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Umbau Dörpfeldstraße Adlershof
geschrieben von merlinbt01 
Hallo zusammen,

ich sehe das ähnlich wie Logital, auch wenn ich die Situation in der Altstadt Köpenick vor Mitte der 1990er Jahre nicht kenne. Aber was soll vor Mitte der 90er Jahre, also zur DDR-Zeit und den frühen Nach-Wende-Jahren dort denn an tollen Einkaufsmöglichkeiten gewesen sein? Das erschließt sich mir nicht.

Auffällig ist aber doch, dass sich die Restaurants, Cafés und Geschäfte genau dort konzentrieren, wo die Autos verbannt wurden, während sich umgekehrt dort nicht viel tut, wo die Straßen immer noch mit Autos vollgestopft sind: OpenStreetMap


Was die Dörpfeldstraße betrifft, hatte ich schon mehrere weitgehend erfolglose Anläufe unternommen, dort die Straßenbahn, insbesondere mit dem aktuell noch eingleisigen Verlauf, zu fotografieren. Es ist mir erst während des harten Lockdowns im April gelungen, wobei ich auch dabei noch einige Nerven gelassen habe. Zu normalen Zeiten ist der Autoverkehr in der schmalen Straße einfach grauslig, von Aufenthaltsqualität kann keine Rede sein.


Ein Beispiel, das mich immer wieder beeindruckt, ist die Gleichmannstraße, die vom Bahnhof München-Pasing zum Pasinger Marienplatz führt. Das war früher ebenfalls eine baumlose, graue und stinkende Auto-Hölle, in die es einen nur gezogen hat, weil dort bis in die 1980er Jahre eines der größten TV-, HiFi- und Elektrogeschäfte Münchens angesiedelt war. Nach dessen Niedergang nur noch Ramschläden.

2013 wurde die Straßenbahn, die zuvor am Pasinger Marienplatz endete, zum Bahnhof verlängert und dabei im Zuge einer Blockumfahrung auch durch die Gleichmannstraße geführt. Gleichzeitig wurde die Straße verkehrsberuhigt und begrünt, es ist nur noch Anwohner- und Lieferverkehr zugelassen. Mit dem Ergebnis, dass es dort nun zahlreiche neue Geschäfte und Cafés mit Tischen auf der Straße gibt, man kann sich dort heute tatsächlich wohlfühlen.

Fotos aus der Gleichmannstraße waren auch regelmäßig auf BVG-Präsentationen zu Straßenbahn-Neubaumaßnahmen zu sehen.

Viele Grüße
Manuel


Zitat
Logital
Zitat
T6Jagdpilot
Allerdings muss man auch erkennen, das die Altstadt Köpenick bis auf ein paar Gaststätten wirtschaftlich tot ist, seit da verkehrsberuhigt ist.
Ein paar Sauffeste im Jahr und der Köpenicker Sommer reissen das nicht raus.
Wie ich schon mal sagte- Gleise in der Dörpfeldstraße in K.u. K. Bauweise an den Straßenrand- dann hat sich das verkehrsbehindernde Problem
der " ich will nur mal schnell Kippenholer" automatisch erledigt.

T6JP

Ich war zwar mitt der 90er erst ca 13-16 Jahre alt, aber aus meiner Sicht ist die Alt-Stadt lebendiger und attraktiver eworden. Mehr Spaziergänger, mehr Geschäfte zum Verweilen (Essen und Trinken). Ja, weniger Geschäfte zum Shopffen, liegt aber m.E. auch am Onlinehandel den es mItte der 90er noch nicht gab.
Hallo zusammen,

hier als Ergänzung noch meine Bilder aus der Dörpfeldstraße vom April 2020 als Galerie: Microsoft OneDrive

Bitte bedenkt beim Ansehen, dass die Fotos keine normale Verkehrssituation zeigen. Ich habe zwei Sonntage im Lockdown benötigt, um die Aufnahmen so hinzubekommen (12. und 19. April 2020).

