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Umbau Dörpfeldstraße Adlershof
geschrieben von merlinbt01 
Zitat
Christian Linow
Zitat
Planfeststellungsbeschluss für den Neubau einer Straßenverbindung von der Oberspreestraße bis Glienicker Weg
„Durch die Konzentration der Verkehre auf die neue Trasse wird besonders die Köllnische Vorstadt und das Ortsteilzentrum Dörpfeldstraße entlastet ...

Hat davon schon jemand etwas gespürt?


Bitte sprechen Sie während der Fahrt mit dem Busfahrer/der Busfahrerin - er/sie hat sonst niemanden.
Ja-in dem Moment wo auf der Glienicker die Baustelle samt einspurigem Verkehr war-da war die Dörpe besonders voll..

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Ja-in dem Moment wo auf der Glienicker die Baustelle samt einspurigem Verkehr war-da war die Dörpe besonders voll..

Mit anderen Worten: es ist genau das passiert, was schon tausende Male passiert ist: die neue Straße hat die alte nicht etwa entlastet, sondern für zusätzlichen Verkehr gesorgt. Denn sonst wäre die Dörpfeldstraße ja nicht bei einer Einschränkung "besonders voll", sondern so voll wie vor Ausbau der Glienicker Straße.
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Christian Linow
Zitat
Planfeststellungsbeschluss für den Neubau einer Straßenverbindung von der Oberspreestraße bis Glienicker Weg
„Durch die Konzentration der Verkehre auf die neue Trasse wird besonders die Köllnische Vorstadt und das Ortsteilzentrum Dörpfeldstraße entlastet ...

Hat davon schon jemand etwas gespürt?

Der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Glienicker Wegs zwischen Adlergestell und Ortsteilgrenze Adlershof/Köpenick gab zu den Verkehrsmengen Folgendes an: „Die Ergebnisse für die Dörpfeldstraße weisen für das höher belastete Teilstück einen Rückgang der Verkehrsbelastung von den genannten 14.500 Kfz/24h in 2003 (Ist-Zustand) auf 10.800 Kfz/24h in 2015 (Planfall) aus, wobei die Maßnahme neben der Bewältigung des übergeordneten Verkehrs auch die notwendige Entlastung des Ortsteilzentrums von unerwünschten Durchgangsverkehren bewirkt. Darum erfolgte keine direkte Verknüpfung des Straßenzuges Dörpfeldstraße - Ottomar-Geschke-Straße mit der TVO.“

Die zuletzt im Jahre 2014 publizierte Verkehrszählung kommt, oh Wunder, auf ein durchschnittliches tägliches Verkehrsaufkommen an Werktagen von sage und schreibe 16.800 Kfz bzw. auf die gesamte Woche bezogen 15.000 Kfz/24h. Bei den Querschnittszählungen im Jahr 2012 ermittelte die Verkehrslenkung Berlin an Werktagen 14.500 Kfz/24h im Bereich Dörpfeldstraße/Adlergestell.

[Ironie]Ich würde sagen: Ein buchstäblich voller Erfolg![/Ironie]

Zitat
def
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T6Jagdpilot
Ja-in dem Moment wo auf der Glienicker die Baustelle samt einspurigem Verkehr war-da war die Dörpe besonders voll..

Mit anderen Worten: es ist genau das passiert, was schon tausende Male passiert ist: die neue Straße hat die alte nicht etwa entlastet, sondern für zusätzlichen Verkehr gesorgt. Denn sonst wäre die Dörpfeldstraße ja nicht bei einer Einschränkung "besonders voll", sondern so voll wie vor Ausbau der Glienicker Straße.

Oh ja, und wie! Zum Vergleich: Vor dem Ausbau zählte der Glienicker Weg laut dem in Rede stehenden Planfeststellungsbeschluss an einem Werktag 16.000 Kfz/24h. Jetzt sind es 51.500! Damit wurde sogar der im Planfeststellungsbeschluss prognostizierte Planfall von anzunehmenden 48.200 Kfz/24h übertroffen!

Und es kommt jetzt noch dicker!

Zitat

Anfrage des Abgeordneten Harald Moritz (Bündnis 90 / Die Grünen) vom 1.12.2020 und Antwort vom 17.12.2020: Neugestaltung Dörpfeldstraße im Rahmen des Städtebauförderprogramms "Aktive Zentren"

Vorbemerkung der Verwaltung: Die Schriftliche Anfrage betrifft Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit und Kenntnis beantworten kann. Er ist gleichwohl bemüht, Ihnen eine Antwort auf Ihre Fragen zukommen zu lassen und hat daher den Bezirk Treptow-Köpenick um Stellungnahme gebeten. Diese ist in die Antwort einbezogen.

...

Frage 9: Bestehen für den Straßenbaulastträger haftungsrechtliche Risiken, wenn im engen Abschnitt ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich baulich hergestellt und verkehrsrechtlich angeordnet würde?

