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Die nächste Grundsatzdebatte zur S-Bahn
geschrieben von dubito ergo sum 
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Railroader
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Global Fisch


Wie auch immer: das sind Fragen, die uns als verkehrspolitisch Interessierte beschäftigen. Rein als Fahrgast aber kann das ziemlich egal sein, wer nun gerade fährt.

Am Ende hat der Fahrgast eben ein Interesse an einem zuverlässigen Betrieb. Den sehe ich mit nur einem Betreiber eher gewährleistet.

Du bist vermutlich zu jung, um den Krieg 2009 miterlebt zu haben. :-)
Auch die BVG-Performance (Mist, schon wieder ein Anglizismus ;-) ) der letzten Jahre überzeugt mich nicht.

Wie auch immer: das sind jeweils Deine und meine Spekulationen aus unseren jeweiligen verkehrspolitischen Standpunkt. Es sind nicht unsere unmittelbaren Fahrgasterfahrungen.
Zitat
Railroader
Zitat
Global Fisch


Wie auch immer: das sind Fragen, die uns als verkehrspolitisch Interessierte beschäftigen. Rein als Fahrgast aber kann das ziemlich egal sein, wer nun gerade fährt.

Am Ende hat der Fahrgast eben ein Interesse an einem zuverlässigen Betrieb. Den sehe ich mit nur einem Betreiber eher gewährleistet.

Das sehe ich anders. Vielleicht werden wir ja auch ja irgendwann noch herausfinden was stimmt.

*******
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Global Fisch


Du bist vermutlich zu jung, um den Krieg 2009 miterlebt zu haben. :-)

Da war ich bereits bei der DB. Bin schon mittelalt. XD
Die DB hätte nichts davon, wenn sie die ganzen S-Bahner nicht abgeben würde. Soviele Fahrer werden anderswo in Berlin und Brandenburg nicht gebraucht und sie müssten alle erstmal lernen ein anderes Fahrzeug bedienen zu müssen, sofern sie der DB denn folgen möchten.
Brandenburg zögert nach wie vor, der geplanten S-Bahn-Ausschreibung Berlins so zuzustimmen. Es soll um die Werkstatt gehen. Die IGEB geht von mindestens 800 Millionen Euro kosten für die acht Kilometer lange Zulaufstrecke ab Wartenberg und die Werkstatt für 1300 Fahrzeuge aus. Mehr in meinem Artikel in "nd".
Zitat
Sven Heinemann, SPD
»Ich kann dem Berliner Senat nur raten, kompromissbereit zu sein, wenn wir schnell zu einer Ausschreibung der S-Bahn kommen wollen«, sagt Sven Heinemann, Haushaltspolitiker der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.
Zitat
nicolaas
Brandenburg zögert nach wie vor, der geplanten S-Bahn-Ausschreibung Berlins so zuzustimmen. Es soll um die Werkstatt gehen. Die IGEB geht von mindestens 800 Millionen Euro kosten für die acht Kilometer lange Zulaufstrecke ab Wartenberg und die Werkstatt für 1300 Fahrzeuge aus. Mehr in meinem Artikel in "nd".

danke für den Artikel. Und ja, ich habe mich auch finanziell beteiligt.

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
nicolaas
Brandenburg zögert nach wie vor, der geplanten S-Bahn-Ausschreibung Berlins so zuzustimmen. Es soll um die Werkstatt gehen. Die IGEB geht von mindestens 800 Millionen Euro kosten für die acht Kilometer lange Zulaufstrecke ab Wartenberg und die Werkstatt für 1300 Fahrzeuge aus. Mehr in meinem Artikel in "nd".
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Sven Heinemann, SPD
»Ich kann dem Berliner Senat nur raten, kompromissbereit zu sein, wenn wir schnell zu einer Ausschreibung der S-Bahn kommen wollen«, sagt Sven Heinemann, Haushaltspolitiker der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Die Argumente der zitierten Personen und Organisationen sind sicher richtig. Was leider bisher niemand der Kritiker am aktuellen Ansatz mit der neuen Werkstatt auf den Tisch legt, ist ein alternatives Konzept, wie man eine diskriminierungsfreie Ausschreibung ohne neue Werkstatt hinbekommen will. Und das ist nun mal der Schlüssel, sonst kann man sich den ganzen Aufwand schenken und schneidet die Ausschreibung (wieder) gezielt auf die DB zu. Das kann aber nicht die Lösung sein.

