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Planungen zum Fahrplan 2021
geschrieben von Jan Gnoth 
Zitat
Herbert
S Veddel sieht manchmal aus wie ein kleiner Betriebshof, so viele Busse stehen da. Würde sich ein Pausenraum nicht heute schon lohnen?

Ich verstehe die Frage nicht. Da gibt es doch einen Pausenraum.

Falls die Frage schon wieder darauf abzielen soll, die Fahrer ständig von einem Bus auf den anderen springen zu lassen, wenn sie, falls sie pünktlich eintreffen mal 10 oder 15 Minuten zum Durchatmen haben, das wird bewusst nicht gemacht.

Ein Bus ist keine U-Bahn. Der Fahrer müsste seine Einnahmen und seinen Geldwechsler mit in die Pause nehmen und vorher am Fahrscheindrucker eine Abrechnung veranlassen und seine andere Arbeitsutensilien vor dem Fahrerwechsel einpacken, sich seine Jacke, Regenschirm und sonstige eigene Gegenstände schnappen und würde noch mehr unter Stress stehen, wenn er mal wieder in unserer schönen Autofahrerstadt Verspätung hat und weiß, dort steht gleich ein Kollege, der den Bus braucht. Dies führt zu noch mehr Stress, als dieser Beruf so schon mit sich bringt. Der Stress, den man durch das Ablösen bei Schichtwechsel einmal am Tag hat, reicht völlig, wobei sich hier auch stets eine Verspätung ergibt, da der Fahrplan in der Regel keine Zeit für den Fahrerwechsel vorsieht und die sich in ungünstigen Fällen weiter aufbaut. Daher ist eine Fahrt, die nach einer Ablösung statt findet alles andere als eine entspannte Fahrt.

Kommen wir zur eigentlichen Pause:
Wären dann mehrere Fahrer im Pausenraum, was bei dieser Idee ja der Fall wäre, wäre es kaum möglich, dort zur Ruhe zu kommen und sich zu erholen, wenn immer wieder Kollegen kommen und gehen und sabbeln. Manchmal ist das Ruhebedürfnis in den Pausen sehr hoch, da Fahrgäste auch nicht immer den ganzen Tag lautlos im Bus sitzen. Die Pausen dienen immer noch der Verkehrssicherheit.

Es ist auch der Sicherheit nicht förderlich, wenn der Fahrer nach der Pause womöglich im Regen auf seinen Bus wartet, der auch längst nicht immer pünktlich ist. Bevor es dann losgehen kann müssen Sitz, Lenkrad bzw Cockpit und Spiegel neu eingestellt werden, eine neue Tachoscheibe ausgefüllt und eingesetzt werden bzw. der Wagenbegleitzettel ausgefüllt werden (verkehrsrechtliche Vorschriften), Geldwechsler eingesetzt werden und die Anmeldung am Fahrscheindrucker muss erfolgen. Bei Ablösen an Endstationen ist der neue Fahrer gesetzlich verpflichtet, das Fahrzeug zunächst auf die Verkehrssicherheit und eventuelle Unfallschäden zu untersuchen (bei Ablösen an Unterwegshaltestellen muss dies an der nächsten Endstation gemacht werden). Dann könnte der Fahrer mit seinen Fahrgästen endlich losfahren und mit Pech reagiert der Bus erstmal bei Gas und Bremse ganz anders als der Bus, den der Fahrer vorher hatte, was zu einem Komfortverlust für die Fahrgäste führen würde. Die Computersteuerung, die heutzutage in Bussen Dinge wie Schalten und Bremsverstärkung regelt, braucht ca. eine halbe Stunde, um sich auf einen neuen Fahrer einzustellen.

Gerade in Veddel kommt es immer wieder zu Verkehrsstillständen, wenn auf den Elbbrücken alles steht. Hier ist es wichtig wie in vielen anderen Teilen Hamburgs auch, dass man die Fahrzeugumlaufplanung nicht auf Kante näht, sondern auch den Bussen einen zeitlichen Puffer gibt. Nicht nur den Fahrern.

Ein heißen Tagen benötigen auch die Busse eine Pause, wenn sie im Stadtverkehr mit Stop and Go unterwegs sind. Sonst muss der Bus irgendwann während der Fahrt am Fahrbahnrand stehen bleiben, weil das Kühlwasser zu kochen anfängt.

Ein weiteres Aspekt ist noch, dass das teuerste im Busbetrieb die Personalkosten sind. Das führt sogar dazu, dass Diesel verbraten wird, um durch Leerfahrten die Dienstlängen der Fahrer zu optimieren. Warum erzähle ich das? Weil die Zeit, die zum Auf- und Abrüsten der Busse benötigt wird sowie die Wartezeit auf den abzulösenden Bus zuzüglich die Wegezeit zum Pausenraum auf die eigentliche Pausenzeit draufgeschlagen werden müsste.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.02.2020 02:20 von Wolf Tiefenseegang.
Wenn ich noch ergänzen darf: Es würden sich dadurch keine Fahrzeuge einsparen lassen. Es gibt eine kurze Zeitspanne am Tag, in der jeder planmäßig verfügbare Bus auf Strecke ist. Das ist, wenn im morgendlichen Berufsverkehr auch noch Schulbuslinien und Schulverstärker auf regulären Linien fahren. Zu diesen Zeiten gibt es keine Pausen, da wird jeder an der Endstation ankommende Bus für die nächste Fahrt eingeteilt.

Zu allen anderen Zeiten sind ausreichend Busse vorhanden, um die Fahrer nicht in ihren Pausen von Fahrzeug zu Fahrzeug springen lassen zu müssen. Die Busse könnten auch nicht eingespart werden, weil sie eben einmal am Tag gebraucht werden.
Kann das Thema hier umbenannt werden? Bzw ein neuer Thread zu den Planungen 2021 eröffnet werden ? Ihr redet hier nun so gar nicht mehr darüber.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.02.2020 15:18 von Stara Gamma.
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