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Neun Euro Ticket
geschrieben von Heidekraut 
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 07:05
Interessant. Die Aufschrift "samm" lässt hier viele einiges mehr in Beiträge interpretieren, als eigentlich drin ist.

Zitat

Alle, die es sich leisten können und wollen, werden das Auto vorziehen.

Daran gibt es nichts zu rütteln. Das ist eine logische Aussage.

Das ist so wie: Alle, die Bahn fahren können und wollen, werden dies aus tun. Und genau das passiert auch gerade, sehr viele wollen, aber nicht alle können Bahn fahren. Die Menge der "nicht könnenden" ist nun eine Teilmenge von "können und wollen" Auto fahren. Manche bleiben dann auch einfach in Berlin. Eine Weltanschauung und Denkweise, die ich toll finde, aber selbst nicht praktiziere.

Zitat
Florian Schulz
Daraus den Schluss zu zu ziehen, dass Autofahrer wieder zu ihrer warmen Kutsche zurückwollen, lässt für mich nur einen Schluss zu: Autofahrer wollen nicht umsteigen, auch dann nicht wenn für drei Monate zwei ureigenste Forderungen eingelöst werden: Sensationell günstiges Ticket und und ein bundesweit einheitliches Tarifsystem welches simpler nicht sein kann. Und den Schluss ziehst du schon zu einem Zeitpunkt wo wir den Höhepunkt der Ticket-Aktion noch gar nicht erreicht haben: die Sommerferien. Geschweige denn den eigentlichen Ablauftag der der Ticket-Aktion.

Und genau mit diesem Vorwurf macht man keine Verkehrswende. Selbst wenn ich wollte, ich könnte in Gesundbrunnen zu normalen Reisezeiten nicht einsteigen. Da erübrigt sich doch jede weitere Diskussion.

Selbst wenn ich wollte, ich kann auch gerade keinen umweltfreundlichen, synthetischen Kraftstoff kaufen.

Zitat
Alter Köpenicker
Warum man immer so schnell, wie möglich am Ziel sein musste, leuchtete mir auch diesmal nicht ein.

Ohne das wertend zu meinen: Was machst du in deinem Leben? Und ich meine das wirklich wertfrei: Andere Menschen leben andere Leben. Mir macht eine Zugfahrt (mit Sitzplatz und ohne Überfüllung versteht sich) auch Spaß, aber irgendwann ist dann auch mal gut. Sonst bräuchte ich ja kein Hotel am Ziel. Diese Schwelle liegt bei jedem woanders.

Mir persönlich gehen dann oft langsame Leute auf den Sack. Aber ja, ich krieg die nicht schneller und die kriegen mich nicht langsamer.

Zitat
Alter Köpenicker
Aber zurück zum Neun-Euro-Ticket. Ich glaube, die meisten Menschen nutzen es in erster Linie, weil sie auch sonst eine Monatskarte für den ÖPNV nutzen, aus welchen Gründen auch immer. Dass nun damit Fernreisen unternommen werden, ist doch nur eine Randerscheinung und nur der geringste Teil der Nutzer wird es wohl auch nur dafür gekauft haben. Die klassischen Ausflugsbahnen sind auch ohne das Neun-Euro-Ticket bei entsprechender Witterung übervoll. In der HVZ habe ich bislang gar keinen Unterschied bemerkt. Allerdings war ich nur in Baden (Weil/Lörrach, Karlsruhe, Freiburg) unterwegs.

Man kann also sehen, dass sich Leute bei günstigeren Tickets im Freizeitverkehr, wo niemand pünktlich am Ziel sein muss, in die Züge setzen. In der Stadt um zur Arbeit zu kommen aber nicht.

Also verzeiht mir, aber daraus kann man sehr viel ableiten ...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.2022 07:19 von samm.
Zitat
samm
Zitat

Alle, die es sich leisten können und wollen, werden das Auto vorziehen.

Daran gibt es nichts zu rütteln. Das ist eine logische Aussage.

