Budgets - verpflichtet, im ÖPNV/SPNV mit den örtlich zuständigen Gebietskörperschaften sowie kommunalen/regionalen Verkehrsunternehmen abgestimmte Angebots- und Betriebskonzepte im Rahmen gemeinsam getragener Organisationsformen (Verkehrsverbünde) zu entwickeln sowie zu realisieren?

Ich bestreite energisch, dass ein solches Modell tatsächlich teurer und - aus Fahrgastsicht - schlechter (gewesen) wäre als der heute übliche Zirkus. Zudem hätten alle Beteiligten mehr Planungssicherheit, nicht ständig wechselnde Ansprechpartner etc...

Viele Grüße
Arnd



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.2021 17:55 von Arnd Hellinger.
Nachdem es hier jetzt mehrere Seiten kaum noch um die Berliner S-Bahn ging: Steht denn mittlerweile fest, ob auch für das Stadtbahnnetz bei der BR 483/484 bleibt oder ist eine Neuentwicklung noch möglich / wahrscheinlich? Alstom/Bombardier scheinen ja nun doch weiterhin im Rennen zu sein:

[www.morgenpost.de]
Zitat
Arnd Hellinger

[...]

1. Kann es denn richtig sein, öffentlich-rechtliche (DB, NS, SNCF, FS...) oder lokal verwurzelte (NEB, SWEG, PEG/HANS...) in Wettbewerbe um "Monopole auf Zeit" in den jeweils vergebenen Netzen (noch dazu ohne für Auftraggeber wie Auftraggeber praktikable Ausstiegsmöglichkeiten) zu zwingen, wodurch diese geradezu genötigt werden, entweder selbst Finanz-Akrobaten wie eben Abellio, Arriva, Keolis/Captrain oder Netinera zu gründen/kaufen bzw. sich solchen anzugliedern?

2. Kann es richtig sein, dass deutsche Regionalisierungsmittel zum Defizitausgleich von Verkehren in Gelderland oder der Lombardei eingesetzt werden und umgekehrt niederländische Steuergelder zur Subvention des Nahverkehrs im Ruhrgebiet oder im Großraum Erfurt oder italienische Staatseinnahmen für Verkehre im Vogtland oder in der Oberpfalz...?

zu 1.) Ja. Also komm, erstens werden sie nicht gezwungen, zweitens ist das ein marktübliches Virgehen auch in anderen Märkten. Eisenbahnverkehr ist doch Insel der Glückseligen wo die sonst üblichen Finanzwirtschaft nicht stattfindet.

zu 2.) Ebenfalls ja. Das ist wohl das was man "nationale Player" nennt. Mal mehr mal weniger international erfolgreich. Die DB ist ja nun nicht das letzte Unternehmen mit staatlichen Anteilen das international aktiv ist. Genauso knnte ich die Landesanteile von Niedersachsen an VW in Frage stellen. Nicht dass da noch von Steuergelden Entschädigungszahlungen an amerikanische Dieselkläger ausgezahlt werden.

Zitat
Arnd Hellinger

[...]

Ich bestreite energisch, dass ein solches Modell tatsächlich teurer und - aus Fahrgastsicht - schlechter (gewesen) wäre als der heute übliche Zirkus. Zudem hätten alle Beteiligten mehr Planungssicherheit, nicht ständig wechselnde Ansprechpartner etc...

Schlechter vielleicht nicht und vielleicht doch. Kommt drauf an was der Staat sich so an Qualität auferlegt und ob er diese gegenüber seinen internen Unternehmen nachhält. Wenn ich da so an die Ausstattung von Polizei, Feuerwehren und Schulen denke hab ich wenig Zuversicht. Teurer bei vergleichbarer Ausstattung jedoch defntiv. Meine Meinung.