Antwort zu 9.: Gemäß Berliner Straßengesetz § 7 ist der Straßenbaulastträger verpflichtet, den verkehrssicheren Zustand der öffentlichen Straßen Berlins zu gewährleisten, damit eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Die Dörpfeldstraße hat eine Sammelstraßenfunktion für die beidseitig vorhandenen anschließenden Wohngebiete sowie die vorhandenen Gewerbeeinheiten. Die Verlagerung der Verkehre aus den Nebenstraßen sowie in die umliegenden Hauptverkehrsstraßen wie z.B. Glienicker Weg, Oberspreestraße und Spindlersfelder Straße ist nicht möglich, da diese Straßen bereits jetzt schon in den Spitzenzeiten überlastet sind. Aufgrund der vorgesehenen Zweigleisigkeit der Straßenbahn muss die Dörpfeldstraße ihre jetzige Funktion für das Gebiet behalten

...

Während also heutigentags die Dörpfeldstraße unbedingt den Status einer Sammelstraße behalten soll, hatte es im Beschluss Nr. 032/04/07 der BVV Treptow-Köpenick im Jahre 2007 noch deutlich geheißen: „Die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick von Berlin beschließt: Das Bezirksamt wird ersucht, eine Konzeption zur Verkehrsberuhigung der Dörpfeldstraße und den anliegenden Wohnstraßen in Adlershof nach der Fertigstellung des 2. Bauabschnittes der TVO zu erarbeiten. Ziel sollte es sein, den Durchgangsverkehr aus der Dörpfeldstraße und den umliegenden Wohnstraßen herauszunehmen.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Zwischenbericht zu dem Verkehrskonzept vom 2. Oktober 2012, worin Bezirksbürgermeister Oliver Igel und Baustadtrat Rainer Hölmer erklären: „Seitens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird die bezirkliche Zielstellung zur Verkehrsberuhigung in den Adlershofer Wohngebieten und in der Dörpfeldstraße grundsätzlich mitgetragen.“

Damals also - unter der Koalition von SPD und CDU - trug die Senatsverwaltung eine Verkehrsberuhigung der Dörpfeldstraße mit. Und jetzt unter grüner Ägide darf das auf keinen Fall mehr sein!



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.2021 10:36 von Christian Linow.
@Christian
Frage also, was sich seit der Zeit des Planfeststellungsverfahren (vor knapp 20 Jahren) bis heute geändert hat.
Flugfhafen Schönefeld: 2003 1,6 Mio Fluggäste ==> 2019 11 Mio Fluggäste, vielleicht 2023 (?) ca 30 Mio Fluggäste
Beschäftigtenanzahl im Wista-Gebiet Adlershof: Anfang der 2000er ca. 3.000, 2019 ca. 23.000 Beschäftigte
Gestiegen ist also der Mobilitätsbedarf.
Noch Fragen? Mobilität verbieten? Mobilität so teuer wie möglich machen?
Und nochmal: Aus welchen Gründen willst Du @Christian die Individualinteressen der Dörpfeldstraßenanwohner vor allen Mobilitätsnachfragenden bevorzugen? (Ich würde es ja verstehen, wenn du in die Dörpfeldstraße hingezogen wärst.) Eine deutliche Verbesserung in der Verkehrssituation gibt es meiner Meinung nach erst mit dem Ausbau ÖPNV ab Marzahn/Hellersdorf Richtung BER bzw. HP Ottomar Geschke-Str. über eine Nahverkehrstangente mit kurzen Fahrzeiten, wie wir sie in diesem Forum mehrfach diskutiert haben. Wahrscheinlich wird auch eine Direktanbindung Müggelheimer-Str. - Oberspreestraße per Tram notwendig sein, um den ÖPNV-Zeitverlust bei Umstiegen in der Altstadt aus Richtung Müggelheim/Allende zu vermeiden und die Strecke ab Müggelheimer Richtung Adlershof zeitlich attraktiver zu machen.

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
phönix
@Christian
Frage also, was sich seit der Zeit des Planfeststellungsverfahren (vor knapp 20 Jahren) bis heute geändert hat.
Flugfhafen Schönefeld: 2003 1,6 Mio Fluggäste ==> 2019 11 Mio Fluggäste, vielleicht 2023 (?) ca 30 Mio Fluggäste
Beschäftigtenanzahl im Wista-Gebiet Adlershof: Anfang der 2000er ca. 3.000, 2019 ca. 23.000 Beschäftigte

Beides war doch aber 2003 absehbar - immerhin hätte 2015 schon der BER in Betrieb sein sollen, also selbst ohne Steigerung der Fluggastzahlen die Fluggäste aus Tegel und Tempelhof mit übernehmen sollen. Und die WISTA war auch schon in Entstehung begriffen.

Die Frage sei erlaubt, wieso denn der Zusatzverkehr nicht ausschließlich über die TVO und Glienicker Straße läuft, die schließlich genau dafür gebaut wurden.

Zitat
phönix
Gestiegen ist also der Mobilitätsbedarf.
Noch Fragen? Mobilität verbieten? Mobilität so teuer wie möglich machen?

Wie satt ich dieses "Argument" habe, das "Mobilität" auf Das-eigene-Hinterteil-in-die-eigene-Blechkiste-Setzen reduziert (gehen ÖV-Fahrgäste und Radfahrende keinem Mobilitätsbedürfnis nach?) und ignoriert, dass Nachfrage auch durch ein Angebot erzeugt wird.