Das ist so wie: Alle, die Bahn fahren können und wollen, werden dies aus tun. Und genau das passiert auch gerade, sehr viele wollen, aber nicht alle können Bahn fahren. Die Menge der "nicht könnenden" ist nun eine Teilmenge von "können und wollen" Auto fahren. Manche bleiben dann auch einfach in Berlin. Eine Weltanschauung und Denkweise, die ich toll finde, aber selbst nicht praktiziere.

Nein, die Aussage halte ich für nicht logisch und man kann sie so nicht stehen lassen. Sie impliziert, dass die Abwägung zwischen Zug und Auto eine ökonomische ist. Wir haben aktuell ein unschlagbar attraktives Ticket für jedermann, dass jeden befähigt egal ob öknomisch schwach oder stark, die gesamt Palette an ÖPNV-Fahrten nutzen zu können. Warum sollte die Nutzung zur Zeit eine rein ökonomische Frage sein?

Ich kann mir ein Auto leisten und mit etwas Willen "will" ich es auch. Trotzdem werde ich in den drei Monaten bei jeder Gelegenheit versuchen, so viel Bus und Bahn zu fahren und auf Autofahrten verzichten wo es geht. Das hat mit meiner ökonomischen Lage wenig zu tun, sondern ist eine Frage der Prämissensetzung. Nach meinen Beobachtungen seit der Einführung des 9-Euro-Tickets, scheine ich mit der Herangehensweise jedenfalls nicht alleine unterwegs zu sein. So fallen ja auch viele Berichte hier von anderen Usern aus.

Wenn man bei deiner Aussage probeweise die Negation macht, wird sie sogar ziemlich unlogisch:

Alle, die es sich es nicht leisten können und wollen, können das Auto demnach nicht vorziehen. Sondern müssen weiter Bahn fahren, da Sie nach deiner Wahrnehmung angeblich alternativlos handeln.

Das ist Unsinn, da du damit implizierst, dass die Leute, die das Bahnfahren vorziehen, ökonomisch schwach sind.

Auch bei der Gegenteil-Probe bleibt mir die Logik irgendwie verborgen: Gerade weil das Bahnfahren zur Zeit spottbillig ist, haben die Leute mehr Geld in der Tasche und müssten sich folgerichtig das Auto sogar sehr gut leisten können. Der Tankrabatt, auch wenn er für die Endkunden kleiner ausfällt als von der FDP erwartet, müsste das Autofahren sogar super attraktiv machen. Trotzdem ziehen aktuell (vermutlich) mehr Leute als vorher das Bahnfahren vor. Also handeln sie offenbar aus anderen Gründen als deine lupenreine Logik erklären mag.

Zitat
samm
Zitat
Florian Schulz
Daraus den Schluss zu zu ziehen, dass Autofahrer wieder zu ihrer warmen Kutsche zurückwollen, lässt für mich nur einen Schluss zu: Autofahrer wollen nicht umsteigen, auch dann nicht wenn für drei Monate zwei ureigenste Forderungen eingelöst werden: Sensationell günstiges Ticket und und ein bundesweit einheitliches Tarifsystem welches simpler nicht sein kann. Und den Schluss ziehst du schon zu einem Zeitpunkt wo wir den Höhepunkt der Ticket-Aktion noch gar nicht erreicht haben: die Sommerferien. Geschweige denn den eigentlichen Ablauftag der der Ticket-Aktion.

Und genau mit diesem Vorwurf macht man keine Verkehrswende. Selbst wenn ich wollte, ich könnte in Gesundbrunnen zu normalen Reisezeiten nicht einsteigen. Da erübrigt sich doch jede weitere Diskussion.

Den Vorwurf hast ja du gezogen mit deiner "logischen" Aussage. Wen du sie anders gemeint haben solltest, dann bitte ich um eine Erklärung. Für mich ist sie, wenn man sie zu Ende denkt, ziemlich unlogsich und trifft nicht die Motivation vieler Bahnfahrer. Ich habe ja ausführlich erläutert, warum ich auf meinen Fahrten von den Leuten einen anderen Eindruck gewinne als du.