Im Übrigen stellt sich für mich die Frage, ob nicht so oder so eine neue Werkstatt nötig wird, egal ob die DB sich die selbst baut oder das Land die hinstellt. Zum einen steigen die Zugzahlen, vor allem aber sind - bis auf Grünau - die bestehenden Werkstätten inzwischen auch in die Jahre gekommen. Die Reaktivierung von Friedrichsfelde und Erkner sind ja rein aus der Not geboren, obwohl es sich dort hinsichtlich Infrastruktur, Platz und Größe nicht mehr um zeitgemäße und effizient betreibbare Werkstatt-Standorte handelt.

Ich halte daher die Argumente der DB (die andere Personen und Organisationen recht unreflektiert aufgreifen und wiederholen), dass es schon genug Werkstätten gibt und dass die vielen Leute dann arbeitslos werden würden, für lediglich vorgeschoben. Tatsächlich wird hier versucht, die Ausschreibung in eine DB-freundliche Richtung zu lenken. Auch wenn ich nicht allen Zitierten unterstellen will, dass sie diese Intention verfolgen.

Viele Grüße
André
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andre_de
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nicolaas
Brandenburg zögert nach wie vor, der geplanten S-Bahn-Ausschreibung Berlins so zuzustimmen. Es soll um die Werkstatt gehen. Die IGEB geht von mindestens 800 Millionen Euro kosten für die acht Kilometer lange Zulaufstrecke ab Wartenberg und die Werkstatt für 1300 Fahrzeuge aus. Mehr in meinem Artikel in "nd".
Zitat
Sven Heinemann, SPD
»Ich kann dem Berliner Senat nur raten, kompromissbereit zu sein, wenn wir schnell zu einer Ausschreibung der S-Bahn kommen wollen«, sagt Sven Heinemann, Haushaltspolitiker der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Die Argumente der zitierten Personen und Organisationen sind sicher richtig. Was leider bisher niemand der Kritiker am aktuellen Ansatz mit der neuen Werkstatt auf den Tisch legt, ist ein alternatives Konzept, wie man eine diskriminierungsfreie Ausschreibung ohne neue Werkstatt hinbekommen will. Und das ist nun mal der Schlüssel, sonst kann man sich den ganzen Aufwand schenken und schneidet die Ausschreibung (wieder) gezielt auf die DB zu. Das kann aber nicht die Lösung sein.

Hmm, ganz einfache Frage: Warum unterbreitet der Senat und/oder die Gewährsträgerversammlung des VBB nicht endlich mal offiziell und öffentlich der DB bzw. dem Bundesfinanzministerium - dieses verwaltet Bundesbeteiligungen an Wirtschaftsunternehmen - ein Übernahmeangebot für zunächst 51 (später dann ggf. 75 oder gar 100) Prozent der Geschäftsanteile an dem Unternehmen "S-Bahn Berlin GmbH" in dessen aktueller Struktur - die kann dann später in Ruhe überprüft und ggf. angepasst werden - bei gleichzeitiger Überleitung der Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge auf Senat/VBB? Dann bräuchte nämlich überhaupt nichts ausgeschrieben, zerschlagen, neugegründet oder sonstwas werden...

Außer der lapidaren Auskunft, Senatsvertreter (wer?) hätten das Thema (zu welchen Modalitäten?) bei der DB (bei wem genau?) "einmal angesprochen", liest man selbst in Unterlagen des Abgeordnetenhauses zu dieser Option rein gar nichts. Wer mauert da also...?