Und wo steht, dass gestiegener Mobilitätsbedarf durch Autos aufgefangen werden muss bzw. einfach hinzunehmen ist, dass er über Autos erfolgt? Wie hat der ÖV denn in diesem Zeitraum auf den gestiegenden Mobilitätsbedarf reagiert? Doch praktisch gar nicht, sieht man mal vom 10-min-Takt der Straßenbahn an den Wochenenden ab (für den Berufsverkehr aber unerheblich). Nebenbei wäre die Strecke von Köpenick in die WISTA von Entfernung und Topographie her eine ideale Fahrradstrecke.

Zitat
phönix
Und nochmal: Aus welchen Gründen willst Du @Christian die Individualinteressen der Dörpfeldstraßenanwohner vor allen Mobilitätsnachfragenden bevorzugen? (Ich würde es ja verstehen, wenn du in die Dörpfeldstraße hingezogen wärst.) Eine deutliche Verbesserung in der Verkehrssituation gibt es meiner Meinung nach erst mit dem Ausbau ÖPNV ab Marzahn/Hellersdorf Richtung BER bzw. HP Ottomar Geschke-Str. über eine Nahverkehrstangente mit kurzen Fahrzeiten, wie wir sie in diesem Forum mehrfach diskutiert haben. Wahrscheinlich wird auch eine Direktanbindung Müggelheimer-Str. - Oberspreestraße per Tram notwendig sein, um den ÖPNV-Zeitverlust bei Umstiegen in der Altstadt aus Richtung Müggelheim/Allende zu vermeiden und die Strecke ab Müggelheimer Richtung Adlershof zeitlich attraktiver zu machen.

Dann wären genau das die Maßnahmen. Und die Realität? Die TVO wird weitergeplant (und es wird in der Chemnitzer und Köpenicker Straße genauso enden wie heute in der Dörpfeldstraße, nix mit Entlastung), und in der Altstadt schafft man noch nicht mal die zweigleisige Durchbindung in der Müggelheimer Straße und die Straßenbahn zum Müggelschlößchenweg; auch um einen Ausbau der S47 ist es still geworden.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.2021 12:28 von def.
Zitat
phönix
@Christian
Frage also, was sich seit der Zeit des Planfeststellungsverfahren (vor knapp 20 Jahren) bis heute geändert hat.
Flugfhafen Schönefeld: 2003 1,6 Mio Fluggäste ==> 2019 11 Mio Fluggäste, vielleicht 2023 (?) ca 30 Mio Fluggäste
Beschäftigtenanzahl im Wista-Gebiet Adlershof: Anfang der 2000er ca. 3.000, 2019 ca. 23.000 Beschäftigte
Gestiegen ist also der Mobilitätsbedarf.
Noch Fragen? Mobilität verbieten? Mobilität so teuer wie möglich machen?
Und nochmal: Aus welchen Gründen willst Du @Christian die Individualinteressen der Dörpfeldstraßenanwohner vor allen Mobilitätsnachfragenden bevorzugen? (Ich würde es ja verstehen, wenn du in die Dörpfeldstraße hingezogen wärst.) Eine deutliche Verbesserung in der Verkehrssituation gibt es meiner Meinung nach erst mit dem Ausbau ÖPNV ab Marzahn/Hellersdorf Richtung BER bzw. HP Ottomar Geschke-Str. über eine Nahverkehrstangente mit kurzen Fahrzeiten, wie wir sie in diesem Forum mehrfach diskutiert haben. Wahrscheinlich wird auch eine Direktanbindung Müggelheimer-Str. - Oberspreestraße per Tram notwendig sein, um den ÖPNV-Zeitverlust bei Umstiegen in der Altstadt aus Richtung Müggelheim/Allende zu vermeiden und die Strecke ab Müggelheimer Richtung Adlershof zeitlich attraktiver zu machen.

Der Verkehr zur Wista und zum BER sollte aber nicht durch die Dörpfeldstr laufen. Oder sind es jetzt tatsächlich die Adlershofer die häufiger fliegen und ihren Arbeitsplatz in der Wista gefunden haben? Das bezweifle ich.

Fazit ist doch: An der Dörpfeldstr hat sich im MIV Verkehr nix geändert. Dafür haben wir nun ne neue Straße in der Stadt im 50K Bereich. Hätten wir die neue Straße (TVO) nicht hätte sich vermutlich in der Dörpfeldstr trotzdem nix geändert.

Wer die Straße vom Verkehr mindestens halbieren umgestalten will muss sie umgestalten.

*******
Tugäsa ägänst caurona!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.2021 12:49 von Logital.
Zitat
Logital

Der Verkehr zur Wista und zum BER sollte aber nicht durch die Dörpfeldstr laufen. Oder sind es jetzt tatsächlich die Adlershofer die häufiger fliegen und ihren Arbeitsplatz in der Wista gefunden haben? Das bezweifle ich.

Vermutlich ist es eher so, dass diejenigen, die viel Fliegen, einen Job in der Wista und eine Wohnung in Adlershof gefunden haben.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Christian Linow
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Alter Köpenicker
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Christian Linow
Zitat
Planfeststellungsbeschluss für den Neubau einer Straßenverbindung von der Oberspreestraße bis Glienicker Weg
„Durch die Konzentration der Verkehre auf die neue Trasse wird besonders die Köllnische Vorstadt und das Ortsteilzentrum Dörpfeldstraße entlastet ...

Hat davon schon jemand etwas gespürt?