So lange wie die drei Monate noch nicht rum sind und entsprechende Zahlen vorliegen, welche Verhaltensänderungen bei den Menschen tatsächlich eintreten, würde ich mich mit vorschnellen Urteile eher zurückhalten. Ich denke nicht, dass man aus zwei Wochenenden voller Bahnen, wovon eines ein Feiertags-WE war, schon "logische" Schlüsse wie deine ziehen kann.


Zitat
samm
Interessant. Die Aufschrift "samm" lässt hier viele einiges mehr in Beiträge interpretieren, als eigentlich drin ist.

Nein, wir sind hier in einem Diskussionsforum. Da ist es erlaubt, und erwünscht, Aussagen anderer zu kommentieren. Ich hoffe, dass du damit nicht versuchst, dich als Opfer zu inszenieren dem man nicht widersprechen darf. Lieb gemeinter Hinweis an dieser Stelle.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.2022 08:16 von Florian Schulz.
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 08:20
Zitat
Alter Köpenicker
Warum man immer so schnell, wie möglich am Ziel sein musste, leuchtete mir auch diesmal nicht ein.

Ich hänge mich mal an diese Aussage ran mit einem Erlebnis vom Wochenende.

Bekannte (eingefleischte Autofahrer) sprachen mich zum 9-€-Ticket an, weil sie überlegten, damit mal wieder in die alte Heimat zu fahren. Mit dem Auto dauert das ca. 2h einfache Fahrt. Mit Nahverkehrszügen gut 4 Stunden, egal auf welchem Weg und mit mindestens 2x Umsteigen. Und dann gehören sowohl RE1 als auch RE7 noch zu den sowieso gut und aktuell wahrscheinlich sogar überlasteten Linien und der RE3 trifft „natürlich“ auf den Ast des „Bitterfelder S-Bahn-Kreuzes“, bei dem man nochmal umsteigen muss.
Fazit: selbst ich konnte die Fahrt unter der Voraussetzung „nur Nahverkehr“ nicht wirklich als Tagestour empfehlen. Mein Vorschlag, doch in der alten Heimat für eine Nacht ein Hotel zu nutzen und erst am nächsten Tag zurückzufahren, wurde auch abgelehnt.

PS: mit Fernverkehr wäre man auch in ca. 2 Stunden dort, aber da gilt ja nicht das 9-€-Ticket.

PPS: dass am Zielort die Nutzung des ÖPNV nicht in Betracht gezogen wurde, sondern die Wege zu Fuß zurückgelegt werden sollten – ja, kann man machen, würde ich vielleicht auch bei so einer Tour, weil man zu Fuß doch mehr sieht als aus einem Fahrzeug und die Entfernung ist grade noch akzeptabel. Andererseits zeigt es auch noch eine weitere Hürde bei der ÖPNV-Nutzung auf: man muss sich mit den Linienführungen und der Netzstruktur auseinandersetzen.
Zitat
Jumbo
Zitat
Alter Köpenicker
Warum man immer so schnell, wie möglich am Ziel sein musste, leuchtete mir auch diesmal nicht ein.

Ich hänge mich mal an diese Aussage ran mit einem Erlebnis vom Wochenende.

Bekannte (eingefleischte Autofahrer) sprachen mich zum 9-€-Ticket an, weil sie überlegten, damit mal wieder in die alte Heimat zu fahren. [...]

Interessant wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind.

Meine Beobachtung nach Gesprächen in der Familie ist die Gegenteilige. Ein Bekannter im Autobesitz nutzte die Gelegenheit für eine Zugreise nach München und war happy, dass ihm das 9-Euro-Ticket die Türen für den Bus und Bahnverkehr in München eröffnete. Kein Auseinandersetzen mit dem dortigen Tarifsystem, kein Lesen von irgendwelchen Wabentabellen. Einfach vor Ort am Liniennetz das Ziel raussuchen und einsteigen. Vorher so nicht vorgesehen, fuhr er dann auch spontan für einen Tag in Richtung Bayerischer Wald. Er sagte, dass er sich mit dem 9-Euro-Ticket noch nie so flexibel gefühlt hätte.

