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Wiederaufbau der Siemensbahn
geschrieben von Trittbrettfahrer 
Wie du auf dem Foto sehen kannst wird als ausführender Betrieb "Paul Behlau, Berlin 62" benannt.
Berlin 62 ist, war, Schöneberg.
Also: Firma war "West-Firma".
(OT1: Die gibt es übrigens heute noch, als GmbH & Co.KG in Lankwitz.)

Lieferwerke waren laut letztem Rasterfeld zwei VEB (Volkseigene Betriebe), also DDR-Firmen.
Daraus entnehme ich, dass die Farbe der Firma zur Erledigung von Entrostung und Neuanstrich gestellt wurde.
Was wiederum nachvollziehbar ist, da "West-Farbe" ja auch in "West-Mark" hätte bezahlt werden müssen.
(OT2: Und dabei hatte "West-Berlin" mit der "Lankwitzer Lackfabrik" einen 1A Anbieter vor Ort (in Teilbereichen ist die Firma hinsichtlich technischer Anstriche heute Weltmarktführer.))



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.04.2020 18:55 von T6.
Zitat
Bd2001
Der ausführende Betrieb wird doch genannt "Paul Behlau". Als Ort steht da Berlin 62, also Friedenau. Damit ist klar, daß es eine Westfirma war, die die Farbe aus dem Osten bekommen hat.

Sorry, aber Friedenau war Berlin 41.
Darauf wurde viel wert gelegt, war es doch der gleiche Zustellbezirk wie das gut-bürgerliche Steglitz.

Man war in Friedenau schon immer was Besonderes.
Zitat
T6
(OT2: Und dabei hatte "West-Berlin" mit der "Lankwitzer Lackfabrik" einen 1A Anbieter vor Ort (in Teilbereichen ist die Firma hinsichtlich technischer Anstriche heute Weltmarktführer.))

Damals waren wohl die beiden angegebenen VEB die Weltmarktführer, wenn sie sogar ins NSW geliefert haben ;-)
Zitat
T6
Wie du auf dem Foto sehen kannst wird als ausführender Betrieb "Paul Behlau, Berlin 62" benannt.
Berlin 62 ist, war, Schöneberg.
Also: Firma war "West-Firma".
(OT1: Die gibt es übrigens heute noch, als GmbH & Co.KG in Lankwitz.)

Lieferwerke waren laut letztem Rasterfeld zwei VEB (Volkseigene Betriebe), also DDR-Firmen.
Daraus entnehme ich, dass die Farbe der Firma zur Erledigung von Entrostung und Neuanstrich gestellt wurde.
Was wiederum nachvollziehbar ist, da "West-Farbe" ja auch in "West-Mark" hätte bezahlt werden müssen.
(OT2: Und dabei hatte "West-Berlin" mit der "Lankwitzer Lackfabrik" einen 1A Anbieter vor Ort (in Teilbereichen ist die Firma hinsichtlich technischer Anstriche heute Weltmarktführer.))

Das ergibt natürlich Sinn. Ich hatte gesehen, dass die Farbe von zwei VEB geliefert wurden. Daher hatte ich mich gefragt, welcher Art der ausführende Betrieb war. Dass die Reichsbahn für solche Arbeiten möglichst "devisenschonend" vorging, liegt nahe. Nur wie entschied sich, wer die Arbeiten ausführte?
Zitat
Slighter
Nur wie entschied sich, wer die Arbeiten ausführte?

Zunächst wählte die Reichsbahn für die Instandhaltungsarbeiten offensichtlich ihren Standardlieferanten für die Anstrichstoffe.
Bei der Ausführung der Arbeiten trat dann (seit August 1961) das Problem auf, dass die Reichsbahn-Werkstätten in Westberlin aus finanziellen Gründen nur noch wenige Mitarbeiter hatten. Diese Eisenbahner führten vorrangig Entstörungsdienste, wahrscheinlich auch die Sicherheitsaufsicht aus.
Für planbare Instandhaltungsarbeiten standen offenbar keine Westbeschäftigten und nicht ausreichend Ostbeschäftigte mit "Westberechtigung" zur Verfügung, so dass man notgedrungen Angebote von Handwerksfirmen aus Westberlin einholen musste und die Arbeiten dann fremdvergeben hat. Immerhin wurde die Instandhaltung der Bahnanlagen nicht wie 4 Jahrzehnte später vom Rechtsnachfolger einfach eingespart.

so long

Mario
Stimmt, bis 1984 war die Reichsbahn ja in Berlin (West) bekannt für tiptop gepflegte Bahnhöfe, Fahrzeuge etc. bei der S-Bahn...

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Stimmt, bis 1984 war die Reichsbahn ja in Berlin (West) bekannt für tiptop gepflegte Bahnhöfe, Fahrzeuge etc. bei der S-Bahn...

