Jay
Re: Umbau Schöneweide
02.09.2020 22:06
Zitat
andre_de
Zitat
les_jeux
Vermutlich sind die Zeitabläufe durch das lange ausstehende Planrecht für den Strab-Tunnel gestreckt worden bzw. neuerlich durcheinander geraten. Wann kam eigentlich da der Planfeststellungsbeschluss? Das hatte ich gar nicht mitbekommen und war dann neulich überrascht, dass da überhaupt schon gebaut wird. Jedenfalls vermute ich, dass man kurzfristig/über den Sommer keinen Bauauftragnehmer gefunden hat, der da mit "vollem Hafer" hätte loslegen können. Gab/gibt ja doch einiges an Großbaustellen derzeit bzw. zuletzt, sowohl landes- als auch bundesweit. Wenn es der gleiche Auftragnehmer wie für den Personentunnel ist, hat der möglicherweise mittelfristig entsprechend umdisponiert.

Nein, das ist alles nicht richtig. Der Rohbau des Straßenbahntunnels gehört zum Projekt "Modernisierung Bahnhof Schöneweide" und ist mit diesem bereits vor längerer Zeit planfestgestellt und vergeben worden. Es handelt sich hier um eine Vorsorgemaßnahme, die die Bahn erbringt, unabhängig vom Verfahren zur Straßenbahnlösung Schöneweide. Und die Bauarbeiten der Bahn in Schöneweide laufen nicht erst seit Sommer.

@Arnd: Vor Ort habe ich mit niemandem gesprochen. Ist ehrlich gesagt nicht gerade die freundlichste Baustelle.

Viele Grüße
André

Auch das ist nicht richtig. Da sich Senatens nicht zum ob und wie entscheiden konnte, wurde die Eisenbahnüberführung (EÜ) für die Straßenbahn nicht mit den Bahnanlagen planfestgestellt. Dies erfolgt tatsächlich erst mit dem noch ausstehenden Planfeststellungsbeschluss zur Verkehrslösung Schöneweide. Es handelt sich hier also um einen "Schwarzbau" in Form einer Vorwegnahme, wie es aktuell auch im Gewerbegebiet bei Grünheide passiert. Der Senat hat der DB hierfür entsprechend versichert die Kosten zu übernehmen, sollte der Planfeststellungsbeschluss nicht oder anders zustande kommen und damit der Rück- oder Umbau erforderlich werden.

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Zitat
bb-bahn
Eine Auflistung der Gründe für die geplante (erneute), Verzögerung im Bauablauf gibt es hier https://bauprojekte.deutschebahn.com/mobile/p/berlin-schoeneweide] .

Mit neuen groben Terminplan in Jahren der Fertigstellung der Bauabschnitte.

Im wesentlichen als Auszug vom Text:

„Derzeit befinden sich die Arbeiten im Bauzustand 1. Ursprünglich war vorgesehen, diesen von Dezember 2019 bis Dezember 2020 durchzuführen. Durch die verspätete Installation und Inbetriebnahme der bauzeitlichen Personenaufzüge verschiebt sich jedoch der Bauablauf. Darüber hinaus musste im Bauzustand 1 mehr Zeit für den Rückbau der Verbindungshalle zwischen dem historischen Empfangsgebäude und dem Personentunnel aufgewendet werden. Dadurch verzögern sich auch die Arbeiten in den Bauzuständen 2 und 3. Diese werden voraussichtlich bis Dezember 2022 beendet.
Der Rückbau der provisorischen Aufzüge am Sterndamm ist für das 1. Halbjahr 2023 vorgesehen. Er kann erst stattfinden, nachdem die neuen Aufzüge und Fahrtreppen in der Personenunterführung in Betrieb gegangen sind.„

Sorry, aber die Verzögerung wegen der zu spät gelieferten/abgenommenen temporären Aufzüge hätte man durch ergebnisorientiertes Arbeiten in der Folgezeit bis heute mehr als kompensieren können. Zwei Bahnsteighälften nebst Gleisen und Zugangstunnel-Rohbau rück- und neu aufzubauen, schafft die DB woanders auch in weniger als einem Jahr.

Wenn sich aber an Bahnsteigen, Treppen etc. über drei Monate lang fast gar nichts tut, deutet das eher auf optimierungsfähige Prozessorganisation seitens des Bauherren hin...