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Zitat
m7486
Nachdem es hier jetzt mehrere Seiten kaum noch um die Berliner S-Bahn ging: Steht denn mittlerweile fest, ob auch für das Stadtbahnnetz bei der BR 483/484 bleibt oder ist eine Neuentwicklung noch möglich / wahrscheinlich? Alstom/Bombardier scheinen ja nun doch weiterhin im Rennen zu sein:

[www.morgenpost.de]

Die Ausschreibung läuft, von daher ist noch alles möglich.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen S-Bahn/BVG) 1868-2021
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Logital
Zitat
Arnd Hellinger

[...]

2. Kann es richtig sein, dass deutsche Regionalisierungsmittel zum Defizitausgleich von Verkehren in Gelderland oder der Lombardei eingesetzt werden und umgekehrt niederländische Steuergelder zur Subvention des Nahverkehrs im Ruhrgebiet oder im Großraum Erfurt oder italienische Staatseinnahmen für Verkehre im Vogtland oder in der Oberpfalz...?

zu 2.) Ebenfalls ja. Das ist wohl das was man "nationale Player" nennt. Mal mehr mal weniger international erfolgreich. Die DB ist ja nun nicht das letzte Unternehmen mit staatlichen Anteilen das international aktiv ist. Genauso knnte ich die Landesanteile von Niedersachsen an VW in Frage stellen. Nicht dass da noch von Steuergelden Entschädigungszahlungen an amerikanische Dieselkläger ausgezahlt werden.

(...)

Der VW-Konzern unterscheidet sich grundlegend vom Bahnkonzern, weil er - wie eine "richtige" Aktiengesellschaft - in den meisten Jahren seines Bestehens Geld verdient hat. Die Beteiligung des Landes Niedersachsen (knapp mehr als 20% der in der HV stimmberechtigten Stammaktien) ist ja vorhanden, verursacht also keine weiteren Kosten. Im Gegenteil: In Gewinnjahren gibt es Ausschüttungen, die dem Landeshaushalt zugeführt werden können. Außerdem kann das Land im Krisenfall durch die durch das "VW-Gesetz" gegebene Sperrminorität Einfluß auf die Firmenpolitik nehmen, also z.B. für Frühverrentungen, Kurzarbeit, 4-Tage-Wochen usw. statt Massenentlassungen sorgen, wovon das Land immer mal wieder Gebrauch gemacht hat (durchaus unabhängig von der jeweiligen "Farbe" der Landesregierung).

Die DB AG ist im Unterschied zu VW eben keine "normale" Aktiengesellschaft. Ihre "Gewinne" ergaben bzw. ergeben sich auf der Basis einer Eröffnungsbilanz, in der die Aktiva systematisch zu niedrig ausgewiesen wurden (um das Abschreibungsvolumen zu mindern und durch die sich dadurch ergebenden niedrigen Aufwendungen (höhere) Gewinne ausweisen zu können) sowie durch die laufenden Zuflüsse staatlicher Mittel.

Ohne diese staatlichen Mittel wäre diese "AG" in ihrer jetzigen Form nicht überlebensfähig. Der eigentliche Zahlungsgrund für diese Mittel ist aber die Aufrechterhaltung des Bahnnetzes und auch (indirekt) des Bahnbetriebs in Deutschland. Sie ermöglichen aber indirekt weltweite - insgesamt nicht sonderlich erfolgreiche - Abenteuer des "Bahn"-Konzerns.

Hier ist nach meiner Überzeugung der Eigentümer gefordert, diese Auslandsaktivitäten zu überprüfen und ggfs. für deren mittelfristige Beendigung zu sorgen - nicht nur wegen des Geldes, sondern auch, um das "geistige Potential" des Konzerns auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren: Auf die Pflege des deutschen Bahnnetzes und auf den Betrieb auf diesem Netz,