Was soll das jetzt? Du weißt ganz genau, warum das so war! Hier ging es dagegen ganz konkret um die Instandhaltung des Stahlviadukts der Siemensbahn. Und dass diese seitens der Reichsbahn fachgerecht ausgeführt wurde, ist ja nun offensichtlich.
Zitat
andre_de
Zitat
B-V 3313
Stimmt, bis 1984 war die Reichsbahn ja in Berlin (West) bekannt für tiptop gepflegte Bahnhöfe, Fahrzeuge etc. bei der S-Bahn...

Was soll das jetzt?

Ich erinnerte Mario an die damaligen Realitäten.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Es wird darüber gesprochen, dass Jungfernheide einen zweiten Bahnsteig für die Siemensbahn erhalten soll. So war es einst, bis dieser Bahnsteig wegen der U7 abgerissen wurde.
Da in Westend, Südkreuz und Hermannstraße Linien auf der Ringbahnstrecke enden, erschließt sich mir nicht der betriebliche Hintergrund. Warum kann die Siemensbahn nicht diese "freien Slots" benutzen. Warum ist der Bahnsteig obligatorisch?
Zitat
Trittbrettfahrer
Es wird darüber gesprochen, dass Jungfernheide einen zweiten Bahnsteig für die Siemensbahn erhalten soll. So war es einst, bis dieser Bahnsteig wegen der U7 abgerissen wurde.
Da in Westend, Südkreuz und Hermannstraße Linien auf der Ringbahnstrecke enden, erschließt sich mir nicht der betriebliche Hintergrund. Warum kann die Siemensbahn nicht diese "freien Slots" benutzen. Warum ist der Bahnsteig obligatorisch?

Betrieblich (und auch aus Fahrgastsicht) günstiger ist es, wenn man an einer Streckenverzweigung in den Bahnhof aus beiden Strecken ohne gegenseitige Behinderung einfahren kann, dafür braucht man dann zwei Bahnsteigkanten. In der Gegenrichtung (also vor der Verzweigung) reicht natürlich eine Bahnsteigkante. In Jungfernheide würde also ein neuer Seitenbahnsteig auf der Nordseite dazukommen für das westwärts führende Gleis, und der bisherige Bahnsteig würde dann für die beiden ostwärts führenden Gleise dienen, bevor sich diese vereinigen.

Natürlich ist das nicht obligatorisch. Man erlebt aber z.B. am Bahnhof Neukölln, wie hinderlich die fehlende Bahnsteigkante für die parallele Einfahrt ist. Sehr häufig warten die aus Baumschulenweg kommenden Züge vor der Einfahrt.

Viele Grüße
André
Zitat
Trittbrettfahrer
Es wird darüber gesprochen, dass Jungfernheide einen zweiten Bahnsteig für die Siemensbahn erhalten soll. So war es einst, bis dieser Bahnsteig wegen der U7 abgerissen wurde.
Da in Westend, Südkreuz und Hermannstraße Linien auf der Ringbahnstrecke enden, erschließt sich mir nicht der betriebliche Hintergrund. Warum kann die Siemensbahn nicht diese "freien Slots" benutzen. Warum ist der Bahnsteig obligatorisch?

Er ist nicht obligatorisch. Es bietet lediglich einen Vorteil hinsichtlich der Betriebsqualität wenn auch bei Verspätungen die Züge aus Richtung Siemensbahn und aus Westend immer eine freie Bahnsteigkante vorfinden. In Neukölln, Wedding, Westhafen wäre diese dritte Bahnsteigkante ebenso sinnvoll.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
der weiße bim
Zitat
Slighter
Nur wie entschied sich, wer die Arbeiten ausführte?

Zunächst wählte die Reichsbahn für die Instandhaltungsarbeiten offensichtlich ihren Standardlieferanten für die Anstrichstoffe.
Bei der Ausführung der Arbeiten trat dann (seit August 1961) das Problem auf, dass die Reichsbahn-Werkstätten in Westberlin aus finanziellen Gründen nur noch wenige Mitarbeiter hatten. Diese Eisenbahner führten vorrangig Entstörungsdienste, wahrscheinlich auch die Sicherheitsaufsicht aus.
Für planbare Instandhaltungsarbeiten standen offenbar keine Westbeschäftigten und nicht ausreichend Ostbeschäftigte mit "Westberechtigung" zur Verfügung, so dass man notgedrungen Angebote von Handwerksfirmen aus Westberlin einholen musste und die Arbeiten dann fremdvergeben hat. Immerhin wurde die Instandhaltung der Bahnanlagen nicht wie 4 Jahrzehnte später vom Rechtsnachfolger einfach eingespart.

Als Anstrichstoffe konnten auch schon damals nur zugelassene Farben verwendet werden. Die Verwendung der Farben aus heimischer Fabrikation sicherte die Vorgaben und schonte zugleich den Devisenbestand.

Größere planbare Instandhaltungsarbeiten wurden auf dem gesamten Gebiet der Deutschen Reichsbahn generell von Fremdfirmen gemacht. Die eigenen Kapazitäten in Dessau und Dresden reichten nicht einmal für den Neubau aus.
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