Viele Grüße
Manuel
Zitat
manuelberlin

ich sehe das ähnlich wie Logital, auch wenn ich die Situation in der Altstadt Köpenick vor Mitte der 1990er Jahre nicht kenne. Aber was soll vor Mitte der 90er Jahre, also zur DDR-Zeit und den frühen Nach-Wende-Jahren dort denn an tollen Einkaufsmöglichkeiten gewesen sein? Das erschließt sich mir nicht.

Ich kenne die Altstadt zehn Jahre länger und ich muß sagen, es gab damals eigentlich alles Mögliche: Vom Fleischer, Bäcker, Lebensmittel, Haushaltwaren und Bekleidung bis zu Modellbahnen gab es alles. Sogar ein Kaufhaus fand man in der Altstadt.
Zitat
manuelberlin
Auffällig ist aber doch, dass sich die Restaurants, Cafés und Geschäfte genau dort konzentrieren, wo die Autos verbannt wurden, während sich umgekehrt dort nicht viel tut, wo die Straßen immer noch mit Autos vollgestopft sind: OpenStreetMap

Richtig, in Köpenick funktioniert das in der kleinen Fußgängerzone, weil es dort im Normalfall einen stetigen Besuch von Touristen gibt. Das Schloss/ Schlosspark wird zwar nun nicht von Millionen Leuten besucht, aber am Schlossplatz findest Du außerhalb von Coronazeiten immer Touristen, die dann natürlich auch Richtung Grünstraße und Straße Alt Köpenick unterwegs sind, um dort einen Kaffee zu genießen oder etwas zu essen. (Das Gegenstück siehst Du natürlich aktuell.) Die kleine Fußgängerzone unterstützt die Gastronomiegewerbetreibenden, die in hohem Maße vom Schloss profitieren.
Anders sieht es in der Dörpfeldstraße aus. Da fehlt jeglicher Tourismus und es fällt mir auch schwer, mir das Entstehen einer Flaniermeile vorzustellen.
Kultur- und Bildungseinrichtungen (inklusive des Theaters) gibt es 1 km entfernt westlich der S-Bahn, dort mittlerweile mit eigenen Gastronomieeinrichtungen. Man geht nach meinen Beobachtungen von dort nicht ohne weiteres in die Dörpfeldstraße zum Flanieren.

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
Bd2001
Zitat
manuelberlin
Aber was soll vor Mitte der 90er Jahre, also zur DDR-Zeit und den frühen Nach-Wende-Jahren dort denn an tollen Einkaufsmöglichkeiten gewesen sein? Das erschließt sich mir nicht.

Ich kenne die Altstadt zehn Jahre länger und ich muß sagen, es gab damals eigentlich alles Mögliche: Vom Fleischer, Bäcker, Lebensmittel, Haushaltwaren und Bekleidung bis zu Modellbahnen gab es alles. Sogar ein Kaufhaus fand man in der Altstadt.

Ja, es gab dort einfach alles, verteilt auf viele kleine Geschäfte. Fischladen, Zoo-Geschäft, Spielzeugladen, Buchhandlung, ein hervorragend sortiertes Papiergeschäft, Fotograf, Uhrmacher und nicht zu vergessen, die Waffel-Bude in der Grünstraße. Manche "Institutionen" existieren noch heute: Die kurfürstlich privilegierte Stadtapotheke, die Wein-Oase und der Optiker Wittstock.

Unmittelbar nach der Wende zogen plötzlich viele Banken in die Geschäfte. Aus dem Fischladen in der Kietzer Straße wurde eine Filiale der Commerzbank, die Dresdener Bank versuchte im Schuhladen ihr Glück und in der Buchhandlung hielt die Berliner Bank Einzug. Man bekam auf einmal nicht mal mehr eine Tüte Zucker zu kaufen - damit begann dann das Sterben der Altstadt.


