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Sanierung Waisentunnel
geschrieben von Mont Klamott 
Zitat

"Mont Klamott" am 15.2.2022 um 23.51 Uhr:

Hier noch interessante Informationen zu dem gelb eingezeichneten Bahnsteig am Alexanderplatz, von dem ein Teil realisiert wurde.

Das hat jetzt zwar nichts mehr mit dem Waisentunnel zu tun, aber hier ein paar Bilder von einem "Tag der offenen Baustelle" von vor 16 Jahren:


(Webseite)

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
der weiße bim

Man plant grob gesagt, die vorhandenen Rammträger zu belassen, dazwischen nach Abbruch des Deckels und dann der beiden Tunnelröhren die neuen nur noch eingleisigen Tunnelsegmente einzubauen und den Zwischenraum zu verfüllen. Mit Fangedämmen wird dabei ein Teil der Spree abgeteilt und trocken gelegt, die Schifffahrt nutzt den Rest der Wasserstraße. Dadurch beschränkt sich der Neubau auf nur 20% der Gesamtlänge zwischen Anschluss U5 und U8. Das scheint vertretbar.

Da würde mich mal brennend interessieren, wie das mit den Fangedämmen genau realisiert werden soll. Im Normalfall werden ja Spundwände tief in das Flußbett gerammt und abgedichtet, um den Baubereich trocken zu kriegen. In den bestehenden Tunnel mit seiner mächtigen Betondecke, der quer unter der Spree verläuft, kann man doch aber nichts einrammen, wenn man die Spree sozusagen längs halbieren muss?
Zitat
Tatra77
Zitat
der weiße bim

Man plant grob gesagt, die vorhandenen Rammträger zu belassen, dazwischen nach Abbruch des Deckels und dann der beiden Tunnelröhren die neuen nur noch eingleisigen Tunnelsegmente einzubauen und den Zwischenraum zu verfüllen. Mit Fangedämmen wird dabei ein Teil der Spree abgeteilt und trocken gelegt, die Schifffahrt nutzt den Rest der Wasserstraße. Dadurch beschränkt sich der Neubau auf nur 20% der Gesamtlänge zwischen Anschluss U5 und U8. Das scheint vertretbar.

Da würde mich mal brennend interessieren, wie das mit den Fangedämmen genau realisiert werden soll. Im Normalfall werden ja Spundwände tief in das Flußbett gerammt und abgedichtet, um den Baubereich trocken zu kriegen. In den bestehenden Tunnel mit seiner mächtigen Betondecke, der quer unter der Spree verläuft, kann man doch aber nichts einrammen, wenn man die Spree sozusagen längs halbieren muss?

Warum dann nicht in den Tunnel Säulen oder Wände ziehen, auf diese man an der Tunneldecke dann die Spundwände anschließen können?
Zitat
Tatra77
Da würde mich mal brennend interessieren, wie das mit den Fangedämmen genau realisiert werden soll. Im Normalfall werden ja Spundwände tief in das Flußbett gerammt und abgedichtet, um den Baubereich trocken zu kriegen. In den bestehenden Tunnel mit seiner mächtigen Betondecke, der quer unter der Spree verläuft, kann man doch aber nichts einrammen, wenn man die Spree sozusagen längs halbieren muss?

Wenn ich das richtig verstanden habe, erfolgt nach innerer Abdichtung des alten Tunnels nach beiden Seiten und Flutung zunächst der Abbruch des Bestandstunnels unter Wasser und danach der Anschluss an den Bestand an den Ufern und der Neubau im Schutze von Abdämmungen. Diese können wesentlich schmaler gehalten werden als bei dem zweiröhrige Bestandsbauwerk mit dem rund 20 m breiten Deckel in Höhe Spreesohle.

so long

Mario
Zitat
Slighter

Warum dann nicht in den Tunnel Säulen oder Wände ziehen, auf diese man an der Tunneldecke dann die Spundwände anschließen können?

Na der Tunnel wird doch abgerissen. Vermutlich wird man den zunächst an dieser Stelle abreißen, dann die Spundwände ziehen, die Grube lenzen und dann den Rest abreißen und neu bauen. Aber wie geht es dann mit der 2. Hälfte weiter? Irgendwann muss die Spundwand ja wieder raus?
Zitat
DerMichael
Aber wie geht es dann mit der 2. Hälfte weiter? Irgendwann muss die Spundwand ja wieder raus?

Na, einfach eine zweite Spundwand im ersten Bauabschnitt setzen (neue Tunneldecke dabei als Fundament nutzen, Spundwand dort und ggf. seitlich in den Wänden einbetonieren, bzw. mit den beiden Spundwänden quer zur Flussrichtung verschweißen, damit alles schön dicht ist. Diese Spundwand dann halbseitig fertig verfüllen ("Spreegrund" im ersten Bauabschnitt) und dann den zweiten Teil lenzen: Dort ragt ja jetzt ein schöner neuer Tunnelstutzen unter der neuen Spundwand hervor. Alte Spundwand beseitigen, Tunnel bauen, Spreesohle herrichten, zweiten Bauabshncitt fluten und dann von Tauchern die 2. Spundwand über dem Spreegrund abtrennen lassen...

Gruß
Salzfisch

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Berlins Straßen sind zu eng, um sie mit Gelenkbussen zu verstopfen!
Zitat
der weiße bim
Zitat
Tatra77
Da würde mich mal brennend interessieren, wie das mit den Fangedämmen genau realisiert werden soll. Im Normalfall werden ja Spundwände tief in das Flußbett gerammt und abgedichtet, um den Baubereich trocken zu kriegen. In den bestehenden Tunnel mit seiner mächtigen Betondecke, der quer unter der Spree verläuft, kann man doch aber nichts einrammen, wenn man die Spree sozusagen längs halbieren muss?