Viele Grüße
Arnd
Re: Umbau Schöneweide
02.09.2020 22:38
Zitat
Jay
Zitat
andre_de
Zitat
les_jeux
Vermutlich sind die Zeitabläufe durch das lange ausstehende Planrecht für den Strab-Tunnel gestreckt worden bzw. neuerlich durcheinander geraten. Wann kam eigentlich da der Planfeststellungsbeschluss? Das hatte ich gar nicht mitbekommen und war dann neulich überrascht, dass da überhaupt schon gebaut wird. Jedenfalls vermute ich, dass man kurzfristig/über den Sommer keinen Bauauftragnehmer gefunden hat, der da mit "vollem Hafer" hätte loslegen können. Gab/gibt ja doch einiges an Großbaustellen derzeit bzw. zuletzt, sowohl landes- als auch bundesweit. Wenn es der gleiche Auftragnehmer wie für den Personentunnel ist, hat der möglicherweise mittelfristig entsprechend umdisponiert.

Nein, das ist alles nicht richtig. Der Rohbau des Straßenbahntunnels gehört zum Projekt "Modernisierung Bahnhof Schöneweide" und ist mit diesem bereits vor längerer Zeit planfestgestellt und vergeben worden. Es handelt sich hier um eine Vorsorgemaßnahme, die die Bahn erbringt, unabhängig vom Verfahren zur Straßenbahnlösung Schöneweide. Und die Bauarbeiten der Bahn in Schöneweide laufen nicht erst seit Sommer.

@Arnd: Vor Ort habe ich mit niemandem gesprochen. Ist ehrlich gesagt nicht gerade die freundlichste Baustelle.

Viele Grüße
André

Auch das ist nicht richtig. Da sich Senatens nicht zum ob und wie entscheiden konnte, wurde die Eisenbahnüberführung (EÜ) für die Straßenbahn nicht mit den Bahnanlagen planfestgestellt. Dies erfolgt tatsächlich erst mit dem noch ausstehenden Planfeststellungsbeschluss zur Verkehrslösung Schöneweide. Es handelt sich hier also um einen "Schwarzbau" in Form einer Vorwegnahme, wie es aktuell auch im Gewerbegebiet bei Grünheide passiert. Der Senat hat der DB hierfür entsprechend versichert die Kosten zu übernehmen, sollte der Planfeststellungsbeschluss nicht oder anders zustande kommen und damit der Rück- oder Umbau erforderlich werden.

Soweit bekannt, was den Hintergrund angeht. Aber sorry, eine Vorwegmaßnahme ist kein Schwarzbau! Der Punkt ist, dass der Rohbau (!) des Straßenbahntunnels nicht im Rahmen des Straßenbahn-Vorhabens errichtet wird (dessen Planfeststellungsbeschluss m.W. noch aussteht), wie les_jeux dies vermutet hat und seine weiteren Vermutungen darauf aufbauten. Tatsächlich ist der Tunnel-Rohbau Teil der Pläne und Genehmigungen für das Bahn-Bauvorhaben Schöneweide, und ist in dessen Zuge auch vergeben worden. Hier ist also nicht vor wenigen Monaten nachträglich etwas reingerutscht, wie les_jeux dies vermutet hatte. Die Bahn kann in ihren Projekten alles mögliche in Beton gießen, wenn sie das für sinnvoll hält. Um diese Vorleistung dann allerdings tatsächlich als Straßenbahntunnel nutzen zu können, bedarf es der Planfeststellung für die Straßenbahnlösung, bis dahin ist es einfach nur ein Stück Stahlbeton in der Erde.

Was aus Deiner Sicht an meinem Beitrag falsch gewesen sein soll, erschließt sich mir noch nicht.

Viele Grüße
André
Re: Umbau Schöneweide
02.09.2020 23:23
Zitat
andre_de
@Bd2001: Kam aus Deiner Anfrage beim Landesdenkmalamt was raus?

Meine Antwort landete im Nirwana. Angeblich ist das Forum moderiert und die Antwort muß freigeschaltet werden.