Bitte sprechen Sie während der Fahrt mit dem Busfahrer/der Busfahrerin - er/sie hat sonst niemanden.
Zitat
Alter Köpenicker
Ja, es gab dort einfach alles, verteilt auf viele kleine Geschäfte. Fischladen, Zoo-Geschäft, Spielzeugladen, Buchhandlung, ein hervorragend sortiertes Papiergeschäft, Fotograf, Uhrmacher und nicht zu vergessen, die Waffel-Bude in der Grünstraße. Manche "Institutionen" existieren noch heute: Die kurfürstlich privilegierte Stadtapotheke, die Wein-Oase und der Optiker Wittstock.

Unmittelbar nach der Wende zogen plötzlich viele Banken in die Geschäfte. Aus dem Fischladen in der Kietzer Straße wurde eine Filiale der Commerzbank, die Dresdener Bank versuchte im Schuhladen ihr Glück und in der Buchhandlung hielt die Berliner Bank Einzug. Man bekam auf einmal nicht mal mehr eine Tüte Zucker zu kaufen - damit begann dann das Sterben der Altstadt.

Da siehst Du mal, wie schädlich Einschränkungen des MIV für Einzelhändler sind! So schädlich, dass die Einzelhändler schon ein knappes Jahrzehnt vor der Umsetzung der verkehrsberuhigenden Maßnahmen verschwinden!

!!!1!!
Zitat
Bd2001
Sogar ein Kaufhaus fand man in der Altstadt.

Oh, wo war das?
Ich kenne Köpenick und auch die Altstadt nochmal 30 Jahre länger, da dort meine Großeltern wohnten und ich auch noch bis in die 80/90er Jahre dort fast gewohnt habe. Es mag sich einem heute nicht erschließen, aber es war so, wie weiter oben geschildert wurde. Die Verkehrsberuhigungen begannen eigentlich schon in den 80er Jahren, wenn nicht früher. Es gab viel mehr Verkehr und doch war die Altstadt natürlich ungeheuer belebt. Ein örtlicher Magnet. Sie war noch verwinkelter, als heute.

Wichtig scheint mir aber doch, dass die Notwendigkeit zur Verkehrsberuhigung, resp. zur intelligenten Verkehrslösung etwas anderes ist, als die Sinnhaftigkeit einer Fußgängerzone. Das sind zwei paar Schuhe.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
phönix
Zitat
Bd2001
Sogar ein Kaufhaus fand man in der Altstadt.

Oh, wo war das?

Schloßplatz neben der Volksbank. Heute befindet sich die Apotheke dort. Die Apotheke war damals in der Straße Alt-Köpenick wo heute das Reisebüro zu finden ist.
Vielen Dank für das teilen der Bilder @Manuel. Es fällt vor allem auf, wie lang die Dörpfeldstraße ist und dass sie in verschiedene Abschnitte gliedert. Ich denke ein konsequentes verlegen der Gleise an den Bürgersteig und Ableiten eines Teils des Durchgangsverkehrs, ist alles, was man machen kann. Man sollte weniger die ganze lange Straße zur Flaniermeile machen, sondern Inseln schaffen, in denen mehr Freiräume für Fußgänger und Straßenaufenthalt möglich ist. Für Fahrräder sehe ich aber schwarz. Fahrräder müssten sich mit der Bahn teilen. Für den MIV eine Fahrspur in der Mitte mit Ausweichmöglichkeit über die Gleise. An einigen Stellen Verbreiterungsmöglichkeiten für zwei Fahrspuren schaffen. So ist es ja heute bereits in Nebenstraßen gang und gebe. Ich denke nicht, dass die Dörpfeld für den MIV eine Durchgangsstraße wie bisher bleiben kann. Das lässt sich aber nur ändern, indem der Verkehr abgeleitet wird. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Hier müssen in beiden Straßen Kompromisse her.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
def

Da siehst Du mal, wie schädlich Einschränkungen des MIV für Einzelhändler sind! So schädlich, dass die Einzelhändler schon ein knappes Jahrzehnt vor der Umsetzung der verkehrsberuhigenden Maßnahmen verschwinden!

!!!1!!

Danke! LOL! Ich muss immer noch lachen! Chapeau, der ist wirklich gut!