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger


Hmm, ganz einfache Frage: Warum unterbreitet der Senat und/oder die Gewährsträgerversammlung des VBB nicht endlich mal offiziell und öffentlich der DB bzw. dem Bundesfinanzministerium - dieses verwaltet Bundesbeteiligungen an Wirtschaftsunternehmen - ein Übernahmeangebot für zunächst 51 (später dann ggf. 75 oder gar 100) Prozent der Geschäftsanteile an dem Unternehmen "S-Bahn Berlin GmbH" in dessen aktueller Struktur - die kann dann später in Ruhe überprüft und ggf. angepasst werden - bei gleichzeitiger Überleitung der Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge auf Senat/VBB? Dann bräuchte nämlich überhaupt nichts ausgeschrieben, zerschlagen, neugegründet oder soeinstwas werden...

Wann käme der Senat am günstigsten an die S-Bahn Berlin?

1. Wenn der Senat eigene Fahrzeuge bestellt hat (oder zumindest glaubhaft kurz davor steht).
2. Wenn der Senat glaubhaft in der Lage ist eigene Werkstattsstandorte rechtzeitig zum Beginn der neuen Verkehrsverträge in Betrieb nehmen zu können könnte (schlauerweise sollte man aber mit dem Bau noch nicht begonnen haben).
3. Die S-Bahn Berlin muss für sich ein Risiko sehen, bei der Ausschreibung leer auszugehen, die Ausschreibung muss aber noch in einem Stadium sein, wo sie zurückgenommen werden kann.

Ohne Verkehrsvertrag ist der Wert der S-Bahn exakt 0 Euro plus dem Wert von ein paar Zauneidechsenschutzgebieten auf den dann ehemaligen Werkstätten. Daher kann der Bahnkonzern meiner Ansicht nach durchaus zum richtigen Zeitpunkt zu einem Verkauf genötigt werden.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Wann käme der Senat am günstigsten an die S-Bahn Berlin?
...
2. Wenn der Senat glaubhaft in der Lage ist eigene Werkstattsstandorte rechtzeitig zum Beginn der neuen Verkehrsverträge in Betrieb nehmen zu können könnte (schlauerweise sollte man aber mit dem Bau noch nicht begonnen haben).

Wie willst Du denn diese Bedingung erfüllen?
Wenn der Senat jetzt anfangen sollte, die Planungen für den notwendigen Streckenaufbau mit den Kreuzungsbauwerken am Karower Kreuz plus den Bau des Instandsetzungswerkes zu beginnen, wie lange dauert das? Mit welcher Zeitspanne rechnest Du für das notwendige Planfeststellungsverfahren? Welchen Zeitraum kalkuliert Du ein, die Klagen von Anliegern, Betroffenen und Verbänden über mehrere Instanzen entschieden zu bekommen? In welchem weiteren Zeitraum wäre der Bau realistisch?
Bei der üblichen Dauer der Verkehrsverträge mit der S-Bahn reden wir wohl eher über 1 1/2 übliche Laufzeiten des Verkehrsvertrages und viele 100 Millionen € später. Ob wir beide das dann noch erleben?
Und ob die Berliner Steuerzahlenden die zusätzliche (doppelte) Werkstatt im Sinne der Konkurrenzerschaffung auch nachträglich für so sinnvoll halten? Oder wird der Geldhahn auf dem Weg dorthin schon abgedreht?
Wenn irgendjemand diese Zielstellung weiterverfolgen möchte, müsste er jedenfalls im Vorgriff auf irgendwann einmal angestrebte Ausschreibungen zur Schaffung einer echten Konkurrenz irrsinnig viel Zeit und Geld im Vorfeld in die Hand nehmen.