Die Antwort lautete: "die Baumaßnahmen zur Erneuerung des Bahnhofes Schöneweide sind vom Eisenbahnbundesamt genehmigt und erfolgen in Abstimmung mit den Denkmalbehörden. Die ehemaligen Aufsichtsgebäude auf den Bahnsteigen werden nach Neubau der Bahnsteige wieder errichtet."

Eine Rückfrage ob es dazu von Seiten des Landesdenkmalamtes Auflagen gibt blieb unbeantwortet. Es ist daher auszugehen, daß es keine gibt.

Anfrage beim EBA ergab dazu noch keine Antwort. Ebenso steht noch die Genehmigung des Antrages von DB Netz aus, die Bahnsteige zu kürzen. Dazu gab es Widersprüche mehrerer EVU. Trotzdem baut DB Netz weiter als wären diese Bahnsteigkürzungen genehmigt.
Jay
Re: Umbau Schöneweide
02.09.2020 23:30
Die Anführungszeichen beim "Schwarzbau" waren bewusst gesetzt, um zu zeigen, dass es das natürlich nicht ist. Genauso wenig, wie der Tesla-Bau trotz noch ausstehender Baugenehmigung einer ist.

Deine Aussage ist in dem Punkt falsch, dass der EÜ-Rohbau eben nicht im Rahmen des Bahn-Vorhabens genehmigt wurde, sondern dies erst (nachträglich) mit dem Planfeststellungsbeschluss für die Verkehrslösung erfolgen wird. Da sich die Lage verändert hat, wäre eigentlich ein Planänderungsverfahren notwendig gewesen. Ein Bekannter fragte daher beim EBA nach, warum dies nicht erfolgt ist und bekam daraufhin die Antwort, dass das nicht notwendig sei, da die EÜ Straßenbahn in Gänze erst mit dem BVG-Verfahren planfestgestellt wird. Durch den Reset des BVG-Verfahrens (u.a. wegen der geänderten Lage) kam es zur bekannten Verzögerung im Planungsdurchlauf und der Beschluss lag nicht rechtzeitig vor. Das natürlich völlig unabhängig von den Bauverzögerungen, insofern hat die falsche Vermutung von les_jeux nichts damit zu tun.

Und ja, ich finde das auch reichlich seltsam, zumal es eine Abweichung vom üblichen Prozedere ist, aber ich denke das EBA sollte schon wissen, was es da genehmigt hat (bzw. genehmigen muss) und was nicht. Wenn sich also Bahn und BVG auf diese Aufteilung der Genehmigungsverfahren geeinigt haben, dann nehme ich das trotz Zweifeln so zur Kenntnis.

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Re: Umbau Schöneweide
03.09.2020 00:19
Zitat
Jay
Und ja, ich finde das auch reichlich seltsam, zumal es eine Abweichung vom üblichen Prozedere ist, aber ich denke das EBA sollte schon wissen, was es da genehmigt hat (bzw. genehmigen muss) und was nicht. Wenn sich also Bahn und BVG auf diese Aufteilung der Genehmigungsverfahren geeinigt haben, dann nehme ich das trotz Zweifeln so zur Kenntnis.

Ich glaube, Deine Zweifel lassen sich so auflösen: Was dort gerade gebaut wird, ist kein Straßenbahntunnel, sondern ein Stück Stahlbeton, das lediglich dazu dienen soll/muss, 6 Gleise über einem Stück Luft zu halten. Dieses Teil war bereits 2018 in den Plänen der Bahn enthalten und es ist davon auszugehen, dass es nach den Regeln für Eisenbahnbauwerke geplant, berechnet, geprüft und genehmigt wurde.

Zu einem Straßenbahntunnel wird es erst mit dem noch ausstehenden PFB für die Straßenbahnlösung. Erst dort wird man die nutzungsspezifischen Belange prüfen und genehmigen. Ich glaube nicht, dass dies genehmigungstechnisch so ein großer Sonderfall ist, eher der Regelfall bei Vorleistungen. Auch die S21-Vorleistung unter der Minna-Cauer-Straße oder die A100-Vorleistung am Ostkreuz waren/sind erstmal nur Beton im Boden. Zu einem Eisenbahn-/Autobahn-Tunnel wurden/werden sie erst durch die zugehörigen Verfahren dieser Vorhaben.

Viele Grüße
André
>Es ist daher auszugehen, daß es keine gibt.

