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Fragen (I/2020)
geschrieben von Ruhlebener 
def
Re: Fragen (I/2020)
26.08.2020 06:08
Zitat
B-V 3313
Wie "beliebt" das Oberdeck war, sah man ab Sommer 1974. Als im Oberdeck das Rauchen verboten wurde, sank die Bereitschaft nach oben zu gehen. Also gab es erst die "Werbekampagne" mit Sprüchen wie "Benutze auch das Oberdeck, denn unten ist der Platz oft weg!" und ab 1977/78 musste dann die zweite Treppe her um wenigstens den Aufsteig bequemer zu machen. Auf manchen Linien waren Doppeldecker völlig fehl am Platz, ich nenne da mal den kurzen 80er ab 1984 mit seinen dreizehn Minuten Fahrzeit.

Doppeldecker sind - abgesehen vom 100er als Sonderfall - eigentlich nur auf Linien mit einem hohen Anteil von "Langstrecken"-Fahrgästen sinnvoll. Denn die können oben dann in Ruhe fahren, ohne alle 2 min heiße oder kalte Außenluft und die Unruhe durch Ein- und Aussteigende mitzubekommen.
Re: Fragen (I/2020)
26.08.2020 16:05
Zitat
B-V 3313
Setze bitte die rosarote Brille ab. Auch früher hätten Gelenkwagen auf vielen Linien gepasst. Nennen wir da mal den 8er und 9er zum Flughafen und fast alles durch die Albrechtstraße oder den 11er. Platz hätte man gehabt, die Höfe boten ausreichend Kapazität. Aber wie man in der jüngeren Zeit die beiden versuchsweise angeschafften zweiachsigen Doppeldecker ins Leere laufen ließ, so tat man das schon mit den 1962 von der Bremer Straßenbahn geschenkten (!) drei Hentschel-Gelenkbussen. Wie "beliebt" das Oberdeck war, sah man ab Sommer 1974. Als im Oberdeck das Rauchen verboten wurde, sank die Bereitschaft nach oben zu gehen. Also gab es erst die "Werbekampagne" mit Sprüchen wie "Benutze auch das Oberdeck, denn unten ist der Platz oft weg!" und ab 1977/78 musste dann die zweite Treppe her um wenigstens den Aufsteig bequemer zu machen. Auf manchen Linien waren Doppeldecker völlig fehl am Platz, ich nenne da mal den kurzen 80er ab 1984 mit seinen dreizehn Minuten Fahrzeit.

1. ist meine Brille nicht rosarot, 2. könnte ich ohne Brille nicht zwischen dem fundierten Teil deines Beitrags und dem Rest unterscheiden! :-)

Zur Sache: Wie glasklar der Durchblick ist, sehe ich daran, dass ich schrieb, Gelenkbusse standen gar nicht zur Debatte, und du das mit den Hentschel- äh, H e n s c h e l -Gelenkbussen bestätigtest. Wenn ich das bei Wikipedia übrigens richtig verstanden habe, wollte man das Trojanische Pferd bei der BVG vielleicht auch nicht annehmen, weil die Produktion ein Jahr später eingestellt wurde und die BVG-Werkstätten befürchteten, bald womöglich ohne Ersatzteile dazustehen.
Und dann staune ich: Vielleicht nicht damals in der Blüte der Betriebshöfe, aber vor ein paar Wochen zumindest hattest du den Eindruck erweckt, dass es statt zu vieler Gelenkbusse angesichts des inzwischen ja reduzierten Angebots an Betriebshöfen platzsparender wäre, mehr DD anzuschaffen, und erwähntest wohl auch, dass gerade der Zuständige auf dem Spandauer Hof nicht versessen auf Doppeldecker ist/war. Es kommt hinzu, dass nicht nur der MIV zu viel Straßenraum verbraucht, sondern nach Eingeständnis von BVG-Mitarbeitern auch Gelenkbusse an Doppelhaltestellen - oft noch herrührend aus DD-Zeiten - behindern, indem die Hecks Fußgängerüberwege und die Frontteile Einfahrten versperren.
Obwohl es übrigens früher unbequemer war, oben vom rechten Platz aus der Viererreihe auf den Gang zu kommen, bin ich - selbst als Nichtraucher - gern oben gefahren. Heute habe ich manchmal das Gefühl, oben beim Aufsuchen/Verlassen des Platzes "verschaukelt" zu werden. An meinem inzwischen zugenommenen Alter wird es wohl nicht liegen, denn gelegentliche Mitfahrten in den Traditionsbus-Fahrzeugen beweisen, dass man sich im oberen furtähnlichen Gang sicher wie eh und je fühlen kann!
Zurück und meine interessierte Frage, auch hinsichtlich wiederkommender Diskussionen: Möchtest du nun lieber im Busbereich alles einstöckig haben? Sollte doch der verkümmerte DD-Bereich aufgerüstet werden? Wie sollte eine prozentuale Aufteilung sein? Nenne doch mal deine Vorstellungen!
Re: Fragen (I/2020)
26.08.2020 16:29
Zitat
Bw Steg
Wenn ich das bei Wikipedia übrigens richtig verstanden habe, wollte man das Trojanische Pferd bei der BVG vielleicht auch nicht annehmen, weil die Produktion ein Jahr später eingestellt wurde und die BVG-Werkstätten befürchteten, bald womöglich ohne Ersatzteile dazustehen.