Der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Glienicker Wegs zwischen Adlergestell und Ortsteilgrenze Adlershof/Köpenick gab zu den Verkehrsmengen Folgendes an: „Die Ergebnisse für die Dörpfeldstraße weisen für das höher belastete Teilstück einen Rückgang der Verkehrsbelastung von den genannten 14.500 Kfz/24h in 2003 (Ist-Zustand) auf 10.800 Kfz/24h in 2015 (Planfall) aus, wobei die Maßnahme neben der Bewältigung des übergeordneten Verkehrs auch die notwendige Entlastung des Ortsteilzentrums von unerwünschten Durchgangsverkehren bewirkt. Darum erfolgte keine direkte Verknüpfung des Straßenzuges Dörpfeldstraße - Ottomar-Geschke-Straße mit der TVO.“

Die zuletzt im Jahre 2014 publizierte Verkehrszählung kommt, oh Wunder, auf ein durchschnittliches tägliches Verkehrsaufkommen an Werktagen von sage und schreibe 16.800 Kfz bzw. auf die gesamte Woche bezogen 15.000 Kfz/24h. Bei den Querschnittszählungen im Jahr 2012 ermittelte die Verkehrslenkung Berlin an Werktagen 14.500 Kfz/24h im Bereich Dörpfeldstraße/Adlergestell.

[Ironie]Ich würde sagen: Ein buchstäblich voller Erfolg![/Ironie]

Zitat
def
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T6Jagdpilot
Ja-in dem Moment wo auf der Glienicker die Baustelle samt einspurigem Verkehr war-da war die Dörpe besonders voll..

Mit anderen Worten: es ist genau das passiert, was schon tausende Male passiert ist: die neue Straße hat die alte nicht etwa entlastet, sondern für zusätzlichen Verkehr gesorgt. Denn sonst wäre die Dörpfeldstraße ja nicht bei einer Einschränkung "besonders voll", sondern so voll wie vor Ausbau der Glienicker Straße.

Oh ja, und wie! Zum Vergleich: Vor dem Ausbau zählte der Glienicker Weg laut dem in Rede stehenden Planfeststellungsbeschluss an einem Werktag 16.000 Kfz/24h. Jetzt sind es 51.500! Damit wurde sogar der im Planfeststellungsbeschluss prognostizierte Planfall von anzunehmenden 48.200 Kfz/24h übertroffen!

Und es kommt jetzt noch dicker!

Zitat

Anfrage des Abgeordneten Harald Moritz (Bündnis 90 / Die Grünen) vom 1.12.2020 und Antwort vom 17.12.2020: Neugestaltung Dörpfeldstraße im Rahmen des Städtebauförderprogramms "Aktive Zentren"

Vorbemerkung der Verwaltung: Die Schriftliche Anfrage betrifft Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit und Kenntnis beantworten kann. Er ist gleichwohl bemüht, Ihnen eine Antwort auf Ihre Fragen zukommen zu lassen und hat daher den Bezirk Treptow-Köpenick um Stellungnahme gebeten. Diese ist in die Antwort einbezogen.

...

Frage 9: Bestehen für den Straßenbaulastträger haftungsrechtliche Risiken, wenn im engen Abschnitt ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich baulich hergestellt und verkehrsrechtlich angeordnet würde?

Antwort zu 9.: Gemäß Berliner Straßengesetz § 7 ist der Straßenbaulastträger verpflichtet, den verkehrssicheren Zustand der öffentlichen Straßen Berlins zu gewährleisten, damit eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Die Dörpfeldstraße hat eine Sammelstraßenfunktion für die beidseitig vorhandenen anschließenden Wohngebiete sowie die vorhandenen Gewerbeeinheiten. Die Verlagerung der Verkehre aus den Nebenstraßen sowie in die umliegenden Hauptverkehrsstraßen wie z.B. Glienicker Weg, Oberspreestraße und Spindlersfelder Straße ist nicht möglich, da diese Straßen bereits jetzt schon in den Spitzenzeiten überlastet sind. Aufgrund der vorgesehenen Zweigleisigkeit der Straßenbahn muss die Dörpfeldstraße ihre jetzige Funktion für das Gebiet behalten

...

Während also heutigentags die Dörpfeldstraße unbedingt den Status einer Sammelstraße behalten soll, hatte es im Beschluss Nr. 032/04/07 der BVV Treptow-Köpenick im Jahre 2007 noch deutlich geheißen: „Die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick von Berlin beschließt: Das Bezirksamt wird ersucht, eine Konzeption zur Verkehrsberuhigung der Dörpfeldstraße und den anliegenden Wohnstraßen in Adlershof nach der Fertigstellung des 2. Bauabschnittes der TVO zu erarbeiten. Ziel sollte es sein, den Durchgangsverkehr aus der Dörpfeldstraße und den umliegenden Wohnstraßen herauszunehmen.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Zwischenbericht zu dem Verkehrskonzept vom 2. Oktober 2012, worin Bezirksbürgermeister Oliver Igel und Baustadtrat Rainer Hölmer erklären: „Seitens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird die bezirkliche Zielstellung zur Verkehrsberuhigung in den Adlershofer Wohngebieten und in der Dörpfeldstraße grundsätzlich mitgetragen.“

Damals also - unter der Koalition von SPD und CDU - trug die Senatsverwaltung eine Verkehrsberuhigung der Dörpfeldstraße mit. Und jetzt unter grüner Ägide darf das auf keinen Fall mehr sein!