Na normalerweise gilt doch die Auflage der Denkmalbehörde, dass der Wiederaufbau denkmalpflegerischen Gesichtspunkten (Richtlinien) zu erfolgen hat. also im Falle eines Abrisses und Wiederaufbau, dass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden muss. Ob das nun der Isst-zustand ist oder ein historischer, das wird nur die Denkmalbehörde beantworten können.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat

"bb-bahn" am 2.9.2020 um 21.27 Uhr:

Eine Auflistung der Gründe für die geplante (erneute), Verzögerung im Bauablauf gibt es hier [...]

Entschuldigung, Dir ist da bei der Kodierung der URL ein kleiner Fehler unterlaufen. Im Quelltext Deines Beitrags kann man es sehen, aber hier darstellen nur sehr schwer (deshalb das Auslassungszeichen [...] ;-)).

Korrigiert müsste es so aussehen: https://bauprojekte.deutschebahn.com/mobile/p/berlin-schoeneweide

Und für die Liebhaber der "Nicht-Mobilansicht": https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/berlin-schoeneweide

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
andre_de
Zu einem Straßenbahntunnel wird es erst mit dem noch ausstehenden PFB für die Straßenbahnlösung.

Das Bauwerk wird hoffentlich kein Tunnel, sondern eine Unterführung. Unterführungen zählen nach der DIN 1076 nicht zu Tunnelbauwerken, wenn diese in offener Bauweise hergestellt wurden und kürzer als 80 Meter sind.

so long

Mario
Aber wie wird die sogenannte Mittelhalle, die ja auch eine Fußgängerunterführung zu den Bahnsteigen war, in Zukunft aussehen? Und wie sah es eigentlich aus, bevor diese Mittelhalle errichtet wurde. Daran kann ich mich noch gut erinnern, als die erneuert bzw. umgebaut wurde, aber wie es vorher aussah, nicht wirklich.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Hallo!
Man ging hinten aus dem Empfangsgebäuder durch eine Tür wieder raus, quasi auf den Hof und dann geadewegs in die Unterführung. Hüben und drüben war ein Zaun hinter dem teils irgendwelche Geräte und Sachen gelagert waren. In der Lanzeitgesamterinnerung: Es sah nicht gerade gepflegt aus.
Grüße
Danke, das hatte ich so nicht mehr auf dem Schirm.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Re: Umbau Schöneweide
02.10.2020 22:46
Es scheint jemand Druck zu machen. Der Baufortschritt der letzten Wochen ist doch deutlich erkennbar. Wenn man so weiter baut schafft man doch noch den Bauabschnitt pünktlich fertig zu bekommen.
Zitat
Bd2001
Es scheint jemand Druck zu machen. Der Baufortschritt der letzten Wochen ist doch deutlich erkennbar. Wenn man so weiter baut schafft man doch noch den Bauabschnitt pünktlich fertig zu bekommen.

Könntest Du diese Deine Beobachtungen evtl. etwas konkretisieren?

Viele Grüße
Arnd
Re: Umbau Schöneweide
03.10.2020 00:10
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Bd2001
Es scheint jemand Druck zu machen. Der Baufortschritt der letzten Wochen ist doch deutlich erkennbar. Wenn man so weiter baut schafft man doch noch den Bauabschnitt pünktlich fertig zu bekommen.

Könntest Du diese Deine Beobachtungen evtl. etwas konkretisieren?

Sowohl auf Gleis 1 wie auf Gleis 6 wird fleissig die Bahnsteigkanten gesetzt. Auf dem S-Bahnsteig wurde auch schon zur Hälfte der Bahnsteigbelag verlegt. Die Betonierarbeiten der Unterführungen sind mittlerweile auch fast abgeschlossen. Gegenwärtig betoniert man die Treppenaufgänge.

Man kann jetzt jeden Werktag Baufortschritte sehen. Es ist auch jede Menge Bauarbeiter zu sehen.
Zitat
Bd2001


Man kann jetzt jeden Werktag Baufortschritte sehen. Es ist auch jede Menge Bauarbeiter zu sehen.

