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ÖPNV-Strategie für die Corona-Zeit nach den Ausgangsbeschränkungen
geschrieben von DaniOnline 
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B-V 3313
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DaniOnline
Können sich Hotels, Restaurants & Co die wochen-, vielleicht sogar monatelange Schließung leisten? Seltsamerweise wird von der Privatwirtschaft jedes Opfer abverlangt, öffentliche Unternehmen werden jedoch nach Möglichkeit verschont. Die Abstandsregel sollte eigentlich ausnahmslos für alle gelten.

Wird von den Hotels verlangt, dass sie für die gleiche Bettanzahl anbauen müssen? Neue Fahrzeuge und das Personal dafür fallen leider nicht vom Himmel.

Nein, umgedreht: Man kann durchaus davon ausgehen, dass die Beherbergungsbetriebe die Kapazitäten senken müssen, um Abstandsregeln einzuhalten. Während das in klassischen Hotels wohl eher den Frühstücksbereich, den Aufzug und ggf. den Wellnessbereich betrifft (und sie vielleicht noch mit ein paar Einbußen bei der Vermietung von Konferenzräumen rechnen müssen), kann das Hostels mit Vielbettzimmern und geteilten Sanitäranlagen recht schnell vor existentielle Probleme stellen. Da hieße es demzufolge: wollten sie mit gleicher Bettenzahl weitermachen, müssten sie anbauen.
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DaniOnline
Können sich Hotels, Restaurants & Co die wochen-, vielleicht sogar monatelange Schließung leisten? Seltsamerweise wird von der Privatwirtschaft jedes Opfer abverlangt, öffentliche Unternehmen werden jedoch nach Möglichkeit verschont. Die Abstandsregel sollte eigentlich ausnahmslos für alle gelten.

Diese Frage ist jetzt nicht so relevant, weil der Staat diesen Unternehmen viel Geld überweist. Daher ist deren Insolvenz eher unwahrscheinlich.
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Henning
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DaniOnline
Können sich Hotels, Restaurants & Co die wochen-, vielleicht sogar monatelange Schließung leisten? Seltsamerweise wird von der Privatwirtschaft jedes Opfer abverlangt, öffentliche Unternehmen werden jedoch nach Möglichkeit verschont. Die Abstandsregel sollte eigentlich ausnahmslos für alle gelten.

Diese Frage ist jetzt nicht so relevant, weil der Staat diesen Unternehmen viel Geld überweist. Daher ist deren Insolvenz eher unwahrscheinlich.

Die paar Tausende Euro reichen für wie viele Wochen Stillstand, zaghaftes Hochlaufen usw.?
Viel fehlt nicht, um Gastro und Hotels in Grund und Boden zu rammen. Spätestens ab Juli dürfte es weh tun.
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FlO530
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Henning
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DaniOnline
Können sich Hotels, Restaurants & Co die wochen-, vielleicht sogar monatelange Schließung leisten? Seltsamerweise wird von der Privatwirtschaft jedes Opfer abverlangt, öffentliche Unternehmen werden jedoch nach Möglichkeit verschont. Die Abstandsregel sollte eigentlich ausnahmslos für alle gelten.

Diese Frage ist jetzt nicht so relevant, weil der Staat diesen Unternehmen viel Geld überweist. Daher ist deren Insolvenz eher unwahrscheinlich.

Die paar Tausende Euro reichen für wie viele Wochen Stillstand, zaghaftes Hochlaufen usw.?
Viel fehlt nicht, um Gastro und Hotels in Grund und Boden zu rammen. Spätestens ab Juli dürfte es weh tun.

Nun, vielleicht denkt man sich diesmal auch, dass es besser ist die Wirte zu retten anstatt später die Banken, die ihr Geld dann ja auch nicht wieder sehen.