Marienfelde.
und weiter geht´s mit dem SPNV-Ausschreibungsunfug (der Fall Abellio):
In Baden-Württemberg (Verkehrsminister Hermann [Grüne]) wurde jetzt eine "Fortführungsvereinbarung" bis Ende 2021 abgeschlossen, abgesichert durch eine "niedrige einstellige Millionensumme". Kritik von Politikern im Ländle: "von vermeintlichen günstigen Zugkilometern ist also nicht mehr viel übrig geblieben". Wie heißt das Thema hier noch mal: Ausschreibung Stadtbahn. Naja, Ich bin gespannt.
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Logital
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Arnd Hellinger

2. Kann es richtig sein, dass deutsche Regionalisierungsmittel zum Defizitausgleich von Verkehren in Gelderland oder der Lombardei eingesetzt werden
zu 2.) Ebenfalls ja. Das ist wohl das was man "nationale Player" nennt.

Nein, die Aussage ist *nicht* richtig. Deutsche Regionalisierungsmittel werden *nicht* für Verkehre in Gelderland oder der Lombardei verwendet.

Diese werden vom Bund an die Bundesländer gezahlt; die Bundesländer entscheiden über deren Vergabe, und werden das bestimmt nicht für Auslandsverkehre tun (allenfalls für "ihren" unmittelbaren Grenzbereich).

Der Defizitausgleich wird vom DB-Konzern übernommen; und irgendwann *vielleicht* mal aus dem Staatshaushalt für einen eventuellen Defizitausgleich des DB-Konzerns. Aber das ist nur indirekt.

Mit den deutschen Regionalisierungsmitteln haben Verkehre in Gelderland etc. nicht das mindeste zu tun.
Zitat
Global Fisch
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Logital
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Arnd Hellinger

2. Kann es richtig sein, dass deutsche Regionalisierungsmittel zum Defizitausgleich von Verkehren in Gelderland oder der Lombardei eingesetzt werden
zu 2.) Ebenfalls ja. Das ist wohl das was man "nationale Player" nennt.

Nein, die Aussage ist *nicht* richtig. Deutsche Regionalisierungsmittel werden *nicht* für Verkehre in Gelderland oder der Lombardei verwendet.

Diese werden vom Bund an die Bundesländer gezahlt; die Bundesländer entscheiden über deren Vergabe, und werden das bestimmt nicht für Auslandsverkehre tun (allenfalls für "ihren" unmittelbaren Grenzbereich).

Der Defizitausgleich wird vom DB-Konzern übernommen; und irgendwann *vielleicht* mal aus dem Staatshaushalt für einen eventuellen Defizitausgleich des DB-Konzerns. Aber das ist nur indirekt.

Mit den deutschen Regionalisierungsmitteln haben Verkehre in Gelderland etc. nicht das mindeste zu tun.

Ich vermute das ist für Arnd aber alles ein Brei. Wenn die S-Bahn Berlin GmbH von den Betellentgelten Gewinne macht, diese dann an den Konzern abführt und der Konzern im Ausland damit Defizite ausgleicht.

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Beachten Sie die 3G-Regeln: Gelesen, gelacht, geantwortet.
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Global Fisch
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Logital
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Arnd Hellinger

2. Kann es richtig sein, dass deutsche Regionalisierungsmittel zum Defizitausgleich von Verkehren in Gelderland oder der Lombardei eingesetzt werden
zu 2.) Ebenfalls ja. Das ist wohl das was man "nationale Player" nennt.

Nein, die Aussage ist *nicht* richtig. Deutsche Regionalisierungsmittel werden *nicht* für Verkehre in Gelderland oder der Lombardei verwendet.

Diese werden vom Bund an die Bundesländer gezahlt; die Bundesländer entscheiden über deren Vergabe, und werden das bestimmt nicht für Auslandsverkehre tun (allenfalls für "ihren" unmittelbaren Grenzbereich).

Der Defizitausgleich wird vom DB-Konzern übernommen; und irgendwann *vielleicht* mal aus dem Staatshaushalt für einen eventuellen Defizitausgleich des DB-Konzerns. Aber das ist nur indirekt.

Mit den deutschen Regionalisierungsmitteln haben Verkehre in Gelderland etc. nicht das mindeste zu tun.

