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Ausbau Dresdener Bahn und S2 zwischen Lichtenrade und Rangsdorf
geschrieben von Arnd Hellinger 
Zitat
krickstadt
Kann ein "Nutzen" negativ sein?

Dann würde er zu den Kosten gehören.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Zitat
krickstadt
Kann ein "Nutzen" negativ sein?

Dann würde er zu den Kosten gehören.

Es gibt in der Verfahrensanleitung zur Standardisierten Bewertung [www.bmvi.de] genaue Definitionen, was zu den Kosten und was zum Nutzen zählt. Beim Nutzen-Kosten-Indikator steht der Nutzen im Zähler und die (Investitions-)Kosten im Nenner.

Der Nutzen ergibt sich wiederum als Saldo von positivem und negativem Nutzen. (z.B. lt. S. 163 ff. der Verfahrensanleitung eingesparte oder zusätzliche Fahrzeit, eingesparte oder zusätzliche Betriebskosten, eingesparte oder zusätzliche Emissionen)

Da alles in Euro gerechnet wird, gibt es umfangreiche Tabellen im Anhang, was wie zu monetarisieren ist. (z.B. lt. S. 19 des Anhangs jede eingesparte Stunde eines Fahrgastes mit 6,60 Euro oder jede Tonne eingespartes CO2 mit 670 Euro). [www.bmvi.de]

Im Extremfall kann der Nutzen natürlich auch negativ werden, etwa wenn die Betriebskosten extrem hoch sind oder die Maßnahme mit einem großen Zeitverlust für viele Fahrgäste verbunden ist. In der Praxis kommt das als Untersuchungsergebnis wohl eher selten vor, weil man solche Maßnahmen von vornherein nicht vertiefend untersucht.

Würde man, um einen solchen Extremfall mal zu durchdenken, z.B. die Umstellung des kompletten Berliner ÖPNV auf Menschen, die jeweils einen anderen Menschen durch die Gegend tragen, untersuchen, dürften die Personalkosten und der Zeitverlust allein wohl schon für einen negativen Nutzen sorgen, der durch weiteren entstehenden Nutzen nur schwer aufgewogen werden kann.
Der Unterschied zwischen Dahlewitz und Rangsdorf ist ja extrem. Das heißt der Nutzen sinkt soweit, dass er negativ wird.
Mit anderen Worten, die S-Bahn nach Dahlewitz heißt - neue Fahrgäste; die S-Bahn nach Rangsdorf heißt, die Leute laufen in Scharen weg.
Oder alternativ. Die S-Bahn ist so attraktiv, dass die Regios leer fahren und die Leute die alle 20-Minuten fahrende S-Bahn nehmen und länger unterwegs sind (es in Kauf nehmen).
Zitat
krickstadt
Die Berliner Zeitung Online berichtet heute morgen über einen "Nutzen-Kosten-Quotient" von - 0,44 bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung der Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf:

Zitat

Unwirtschaftlich: Die geplante S-Bahn nach Rangsdorf rechnet sich nicht

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke und Bürger wünschen sich eine Verlängerung der Linie S2 südlich von Berlin. Doch das Projekt droht zu scheitern.

[...]

Peter Neumann (Stand 28.7.2022, 7.34 Uhr)
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Mich würde einmal interessieren, mit welchem Datenmaterial nach welcher Methodik-Version da gerechnet wurde. Schließlich nimmt in diesem Einzugsbereich in den letzten Jahren die Bevölkerung permanent zu und für die "Standi" gelten seit ein paar Wochen auch neue Richtlinien.

Da sollte also dringendst nochmal nachgerechnet oder der Bund - via Karlsruhe - verpflichtet werden, seinen Anteil gemäß Einigungsvertrag von 1990 unabhängig vom Ausgang der Wirtschaftlichkeitsprüfung zu übernehmen. Schließlich sind diverse Kostensteigerungen ja primär darauf zurückzuführen, dass gegenständliches Projekt nicht bereits Anfang/Mitte der 1990er Jahre zur Umsetzung gelangte...

Viele Grüße
Arnd
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