Zitat
Nemo
Ohne Verkehrsvertrag ist der Wert der S-Bahn exakt 0 Euro plus dem Wert von ein paar Zauneidechsenschutzgebieten auf den dann ehemaligen Werkstätten. Daher kann der Bahnkonzern meiner Ansicht nach durchaus zum richtigen Zeitpunkt zu einem Verkauf genötigt werden.

Der Beitrag von Mariosch bringt das gut zum Ausdruck [www.bahninfo-forum.de]

Mit besten Grüßen

phönix
Uiuiui, es schneit in Berlin. Aber die S-Bahn fährt...

...noch :-)


Heute hat man auf dem Twitterkanal der S-Bahn wieder Zeit für die wichtigen Dinge.

Ein 5-Attraktionenticket für 32€.

Liest man sich die Kommentare der letzten beiden Tage durch, wurde da nicht moderiert und jeder konnte sich auslassen wie er wollte.




Die S-Bahn nennt es Fahrplan,
ich nenne es unverbindliche Abfahrtsempfehlung mit Gleisvorschlag.
Zitat
Arnd Hellinger
ganz einfache Frage: Warum unterbreitet der Senat und/oder die Gewährsträgerversammlung des VBB nicht endlich mal offiziell und öffentlich der DB bzw. dem Bundesfinanzministerium - dieses verwaltet Bundesbeteiligungen an Wirtschaftsunternehmen - ein Übernahmeangebot für zunächst 51 (später dann ggf. 75 oder gar 100) Prozent der Geschäftsanteile an dem Unternehmen "S-Bahn Berlin GmbH" in dessen aktueller Struktur - die kann dann später in Ruhe überprüft und ggf. angepasst werden - bei gleichzeitiger Überleitung der Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge auf Senat/VBB? Dann bräuchte nämlich überhaupt nichts ausgeschrieben, zerschlagen, neugegründet oder sonstwas werden...

Dafür!

Die DB AG wollte doch sowieso den Nahverkehr abstoßen, zumindest den außerhalb der deutschen Grenzen, also die Arriva.


heute mal keine sig
Zitat
micha774
Uiuiui, es schneit in Berlin. Aber die S-Bahn fährt...

...noch :-)

Da laut Wetter die Temperaturen nicht unter 0 Grad Celsius waren, wird der Schnee wohl ziemlich schnell wieder geschmolzen sein.
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Arnd Hellinger
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andre_de
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nicolaas
Brandenburg zögert nach wie vor, der geplanten S-Bahn-Ausschreibung Berlins so zuzustimmen. Es soll um die Werkstatt gehen. Die IGEB geht von mindestens 800 Millionen Euro kosten für die acht Kilometer lange Zulaufstrecke ab Wartenberg und die Werkstatt für 1300 Fahrzeuge aus. Mehr in meinem Artikel in "nd".
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Sven Heinemann, SPD
»Ich kann dem Berliner Senat nur raten, kompromissbereit zu sein, wenn wir schnell zu einer Ausschreibung der S-Bahn kommen wollen«, sagt Sven Heinemann, Haushaltspolitiker der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Die Argumente der zitierten Personen und Organisationen sind sicher richtig. Was leider bisher niemand der Kritiker am aktuellen Ansatz mit der neuen Werkstatt auf den Tisch legt, ist ein alternatives Konzept, wie man eine diskriminierungsfreie Ausschreibung ohne neue Werkstatt hinbekommen will. Und das ist nun mal der Schlüssel, sonst kann man sich den ganzen Aufwand schenken und schneidet die Ausschreibung (wieder) gezielt auf die DB zu. Das kann aber nicht die Lösung sein.

Hmm, ganz einfache Frage: Warum unterbreitet der Senat und/oder die Gewährsträgerversammlung des VBB nicht endlich mal offiziell und öffentlich der DB bzw. dem Bundesfinanzministerium - dieses verwaltet Bundesbeteiligungen an Wirtschaftsunternehmen - ein Übernahmeangebot für zunächst 51 (später dann ggf. 75 oder gar 100) Prozent der Geschäftsanteile an dem Unternehmen "S-Bahn Berlin GmbH" in dessen aktueller Struktur - die kann dann später in Ruhe überprüft und ggf. angepasst werden - bei gleichzeitiger Überleitung der Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge auf Senat/VBB? Dann bräuchte nämlich überhaupt nichts ausgeschrieben, zerschlagen, neugegründet oder sonstwas werden...