Man hat damals an fast allen beschafften Bustypen mitentwickelt, bei Gelenkbussen wäre das nicht gegangen?

Zitat
Bw Steg
Zurück und meine interessierte Frage, auch hinsichtlich wiederkommender Diskussionen: Möchtest du nun lieber im Busbereich alles einstöckig haben? Sollte doch der verkümmerte DD-Bereich aufgerüstet werden? Wie sollte eine prozentuale Aufteilung sein? Nenne doch mal deine Vorstellungen!

Die Busse müssen ganz einfach zur Linie passen. Wie def schon richtig schrieb, auf Linien, wo der Anteil der Langstreckenfahrer hoch ist, sollten nach Möglichkeit Doppeldecker fahren. Gerne auch in einer kürzeren zweiachsigen und einer dreiachsigen Variante wie heute. Auf kurzen Linien oder Linien mit hohem Kurzstreckenanteil bei den Fahrgästen, sind Gelenkwagen oder EN die richtige Entscheidung, auf dem Kurfürstendamm wäre also der X10er die DD-Linie, M19 und M29 dagegen Gelenkbuslinien.
In Spandau wären das:
DD (2x): X49, 133, 134, 135, 237
DD (3x): M37, M45, M49, X33, X34, 137/337
GN: M32, M36, 130, 136, 139
EN: 131

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Wieso dann auch keine 3x-EN/LN? Haben diese heutzutage keine Daseinsberechtigung mehr? Deiner Aufteilung folgend hätten sie durchaus Sinn ergeben, nämlich auf Linien mit höherem Anteil an Kurzstreckenfahrgästen, wo ein 12m-EN zu klein, ein GN aber entweder zu groß oder oder aus anderen Gründen untauglich wäre.
Re: Fragen (I/2020)
27.08.2020 04:27
Der LN ist mit seinem relativ langen Abstand zwischen den Türen und 3 dem engen Gang für Kurzstreckenverkehre denkbar ungeeignet. Nein, dieser Bustyp fehlt absolut nicht in Berlin.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Re: Fragen (I/2020)
27.08.2020 17:39
Zitat
B-V 3313
Der LN ist mit seinem relativ langen Abstand zwischen den Türen und 3 dem engen Gang für Kurzstreckenverkehre denkbar ungeeignet. Nein, dieser Bustyp fehlt absolut nicht in Berlin.

Ist ein LN nicht praktisch ein DL ohne Oberdeck?

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Das wird man doch wohl noch schreiben dürfen! ;-)
Re: Fragen (I/2020)
27.08.2020 17:57
Der DL ist kürzer.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Re: Fragen (I/2020)
28.08.2020 15:50
Zitat
B-V 3313
Der DL ist kürzer.

Und ich dachte immer das L in DL wäre das gleiche L wie das L in LN.
Mittlerweile ist das N ja sowieso klar, so dass man mit dem zweiten Buchstaben auf neue Errungenschafften wie einen Elektroantrieb hinweisen kann.

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Das wird man doch wohl noch schreiben dürfen! ;-)
Re: Fragen (I/2020)
28.08.2020 16:42
An sich ist das L auch das gleiche L, nur dass es eben irgendwas zwischen 12m und 18m (Gelenkbus) bedeutet, in diesem Fall 15m (LN) oder 13,7m (DL).
Zitat
B-V 3313
Auf kurzen Linien oder Linien mit hohem Kurzstreckenanteil bei den Fahrgästen, sind Gelenkwagen oder EN die richtige Entscheidung, auf dem Kurfürstendamm wäre also der X10er die DD-Linie, M19 und M29 dagegen Gelenkbuslinien.

Nun weiß ich ja nicht, wie Du Lang- und Kurzstrecken definierst, jedenfalls bin ich dann und wann mal mit dem M19er zwischen Halensee und Kreuzberg unterwegs und beobachte dabei stets einen nicht geringen Anteil an Fahrgästen mit ähnlichen Reiseweiten. Natürlich sind gerade auf dem Kudamm auch viele ausgesprochene Kurzstreckenfahrgäste im Bus, alles in allem halte ich aber DD-Busse auf dieser Linie durchaus für angebracht.


Beginne den Tag mit einem Lächeln - dann hast Du es hinter Dir.
Guten Tag!
Beim ausmisten habe ich dieses Schild gefunden. Was bedeutet dieses?


Ich würde "Kbl" für eine selten gesehene Abkürzung für "Kabel" definieren, also ein 30 Kilovolt-Kabel für die Bahnstromversorgung der S-Bahn. Vielleicht eine Abdeckung für einen Kabelkanal.