Nicht vergessen-seit damals ist die Stadt gewaltig gewachsen-nicht nur durch Mutti Merkerls "Fachkäfte".
Die Stadt wurde als Arbeitsort wieder attraktiv-wenn auch in einer vielzahl von Jobs, die jetzt krisenbedingt daniederligen ( Tourismus/Hotellerie/Kunst/Gastronomie usw.)
Ergo stieg das Mobilitätsbedürfnis nicht nur in der Innenstadt genauso mit-und wir haben hier schon mehrfach festgestellt,
das die Zuzügler in die damals noch freien Wohnungen auch ihre Autos mitbringen,
ebenso wie verstärkt junge Familien ins Umland ziehen, weil sie die Kinder in Schulen schicken wollen,
wo deutschsprachige Kinder nicht die Minderheit auf dem Schulhof darstellen.
Wer gedacht hat, die kommen alle mit Fahrrad oder zu Fuss durch die Stadt, war mehr als blauäugig.
Nicht jeder mag in hippen Bezirken wohnen, wo bis früh am Morgen das rattern der Rollkofferlokomotiven ebenso wie die Würgegeräusche besoffener Touris zu hören sind.
Auch die RE/RB Linien in und aus der Stadt sind brechend voll geworden-wer RE1,2,4,7 in den Morgenstunden benutzt kann ein Lied von singen.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Nicht vergessen-seit damals ist die Stadt gewaltig gewachsen ...

Ironie bitte kennzeichnen, sonst nimmt das Henning wieder ernst. Und den Rest deines Postings möchte ich nicht mal zitieren.
Zitat
Latschenkiefer
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T6Jagdpilot
Nicht vergessen-seit damals ist die Stadt gewaltig gewachsen ...

Ironie bitte kennzeichnen, sonst nimmt das Henning wieder ernst. Und den Rest deines Postings möchte ich nicht mal zitieren.

Danke. Ich habe seinen Beitrag ob der ans Rechtsradikale grenzenden Ausfälle gemeldet.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.2021 16:51 von def.
Zitat
def
Wie hat der ÖV denn in diesem Zeitraum auf den gestiegenden Mobilitätsbedarf reagiert? Doch praktisch gar nicht, sieht man mal vom 10-min-Takt der Straßenbahn an den Wochenenden ab (für den Berufsverkehr aber unerheblich).

völlig richtig, falsche politische Entscheidungen von rot/rot/grün/schwarzer Senate seit Mitte der 2000er.

Zitat
def
Nebenbei wäre die Strecke von Köpenick in die WISTA von Entfernung und Topographie her eine ideale Fahrradstrecke.

je, so nutz ich das auch ab und zu, von der Fahrtroute her aber über Radickestraße. Für Nicht-Fahrradfahrer und die Leute aus Mahlsdorf, Kaulsdorf, Friedrichshagen etc. ist das aber keine Alternative. Fahrzeit mit der Tram ab Müggelheimer Ecke Wendenschloßstraße nach S-Bahnhof Adlershof durchschnittlich knapp 25 Minuten für nicht mal 4 km

Zitat
def
Dann wären genau das die Maßnahmen. Und die Realität? Die TVO wird weitergeplant (und es wird in der Chemnitzer und Köpenicker Straße genauso enden wie heute in der Dörpfeldstraße, nix mit Entlastung), und in der Altstadt schafft man noch nicht mal die zweigleisige Durchbindung in der Müggelheimer Straße und die Straßenbahn zum Müggelschlößchenweg; auch um einen Ausbau der S47 ist es still geworden.

+1

Apropos Müggelheimer Straße: wir hatten vor einigen Monaten die Information, dass irgendwann 2025 oder so ähnlich die Durchbindung erfolgen soll. Ich finde aber den Beitrag nicht mehr. Hat jemand das noch auf dem Schirm?

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
phönix
Für Nicht-Fahrradfahrer und die Leute aus Mahlsdorf, Kaulsdorf, Friedrichshagen etc. ist das aber keine Alternative.

Aber genau für die wurden doch TVO und Glienicker Straße/Weg (aus)gebaut - also sollte es doch gar kein Problem sein, sie aus der Dörpfeldstraße zu "vertreiben"? Und zumindest die aus Mahlsdorf und Kaulsdorf werden doch sicher sowieso eher über die Spindlersfelder Brücke fahren und dann kaum über Oberspree-, Ottomar-Geschke- und Dörpfeldstraße fahren? (Und wenn doch, ist bei den Ampelschaltungen irgendwas gewaltet schief gelaufen, das darf zu keiner Tageszeit schneller gehen als der Weg über die Glienicker Straße und den Glienicker Weg.)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.2021 09:21 von def.
Zitat
def
Aber genau für die wurden doch TVO und Glienicker Straße/Weg (aus)gebaut - also sollte es doch gar kein Problem sein, sie aus der Dörpfeldstraße zu "vertreiben"?

Die Ableitung des Verkehrs in den Glienicker Weg/ Spindlersfelder Straße würde halt dort noch mehr Stau auslösen - hier befürchte ich allerdings mittelfristig sowieso mehr Stau wegen des irgendwann durchstartenden Flughafenbetriebs und des damit verbundenen Zubringerverkehrs aus Nordost+Köpenick - und das bei fehlender zügiger Anbindung des BER mit den Öffentlichen aus diesem Raum. Siehe dazu auch noch mal unsere Diskussion zum dringenden Ersatz/ Ergänzung der TVO/ Nahverkehrstangente durch ÖPNV.

