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Sanierung Waisentunnel
geschrieben von Mont Klamott 
Na sicher war er das. Schau dir mal die Geschchte der U8 in Ruhe an, die ist sehr interessant.

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Zitat
Mont Klamott
Auf Wikipedia ist auch ein U-Bahnhof Stralauer Straße eingezeichnet, also muss doch mal Fahrgastbetrieb auf der Strecke vorgesehen gewesen sein ?

[de.wikipedia.org]

Ja, wie oben erwähnt war das der ursprüngliche Verlauf der Linie.
Jay
Re: Sanierung Waisentunnel
08.04.2021 10:27
Zitat
B-V 3313
Na sicher war er das. Schau dir mal die Geschchte der U8 in Ruhe an, die ist sehr interessant.

Richtig. Gibt sogar mehrere Bücher, die sich mit der U8 beschäftigen. Aus der Reihe "Geschichten aus dem Untergrund" vom GVE-Verlag (Ende der 90er erschienen) und die Reihe aus dem Schwandl-Verlag aus der gerade abgelaufenen Dekade.

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--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Werde mal nachlesen danke, das mit der Verfüllung des Bahnhofes Oranienplatz war ja schon in der Presse.

Die größte Überraschung mit dem Mauerfall war für mich der Bahnsteig der U8 am Alexanderplatz. Ich hörte als Kind Züge aus einer Richtung, die gar keinen Sinn macht. Die Zugänge müssen so verfliest worden sein, dass man nichts erkennen konnte.
Eine Tour mit den Berliner Unterwelten zum Bahnhof Pankstrasse vor ein paar Jahren war ebenfalls sehr interessant.
Zitat

"Mont Klamott" am 8.4.2021 um 10.15 Uhr:

Auf Wikipedia ist auch ein U-Bahnhof Stralauer Straße eingezeichnet, also muss doch mal Fahrgastbetrieb auf der Strecke vorgesehen gewesen sein?

Ähem, die Antwort kannst Du auch im Abschnitt "Geschichte" des von Dir erwähnten Wikipedia-Artikels finden. ;-)

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
Mont Klamott
Die größte Überraschung mit dem Mauerfall war für mich der Bahnsteig der U8 am Alexanderplatz. Ich hörte als Kind Züge aus einer Richtung, die gar keinen Sinn macht. Die Zugänge müssen so verfliest worden sein, dass man nichts erkennen konnte.

Die Zugänge waren gefliest. Aber die Fliesen hatten einen geringen anderen Farbton, so das der Experte die verschlossenen Zugänge trotzdem erkennen konnte.
Wenn ich mich recht erinnere waren die Zugänge zur U8 teils gefliest, teils verputzt. Der Putz war im Grünton der umgebenden Fliesen gestrichen und auch die Fugen waren aufgemalt.

Bäderbahn
Zitat
der weiße bim

Auf alle Fälle bleibt es spannend.

Ich weiß nicht, ob es hier schon mal irgendwo beschrieben wurde, wie war denn die ursprüngliche Bautechnologie beim Waisentunnel?

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Verwechselt gern Wuppertaler Schwebebahn mit der Schwäb'schen Eisenbahn
Zitat

"Heidekraut" am 8.4.2021 um 15.37 Uhr:

Ich weiß nicht, ob es hier schon mal irgendwo beschrieben wurde, wie war denn die ursprüngliche Bautechnologie beim Waisentunnel?

Das wurde im Artikel der Berliner Zeitung vom Dienstag beschrieben (den ich nebenan bekanntgegeben hatte und den auch Florian einen Tag später hier verlinkte). Da ich nicht der Autor des Artikels bin, kann ich ihn hier nicht in der Länge des entsprechenden Absatzes zitieren und möchte Dich bitten, dazu die Seite der Berliner Zeitung zu besuchen (ohne Bezahlschranke). Der Absatz fängt mit "Für die 180 Meter lange Unterquerung der Spree kam ein Bauverfahren zur Anwendung, [...]" an.