Na gut, dann sollte man vielleicht vorschlagen, etwaige "Gewinne" aus dem Bereich von DB Regio nicht mehr an die Konzernmutter abzuführen, sondern in dem Bereich zu belassen, in dem sie entstanden sind usw.

Letztlich werden Gewinne und Verluste von hunderten von konzernabhängigen Unternehmen in der Gesamtbilanz des Konzerns zusammengefaßt. Evtl. bei Arriva oder sonstwo auftretende Verluste werden durch woanders entstandene Gewinne ausgeglichen - oder der Eigentümer schießt Geld nach und/oder der Konzern baut weiter Schulden auf.

Eines ist aber doch klar: DB-Konzern - öffentliche Mittel = Insolvenz - womit die Spielchen der famosen Konzernspitze bei Arriva, Schenker usw. dann rasch beendet wären. Dieses ganze Konzernkonstrukt ist so nicht zukunftsfähig,

Marienfelde.
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Marienfelde
Na gut, dann sollte man vielleicht vorschlagen, etwaige "Gewinne" aus dem Bereich von DB Regio nicht mehr an die Konzernmutter abzuführen, sondern in dem Bereich zu belassen, in dem sie entstanden sind usw.

Dann gäbe es aber auch keinen Verlustausgleich. Und bei einer auch nur geringfügigen Fehlkalkulation wäre die betroffene DB Regio Tochter (oder 2009 die S-Bahn Berlin GmbH) unmittelbar insolvent. Man kann sich nicht nur die Rosinen rauspicken.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.09.2021 09:26 von andre_de.
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andre_de
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Marienfelde
Na gut, dann sollte man vielleicht vorschlagen, etwaige "Gewinne" aus dem Bereich von DB Regio nicht mehr an die Konzernmutter abzuführen, sondern in dem Bereich zu belassen, in dem sie entstanden sind usw.

Dann gäbe es aber auch keinen Verlustausgleich. Und bei einer auch nur geringfügigen Fehlkalkulation wäre die betroffene DB Regio Tochter (oder 2009 die S-Bahn Berlin GmbH) unmittelbar insolvent. Man kann sich nicht nur die Rosinen rauspicken.

Irgendwie drehen wir uns alle im Kreis, ist mein Eindruck. Abellio pickt doch - mit Unterstützung der niederländischen Politik - die Rosinen, indem der schlechtere Vertrag vorzeitig beendet wird. Keolis hat vor einem Monat dementiert, sich vom deutschen Markt komplett zurückzuziehen, diese Entscheidung sei nicht getroffen worden ("Niemand hat die Absicht, ...").

Eine nachhaltige Entwicklung des SPNV in Deutschland scheint mir mit der jetzigen Ausgestaltung des Wettbewerbs sowie des Zustands des DB-Konzerns kaum möglich.

Wieder umgekehrt, steht durchaus die Frage im Raum, weshalb man die Berliner S-Bahn ausgerechnet an einen Konzern vergeben will, der sichtbar angeschlagen ist, bei dem eine einheitliche Linie jedenfalls für mich seit vielen Jahren nicht zu erkennen ist.

Das Netz ist faktisch abgetrennt - aber trotz der Bemühungen der Politik (Stichwort Finanzierungskreislauf Schiene) ist eine nachhaltige, gemeinwohlorientierte Entwicklung beim Netz nicht recht erkennbar.

Noch einmal umgekehrt: "Wir" (also die Leute, die sich an "Bahn für Alle" orientieren oder sogar in einer der tragenden Organisationen mitarbeiten) haben Vorschläge gemacht, die allesamt in Richtung des Ziels einer Vergesellschaftung der Eisenbahn gehen.

Dafür werde ich hier belehrt, diese Vorschläge seien nicht "links" (was mir in gewissem Sinn egal ist - wenn die Vergesellschaftung der Produktionsmittel demnach "rechts" ist, bin ich eben "rechts"). Was sind denn Eure Vorschläge? Das derzeitige System der Ausschreibungen fortsetzen? "Links" wäre dann wohl die Ausweitung des derzeitigen Ausschreibungsmodells auf den Fernverkehr, wie von den Grünen ja auch thematisiert wird?