Zitat
def
Und zumindest die aus Mahlsdorf und Kaulsdorf werden doch sicher sowieso eher über die Spindlersfelder Brücke fahren und dann kaum über Oberspree-, Ottomar-Geschke- und Dörpfeldstraße fahren? (Und wenn doch, ist bei den Ampelschaltungen irgendwas gewaltet schief gelaufen, das darf zu keiner Tageszeit schneller gehen als der Weg über die Glienicker Straße und den Glienicker Weg.)

Der Verkehr von Oberspreestr. in Richtung Dörpfeldstraße kommt nach meinen Beobachtungen hauptsächlich durch die Leute zustande, die von der Spindlersfelder Straße bewusst abfahren - aus welchen Gründen auch immer (Fahrziel um Dörpfeldstraße? Fahrziel nahe S-Bahnhof Adlershof?, Fahrziel Wista? wahrscheinlich eher weniger: Vermeidung Stau Glienicker Weg?) - das müsste glatt mal untersucht werden. Der Anteil Linksabbieger an der Kreuzung Dörpfeldstraße/Adlergestell ist jedenfalls recht gering. Falls der Weg über die Ottomar-Geschke-Str. gesperrt sein sollte, gibt es immer noch genügend Möglichkeiten, über Wohngebietsstraßen die Dörpfeldstraße zu erreichen.

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
def

Wie satt ich dieses "Argument" habe, das "Mobilität" auf Das-eigene-Hinterteil-in-die-eigene-Blechkiste-Setzen reduziert (gehen ÖV-Fahrgäste und Radfahrende keinem Mobilitätsbedürfnis nach?) und ignoriert, dass Nachfrage auch durch ein Angebot erzeugt wird.

Naja, das würde ja bedeuten, dass die Leute einfach nur aus Jux und Dallerei die vorhandenen Straßen nutzen. Bis auf ein paar spät-pubertäre Poser macht das aber niemand.

Ich habe selbst keine "Blechbüchse" aber sehr wohl Mobilitäts-Bedürfnisse, da ich jeden Tag einer geregelten Tätigkeit nachgehe und dafür ins Büro fahren muss. Quer durch die Stadt, hin und zurück. Und so wie mir geht es sehr vielen. Einfach weil es kaum möglich ist, bezahlbaren Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes zu finden.
Leider hat man es versäumt, zusammen mit der WISTA Entwicklung ausreichend neue bezahlbare Wohnungen zu bauen. Und dieser Trend setzt sich leider Berlin-weit fort.
Sonst würden die Leute doch gern das Fahrrad nutzen bzw. zu Fuß gehen. Aber ab einer gewissen Entfernung scheidet das Fahrrad halt für viele aus.

Natürlich kann man weiter mit populistischen Aussagen kommen. Aber sie spiegeln die Lebens-Realität des arbeitenden Teils der Bevölkerung nicht wieder. Klar, jemand der nicht arbeiten geht und keine Blechbüchse hat, der hat vielleicht so gut wie kein Mobilitäts-Bedürfnis. Aber mal ehrlich gefragt: Ist das ein erstrebenswerter Zustand?
Zitat
Balu der Bär
Zitat
def

Wie satt ich dieses "Argument" habe, das "Mobilität" auf Das-eigene-Hinterteil-in-die-eigene-Blechkiste-Setzen reduziert (gehen ÖV-Fahrgäste und Radfahrende keinem Mobilitätsbedürfnis nach?) und ignoriert, dass Nachfrage auch durch ein Angebot erzeugt wird.

Naja, das würde ja bedeuten, dass die Leute einfach nur aus Jux und Dallerei die vorhandenen Straßen nutzen. Bis auf ein paar spät-pubertäre Poser macht das aber niemand.

Ich habe selbst keine "Blechbüchse" aber sehr wohl Mobilitäts-Bedürfnisse, da ich jeden Tag einer geregelten Tätigkeit nachgehe und dafür ins Büro fahren muss. Quer durch die Stadt, hin und zurück. Und so wie mir geht es sehr vielen. Einfach weil es kaum möglich ist, bezahlbaren Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes zu finden.
Leider hat man es versäumt, zusammen mit der WISTA Entwicklung ausreichend neue bezahlbare Wohnungen zu bauen. Und dieser Trend setzt sich leider Berlin-weit fort.
Sonst würden die Leute doch gern das Fahrrad nutzen bzw. zu Fuß gehen. Aber ab einer gewissen Entfernung scheidet das Fahrrad halt für viele aus.

Natürlich kann man weiter mit populistischen Aussagen kommen. Aber sie spiegeln die Lebens-Realität des arbeitenden Teils der Bevölkerung nicht wieder. Klar, jemand der nicht arbeiten geht und keine Blechbüchse hat, der hat vielleicht so gut wie kein Mobilitäts-Bedürfnis. Aber mal ehrlich gefragt: Ist das ein erstrebenswerter Zustand?

Die sogenannte "Mobilität" ist kein starrer Zustand, sondern wird massiv wechselseitig durch die vorhandene Infrastruktur beeinflusst.