Ähnliches berichteten zwei Verwandte von mir, die für anderthalb Wochen nach Warnemünde fuhren. Da die Reise bereits vor dem Gültigkeitszeitraum begann, fuhren sie mit dem Auto hin, aber freuten sich dass sie mit dem 9-Euro-Ticket der Rostocker Straßenbahn ein Tag auch mit dem Dampfzug nach Kühlungsborn fahren konnten. Sie berichteten, dass sie das Auto entgegen ihres sonst üblichen Verhalten die gesamte Urlaubszeit am Ort der Unterkunft stehen ließen und praktisch alle Fahrten mit Straßenbahn, S-Bahn und Regio machten. Sie haben auch erzählt, dass sie überrascht waren wie schnell man mit dem ÖPNV überall hingekommen ist und hätten sie das vorher gewusst, wären sie wahrscheinlich mit dem Zug angereist. Das zwei Mal Umsteigen (S8, RE2, RE1) wäre eine Hürde gewesen. Mein Hinweis, dass man den Umstieg in Schwerin auch für eine Kaffee- und Raucherpause nutzen könnte, bejahten sie mit dem Gedanken, dass solch eine Pause angenehmer wäre als wieder irgendwo auf einem zugigen Autobahnrastplatz stehen zu müssen.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.2022 11:01 von Florian Schulz.
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 12:06
[interaktiv.morgenpost.de]

Karte inkl. Planer wie weit man mit höchstens 3 Umstiegen von Berlin aus kommt mit dem Ticket.
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 12:23
Zitat
Florian Schulz
Zitat
samm
Zitat

Alle, die es sich leisten können und wollen, werden das Auto vorziehen.

Daran gibt es nichts zu rütteln. Das ist eine logische Aussage.

Das ist so wie: Alle, die Bahn fahren können und wollen, werden dies aus tun. Und genau das passiert auch gerade, sehr viele wollen, aber nicht alle können Bahn fahren. Die Menge der "nicht könnenden" ist nun eine Teilmenge von "können und wollen" Auto fahren. Manche bleiben dann auch einfach in Berlin. Eine Weltanschauung und Denkweise, die ich toll finde, aber selbst nicht praktiziere.

Nein, die Aussage halte ich für nicht logisch und man kann sie so nicht stehen lassen. Sie impliziert, dass die Abwägung zwischen Zug und Auto eine ökonomische ist. Wir haben aktuell ein unschlagbar attraktives Ticket für jedermann, dass jeden befähigt egal ob öknomisch schwach oder stark, die gesamt Palette an ÖPNV-Fahrten nutzen zu können. Warum sollte die Nutzung zur Zeit eine rein ökonomische Frage sein?

Ich kann mir ein Auto leisten und mit etwas Willen "will" ich es auch. Trotzdem werde ich in den drei Monaten bei jeder Gelegenheit versuchen, so viel Bus und Bahn zu fahren und auf Autofahrten verzichten wo es geht. Das hat mit meiner ökonomischen Lage wenig zu tun, sondern ist eine Frage der Prämissensetzung. Nach meinen Beobachtungen seit der Einführung des 9-Euro-Tickets, scheine ich mit der Herangehensweise jedenfalls nicht alleine unterwegs zu sein. So fallen ja auch viele Berichte hier von anderen Usern aus.

Wenn man bei deiner Aussage probeweise die Negation macht, wird sie sogar ziemlich unlogisch:

Alle, die es sich es nicht leisten können und wollen, können das Auto demnach nicht vorziehen. Sondern müssen weiter Bahn fahren, da Sie nach deiner Wahrnehmung angeblich alternativlos handeln.

Das ist Unsinn, da du damit implizierst, dass die Leute, die das Bahnfahren vorziehen, ökonomisch schwach sind.