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
In dem Artikel der Berliner Zeitung steht, die westliche Tunnelröhre bekam keine Schienen. Wird die westliche Tunnelröhre auch saniert ? Auf Wikipedia steht, der Bahnhof Stralauer Straße wurde in einen Luftschutzraum umgebaut. Ist von dem Bahnhof irgend etwas von der Strecke zu erkennen ? Ich habe mir ein Youtube Video (Fahrt mit dem U-Bahn Caprio) angesehen, ist nicht sehr aufschlussreich.

[youtu.be]
Im Berliner U-Bahn-Archiv findet sich dieses Bild, dass den Aufbau der alten Spreequerung zeigt:
[www.u-bahn-archiv.de] (gif-Grafik, bitte anklicken)
Hier zum ganzen Artikel, das Bild ungefähr in der Mitte des Textes
[www.u-bahn-archiv.de]

Bäderbahn
Zitat
Mont Klamott
Die größte Überraschung mit dem Mauerfall war für mich der Bahnsteig der U8 am Alexanderplatz. Ich hörte als Kind Züge aus einer Richtung, die gar keinen Sinn macht. Die Zugänge müssen so verfliest worden sein, dass man nichts erkennen konnte.

Den Bahnsteig der Linie D konnten BVB-Mitarbeiter betreten. Die Bahnmeisterei nutzte einen abgemauerten Bereich auf der westlichen Bahnsteigseite und den Ausgang zur Dircksenstraße im Berolinahaus.
Das Zwischengeschoß im Durchgang von der Ladenstraße zum S-Bahnhof über der Linie D war beidseitig abgemauert und besaß auf der östlichen Seite eine Stahltür mit Türspion. Die Wände waren aber nicht verfliest, sondern verputzt und in der Fliesenfarbe gestrichen. Die Fugen waren aufgemalt, was von weitem ziemlich echt aussah.

Zurück zum Waisentunnel:
Wie schon geschrieben, war die Spreeunterfahrung schon nach der Rohbau-Fertigstellung ein Sanierungsfall. Die Tunnelstrecke der AEG-Schnellbahn AG war bei ihrer Insolvenz 1923 in vier Abschnitten rohbaufertig: Badstraße mit den Bahnhofsrohbauten Voltastraße und Bernauer Straße, Neue Friedrichstraße (jetzt Littenstraße) bis Brückenstraße mit dem Bahnhofsrohbau Stralauer Straße und der Spreeunterfahrung, Dresdner Straße mit einem Teilrohbau des Bahnhofs Oranienplatz sowie in der Hermannstraße mit dem Bahnhof Münchener Straße (jetzt Boddinstraße). Nach langwierigen Gerichtsverfahren durch sämtliche Instanzen fiel die gesamte begonnene Strecke der Stadt Berlin zu. Der Polizeipräsident als Genehmigungsbehörde widerrief 1924 die Konzession, so dass die Planung und Genehmigung neu aufgerollt werden musste.
Die Stadt Berlin beauftragte die eigene Nordsüdbahn AG mit der Umplanung und Ausführung der weiteren Bauarbeiten. Entsprechende Erfahrungen lagen aus dem Bau der Nordsüdstrecke Seestraße - Hallesches Tor - Hermannplatz bereits vor. Ab 1926 wurden die Bauarbeiten auf städtische Kosten wieder aufgenommen, auch als Notstandmaßnahme zur Arbeitsbeschaffung. Nördlich Voltastraße, zwischen der Münzstraße und der Brückenstraße sowie zwischen Dresdner Straße und Kottbusser Tor wurde die Strecke neu trassiert und alle noch nicht gebauten Bahnhöfe tiefer und mit Zwischengeschoß errichtet.
Die schon rohbaufertigen Abschnitte wurden soweit möglich an die neuen Tunnelbauwerke angeschlossen. So wurde der Waisentunnel einschließlich Spreeunterfahrung als eingleisige Betriebsstrecke südlich der Jannowitzbrücke und in der Rathausstraße angeschlossen.