Außer der lapidaren Auskunft, Senatsvertreter (wer?) hätten das Thema (zu welchen Modalitäten?) bei der DB (bei wem genau?) "einmal angesprochen", liest man selbst in Unterlagen des Abgeordnetenhauses zu dieser Option rein gar nichts. Wer mauert da also...?

Es stellt sich natürlich die Frage, ob eine Orientierung, die auf Landesbahnen und eine langfristige Zerschlagung des DB-Konzerns hinausläuft, wirklich zielführend ist.

Meines Erachtens ist die zentrale Frage doch die, den in Staatseigentum befindlichen DB-Konzern insgesamt verkehrspolitisch auf Kurs zu bringen. Ich will die gemeinwohlorientierten Zielstellungen, auf die auch der Konzern selbst verpflichtet werden sollte, hier nicht noch einmal wiederholen. Eine Reduzierung der (letztlich staatlich finanzierten) Auslandsaktivitäten und eine Hinwendung zum Netz und auch zum Betrieb wäre selbstverständlich.

Der erste Schritt wäre die Installierung einer Konzernspitze, die einen stärker am Gemeinwohl orientierten Kurs der DB nicht nur nicht behindert, sondern befördert. Der Eigentümer hat jederzeit die Möglichkeit, Leute an der Konzernspitze, die so einer Neuorientierung im Wege stehen, aus der Konzernspitze zu entfernen.
Ich kann persönlich nicht erkennen, dass sich die DB aktiv dem Gemeinwohl wiedersetzt und deshalb vom Eigentümer auf Kurs gebracht werden müsste.

Der Konzern leidet aber unter Sünden und Fehlentscheidungen der Vergangenheit. Das sind zum einen die vielen Schadstellen im Netz, zum anderen der Fakt, dass Personen und Güterverkehr auf dem gleichen Gleis abgewickelt werden und nicht wie in Frankreich getrennt sind.

Der Diskurs in der Politik besteht auch nur darin, wie viel Geld man in den Systemerhalt, also den Erhalt des gemischten Betriebes strecken sollte. Keine Partei will einen Ausbau der Infrastruktur wie in Frankreich, um danach Güter- und Personenverkehr auf getrennter Infrastruktur zu führen.
Zitat
Marienfelde
Meines Erachtens ist die zentrale Frage doch die, den in Staatseigentum befindlichen DB-Konzern insgesamt verkehrspolitisch auf Kurs zu bringen. Ich will die gemeinwohlorientierten Zielstellungen, auf die auch der Konzern selbst verpflichtet werden sollte, hier nicht noch einmal wiederholen. Eine Reduzierung der (letztlich staatlich finanzierten) Auslandsaktivitäten und eine Hinwendung zum Netz und auch zum Betrieb wäre selbstverständlich.

Der DB-Konzern macht genau das, was er nach den Vorgaben der "Bahnreform" machen soll: Profit.

Und solange Personennahverkehr dem Ausschreibungszwang unterworfen ist, und sich daran Konzerne aus aller Herren Länder beteiligen, kann sich die Deutsche Bahn nicht darauf verzichten, in den "Heimatländern" der Wettbewerber auf den deutschen Schienen ebenfalls um Aufträge zu werben.

Im Gürterverkehr gilt das noch mehr: wir können nicht zu den Zeiten zurückkehren, wo Güterzüge an den innereuropäischen Grenzen Halt machen mußten, und die jeweiligen Staatsbahnen nur für den Verkehr innerhalb ihrer eigenen Grenzen verantwortlich sind.

