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5.06.2019: Information zur Tramstrecke Alexanderplatz - Potsdamer Platz/Kulturforum
geschrieben von Marienfelde 
Vielen Dank für den Tipp!
Hier also die Bilder:








1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.06.2019 14:43 von Greifswalder89.
Zitat
Slighter
Wie kann denn das sein? In dem Bereich wurde doch alles großflächig umgestaltet und sämtlicher Straßenbelag getauscht...

Nicht wirklich. In früheren Jahrzehnten verwendete man gern den alten Straßenaufbau als Unterbau für den Neubau von Fahrbahnen. Der Ausbau der Straßenbahnschienen hätte zwar zur Erfüllung des Schrottplans beigetragen, aber das Gefüge der alten Straßenbefestigung zerstört. Schienen, Rohre, Kabel u.s.w. blieben daher meistens so liegen wie sie waren.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Zitat
Slighter
Wie kann denn das sein? In dem Bereich wurde doch alles großflächig umgestaltet und sämtlicher Straßenbelag getauscht...

Nicht wirklich. In früheren Jahrzehnten verwendete man gern den alten Straßenaufbau als Unterbau für den Neubau von Fahrbahnen. Der Ausbau der Straßenbahnschienen hätte zwar zur Erfüllung des Schrottplans beigetragen, aber das Gefüge der alten Straßenbefestigung zerstört. Schienen, Rohre, Kabel u.s.w. blieben daher meistens so liegen wie sie waren.

Sprich es kann also sein, dass noch weitere Teile der alten Strecke unter der Leipziger Straße liegen? Das wäre ja hochspannend! Wie alt ist eigentlich die Asphalt-Decke dort genau? Wurde die seit der Wende mal erneuert?
Zitat
Slighter
Sprich es kann also sein, dass noch weitere Teile der alten Strecke unter der Leipziger Straße liegen? Das wäre ja hochspannend! Wie alt ist eigentlich die Asphalt-Decke dort genau? Wurde die seit der Wende mal erneuert?

Am 24. August 1970 wurde die durch die Leipziger Straße in ihrer gesamten Länge zwischen Spittelmarkt und Leipziger Platz verlaufende Straßenbahnlinie 74 auf Omnibusbetrieb umgestellt. Gut möglich, dass im auf 62m verbreiterten Abschnitt Spittelmarkt - Charlottenstraße noch einiges liegt. Seit dem Straßenbau Anfang der 1970er wurde hier nur die Verschleißschicht erneuert.
Im schmalen, mit 22,5m in der ursprünglichen Breite belassenen Abschnitt bis zum Leipziger Platz wurde bereits sehr viel neu gebaut, einschließlich dem teilweisen Einbau der neuen Straßenbahngleise. Da dürfte vom früheren Fahrbahnunterbau nichts mehr erhalten sein.

so long

Mario
Nun liegen die Gleisreste aber nicht in der Leipziger Straße sondern in der Getraudenstraße. Dieser Abschnitt wurde bereits 1966 stillgelegt. Sonst stimmt es, dass in der historischen Stadtmitte noch allerhand Bodendenkmale vor sich hinschlummern. Im Zuge des Umbaus am Spittelmarkt, als die Axel-Springer-Straße durchgebunden wurde, lagen unter der Kreuzung mehrere Weichen. Dadrunter Reste eines alten Friedhofs. Und noch ne Etage tiefer ein weiterer bis dato unbekannter Friedhof, der die Historiker zu der sensationellen Entdeckung führte, dass die Berliner Siedlungsgeschichte um einige hundert Jahre früher begonnen haben muss.Auch am Alexanderplatz kamen teilweise ganze Straßenzüge wieder zum Vorschein, wie die alte Prenzlauer Allee. Es ist anzunehmen, dass das nächste spannende Baufeld der Molkenmarkt sein wird. In der Zeit des Aufbaus des sozialistischen Stadtzentrums in den 1960er und 70er Jahren spielte die Gründlichkeit keine Rolle, da dem Westen die Überlegenheit des sozialistischen Systems städtebaulichen Ausdruck verliehen werden musste. Dementsprechend wurden die untergründlichen Hinterlassenschaften, zu denen auch Fundamente kriegszerstörter oder abgebrochener Gebäude gehörten, meist im Boden gelassen. Das sozialistische Stadtbild ist also auf den Trümmern der Geschichte errichtet worden und wird auch weiterhin archäologische Überraschungen bereithalten. Ein Grund mehr den breiten Straßenzug endlich umzukrempeln :-)

Viele Grüße
Florian Schulz

--
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Übrigens, ich habe meinen Beitrag in die Online-Bürgerbeteiligung eingereicht :-)
Zitat
Greifswalder89
Vielen Dank für den Tipp!
Hier also die Bilder:





Danke!