Wenn eine neue schöne schnelle Straße (oder auch U-Bahn, Eisenbahn) von A nach B gebaut wird, dann wird in Schritt 1 der vorhandene Verkehr auf die neue Straße umgelegt. Man kommt also schneller ans Ziel.

Aber in Schritt 2 verschieben sich die Verkehrsströme. Man fährt in das weiter entfernte Einkaufszentrum von B (weil das ja nun viel schneller geht) und nutzt nicht mehr den Tante-Emma-Laden in C, weil dieser schlechter erreichbar ist. Irgendwann schließt der Laden in C, weil fast niemand mehr dort einkauft. Jetzt müssen alle Leute in B einkaufen, die vorher in C eingekauft haben. Am Ende vergrößern sich die Entfernungen, die alle fahren müssen. Die Reisezeit hat sich aber (über einen längeren Zeitraum gesehen) nicht geändert, weil man ja jetzt in kürzerer Zeit weiter fahren kann.

Diese dynamischen Effekte des sogenannten induzierten Verkehrs werden aber in den allermeisten Fällen ausgeblendet. Man sieht nur die direkten Effekte, die sich kurzfristig ergeben (ich komme schneller an mein Ziel), aber nicht die langfristigen Effekte (der Laden in C kann sich nicht halten, und alle müssen weiter fahren). Zudem werden die Kosten systematisch unterschätzt (Mein Pkw braucht nur 5 Liter auf 100 km).
Absolute Zustimmung, aber leider hast du zwei Punkte vergessen:

In Berlin werden kaum schnelle S-/U- Bahnen gebaut. Den Regionalbahnsteig in Adlershof hat man sich gespart.
Die Wohnungsproblematik ist essentiell. Das sucht sich niemand aus. Und den Arbeitsplatz wählst du nach Angebot, aber auch da fällt auf, dass die meisten Büro-Jobs in Charlottenburg-Wilmersdorf liegen. Und auch das, was neu gebaut wird, entsteht in der City, aber nicht nahe an den neuen Wohngebieten (so diese denn überhaupt verwirklicht werden.)

Und bitte beachte: Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass ich kein Auto habe. Trotzdem sind meine Mobilitäts-Bedürfnisse da. Und ja, ich versuche mein Zeitbudget zu optimieren. Heißt am Ende auch: Brauche ich viel Zeit im ÖPNV, dann kaufe ich unterwegs ein und eben nicht mehr lokal in Adlershof. Und ja, auch dadurch mag der ein oder andere Laden auf Dauer sterben. Aber again, alles ohne Auto.

Die einzige Lösung, die wirklich die Verkehre reduziert ist jene, wo Arbeiten und Wohnen nicht stark räumlich getrennt sind. Dann ist es nämlich attraktiv, zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.
Zitat
Balu der Bär
Absolute Zustimmung, aber leider hast du zwei Punkte vergessen:

In Berlin werden kaum schnelle S-/U- Bahnen gebaut. Den Regionalbahnsteig in Adlershof hat man sich gespart.
Die Wohnungsproblematik ist essentiell. Das sucht sich niemand aus. Und den Arbeitsplatz wählst du nach Angebot, aber auch da fällt auf, dass die meisten Büro-Jobs in Charlottenburg-Wilmersdorf liegen. Und auch das, was neu gebaut wird, entsteht in der City, aber nicht nahe an den neuen Wohngebieten (so diese denn überhaupt verwirklicht werden.)

Naja, es arbeitet nicht jede/r in Büros und die, die es tun, auch nicht zum überwiegenden Teil in der City-West. Und Arbeitsplatzagglomerationen gibt es ja auch anderswo, z.B. eben in Adlershof. Man sollte auch sagen: in Berlin werden kaum S- und U-Bahnen gebaut, weil es knapp 500 km S- und U-Bahn-Strecken in der Region gibt. Da, wo der ÖV stark im Hintertreffen ist, helfen selten Schnellbahnen (vielleicht mit Ausnahme des östlichen BAR), da kosten einfach schlechte Takte und Umsteigezwänge im Bestandsnetz viel Zeit. Die besten Beispiele dafür nenne ich ja gern: es gibt z.B. östlich der M17 keine vernünftige tangentiale Verbindung in Nord-Süd-Richtung mehr. Die einzige Linie, die nicht an S5 oder U5 gebrochen wird, der X69, verkehrt nur alle 20 min und mit eingeschränkten Betriebszeiten. Ansonsten: Umsteigezwänge, oft mit mindestens einer 20-min-Linie im Fahrtverlauf. Das kostet massiv Zeit. Kurz: der ÖPNV lässt m.E. vor allem da Potentiale liegen, wo auch in hundert Jahren keine U-Bahn fahren wird.

Und auch wenn der Wohnungsmarkt kompliziert ist und lange politisch ignoriert wurde - wer ohne Auto lebt, sucht natürlich auch eher in Gegenden, in denen man sein Leben ohne Auto organisieren kann. (Das muss ja nicht zwangsläufig innerhalb der Ringbahn sein.) Umgedreht neigt natürlich jemand, der sein Auto voll und ganz nach dem Auto ausgerichtet hat*, darauf weniger zu schauen. Und wenn die Straßeninfrastruktur gut ausgebaut ist, noch weniger.