Zitat
Marienfelde
Der erste Schritt wäre die Installierung einer Konzernspitze, die einen stärker am Gemeinwohl orientierten Kurs der DB nicht nur nicht behindert, sondern befördert. Der Eigentümer hat jederzeit die Möglichkeit, Leute an der Konzernspitze, die so einer Neuorientierung im Wege stehen, aus der Konzernspitze zu entfernen.

Das Problem ist nicht irgendeine Konzernspitze, sondern das Problem ist der Grundsatz der Verkehrspolitik, daß der Profit regieren soll, und daß man lieber bedeutende "Synergien" opfert, nur damit das frei flottierende Kapital endlich mal wieder eine renditebringende Anwendung findet, anstatt nur an der Börsenlotterie teilzunehmen oder in Betongold zu investieren.

Das ist aber von allen Mitgliedsstaaten der EU einvernehmlich so vereinbart, und kann durch rein nationale Maßnahmen nicht beseitigt werden.

Und durch nationalistische Kampagnen, wie sie von einigen sogenannten "LInken" betrieben werden, noch weniger.


heute mal keine sig
Zitat
L.Willms

Und solange Personennahverkehr dem Ausschreibungszwang unterworfen ist, und sich daran Konzerne aus aller Herren Länder beteiligen, kann sich die Deutsche Bahn nicht darauf verzichten, in den "Heimatländern" der Wettbewerber auf den deutschen Schienen ebenfalls um Aufträge zu werben.

Was passiert ihr eigentlich wenn sie drauf verzichtet?

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Logital
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L.Willms

Und solange Personennahverkehr dem Ausschreibungszwang unterworfen ist, und sich daran Konzerne aus aller Herren Länder beteiligen, kann die Deutsche Bahn nicht darauf verzichten, in den "Heimatländern" der Wettbewerber auf den deutschen Schienen ebenfalls um Aufträge zu werben.

Was passiert ihr eigentlich wenn sie drauf verzichtet?

Der Konzern schrumpft und verliert schließlich alle noch gehaltenen Anteile am Personennahverkehr im "eigenen" Lande.

Wie hoch ist der Anteil des DB-Konzerns noch in Personenkilometern im SPNV? Im ÖPNV insgesamt?




Nachtrag: das falsche "sich" aus dem durch Logital von mir Zitiertem entfernt.


heute mal keine sig



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.2020 13:58 von L.Willms.
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Marienfelde
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Arnd Hellinger
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andre_de
Die Argumente der zitierten Personen und Organisationen sind sicher richtig. Was leider bisher niemand der Kritiker am aktuellen Ansatz mit der neuen Werkstatt auf den Tisch legt, ist ein alternatives Konzept, wie man eine diskriminierungsfreie Ausschreibung ohne neue Werkstatt hinbekommen will. Und das ist nun mal der Schlüssel, sonst kann man sich den ganzen Aufwand schenken und schneidet die Ausschreibung (wieder) gezielt auf die DB zu. Das kann aber nicht die Lösung sein.

Hmm, ganz einfache Frage: Warum unterbreitet der Senat und/oder die Gewährsträgerversammlung des VBB nicht endlich mal offiziell und öffentlich der DB bzw. dem Bundesfinanzministerium - dieses verwaltet Bundesbeteiligungen an Wirtschaftsunternehmen - ein Übernahmeangebot für zunächst 51 (später dann ggf. 75 oder gar 100) Prozent der Geschäftsanteile an dem Unternehmen "S-Bahn Berlin GmbH" ...?

Es stellt sich natürlich die Frage, ob eine Orientierung, die auf Landesbahnen und eine langfristige Zerschlagung des DB-Konzerns hinausläuft, wirklich zielführend ist.

Du, immer wenn ich im Zusammenhang mit S-Bahn-Ausschreibung das Wort "Zerschlagung" lese, muss ich so furchtbar weinen.