Zitat
phönix
Anders sieht es in der Dörpfeldstraße aus. Da fehlt jeglicher Tourismus und es fällt mir auch schwer, mir das Entstehen einer Flaniermeile vorzustellen.
Kultur- und Bildungseinrichtungen (inklusive des Theaters) gibt es 1 km entfernt westlich der S-Bahn, dort mittlerweile mit eigenen Gastronomieeinrichtungen. Man geht nach meinen Beobachtungen von dort nicht ohne weiteres in die Dörpfeldstraße zum Flanieren.

Sicherlich ist der Begriff Flaniermeile sehr stark und emotional beladen, wenn nicht vielleicht sogar überfrachtet. Daher kam ich ja auf Düsseldorfs Gumbertstraße zu sprechen. Die ist sicher auch keine Flaniermeile, dennoch hat das partielle Aussperren der Autos die Straße insgesamt aufgewertet. Sie mag keine Flaniermeile sein, bietet aber gerade im Vergleich zu früher eine höhere Aufenthaltsqualität.


Düsseldorfs Gumbertstraße im Jahre 1985. Deutlich sichtbar dominiert das Auto das Straßenbild. Quelle: WDR Digit - User linant.


Dieselbe Stelle heute. Fußgänger haben mehr Platz bekommen und eine ansprechende Haltestelle ist entstanden.
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Bd2001
Zitat
manuelberlin
Aber was soll vor Mitte der 90er Jahre, also zur DDR-Zeit und den frühen Nach-Wende-Jahren dort denn an tollen Einkaufsmöglichkeiten gewesen sein? Das erschließt sich mir nicht.

Ich kenne die Altstadt zehn Jahre länger und ich muß sagen, es gab damals eigentlich alles Mögliche: Vom Fleischer, Bäcker, Lebensmittel, Haushaltwaren und Bekleidung bis zu Modellbahnen gab es alles. Sogar ein Kaufhaus fand man in der Altstadt.

Ja, es gab dort einfach alles, verteilt auf viele kleine Geschäfte. Fischladen, Zoo-Geschäft, Spielzeugladen, Buchhandlung, ein hervorragend sortiertes Papiergeschäft, Fotograf, Uhrmacher und nicht zu vergessen, die Waffel-Bude in der Grünstraße. Manche "Institutionen" existieren noch heute: Die kurfürstlich privilegierte Stadtapotheke, die Wein-Oase und der Optiker Wittstock.

Unmittelbar nach der Wende zogen plötzlich viele Banken in die Geschäfte. Aus dem Fischladen in der Kietzer Straße wurde eine Filiale der Commerzbank, die Dresdener Bank versuchte im Schuhladen ihr Glück und in der Buchhandlung hielt die Berliner Bank Einzug. Man bekam auf einmal nicht mal mehr eine Tüte Zucker zu kaufen - damit begann dann das Sterben der Altstadt.

Das sehe ich ähnlich - und dazu gibt es auch einige Untersuchungen zur Entwicklung des örtlichen Einzelhandels, die das bestätigen.

Der Trend zur Verlagerung in die Bahnhofstraße ist bereits seit Jahrzehnten zu beobachten und hat unmittelbar nach der Wende massiv zugenommen unter den neuen Rahmenbedingungen. Und zwar noch weit bevor jede Diskussion zur Herausnahme des Durchgangsverkehrs begonnen hat.
Die Bahnhofstraße liegt nun einmal deutlich verkehrsgünstiger - und bestätigt eigentlich sogar trotz aller gestalterischen Defizite die Bedeutung des ÖPNV auch in Köpenick: Der Einzelhandel positioniert sich dort, wo der mit Abstand wichtigste ÖPNV-Umsteigeknoten in Köpenick ist - im Umfeld des S-Bahnhofs.
Mit dem Bau des Einkaufszentrums "Forum Köpenick" wurde diese Situation endgültig zementiert.