Zitat
Balu der Bär
Die einzige Lösung, die wirklich die Verkehre reduziert ist jene, wo Arbeiten und Wohnen nicht stark räumlich getrennt sind. Dann ist es nämlich attraktiv, zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.

Das sollte natürlich angestrebt haben, wird aber auch nicht immer möglich sein - spätestens in Paaren oder Familien mit mehreren arbeitenden Personen.
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* Lustigerweise zeigen die Auto-Haushalte in meinem Umfeld in Bezug auf Mobilität einen viel stärkeren Tunnelblick als die Nicht-Auto-Haushalte. Während erstere, sobald sie einen Weg haben, sofort zum Auto gehen (und wenn es nur um den Weg zum 1,5 km entfernten Bäcker an einem warmen Frühlingstag ist, der bequem per Rad über Nebenstraßen zurückgelegt werden kann), zeigen sich letztere meist flexibler:

"Schönes Wetter heute und alle Ziele liegen im Umfeld vo 5-10 km? Fahrrad!"
"Ich muss nach der Arbeit noch ans andere Ende der Stadt? ÖPNV!"
"Ausflug zu einem See im Umland? Baumarkeinkauf? Mietwagen!"
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phönix
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def
Aber genau für die wurden doch TVO und Glienicker Straße/Weg (aus)gebaut - also sollte es doch gar kein Problem sein, sie aus der Dörpfeldstraße zu "vertreiben"?

Die Ableitung des Verkehrs in den Glienicker Weg/ Spindlersfelder Straße würde halt dort noch mehr Stau auslösen - hier befürchte ich allerdings mittelfristig sowieso mehr Stau wegen des irgendwann durchstartenden Flughafenbetriebs und des damit verbundenen Zubringerverkehrs aus Nordost+Köpenick - und das bei fehlender zügiger Anbindung des BER mit den Öffentlichen aus diesem Raum.

Aber wäre das so schlimm? Ich denke nicht. Man müsste nur drauf Acht geben, dass die Alternativen (sprich: der Umweltverbund) noch funktionieren können. Die wenigsten werden ja zum Autofahren gezwungen, meist ist es aus Bequemlichkeit - dann müssen sie eben auch mal mit Stau klar kommen. Zumal es im konkreten Fall einfach notwendig wäre, um den ÖPNV zu verbessern und Stadträume attraktiver zu gestalten. Soll man auf den zweigleisigen Ausbau dieser Bald-Betriebshof-Zufahrt verzichten bzw. die Bahn im Stau stehen lassen, damit die armen Autofahrenden auf einer autobahnähnlich ausgebauten Straße nicht im Stau stehen?

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phönix
Der Verkehr von Oberspreestr. in Richtung Dörpfeldstraße kommt nach meinen Beobachtungen hauptsächlich durch die Leute zustande, die von der Spindlersfelder Straße bewusst abfahren - aus welchen Gründen auch immer (Fahrziel um Dörpfeldstraße? Fahrziel nahe S-Bahnhof Adlershof?, Fahrziel Wista? wahrscheinlich eher weniger: Vermeidung Stau Glienicker Weg?) - das müsste glatt mal untersucht werden. Der Anteil Linksabbieger an der Kreuzung Dörpfeldstraße/Adlergestell ist jedenfalls recht gering. Falls der Weg über die Ottomar-Geschke-Str. gesperrt sein sollte, gibt es immer noch genügend Möglichkeiten, über Wohngebietsstraßen die Dörpfeldstraße zu erreichen.

Es spricht ja erstmal niemand von Sperrung, aber davon, den Weg für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu gestalten. Natürlich muss verhindert werden, dass dann Wohngebietsstraßen massenhaft als Schleichwege benutzt werden, z.B. indem sie nur noch aus einer Richtung erreichbar sind oder durch Einbahnstraßensysteme, die jede/n, der oder die versucht, nur durchzufahren, in den Wahnsinn treiben.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.2021 13:55 von def.
Zum Thema Wohnen am Arbeitsplatz in Adlershof:

Hin und wieder sind in den Anzeigenvitrinen der Charlottenburger Wohnungsbaugenossenschaft in meiner Gegend Anzeigen verfügbarer Wohnungen am Groß-Berliner-Damm zu sehen. Der Knackpunkt dabei: Mieten von 900 bis 1500 Euro! Da ist es wenig verwunderlich, dass Leute tlw. auch lange Reisewege in Kauf nehmen, wenn der örtliche Wohnraum unbezahlbar ist.

Ja, ich weiß, dass es sich hierbei um Neubauten handelt und diese Wohungen oftmals auch nicht gerade klein sind (von ca. 80 bis ca. 120qm), aber trotzdem: wer soll sich das leisten können und nebenbei noch ausreichend Geld für weitere Lebenshaltungskosten, sonstige Ausgaben und die 1/3 des Gehalts, die für Steuern und Abgaben draufgehen, übrig haben? Eben: nur die Besserverdienenden, denn bei einem Durschnittsgehalt von ca. 3000 Euro Brutto ist es nicht leistbar, zumal man nicht unerwähnt lassen sollte, dass längst nicht alle so viel verdienen, sofern sie den Luxus einer Beschäftigung überhaupt genießen können. Die Konsequenz: der MI(e)V, über den wir andauernd meckern.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.2021 14:40 von J. aus Hakenfelde.
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