Mir wurde gerade gemeldet: die Fahrbahn ist frisch asphaltiert und die Schienen nicht mehr sichtbar.

Beste Grüße
Harald Tschirner
Man kann in vielen Straßen anhand der Pflasterung noch den Verlauf der alten Straßenbahnschienen nachvollziehen.

In West-Berlin baute man ja eiligst die Schienen nach der Stilllegung aus (man hatte offenbar genug Geld dafür, aus anderen Städten wurden maximal die Schienen mit Asphalt zugeschmiert) , aber die Grundstruktur des Kopfsteinpflasters blieb unverändert. Mir ist dies mal in der Nähe des Bf Gesundbrunnen aufgefallen, aber z.B. auch in der Weddinger Wattstr.
Zitat
Latschenkiefer
In West-Berlin baute man ja eiligst die Schienen nach der Stilllegung aus (man hatte offenbar genug Geld dafür, aus anderen Städten wurden maximal die Schienen mit Asphalt zugeschmiert) , aber die Grundstruktur des Kopfsteinpflasters blieb unverändert.

Auch in Berlin (West) lagen die Schienen teilweise noch bis in die 80er Jahre völlig offen, unter dem Asphalt teweilsie noch länger. Es ist ein urbanes Märchen, dass überall kurz nach der letzten Straßenbahn schon die Bagger kamen.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Latschenkiefer
In West-Berlin baute man ja eiligst die Schienen nach der Stilllegung aus (man hatte offenbar genug Geld dafür, aus anderen Städten wurden maximal die Schienen mit Asphalt zugeschmiert) , aber die Grundstruktur des Kopfsteinpflasters blieb unverändert.

Auch in Berlin (West) lagen die Schienen teilweise noch bis in die 80er Jahre völlig offen, unter dem Asphalt teweilsie noch länger. Es ist ein urbanes Märchen, dass überall kurz nach der letzten Straßenbahn schon die Bagger kamen.

In West-Berlin kenne ich keine einzige Stelle, wo Ende der 1980er Jahre (vorher war ich nicht hier) noch eine ungenutzte Schiene sichtbar war. An den oben von mir verlinkten Stellen hat man die Schienen ausgebaut und diese sauber durch Pflaster ersetzt. Um zwei konkrete Beispiele zu nennen. In Bremerhaven und Kiel (wo diese Anfang der 1980er abgeschafft wurde) hat man bestenfalls etwas Asphalt rübergekippt. Vor nicht allzu langer Zeit, gab es noch ganze Straßenzüge, wo die Schienen mehr als 30 Jahre nach der Stilllegung fast durchgehend lagen. Konkret ist z.B. dieser Gleisrest erst vor etwa 5 Jahren verschwunden, als die Straße umgebaut wurde.

Edit: gerade noch mal genauer hingeschaut. Das verlinkte Foto ist von 2004, also 22 Jahre nach der Stilllegung. Im Jahr 2010 war das Gleis asphaltiert, aber noch gut erkennbar.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.2019 20:37 von Latschenkiefer.
Zitat
Latschenkiefer
In West-Berlin kenne ich keine einzige Stelle, wo Ende der 1980er Jahre (vorher war ich nicht hier) noch eine ungenutzte Schiene sichtbar war.

Das Schöne an solchen Aussagen ist, dass der Beweis der Nichtexistenz praktisch unmöglich ist, aber genau ein Beispiel genügt um sie zu widerlegen: ehemaliger Betriebshof Moabit in der Wiebestraße.

Viele Grüße
Florian Schulz

--
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Zitat

In West-Berlin kenne ich keine einzige Stelle, wo Ende der 1980er Jahre (vorher war ich nicht hier) noch eine ungenutzte Schiene sichtbar war.

In einigen ehemaligen Betriebshöfen liegen sie noch heute gut sichtbar. Florian Schluz schrieb 2009:

Im Folgendem eine Auflistung aller mir bekannten Gleisreste im ehemaligen West-Berlin:
- Depot Alt-Heiligensee
- Anhalter Straße
- Arcostraße
- Axel-Springer-Straße
- Depot Belziger Straße
- Hakenfelde (nicht 100%ig sicher)
- Depot Pankower Allee
- Reichenberger Straße (Kunstobjekt)
- Stresemannstraße (Denkmal)
- Depot Uferstraße
- Depot Wiebestraße
- Zimmerstraße
- Ruhlsdorfer Platz (Teltow)
- Wilhelm-Külz-Straße (Teltow)
- Schöneberger Straße (laut einer E-Mailanfrage eines Users sollen dort noch Reste unter der neuen (sic!) Teerschicht verborgen sein)
- Bahnhofstraße Lichtenrade (auch hier evtl. Gleisreste unter dem Asphalt)


Einige sind heute mit Sicherheit verschwunden.