Auch bei der Gegenteil-Probe bleibt mir die Logik irgendwie verborgen: Gerade weil das Bahnfahren zur Zeit spottbillig ist, haben die Leute mehr Geld in der Tasche und müssten sich folgerichtig das Auto sogar sehr gut leisten können. Der Tankrabatt, auch wenn er für die Endkunden kleiner ausfällt als von der FDP erwartet, müsste das Autofahren sogar super attraktiv machen. Trotzdem ziehen aktuell (vermutlich) mehr Leute als vorher das Bahnfahren vor. Also handeln sie offenbar aus anderen Gründen als deine lupenreine Logik erklären mag.

Zitat
samm
Zitat
Florian Schulz
Daraus den Schluss zu zu ziehen, dass Autofahrer wieder zu ihrer warmen Kutsche zurückwollen, lässt für mich nur einen Schluss zu: Autofahrer wollen nicht umsteigen, auch dann nicht wenn für drei Monate zwei ureigenste Forderungen eingelöst werden: Sensationell günstiges Ticket und und ein bundesweit einheitliches Tarifsystem welches simpler nicht sein kann. Und den Schluss ziehst du schon zu einem Zeitpunkt wo wir den Höhepunkt der Ticket-Aktion noch gar nicht erreicht haben: die Sommerferien. Geschweige denn den eigentlichen Ablauftag der der Ticket-Aktion.

Und genau mit diesem Vorwurf macht man keine Verkehrswende. Selbst wenn ich wollte, ich könnte in Gesundbrunnen zu normalen Reisezeiten nicht einsteigen. Da erübrigt sich doch jede weitere Diskussion.

Den Vorwurf hast ja du gezogen mit deiner "logischen" Aussage. Wen du sie anders gemeint haben solltest, dann bitte ich um eine Erklärung. Für mich ist sie, wenn man sie zu Ende denkt, ziemlich unlogsich und trifft nicht die Motivation vieler Bahnfahrer. Ich habe ja ausführlich erläutert, warum ich auf meinen Fahrten von den Leuten einen anderen Eindruck gewinne als du.

So lange wie die drei Monate noch nicht rum sind und entsprechende Zahlen vorliegen, welche Verhaltensänderungen bei den Menschen tatsächlich eintreten, würde ich mich mit vorschnellen Urteile eher zurückhalten. Ich denke nicht, dass man aus zwei Wochenenden voller Bahnen, wovon eines ein Feiertags-WE war, schon "logische" Schlüsse wie deine ziehen kann.


Zitat
samm
Interessant. Die Aufschrift "samm" lässt hier viele einiges mehr in Beiträge interpretieren, als eigentlich drin ist.

Nein, wir sind hier in einem Diskussionsforum. Da ist es erlaubt, und erwünscht, Aussagen anderer zu kommentieren. Ich hoffe, dass du damit nicht versuchst, dich als Opfer zu inszenieren dem man nicht widersprechen darf. Lieb gemeinter Hinweis an dieser Stelle.

Ich gebe zu Protokoll, dass ich nicht verstehe, inwiefern es eine ökonomische Abwägung ist, wenn man Gesundbrunnen nicht mehr in den Zug passt. Wenn ich schreibe, jemand KANN NICHT, dann gibt es da doch keine Option.
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 13:01
Zitat
samm

Ich gebe zu Protokoll, dass ich nicht verstehe, inwiefern es eine ökonomische Abwägung ist, wenn man Gesundbrunnen nicht mehr in den Zug passt. Wenn ich schreibe, jemand KANN NICHT, dann gibt es da doch keine Option.

Ja, das ist keine ökonomische Abwägung. Nur heißt in vielen anderen Fällen 'nicht können' lediglich 'nicht wollen'.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
samm
Ich gebe zu Protokoll, dass ich nicht verstehe, inwiefern es eine ökonomische Abwägung ist, wenn man Gesundbrunnen nicht mehr in den Zug passt. Wenn ich schreibe, jemand KANN NICHT, dann gibt es da doch keine Option.