Die Altstadt Köpenick erlebt seit einigen Jahren wieder einen Aufwärtstrend - aber eben nicht mehr als Einzelhandelsbereich, sondern als Erholungs- und Ausflugsgegend. Daher etablieren sich hier immer mehr Cafés etc. Die Altstadt ist dadurch wieder deutlich lebendiger geworden. Die Führung eines starken Autodurchgangsverkehrs würde dies wieder zunichte machen - und ganz sicher keinen Einzelhandel dort zurückbringen.

Ingolf
Aber das war teilweise auch früher schon so, dass die Bahnhofstraße ein zweites Einzelhandelszentrum war. Die Entwicklung, die Du beschreibst stimmt aber trotzdem. Was die Düsseldorf-Fotos betrifft, so sehe ich vorher eine lebendige Straße, hinterher eher eine tote Gegend. Es ist eben alles relativ. Und es gibt einen hohen Bevölkerungsanteil, der Fußgängerzonen nicht als das Non plus Ultra ansehen. Man kann nicht gleichzeitig alle Straßen zu Wohngebieten und Flaniermeilen erklären und gleichzeitig, den Bau von Autobahnen und Schnellstraßen verhindern wollen. Heutzutage sind ja 50-km-Zonen schon Schnellstraßen.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Heidekraut
Man kann nicht gleichzeitig alle Straßen zu Wohngebieten und Flaniermeilen erklären und gleichzeitig, den Bau von Autobahnen und Schnellstraßen verhindern wollen.

Das Witzige (ob seiner Dreistigkeit) ist ja, dass beide Straßen, die in Adlershof Einschränkungen für den MIV zu befürchten haben, vorher durch parallel aus- bzw. neugebaute Straßen "entlastet" wurden: die Dörpfeldstraße durch TVO und Glienicker Weg, das Adlergestell (siehe Pop-Up-Radweg) durch Groß-Berliner Damm und A113.

Was lernen wir daraus? Selbst nach dem Bau "entlastender" Straßen verteidigt die Autolobby ihre Pfründe mit Händen und Füßen, auch auf angeblich "entlasteten" Straßen. Und was lernen wir daraus? Wir sollten Straßenneubau in Gänze ablehnen, denn die versprochenen Umbauten in Wohn- und Geschäftsbereichen (oder zu Radinfrastruktur, die ohne Lebensgefahr die Nutzung eines Fahrrades erlaubt) kommen dann eh nicht.

Zitat
Heidekraut
Was die Düsseldorf-Fotos betrifft, so sehe ich vorher eine lebendige Straße, hinterher eher eine tote Gegend.

Das Nachher-Foto ist in der Tat nicht gut, aber wo Du bei dem Vorher-Foto eine lebendige Straße siehst, bleibt Dein Geheimnis. Wahrscheinlich hältst Du die Stadtautobahn auch für einen lebendigen Ort?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.2021 18:15 von def.
Ja, tue ich, denn ich lebe in einer Großstadt und nicht auf dem Dorf und auch nicht in einem Wohngebiet oder gar Kiez. Auch die Dörpfeld als Durchgangsstraße ist ein Wohngebiet. Was sollen denn die Bewohner dort sagen? Die Entlastungsstraßen, die Du benennst sind weiter entfernt und können nicht den gesamten Verkehr ableiten. Bei der Dörpfeld kommt aber hinzu, dass man diesen Durchgang kaum sperren kann und dass der Glieniker Weg eben nur teilentlasten kann, weil er selbst nicht die ideale Durchgangsstraße ist. Hier wird es ohne Kompromisse auf beiden Straßen nicht gehen. Es sei denn, man will das Fahrrad und die Stadt vollständig ohne MIV. Das aber dürfte in Berlin sehr schwierig werden. Verdrängung von Verkehr führt zu Bündelung auf den Hauptstraßen. Dort passt dann keine Tram mehr durch und Fahrräder haben auch das Nachsehen. Das ist genauso ein Gesetz, wie das Anziehen von Verkehr durch neue Straßen.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Heidekraut
Ja, tue ich, denn ich lebe in einer Großstadt und nicht auf dem Dorf und auch nicht in einem Wohngebiet oder gar Kiez. Auch die Dörpfeld als Durchgangsstraße ist ein Wohngebiet. Was sollen denn die Bewohner dort sagen? Die Entlastungsstraßen, die Du benennst sind weiter entfernt und können nicht den gesamten Verkehr ableiten. Bei der Dörpfeld kommt aber hinzu, dass man diesen Durchgang kaum sperren kann und dass der Glieniker Weg eben nur teilentlasten kann, weil er selbst nicht die ideale Durchgangsstraße ist. Hier wird es ohne Kompromisse auf beiden Straßen nicht gehen. Es sei denn, man will das Fahrrad und die Stadt vollständig ohne MIV. Das aber dürfte in Berlin sehr schwierig werden. Verdrängung von Verkehr führt zu Bündelung auf den Hauptstraßen. Dort passt dann keine Tram mehr durch und Fahrräder haben auch das Nachsehen. Das ist genauso ein Gesetz, wie das Anziehen von Verkehr durch neue Straßen.