Vielleicht sind das ja die von der Warschauer...
Joe
Re: Umbau Schöneweide
03.10.2020 09:12
Zitat
Bd2001

Sowohl auf Gleis 1 wie auf Gleis 6 wird fleissig die Bahnsteigkanten gesetzt. Auf dem S-Bahnsteig wurde auch schon zur Hälfte der Bahnsteigbelag verlegt. Die Betonierarbeiten der Unterführungen sind mittlerweile auch fast abgeschlossen. Gegenwärtig betoniert man die Treppenaufgänge.

Am Donnerstag sah das dann am S-Bahngleis 6 so aus:


Zitat
Joe
Zitat
Bd2001

Sowohl auf Gleis 1 wie auf Gleis 6 wird fleissig die Bahnsteigkanten gesetzt. Auf dem S-Bahnsteig wurde auch schon zur Hälfte der Bahnsteigbelag verlegt. Die Betonierarbeiten der Unterführungen sind mittlerweile auch fast abgeschlossen. Gegenwärtig betoniert man die Treppenaufgänge.

Am Donnerstag sah das dann am S-Bahngleis 6 so aus:


Das sieht ja tatsächlich schon nach Bahnsteig aus - hätte ich jetzt nicht gedacht... :-)

Was den "Druck" betrifft: Es könnte durchaus auch die in Bälde anstehende Freigabe einer von Schöneweide aus per Regional- und S-Bahn unmittelbar erreichbaren Luftverkehrsanlage einen gewissen positiven Einfluss auf die Arbeitsintensität bzw. das diesbezügliche Engagement der hierfür DB-seitig Zuständigen haben. Mindestens ebenso wichtig dürfte aber der Umstand sein, dass zweckgebunden projektbezogene Bundes-, EU- und Landesmittel eben auch im jeweiligen Bewilligungszeitraum entsprechend belegt verausgabt werden müssen...

Viele Grüße
Arnd
Hallo,

es gibt 'mal wieder eine parlamentarische Anfrage zum Fußgängertunnel unter der Michael-Brückner-Straße ...


(Aufnahme vom 6.10.2019)

Zitat

Anfrage des Abgeordneten Lars Düsterhöft (SPD) vom 28.9.2020 und Antwort vom 8.10.2020: Die langsamste und sinnloseste Baustelle Berlins? - Was passiert am Fußgängertunnel Schöneweide?
(PDF-Datei, 174.360 Bytes)

Frage 1: In der Anfrage Drucksache 18/23609 wird berichtet, dass die Instandsetzung des Fußgängertunnels am Bahnhof Schöneweide erst vorankommen kann, wenn der Stromanschluss neu installiert sei. Konnte in den letzten 4 Monaten der Stromanschluss neu installiert werden und konnten die Tunnelbeleuchtung, die Tunneldeckel sowie die Pumpen instandgesetzt werden?

Frage 2: Wenn diese Arbeiten noch nicht ausgeführt werden konnten, konnten schon die hierzu notwendigen Ausschreibungen auf den Weg gebracht und entsprechende Unternehmen beauftragt werden?

Antwort zu 1. und 2.: Eine positive Rückmeldung bzw. eine Freigabe des Energieversorgers Stromnetz Berlin oder dessen ausführender Firma für die Elektroarbeiten liegen weiterhin nicht vor. Nach der ausstehenden Freigabe durch den Energieversorger sind lediglich noch geringe Restleistungen durch die seit langem beauftragte Firma durchzuführen, bevor dann die Stromversorgung für die Arbeiten der darauf aufbauenden Gewerke zur Verfügung steht.

Trotz regelmäßiger und nachdrücklicher Erkundigung seitens der zuständigen Senatsverwaltung bei den verantwortlichen Stellen des Energieversorgers sowie bei der im Auftrag der Stromnetz Berlin tätigen Firma konnte weiterhin kein konkreter Termin für diese notwendige Freigabe genannt werden. Die Senatsverwaltung bemüht sich weiterhin intensiv, um Freigabe durch den Energieversorger Stromnetz Berlin zu erwirken.

Frage 3: Welche Bauarbeiten wurden tatsächlich in den letzten 4 Monaten am Fußgängertunnel am Bahnhof Schöneweide durchgeführt?

Antwort zu 3.: Keine. Siehe hierzu auch Antwort zu 1. und 2.

Frage 4: Wann soll der Tunnel nach derzeitiger Planung eröffnet werden?