Es gibt zahlreiche Optionen: Nächsten Zug nehmen, andere Reiseroute wählen, anderes Ziel wählen, andere Zuggattung nehmen, anderen Reisetag wählen, andere Tür nehmen, anderes Verkehrsmittel wählen.

An die Logiker unter euch. Lässt sich daraus ableiten, dass dieser Möglichkeitsraum eine Leistungsfrage ist? Und führt die Tatsache, dass man nicht in den Zug gekommen ist, wirklich zum Autolenkrad? Spoiler: Nein und nein.

Deine Aussage war aber, dass diese Leute _alle_ das Auto vorziehen werden. Und machtest diese Wahl daran fest, ob sie sich das Auto leisten können.

Heißt im Umkehrschluss, dass alle, die sich kein Auto leisten können und trotzdem mit dem Zug fahren wollen, arme Schweine sein müssen. Überlegen wir uns ob deine "logische" Aussage tatsächlich die Wirklichkeit trifft :-)

P.S.: Was für Leute sind das eigentlich, die in Gesundbrunnen schon im Zug gesessen haben?

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.2022 13:33 von Florian Schulz.
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 13:36
Zitat
Florian Schulz
Zitat
samm
Ich gebe zu Protokoll, dass ich nicht verstehe, inwiefern es eine ökonomische Abwägung ist, wenn man Gesundbrunnen nicht mehr in den Zug passt. Wenn ich schreibe, jemand KANN NICHT, dann gibt es da doch keine Option.

Es gibt zahlreiche Optionen: Nächsten Zug nehmen, andere Reiseroute wählen, anderes Ziel wählen, andere Zuggattung nehmen, anderen Reisetag wählen, andere Tür nehmen, anderes Verkehrsmittel wählen.

An die Logiker unter euch. Lässt sich daraus ableiten, dass dieser Möglichkeitsraum eine Leistungsfrage ist? Und führt die Tatsache, dass man nicht in den Zug gekommen ist, wirklich zum Autolenkrad? Spoiler: Nein und nein.

Deine Aussage war aber, dass diese Leute _alle_ das Auto vorziehen werden. Und machtest diese Wahl daran fest, ob sie sich das Auto leisten können.

Heißt im Umkehrschluss, dass alle, die sich kein Auto leisten können und trotzdem mit dem Zug fahren wollen, arme Schweine sein müssen. Überlegen wir uns ob deine "logische" Aussage tatsächlich die Wirklichkeit trifft :-)

P.S.: Was für Leute sind das eigentlich, die in Gesundbrunnen schon im Zug gesessen haben?

Again, du beschreibst schon wieder keine Situation, in der jemand nicht mitfahren kann. Wenn ich den nächsten Zug nehme, kann ich ja mitfahren.

Führt zu nichts :-)
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 13:41
Zitat
samm
Zitat
Florian Schulz
Zitat
samm
Ich gebe zu Protokoll, dass ich nicht verstehe, inwiefern es eine ökonomische Abwägung ist, wenn man Gesundbrunnen nicht mehr in den Zug passt. Wenn ich schreibe, jemand KANN NICHT, dann gibt es da doch keine Option.

Es gibt zahlreiche Optionen: Nächsten Zug nehmen, andere Reiseroute wählen, anderes Ziel wählen, andere Zuggattung nehmen, anderen Reisetag wählen, andere Tür nehmen, anderes Verkehrsmittel wählen.

An die Logiker unter euch. Lässt sich daraus ableiten, dass dieser Möglichkeitsraum eine Leistungsfrage ist? Und führt die Tatsache, dass man nicht in den Zug gekommen ist, wirklich zum Autolenkrad? Spoiler: Nein und nein.

Deine Aussage war aber, dass diese Leute _alle_ das Auto vorziehen werden. Und machtest diese Wahl daran fest, ob sie sich das Auto leisten können.

Heißt im Umkehrschluss, dass alle, die sich kein Auto leisten können und trotzdem mit dem Zug fahren wollen, arme Schweine sein müssen. Überlegen wir uns ob deine "logische" Aussage tatsächlich die Wirklichkeit trifft :-)

P.S.: Was für Leute sind das eigentlich, die in Gesundbrunnen schon im Zug gesessen haben?