Man kann alles sperren, wenn man wirklich will. Wenn die Autos aus der Dörpfeldstr. verdrängt werden: Warum haben dann Tram und Fahrrad dann das Nachsehen?
Zitat
def

Das Nachher-Foto ist in der Tat nicht gut, aber wo Du bei dem Vorher-Foto eine lebendige Straße siehst, bleibt Dein Geheimnis. Wahrscheinlich hältst Du die Stadtautobahn auch für einen lebendigen Ort?

Ich habe die Straße mit einer 360-Grad-Kamera gefilmt, wo die Qualität leider nicht besser ist.

Ich versuche mich mal mit einem Bildvergleich durch die Rheinische Post:


Düsseldorfs Gumbertstraße im Jahre 1985. Deutlich sichtbar dominiert das Auto das Straßenbild. Quelle: WDR Digit - User linant.


Die Rheinische Post schreibt: „Als Einkaufsstraße hat sie es nicht leicht. Obwohl die Anbindung nicht besser sein könnte.“ Foto: Christian Albustin, Quelle: Rheinische Post



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.2021 16:12 von Christian Linow.
Ja, das Foto sieht doch schonmal ganz anders aus! Danke.
Zitat
Bd2001
Hatte man nicht als Begründung für den vierstreifigen Ausbau des paralellverlaufenden Glinicker Weg die Bündelung des Sammelverkehrs zur Entlastung der Dörpfeldstraße genannt?

Ich habe jetzt noch mal in beide relevanten Planfeststellungsbeschlüsse der TVO von 2004 und 2008 geschaut. Im Planfeststellungsbeschluss für den Neubau einer Straßenverbindung von der Oberspreestraße bis Glienicker Weg heißt es wörtlich: „Durch die Konzentration der Verkehre auf die neue Trasse wird besonders die Köllnische Vorstadt und das Ortsteilzentrum Dörpfeldstraße entlastet ... Ziele des Vorhabens sind im Einzelnen: ... Städtebauliche Entwicklung des Ortsteilzentrums Dörpfeldstraße und der Dörpfeldstraße als ÖPNV-Trasse, deshalb Verzicht auf direkte Anbindung dieses Straßenzuges an die TVO.“

Der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des Glienicker Weges zwischen Adlergestell und Ortsteilgrenze Adlershof/Köpenick im Bezirk Treptow-Köpenick unterstreicht derweil: „Durch die Konzentration der Verkehre auf diese Trasse wird besonders die Köllnische Vorstadt und das Ortsteilzentrum Dörpfeldstraße entlastet ... Ziele des Vorhabens sind im Einzelnen: ... Förderung der städtebaulichen Entwicklung des Ortsteilzentrums Dörpfeldstraße und der Dörpfeldstraße als ÖPNV-Trasse; Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs durch Abbau der gegenseitigen Behinderungen; Förderung des Geh- und Radverkehrs durch Schaffung fahrbahnunabhängiger und verkehrssicherer Anlagen auf beiden Seiten des Glienicker Weges.“



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.2021 21:42 von Christian Linow.
Dann waren meine Erinnerungen ja nicht so verkehrt.
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