Nur mal so gefragt: Die Wasserversorgung wollt Ihr aber evtl. nicht ausschreiben? Warum eigentlich nicht, wenn doch das Ausschreibungsmodell im deutschen SPNV nach Eurer Ansicht relativ gut funktioniert?
Zitat
Marienfelde

Dafür werde ich hier belehrt, diese Vorschläge seien nicht "links" (was mir in gewissem Sinn egal ist - wenn die Vergesellschaftung der Produktionsmittel demnach "rechts" ist, bin ich eben "rechts"). Was sind denn Eure Vorschläge? Das derzeitige System der Ausschreibungen fortsetzen? "Links" wäre dann wohl die Ausweitung des derzeitigen Ausschreibungsmodells auf den Fernverkehr, wie von den Grünen ja auch thematisiert wird?

Nun, das Problem bei der S-Bahn ist halt dass da zu viele Leute am Tisch sitzen. Bei gegenwärtiger Rechtslage gibt es 2 Optionen: 1. Ausschreibung, 2. Gründung eines kommunalen S-Bahnunternehmens, das Anteilseigner aus den zu befahrenden Gebietskörperschaften hat. Die eigentlich anzustrebene komplette Vergesellschaftung kann nur auf Bundesebene beschlossen werden. Das erscheint mir bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen im Bund eher unwahrscheinlich.

Auf lokaler Ebene wird eine derartige Gründung einer S-Bahn vermutlich ebenfalls scheitern, da im Land Brandenburg die CDU mit am Tisch sitzt und die Grünen auch nicht zu 100% hinter derartigen Dingen stehen.

Also bleibt in der Realpolitik eben nur eine Ausschreibung als alternativlose Option, auch wenn sie eigentlich Mist ist.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
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Marienfelde
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andre_de
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Marienfelde
Na gut, dann sollte man vielleicht vorschlagen, etwaige "Gewinne" aus dem Bereich von DB Regio nicht mehr an die Konzernmutter abzuführen, sondern in dem Bereich zu belassen, in dem sie entstanden sind usw.

Dann gäbe es aber auch keinen Verlustausgleich. Und bei einer auch nur geringfügigen Fehlkalkulation wäre die betroffene DB Regio Tochter (oder 2009 die S-Bahn Berlin GmbH) unmittelbar insolvent. Man kann sich nicht nur die Rosinen rauspicken.
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Wieder umgekehrt, steht durchaus die Frage im Raum, weshalb man die Berliner S-Bahn ausgerechnet an einen Konzern vergeben will, der sichtbar angeschlagen ist, bei dem eine einheitliche Linie jedenfalls für mich seit vielen Jahren nicht zu erkennen ist.

Ich verstehe ja auch nicht warum manche auf Biegen und Brechen die S-Bahn an eine angeschlagenen und ohne Linie agierenden Konzern Deutsche Bahn vergeben wollen.

Zitat
Marienfelde

Nur mal so gefragt: Die Wasserversorgung wollt Ihr aber evtl. nicht ausschreiben? Warum eigentlich nicht, wenn doch das Ausschreibungsmodell im deutschen SPNV nach Eurer Ansicht relativ gut funktioniert?

Wenn es genug Wassererzeuger und ein leistungsfähiges Verbundnetz geben würde, könnte man das machen. Wie beim Strom und bei der Telekommunikation auch.
Da dieser Thread nun bereits seitenweise themenfremd verläuft und eine Rückkehr zum eigentlichen Thema nicht absehbar ist, ziehe ich hier nun nach sehr viel Geduld den Schlussstrich und schließe das Thema.

Mit freundlichen Grüßen,
Tom Gerlich - stv. Forumleiter
Dieses Thema wurde beendet.