Ansonsten gebe ich mal einen Tipp, wer irgendwie gastronomisch tätig werden möchte, der sollte nach Corona günstig Lokalitäten, Möbel und auch qualifiziertes Personal bekommen.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zu den finanziellen Rahmenbedingungen einer künftigen ÖPNV-Strategie war der Berliner Morgenpost vom 30.04.2020 etwas zu entnehmen: [www.morgenpost.de]

Finanzsenator Kollatz rechnet für Berlin demnach mit krisenbedingten Steuerausfällen von etwa 6 Mrd. € in den Jahren 2020 und 2021. Davon sollen etwa eine Mrd. € durch eine Konjunkturrücklage sowie "Einsparbeträge" bei Personal "oder" (Zitat) Bauprojekten kompensiert werden.

Die in der Spitze auf 62,9 Mrd. € angewachsenen und inzwischen auf 57 Mrd. € reduzierten Schulden könnten demnach wieder auf rund 62 Mrd. € ansteigen. Daher geht der Finanzsenator für die nächsten zehn Jahre von engen Haushalten aus.
Da man im SPNV wegen Verträgen wohl nicht kurzfristig sparen kann, wird es die BVG wohl hart treffen.
Aber ganz wichtig, das die Gehälter der Politiker prozentual mitwachsen, auch wenn sie nur einen Teil der 62 Milliarden ausmachen, aber natürlich erstmal woanders sparen.
Ohman... das wärs ja, wenn jetzt mit der Baureihe J/Jk das gleiche passiert, wie mit H/Hk. Die Optionen werden nicht gezogen, es reicht gerade so, um überhaupt die F-Züge und die A3 auszumustern, aber nur bei Beibehaltung des Notfahrplans mit 5-Minuten-Takten im Berufsverkehr und wenn in 15 Jahren die GI und H/Hk runtergerockt sind kommt es wieder zu diversen Zugausfällen wegen Fahrzeugstörungen und Fahrzeugmangel, weswegen in 20 Jahren dann ein Notfahrplan im 6-Minuten-Takt eingeführt wird.
Zitat
PassusDuriusculus
Ohman... das wärs ja, wenn jetzt mit der Baureihe J/Jk das gleiche passiert, wie mit H/Hk. Die Optionen werden nicht gezogen, es reicht gerade so, um überhaupt die F-Züge und die A3 auszumustern, aber nur bei Beibehaltung des Notfahrplans mit 5-Minuten-Takten im Berufsverkehr und wenn in 15 Jahren die GI und H/Hk runtergerockt sind kommt es wieder zu diversen Zugausfällen wegen Fahrzeugstörungen und Fahrzeugmangel, weswegen in 20 Jahren dann ein Notfahrplan im 6-Minuten-Takt eingeführt wird.

Naja, ich denke, zurzeit ist der Leidensdruck zu groß, um die gleichen Fehler nochmal zu machen. Vergessen sollte man auch nicht, dass auch die Produktion der U-Bahnen Arbeitsplätze schafft und sichert - und weil diesmal (anders als vor 15, 20 Jahren) nicht nur Berlin, sondern ganz Deutschland betroffen ist, kann man ja durchaus auch auf Bundeshilfen setzen (natürlich nicht nur für Berlin, bundesweit).

Dieses "es betrifft ganz Deutschland" ist aus lokalpolitischer Hinsicht auch ein gewisser Vorteil gegenüber der letzten Haushaltskrise: das Szenario der Zwangsverwaltung, das in den Nullerjahren wohl durchaus an die Wand gemalt wurde, fällt diesmal weg. Auch können weder Bundespolitik noch Opposition das Land Berlin dafür verantwortlich machen, dass es eine Pandemie gibt und die Schulden auf Grund von Maßnahmen steigen, die bundesweit galten.

Der Zeitgeist ist auch ein anderer. Der Klimawandel ist ja weiterhin aktuell, auch wenn er von Corona gerade thematisch überdeckt ist. Das muss und wird aber nicht so bleiben: in großen Teilen Mitteleuropas besteht schon im April hohe Waldbrandgefahr, in Teilen Polens und der Ukraine gab/gibt es auch Brände. Ebenso machen sich inzwischen einige Gemeinden in Polen und Österreich schon Sorge um die Wasserversorgung. Nicht nach einem heißen Sommer Ende August, im April!