Again, du beschreibst schon wieder keine Situation, in der jemand nicht mitfahren kann. Wenn ich den nächsten Zug nehme, kann ich ja mitfahren.

Führt zu nichts :-)

Irgendwann kann man immer mitfahren. Ist wie beim Stau auf der Autobahn, irgendwann geht es weiter!

Klappt dann halt nur nicht mehr mit dem geplanten Tagesablauf.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
micha774
[interaktiv.morgenpost.de]

Karte inkl. Planer wie weit man mit höchstens 3 Umstiegen von Berlin aus kommt mit dem Ticket.

Schöne Theorie.
Wenn z.B. von Berlin nach Radebeul Ost zwei Umstiege mit je vier Minuten Umsteigezeit angegeben sind, dann lasse ich die Finger davon.
Dann ist beim platzen der Umstiege der Dampfzug Ri Radeberg über alle Berge und ich hab kein Bock auf den nächsten zu warten,
und ggf auf der Rückfahrt nochmal Umstiege platzen und man in der Pampa strandet.

Ohne Umstiege ist das Ticket ok, zumal die Bindung Startzeit 9.00 wie bei den Ländertickets entfällt und der Nahverkehr am Zielort inkludiert ist.

Wem es als Pendler nutzt weil Zugfahrtzeiten zur Arbeitszeit und zum Weg passen, der kanns gerne machen-
mich hält es trotz Mitarbeiterfahrausweis weiterhin davon ab, ne Stunde im wurst käs mit den Öfifs zu brauchen statt 20min mitn Auto.

Nun mag das auch jeder mit sich ausmachen, ob er auf Hauptreiserouten wie zur Ostsee Sardinenbüchsengfühl haben möchte oder nicht,
oder als z.b. in Pankow wohnender erst nach Südkreuz o.ä. fährt, um eine Beförderungschance zu haben-
den Anschiss hat man spätestens dann wenn der Zug wegen Überfüllung gar nicht erst weiter bzw. losfährt.
Da nehm ich doch lieber das Auto zur Ostsee und wähle mein Ziel so, das ich aufm Rückweg ne poln. Tanke aufsuche.

T6JP
Zitat
samm
Again, du beschreibst schon wieder keine Situation, in der jemand nicht mitfahren kann. Wenn ich den nächsten Zug nehme, kann ich ja mitfahren.

Dann mach es doch, statt die Flinte ins Korn zu werfen und sich wieder ins Auto zurückzuziehen.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 14:04
Zitat
Florian Schulz
Zitat
samm
Again, du beschreibst schon wieder keine Situation, in der jemand nicht mitfahren kann. Wenn ich den nächsten Zug nehme, kann ich ja mitfahren.

Dann mach es doch, statt die Flinte ins Korn zu werfen und sich wieder ins Auto zurückzuziehen.

Ich rede doch nicht von mir sondern von anderen. Denen kannste das natürlich gerne genau so erklären.

Wenn das der Anspruch ist - Wahnsinn. Ich persönlich nehme mir aber tatsächlich nicht die Zeit. Dafür sind mir auch die Bahnhöfe nicht schön genug. In der Zeit, in der ich da auf den nächsten Zug warte, bin ich ja wirklich schon fast an der Küste.

Ich gönn' mir mal wieder eine Bahninfopause ... weil ich es kann ;D
Zitat
DaniOnline
Eigentlich dürfte es an rollendem Material für den Ausflugsverkehr nicht fehlen, schließlich kann man auf den Fahrzeugpark des Berufsverkehrs zurückgreifen. Problem dabei ist vermutlich, dass aufgrund der vielen Betreiber verschiedener Linien der Einsatz der Züge nicht sonderlich flexibel organisiert werden kann.

.

Eigentlich...nur erklär mal wann dann an den Fahrzeugen noch Wartungs oder Reparaturarbeiten durchgeführt werden sollen, wenn alles 24/7 unterwegs ist....