Was immer unter den verschiedenen Ansätzen am zielführendsten sein mag: alles hat seine Vor- und Nachteile.
Aber was ich definitiv für nicht zielführend halte, ist, dass die privatrechtliche DB den Betrieb der Berliner S-Bahn sicher hat, egal, was sie macht. (Sei es, durch Verzicht auf Ausschreibungen, sei es durch Ausschreibungen, bei denen die DB von Anfang einen starken Wettbewerbsvorteil hat)

Zitat
Marienfelde
Meines Erachtens ist die zentrale Frage doch die, den in Staatseigentum befindlichen DB-Konzern insgesamt verkehrspolitisch auf Kurs zu bringen.

Ähm, sorry, nein.

Es geht in diesem Thread darum, wie die Länder Berlin und Brandenburg die Berliner S-Bahn gestalten.

Über den Kurs der DB entscheiden die beiden Länder schlicht und ergreifend nicht. Und wenn die DB vielleicht mal "verkehrspolitisch auf Kurs" gebracht werden sollte, wird sich das auf viel längeren Zeitskalen abspielen, als jetzt im Zusammenhang mit der S-Bahn-Ausschreibung zur Debatte stehen. Bei letzterer muss man mit einer privatrechtlichen DB leben, etwas anderes gibt es nicht. Und in diesem Zusammenhang halte ich das oben angesprochen "diskriminierungsfrei" für ganz entscheidend. Für mich schlichtweg eine zivilisatorische Errungenschaft, nicht alles direkt oder indirekt seinem Wunschunternehmen zuzuschanzen.


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Marienfelde
Ich will die gemeinwohlorientierten Zielstellungen, auf die auch der Konzern selbst verpflichtet werden sollte, hier nicht noch einmal wiederholen. Eine Reduzierung der (letztlich staatlich finanzierten) Auslandsaktivitäten und eine Hinwendung zum Netz und auch zum Betrieb wäre selbstverständlich.

Der erste Schritt wäre die Installierung einer Konzernspitze, die einen stärker am Gemeinwohl orientierten Kurs der DB nicht nur nicht behindert, sondern befördert. Der Eigentümer hat jederzeit die Möglichkeit, Leute an der Konzernspitze, die so einer Neuorientierung im Wege stehen, aus der Konzernspitze zu entfernen.

Ich finde ja die Idee, ein CSU geführtes Verkehrsministerium würde für einen am Gemeinwohl orientierten Kurs der DB sorgen, nun ja, ausgesprochen liebenswert.

Ansonsten: nein. Du erreichst durch einen Austausch von Personen erstmal gar nichts (gut, wenn ein paar Flachpfeifen wegwären, wäre das sicher ein Stück hilfreich). Die Personen sind auch nur an den ihnen vorliegenden Rahmen gebunden-
Die grundlegende Konzernpolitik ist durch die Bahnreform und eine Reihe von Gesetzen (Aktiengesetz) vorgegeben. Wenn Du da etwas ändern willst, müsstest Du die ganzen im Rahmen der Bahnreform beschlossenen Gesetze ändern. (Hielte ich etwa was ein nicht mehr profitorientiertes Netz angeht, auch teilweise für sinnvoll). Das ist aber Sache der Gesetzgebung; nicht einzelner Personen an der Konzernspitze.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.2020 14:02 von Global Fisch.
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L.Willms
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Logital
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L.Willms

Und solange Personennahverkehr dem Ausschreibungszwang unterworfen ist, und sich daran Konzerne aus aller Herren Länder beteiligen, kann die Deutsche Bahn nicht darauf verzichten, in den "Heimatländern" der Wettbewerber auf den deutschen Schienen ebenfalls um Aufträge zu werben.

Was passiert ihr eigentlich wenn sie drauf verzichtet?

Der Konzern schrumpft und verliert schließlich alle noch gehaltenen Anteile am Personennahverkehr im "eigenen" Lande.

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Die DB bekommt bei Nahverkehrsausschreibungen im Inland keinen Zuschlag mehr wenn sie nicht auch im Ausland fährt?

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