Ohne Frage werden die leereren Haushalte nicht völlig am ÖPNV vorbeigehen. Ich denke, dass einige angekündigte Angebotsverbesserungen im Bestandsnetz auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Bei den aktuell geplanten Straßenbahnstrecken bin ich optimistisch, dass sie umgesetzt werden, denn öffentliche Investitionen sind ein beliebter und bewährter Ansatz, um Wirtschaftskrisen schneller zu überwinden. Und gerade, wenn sie schon praktisch fertiggeplant und im Falle Adlershofs sogar genehmigt sind, können sie auch schnell umgesetzt werden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.05.2020 11:10 von def.
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PassusDuriusculus
Ohman... das wärs ja, wenn jetzt mit der Baureihe J/Jk das gleiche passiert, wie mit H/Hk. Die Optionen werden nicht gezogen, es reicht gerade so, um überhaupt die F-Züge und die A3 auszumustern, aber nur bei Beibehaltung des Notfahrplans mit 5-Minuten-Takten im Berufsverkehr und wenn in 15 Jahren die GI und H/Hk runtergerockt sind kommt es wieder zu diversen Zugausfällen wegen Fahrzeugstörungen und Fahrzeugmangel, weswegen in 20 Jahren dann ein Notfahrplan im 6-Minuten-Takt eingeführt wird.

Die GI/1E werden maximal noch fünf bis zehn Jahre im regulären Linieneinsatz sein.
14 themenfremde Beiträge wurden entfernt.
Zitat
stv. Forumleiter
14 themenfremde Beiträge wurden entfernt.

Sehr schön. Vielleicht sollte ich mir ja demnächst die mir wirklich wichtigen nicht themenfremden Teile meiner Beiträge vorab sichern, um sie nach der Löschung als "themenfremd" wieder einstellen zu können.

Verärgert: Marienfelde.
Mal eine Datengrundlage zur Versachlichung der Debatte: Apple bietet seit ein paar Wochen Daten zur Entwicklung der Mobilität in den letzten Monaten an. Für Berlin wird angegeben, dass die ÖPNV-Nutzung derzeit um 61% unter dem "Normalwert" liegt, die Nutzung anderer Fahrzeuge dagegen nur um 28%. Dieser Trend zeigt sich in den meisten Städten, für die Daten angeboten werden.

[www.apple.com]
Zitat
Lopi2000
Mal eine Datengrundlage zur Versachlichung der Debatte: Apple bietet seit ein paar Wochen Daten zur Entwicklung der Mobilität in den letzten Monaten an. Für Berlin wird angegeben, dass die ÖPNV-Nutzung derzeit um 61% unter dem "Normalwert" liegt, die Nutzung anderer Fahrzeuge dagegen nur um 28%. Dieser Trend zeigt sich in den meisten Städten, für die Daten angeboten werden.

[www.apple.com]

Also in der Beschreibung der Daten steht das hier:

Zitat
Apple
Die CSV-Datei und die Diagramme auf dieser Website zeigen ein relatives Anfragevolumen für Wegbeschreibungen pro Land/Region, Teilregion oder Stadt im Vergleich zu einem Basisvolumen am 13. Januar 2020 an.

Sicher sind die Daten interessant, aber ein paar Fragen sind für mich offen, um sie einschätzen zu können:

1. Wenn es um das Anfragevolumen für Wegbeschreibungen geht, dürften alltägliche Wege eher nicht enthalten sein - oder zumindest deutlich unterrepräsentiert. Bei den alltäglichen Wegen wäre wiederum interessant, die Nutzer welcher Verkehrsmittel normalerweise einen Kartendienst für die Beschreibung dieser nutzen. Autofahrende, um den heute staufreiesten unter verschiedenen Wegen zu finden? ÖV-Nutzer, um Betriebsstörungen zu umfahren?