T6JP
Zitat
samm
Zitat
Florian Schulz
Zitat
samm
Again, du beschreibst schon wieder keine Situation, in der jemand nicht mitfahren kann. Wenn ich den nächsten Zug nehme, kann ich ja mitfahren.

Dann mach es doch, statt die Flinte ins Korn zu werfen und sich wieder ins Auto zurückzuziehen.

Ich rede doch nicht von mir sondern von anderen. Denen kannste das natürlich gerne genau so erklären.

Wenn das der Anspruch ist - Wahnsinn. Ich persönlich nehme mir aber tatsächlich nicht die Zeit. Dafür sind mir auch die Bahnhöfe nicht schön genug. In der Zeit, in der ich da auf den nächsten Zug warte, bin ich ja wirklich schon fast an der Küste.

Zeitmanagement ist eine Form der Prämissensetzung. Man kann seine Reisen natürlich so planen, dass es keine Zeitpuffer gibt. Dann braucht man sich allerdings nicht zu wundern, wenn ein unvorhergesehener Bias die Planung durcheinander wirft. Sei es ein überfüllter Zug oder ein zu knapp kalkulierter Umsteigevorgang. Wobei wir ja nun wissen, dass Wochenenden zu erhöhter Nachfrage führen. Kann man für die Reiseplanung entsprechende Schlüsse daraus ziehen. Oder sich jammernd ins Auto zurückziehen.

Klappt ja bei der Autofahrt und einem unvorhergesehenen Stau ja offensichtlich auch, dass die Leute im Gegenzug nicht reihenweise in die Züge umsteigen, sobald sie auf einer zu gestauten Straße keinen Platz mehr finden. Wobei DAS mal gelebte Verkehrswende wäre!


Zitat
samm
Ich gönn' mir mal wieder eine Bahninfopause ... weil ich es kann ;D

Gönn dir. In den Regios in Gesundbrunnen findet man ja unter der Woche wieder ausreichend Sitzplätze.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 16:51
Wie war denn der 9€-Verkehr am Wochenende in Berlin und drumherum?


heute mal keine sig
Re: Neun Euro Ticket
13.06.2022 17:57
Zitat
Florian Schulz
Zitat
Jumbo
Bekannte (eingefleischte Autofahrer) sprachen mich zum 9-€-Ticket an, weil sie überlegten, damit mal wieder in die alte Heimat zu fahren. [...]

Interessant wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind.

Ich glaube, hier passt der Spruch: „Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“
Meine Bekannten gehören zur 2. Gruppe.
Zitat
L.Willms
Wie war denn der 9€-Verkehr am Wochenende in Berlin und drumherum?

Vom Wochenende weiß ichs auch nur aus der Presse, aber ich selbst bin heute 2x Berlin <-> Dessau gefahren und die Züge waren über den ganzen Tag sehr gut besucht, die meisten waren Umsteiger von/in die S-Bahn Mitteldeutschland nach Leipzig/Halle (also die, die sonst Fernverkehr fahren), die zweitgrößte Fahrgastgruppe waren die LAGA-Besucher (Beelitz).

-------------------
MfG, S5M



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.2022 22:11 von S5 Mahlsdorf.
Derweil übt sich der Bahnkonzern in Ankündigungen: Berliner Morgenpost

Zitat

Nach Angaben der Bahn sollten auf touristischen Strecken 50 zusätzliche Züge eingesetzt werden. Das trage dazu bei, dass der Verkehr stabil laufe, sagte der Bahnsprecher. Die zusätzlichen Züge entsprächen etwa 250 Fahrten am Tag.

so long

Mario
Re: Neun Euro Ticket
14.06.2022 17:14
Der dt. Journalistenverband DJV fordert einen Bonus für seine Mitarbeirer die aus vollen Zügen berichten und dabei bepöbelt werden.

Es folgen Schreibblockaden, Frustration und Burn-out.

Ich weiß nicht was ich von dem Artikel im "Spiegel" halten soll. Als Satire würde er wohl durchgehen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.2022 17:15 von micha774.
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