Die Spreeunterfahrung musste dabei schon komplett saniert werden, bevor man an den Gleisbau gehen konnte. Von Mitte 1929 bis 1930 erfolgte nach einer entsprechenden Ausschreibung diese Sanierung. Die zeitgenössische Fachpresse berichtete darüber, siehe den angefügten Ausschnitt aus der Zeitschrift "Die Bautechnik". Aus den Schnitten darunter erkennt man, dass der Lichtraum für die Innenschale bereits voll ausgenutzt ist. Da sie durch innigste Verbindungen zum tragenden Bauteil wurde, kann sie nicht ohne Risiko erneuert werden.
Man darf gespannt sein, welche Lösungen für dieses bautechnische Problem gefunden werden. Ich kann mir nur einen Ersatzneubau an gleicher Stelle vorstellen.

so long

Mario


Zitat
Mont Klamott
In dem Artikel der Berliner Zeitung steht, die westliche Tunnelröhre bekam keine Schienen. Wird die westliche Tunnelröhre auch saniert ? Auf Wikipedia steht, der Bahnhof Stralauer Straße wurde in einen Luftschutzraum umgebaut. Ist von dem Bahnhof irgend etwas von der Strecke zu erkennen?

Nein Schienen bekam nur die nordöstliche Seite. Wegen der Lichtraumeinschränkung dient die andere, leere Röhre als Laufweg für Streckenbegehungen. Die Sanierung muss beide Seiten umfassen, da es ein Bauwerk ist.
Der Bahnhofsrohbau war anfangs dreigleisig ausgebaut, ein Betriebsgleis wie heute noch und zwei Aufstellgleise. Diese wichen ab 1940 dem Bau von Luftschutzräumen. Daher ist vom Bahnhof außer der etwas größeren Höhe überm Gleis nichts mehr zu erkennen. Das Zwischengeschoß des südlichen Zugangsbereichs wurde für die nachträglich vergrößerte Wehrkammer verwendet, eine baulich vorbereitete Ausgangstreppe enthält einen Notausstieg. Seit der Streckensperrung sind die Wehrtore geschlossen, aus Sicherheitsgründen.

so long

Mario
Danke schön, auch an Thomas. Den Artikel nehme ich mir jetzt vor, ich war verhindert, sonst hätte ich's natürlich gemerkt. Aber alles in allem ist es ja doch ursprünglich ein Kastenbau und keine Röhre. Die Rundungen der Wände und Decke kamen ja erst durch die Innenauskleidung der Dichtung hinzu. Ich nehme an aus statischen Gründen hat man die Bogenform genutzt, die das Lichtraumprofil gerade noch zulässt. Hätte man doch gleich Berlinde genommen, das wäre schlauer gewesen. ;-)

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Verwechselt gern Wuppertaler Schwebebahn mit der Schwäb'schen Eisenbahn
Danke für Eure ausführlichen Beschreibungen, insbesondere @der weiße Bim.

Es weicht zwar etwas vom Thema ab, gibt es eigentlich bei der U-Bahn regulär Notausstiege, die in Wohnhäuser führen ?
Ich habe vor über 10 Jahren Frankfurter Allee 147 gewohnt (zwischen Frankfurter Allee und Magdalenenstr.).
Es war komisch, dass das 14stöckige Haus aus DDR-Zeiten angeblich keinen Keller hat bzw. nicht für die Mieter zugänglich ist.
Das Haus befindet sich direkt an der U5.

Gruß, Thomas



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.04.2021 11:21 von Mont Klamott.
Jay
Re: Sanierung Waisentunnel
09.04.2021 11:40
Zitat
Mont Klamott
Danke für Eure ausführlichen Beschreibungen, insbesondere @der weiße Bim.

Es weicht zwar etwas vom Thema ab, gibt es eigentlich bei der U-Bahn regulär Notausstiege, die in Wohnhäuser führen ?
Ich habe vor über 10 Jahren Frankfurter Allee 147 gewohnt (zwischen Frankfurter Allee und Magdalenenstr.).
Es war komisch, dass das 14stöckige Haus aus DDR-Zeiten angeblich keinen Keller hat bzw. nicht für die Mieter zugänglich ist.
Das Haus befindet sich direkt an der U5.