Antwort zu 4.: Die Eröffnung des Tunnels erfolgt erst nach Abschluss aller erforderlichen Baumaßnahmen. Da diese von den elektrotechnischen Voraussetzungen seitens des Stromnetzbetreibers abhängig sind, kann derzeit kein Termin für eine Wiedereröffnung des Fußgängertunnels genannt werden.

Frage 5: Wie hoch werden die Baukosten voraussichtlich in Gänze sein und ist es in den vergangenen Monaten zu einer weiteren Kostensteigerung gekommen?

Antwort zu 5.: Aufgrund von zusätzlich erforderlichen Leistungen und der aktuellen Baupreisentwicklung ist davon auszugehen, dass der im Frühjahr 2019 mit 300.000 EUR geschätzte Kostenrahmen um 10 % bis 15 % überschritten wird. Gegenüber der Antwort auf die letzte Schriftliche Anfrage ist es zu keiner Kostensteigerung gekommen.

Frage 6: Ist es richtig, dass nach der Inbetriebnahme des sich in Bau befindlichen Straßenbahntunnels unterhalb der Bahntrasse (voraussichtlich im Jahr 2024) die Ampelkreuzung Brückenstraße/Michael-Brückner-Straße auf der südöstlichen Seite ergänzt werden soll und der Fußgängertunnel dann überflüssig wird?

Frage 7: Ist es richtig, dass der Fußgängertunnel seit nun bald 4 Jahren geschlossen ist, seit Jahren für über 300.000 EUR saniert wird, letztendlich für weitere 3 bis 4 Jahre geöffnet sein soll, um dann ggf. zugeschüttet zu werden? Wie ist es unter diesen Bedingungen zu rechtfertigen, dass die Sanierungsarbeiten weiter vorangetrieben werden? Weshalb wird nicht geprüft, unter welchen Bedingungen die Umnutzung des Tunnels, z.B. als Fahrradparkhaus, sinnvoller wäre?

Antwort zu 6. und 7.: Der Fußgängertunnel Schöneweide ist seit einem Brand im Dezember 2016 geschlossen. Eine Entscheidung über einen Rückbau oder eine Verfüllung wurde in Anbetracht der aktuellen Verkehrssituation nicht getroffen. Gegenwärtiges Ziel ist, die ortsnahe Querungsmöglichkeit wieder zu gewährleisten.

Mit dem Umbau der Lichtsignalanlage Michael-Brückner-Straße / Brückenstraße soll auch eine Fußgängerquerung an der südöstlichen Seite der Kreuzung ergänzt und signalisiert werden. Der gesamte Bereich ist derzeit Teil eines laufenden Planfeststellungsverfahrens.

Eine einfache Umnutzung des vorhandenen Ingenieurbauwerkes zum Beispiel als Fahrradparkhaus scheidet aus rechtlichen Gründen aus, da es nicht zu öffentlichen Straßen nach dem Berliner Straßengesetz oder zu Wegen in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen nach dem Grünanlagengesetz gehören würde. Hier wären andere rechtliche Grundlagen des öffentlichen Bauplanungs- und Bauordnungsrechtes für die Sondernutzung unterhalb des öffentlichen Straßenlandes heranzuziehen.

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Re: Umbau Schöneweide
20.10.2020 11:31
Danke Thomas.

Antwort zu 6/7.

"Eine Entscheidung über einen Rückbau oder eine Verfüllung wurde in Anbetracht der aktuellen Verkehrssituation nicht getroffen."

Was ist denn mit der Worthülse gemeint. Ist der Verkehr oben gerade zu wenig?

"Eine einfache Umnutzung des vorhandenen Ingenieurbauwerkes zum Beispiel als Fahrradparkhaus scheidet aus rechtlichen Gründen aus, da es nicht zu öffentlichen Straßen nach dem Berliner Straßengesetz oder zu Wegen in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen nach dem Grünanlagengesetz gehören würde. Hier wären andere rechtliche Grundlagen des öffentlichen Bauplanungs- und Bauordnungsrechtes für die Sondernutzung unterhalb des öffentlichen Straßenlandes heranzuziehen."

Ja meinetwegen, dann fangt man damit an, mit dem heranziehen.

*******
Das wird man doch wohl noch schreiben dürfen! ;-)
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