2. Enthalten die Daten nur Anfragen von Apple-Nutzenden? Dann könnte ich mir vorstellen, dass hier der Anteil der Freelancer/ Selbstständigen/ im Home-Office arbeitenden größer ist als im Bevölkerungsschnitt, unabhängig von der Verkehrsmittelwahl. Und (oder trügt mich hier mein Klischee von Apple-Nutzenden?) die Zahl der potentiell Fahrradfahrenden höher, zumal im Sommerhalbjahr?

3. Auf Berlin bezogen gibt es nur die Kategorien "ÖPNV", "Gehen" und "Fahren". Sind beim "Fahren" eventuell mit dem Fahrrad zurückgelegte Wege mit eingerechnet?

4. Geht man davon aus, dass man eher einem unbekannte als einem bekannte Wege sucht (abgesehen von einzelnen Ausnahmen, wie eben der aktuell schnellere von mehreren bekannten Wegen), dürfte gerade bei Fußwegen und beim ÖPNV der aktuell praktisch nicht existente Tourismus die Zahlen deutlich nach unten verfälschen. Und das sind auch die Verkehrsträger, die besonders stark verloren haben.
Zitat
def
Wenn es um das Anfragevolumen für Wegbeschreibungen geht, dürften alltägliche Wege eher nicht enthalten sein - oder zumindest deutlich unterrepräsentiert.

Die Tendenz mag stimmen, fällt aber glaube ich in Summe doch nicht so stark ins Gewicht, wie du vielleicht denkst. Auch für alltägliche Wege nutzt Otto-Normal-Verbraucher mittlerweile vielfach Navi (beim Auto) oder ÖPNV-App. Einfach weil's geht und man den Kopf so schön abschalten kann. Ich kenne niemanden mehr in meinem Umfeld, der nicht vor der Fahrt mit den Öffis eine Nafrage an die App stellt.
Zitat
deejay
Ich kenne niemanden mehr in meinem Umfeld, der nicht vor der Fahrt mit den Öffis eine Nafrage an die App stellt.

Das dürfte aber eher daran liegen, dass auch altgediente Pendler nicht sagen können, welche Strecke uns BVG und S-Bahn heute wieder gesperrt haben. Ist es die Ring- oder die Stadtbahn, ist die S45 eingestellt oder die S47 eingekürzt, fahren gerade Straßenbahnen auf der südlichen Treskowallee oder nicht...?
Zitat
VvJ-Ente
Zitat
deejay
Ich kenne niemanden mehr in meinem Umfeld, der nicht vor der Fahrt mit den Öffis eine Nafrage an die App stellt.

Das dürfte aber eher daran liegen, dass auch altgediente Pendler nicht sagen können, welche Strecke uns BVG und S-Bahn heute wieder gesperrt haben. Ist es die Ring- oder die Stadtbahn, ist die S45 eingestellt oder die S47 eingekürzt, fahren gerade Straßenbahnen auf der südlichen Treskowallee oder nicht...?

Seit wann kenn die Fahrplanauskunft Ausfälle bei der BVG? Es gibt in den Echtzeitdaten der BVG keine Ausfälle.

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Die Signatur ist zu kurz um sie mit Inhalten zu verstopfen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.05.2020 06:54 von Logital.
Kann ich bestätigen. Stand Samstag nachmittag Schöneweide und der X11 fiel aus. Bei Öffi und bvg.de dagegen von Ausfall keine Spur. 100% Pünktlichkeit dafür.
Zitat
micha774
Kann ich bestätigen. Stand Samstag nachmittag Schöneweide und der X11 fiel aus. Bei Öffi und bvg.de dagegen von Ausfall keine Spur. 100% Pünktlichkeit dafür.

Es geht auch ein wenig andersrum.
"Daisy" kündigte am 01.05. und 02.05. am U-Bhf. Johannisthaler Chaussee früh morgens den M11 (während des 30 Minuten-Takt) als Ausfall an,
während er dann doch noch pünktlich an der Haltestelle erschien. °.°
Ok. Ich nutze wenn es wichtig ist pünktlich zu sein den Leitstreifen zur Kontrolle. Der zeigt mir bei der BVG ziemlich zuverlässig ein x, wenn etwas faul mit der Online-Auskunft ist.
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