****
Dieser Text ist zu gut, um mit einer Signatur von ihm abzulenken.
Was genau war dort los? [www.morgenpost.de]

______________________

Nicht-dynamische Signatur
Zitat
Lehrter Bahnhof
Was genau war dort los? [www.morgenpost.de]

Damit du doch beschweren kannst, wie unfähig DB Netz, S-Bahn Berlin oder wer auch immer war?
Es gab einen tragischen Vorfall.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1876-2020
Re: Fragen (I/2020)
31.08.2020 07:27
Zitat
485er-Liebhaber
Zitat
Lehrter Bahnhof
Was genau war dort los? [www.morgenpost.de]

Damit du doch beschweren kannst, wie unfähig DB Netz, S-Bahn Berlin oder wer auch immer war?
Es gab einen tragischen Vorfall.

Was genau dort passiert war muss hier nicht diskutiert werden. Wir der Betrieb durchgeführt wurde darf hier aber natürlich diskutiert werden.

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Das wird man doch wohl noch schreiben dürfen! ;-)
Re: Fragen (I/2020)
01.09.2020 08:00
Zitat
Lehrter Bahnhof
Was genau war dort los? [www.morgenpost.de]

Steht doch da: "Ein Unfall am Bahnhof Zoo".
Re: Fragen (I/2020)
01.09.2020 17:07
Zitat
B-V 3313
Der LN ist mit seinem relativ langen Abstand zwischen den Türen und 3 dem engen Gang für Kurzstreckenverkehre denkbar ungeeignet.

Das Arguument zieht doch nur, wenn Du den LN mit den damals noch verbreiteten dreitürigen EN vergleichst. Seit sich die BVG entschieden hat, aus unerfindlichen Gründen nur noch zweitürige EN, also mit "Sackgasse", zu beschaffen, sehne ich mich nach dem "langen engen Gang" im LN geradezu zurück. Schließlich zählt nur die halbe Länge, da man ja zu zwei Seiten ausweichen konnte. Die mit Gegenverkehr zurückzulegende Strecke war also kürzer als bei den heutigen, für den Großstadtverkehr völlig ungeeigneten, zweitürigen Fahrzeugen...

Gruß
Salzfisch

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Berlins Straßen sind zu eng, um sie mit Gelenkbussen zu verstopfen!
Re: Fragen (I/2020)
01.09.2020 17:30
Zitat
Salzfisch
Zitat
B-V 3313
Der LN ist mit seinem relativ langen Abstand zwischen den Türen und 3 dem engen Gang für Kurzstreckenverkehre denkbar ungeeignet.

Das Arguument zieht doch nur, wenn Du den LN mit den damals noch verbreiteten dreitürigen EN vergleichst. Seit sich die BVG entschieden hat, aus unerfindlichen Gründen nur noch zweitürige EN, also mit "Sackgasse", zu beschaffen, sehne ich mich nach dem "langen engen Gang" im LN geradezu zurück. Schließlich zählt nur die halbe Länge, da man ja zu zwei Seiten ausweichen konnte. Die mit Gegenverkehr zurückzulegende Strecke war also kürzer als bei den heutigen, für den Großstadtverkehr völlig ungeeigneten, zweitürigen Fahrzeugen...

Gruß
Salzfisch

Möglich ist ein Wiedereinsatz bestimmt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie hier im Forum geschrieben wurde, dass auf der Lichtenberger-Friedrichshainer Linie 240 gesagt wurde, dass dort nur EN verkehren können und nun fährt sie fast nur mit GN.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.09.2020 17:31 von Flexist.
Zitat
Salzfisch
Zitat
B-V 3313
Der LN ist mit seinem relativ langen Abstand zwischen den Türen und 3 dem engen Gang für Kurzstreckenverkehre denkbar ungeeignet.

Das Arguument zieht doch nur, wenn Du den LN mit den damals noch verbreiteten dreitürigen EN vergleichst. Seit sich die BVG entschieden hat, aus unerfindlichen Gründen nur noch zweitürige EN, also mit "Sackgasse", zu beschaffen, sehne ich mich nach dem "langen engen Gang" im LN geradezu zurück. Schließlich zählt nur die halbe Länge, da man ja zu zwei Seiten ausweichen konnte. Die mit Gegenverkehr zurückzulegende Strecke war also kürzer als bei den heutigen, für den Großstadtverkehr völlig ungeeigneten, zweitürigen Fahrzeugen...

Gruß
Salzfisch

Weil es damals die Grundsatzentscheidung gab, dass bei der BVG Vordereinstieg herrscht. Ergo waren aus Sicht der BVG Heckanzeigen mit Ziel und die dritte Tür nicht mehr wichtig.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1876-2020
Zitat
Salzfisch
Seit sich die BVG entschieden hat, aus unerfindlichen Gründen nur noch zweitürige EN (...)

Unerfindliche Gründe? Wie wenig Sitzplätze sollen die Busse denn noch haben? Ich ärgere mich jedes Mal wenn in Städten wie Potsdam oder Eberswalde in Gelenkbussen fahre, die ohne Not vier Türen und damit kaum vernünftige Sitzplätze aufweisen. Als wären da Wunder was für Fahrgastmassen unterwegs, die nicht durch zwei Türen ein.- und aussteigen könnten.

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