Gruß, Thomas

Auf der Frankfurter Allee führen alle Notausstiege direkt auf die Straße. Ich kenne da nur den Sonderfall Karl-Marx-Allee, kurz vor dem Alex, wo der Notausstieg in den Fußgängertunnel mündete. Mit dessen Schließung wurde aber ein neuer Ausgang zur Oberfläche geschaffen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Mont Klamott
Es weicht zwar etwas vom Thema ab, gibt es eigentlich bei der U-Bahn regulär Notausstiege, die in Wohnhäuser führen ?

Ich konnte mal bei einer Veranstaltung der Berliner Unterwelten den Eisacktunnel besichtigen. Dabei sind wir durch einen Notausstieg in einem Hinterhof eines der umliegenden Wohnhäuser in den Tunnel gelangt. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, durch welches Haus wir damals gelaufen sind.
Der Eisacktunnel ist die südliche Verlängerung der U4 bis kurz vor die Trasse der Wannseebahn, die aber durch den Autobahntunnel vom U-Bahnnetz abgetrennt ist – also kein aktiver U-Bahn-Tunnel mehr. Der Name Eisacktunnel kommt übrigens von der Eisackstraße, unter der er teilweise verläuft,
Zitat
Mont Klamott
Es weicht zwar etwas vom Thema ab, gibt es eigentlich bei der U-Bahn regulär Notausstiege, die in Wohnhäuser führen ?
Ich habe vor über 10 Jahren Frankfurter Allee 147 gewohnt (zwischen Frankfurter Allee und Magdalenenstr.). Es war komisch, dass das 14stöckige Haus aus DDR-Zeiten angeblich keinen Keller hat bzw. nicht für die Mieter zugänglich ist. Das Haus befindet sich direkt an der U5.

Grund dürfte wie bei den Hochhäusern am Tierpark (Friedrichsfelde) eher sein, dass man sich beim volkseigenen Wohnungsbau den Aufwand für Aushub, Baugrubenaussteifung und Bauen im Grundwasser sparen wollte und sich zur Gründung auf ein paar Bohrpfähle beschränkte. Bei den mir bekannten Häusern finden sich daher sogar die Übergaberäume für Strom, Wasser, Fernwärme etc. im Erdgeschoss, ebenso die "Kellerräume".

Notausgänge von Verkehrstunneln führen generell direkt an die Oberfläche oder zu öffentlichen Zwischenebenen, aber nie in Privathäuser...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd
(...) dass man sich beim volkseigenen Wohnungsbau den Aufwand für Aushub, Baugrubenaussteifung und Bauen im Grundwasser sparen wollte und sich zur Gründung auf ein paar Bohrpfähle beschränkte.

ECHTE Kellergeschosse dürfte es nur bei wenigen Plattenbau-Typ geben. Wenn die Gebäude eine Ebene unterhalb des Hauseingangs haben, liegt diese meist nur halb im Erdreich. Es gibt aber auch Bauten, die gar kein Untergeschoss haben. Sehr gut möglich, dass dies beim angesprochenen Haus (P2/11 mit 'Funktionsunterlagerung') der Fall ist.

****
Serviervorschlag
Re: Sanierung Waisentunnel
09.04.2021 17:40
Zitat
Philipp Borchert
Zitat
Arnd
(...) dass man sich beim volkseigenen Wohnungsbau den Aufwand für Aushub, Baugrubenaussteifung und Bauen im Grundwasser sparen wollte und sich zur Gründung auf ein paar Bohrpfähle beschränkte.

ECHTE Kellergeschosse dürfte es nur bei wenigen Plattenbau-Typ geben. Wenn die Gebäude eine Ebene unterhalb des Hauseingangs haben, liegt diese meist nur halb im Erdreich. Es gibt aber auch Bauten, die gar kein Untergeschoss haben. Sehr gut möglich, dass dies beim angesprochenen Haus (P2/11 mit 'Funktionsunterlagerung') der Fall ist.

Also ich habe mal in einem Plattenbau gelebt. Dort gab es einen echten Keller. Allerdings war das Haus ein Neubau auf einem vorher bereits bebautem Grundstück. Sodass man wohl nach dem Abriss lieber einen Keller errichtet hat statt die Baugrube erstmal zuzuschütten.

Gruß Nemo
---

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