Gruß aus dem Speckgürtel :-)

Regio + S-Bahn + U-Bahn + Tram + Bus = nur gemeinsam stark
Zitat
Florian Schulz
Zitat
Latschenkiefer
In West-Berlin kenne ich keine einzige Stelle, wo Ende der 1980er Jahre (vorher war ich nicht hier) noch eine ungenutzte Schiene sichtbar war.

Das Schöne an solchen Aussagen ist, dass der Beweis der Nichtexistenz praktisch unmöglich ist, aber genau ein Beispiel genügt um sie zu widerlegen: ehemaliger Betriebshof Moabit in der Wiebestraße.

Viele Grüße
Florian Schulz

Verdammt! :-)

Ich konkretisiere: im öffentlichen Straßenland.
Zitat
Latschenkiefer
Zitat
B-V 3313
Zitat
Latschenkiefer
In West-Berlin baute man ja eiligst die Schienen nach der Stilllegung aus (man hatte offenbar genug Geld dafür, aus anderen Städten wurden maximal die Schienen mit Asphalt zugeschmiert) , aber die Grundstruktur des Kopfsteinpflasters blieb unverändert.

Auch in Berlin (West) lagen die Schienen teilweise noch bis in die 80er Jahre völlig offen, unter dem Asphalt teweilsie noch länger. Es ist ein urbanes Märchen, dass überall kurz nach der letzten Straßenbahn schon die Bagger kamen.

In West-Berlin kenne ich keine einzige Stelle, wo Ende der 1980er Jahre (vorher war ich nicht hier) noch eine ungenutzte Schiene sichtbar war.

Wenn mich mene Erinnerung nicht täuscht, lagen am Askanischen Platz in den 1980ern noch Schienen.
Zitat
Latschenkiefer
Zitat
Florian Schulz
Zitat
Latschenkiefer
In West-Berlin kenne ich keine einzige Stelle, wo Ende der 1980er Jahre (vorher war ich nicht hier) noch eine ungenutzte Schiene sichtbar war.

Das Schöne an solchen Aussagen ist, dass der Beweis der Nichtexistenz praktisch unmöglich ist, aber genau ein Beispiel genügt um sie zu widerlegen: ehemaliger Betriebshof Moabit in der Wiebestraße.

Viele Grüße
Florian Schulz

Verdammt! :-)

Ich konkretisiere: im öffentlichen Straßenland.

[www.flickriver.com]
*hüstel*

Viele Grüße
Florian Schulz

--
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Gibt es irgendwo Daten über das Verkehrsaufkommen auf dem zur Diskussion stehenden Abschnitt der Leipziger Str., jeweils pro Richtung?

Wie dicht würde der Takt der Straßenbahn wahrscheinlich werden?
Zitat
J. aus Hakenfelde
Gibt es irgendwo Daten über das Verkehrsaufkommen auf dem zur Diskussion stehenden Abschnitt der Leipziger Str., jeweils pro Richtung?

[fbinter.stadt-berlin.de]
-> Verkehrsmengen (2014), als Karte und als Rohdaten vorhanden


Zitat
J. aus Hakenfelde
Wie dicht würde der Takt der Straßenbahn wahrscheinlich werden?

Genaues steht sicher noch nicht fest.
Meine Vermutung: Ein 20-Minuten-Takt wird die meiste Zeit des Tages reichen. Immerhin hat die BVG ja beschlossen, dass ein hochwertiges Busangebot einer Durchmesserlinie hier nicht nötig ist. :D
20-Min-Takt würde ich in der Innenstadt armselig finden, da lohnt sich doch der bau kaum und es wird wohl kaum einer vom Auto umsteigen.

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Viele Grüße aus Wedding
Zitat
Wollankstraße
20-Min-Takt würde ich in der Innenstadt armselig finden, da lohnt sich doch der bau kaum und es wird wohl kaum einer vom Auto umsteigen.

Es muss ja nichts gebaut werden.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
10 Minuten-Takt sollte außerhalb der HVZ schon sein. Wenn nicht, wär der Bus im 10er-Takt attraktiver.

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Viele Grüße aus Wedding
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