Wenn ich das richtig verstanden habe, erfolgt nach innerer Abdichtung des alten Tunnels nach beiden Seiten und Flutung zunächst der Abbruch des Bestandstunnels unter Wasser und danach der Anschluss an den Bestand an den Ufern und der Neubau im Schutze von Abdämmungen. Diese können wesentlich schmaler gehalten werden als bei dem zweiröhrige Bestandsbauwerk mit dem rund 20 m breiten Deckel in Höhe Spreesohle.

Danke für die Erläuterungen. Auf jeden Fall ein spannendes Projekt, das es so ja noch nicht gegeben hat in Berlin.
Bautechnisch sicher eine Herausforderung.
Und man wird länger brauchen als unsere Vorfahren mit Schippe und Dampfbagger ;-)
Ich hönnte mir auch eine Art Caisson vorstellen, in dem bei Überdruck die Abbrucharbeiten stattfinden und ein Stück
an den alten Tunnel angebaut wird-ähnlich der Schaffung für die Piers in Mukran.
Anschließend wird das selbe für das verbliebende Stück Tunnel samt Verbindung an den neuen ausgeführt.

T6JP
Weiß jemand wie der Zustand der beiden anderen Tunnel aussieht, Klostertunnel und der der U8 an der Jannowitzbrücke? Unter der Spree meine ich natürlich.

Heidekraut zum Hauptbahnhof



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.2022 22:55 von Heidekraut.
Zitat
Heidekraut
Weiß jemand wie der Zustand der beiden anderen Tunnel aussieht, Klostertunnel und der der U8 an der Jannowitzbrücke? Unter der Spree meine ich natürlich.

Für das Alter jedenfalls nicht schlecht. Größere Mängel sind bei den regelmäßigen Bauwerksprüfungen bisher nicht erkannt worden.
Bei Tunneln unter Straßen wird ja nach rund 100 Jahren die Eindichtung erneuert, um sie weitere Jahrzehnte zu nutzen. Mittelfristig müssen sich die Bauwerksinstandhalter auch für Unterwasserquerungen was einfallen lassen.

so long

Mario
Wie lange können Unterwasserquerungen halten?

Wann werden die ersten Erneuerungen fällig sein?
Zitat
Henning
Wie lange können Unterwasserquerungen halten?

Wann werden die ersten Erneuerungen fällig sein?

Das weiß niemand wirklich genau.
Die ältesten Tunnel im Berliner Stadtgebiet sind vor gerade mal 120 Jahren erbaut worden. Der erste Abschnitt, der nun nach über 100 Jahren Standzeit erneuert werden muss, weil an der Tragfähigkeit erhebliche und begründete Zweifel bestehen, ist das Stück Waisentunnel unter der Spree, das von Anfang an erhebliche Baumängel aufwies.

Im Stadtzentrum sind fast alle Tunnelstrecken "Unterwassertunnel", da sie sich ganz oder teilweise unterhalb des Grundwasserspiegels befinden. Nur hier haben Bauschäden wirklich gravierende Betriebseinschränkungen zur Folge. Alles andere lässt sich im Schadenfall von innen oder außen erstmal provisorisch sichern. Jedes Bauwerk hat geringfügige, kleinere oder größere Mängel bzw. Schäden, die bei den turnusmäßigen Bauwerksprüfungen erkannt werden und für die es in der Regel Verfahren zur Instandsetzung bzw. Reparatur gibt. Insofern ist das Ende der Standzeit der bestehenden U-Bahntunnel auch auf längere Sicht nicht seriös abzuschätzen.

so long

Mario
Da die Erneuerung des Waisentunnels noch ein paar Monate / Jahre dauern wird, hat die BVG die bis dahin voraussichtlich anfallenden Fahrzeugüberführungen auf dem Straßenweg öffentlich ausgeschrieben. [vergabekooperation.berlin]

Zitat

Die Transporte erfolgen zwischen den folgenden Standorten
*Liegenschaft Britz Süd: Schlosserweg 3 12351 Berlin *Liegenschaft Friedrichsfelde: Erich-Kurz-Str. 4 10319 Berlin *Liegenschaft Seestraße: Müllerstr. 49 13349 Berlin *Liegenschaft Grunewald: Machandelweg 24 14052 Berlin
Die folgende Anzahl an Transporten ist avisiert: 2022: ca. 164 Transporte 2023: ca. 146 Transporte 2024: ca. 66 Transporte 2025: ca. 78 Transporte 2026: ca. 146 Transporte

Im Moment wird noch die Firma UTM [www.universal-transport.com] mit Sitz in Eisenhüttenstadt damit beauftragt. Bei der Überführung von sechs Doppeltriebwagen F74E bzw. F76E von Britz nach Friedrichsfelde zur teilweisen Kompensation des IK17-Ausfalls hatte sie in den letzten Wochen gut zu tun.

so long

Mario
In der Berliner Zeitung von morgen findet sich die Veröffentlichung zur Auslegung von Planunterlagen zum Zwecke der Planfeststellung im Bereich der Spreequerung.



Mit besten Grüßen

phönix
Hmm, [www.berlin.de] weiß noch nichts davon...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
Hmm, [www.berlin.de] weiß noch nichts davon...


Arnd, wie im Ausschnitt von phönix (danke!) zu lesen, sind die Unterlagen ab 13. Juni online verfügbar.
Re: Sanierung Waisentunnel
10.06.2022 00:01
Zitat
Arnd Hellinger
Hmm, [www.berlin.de] weiß noch nichts davon...

Läuft ja auch erst ab 12. Juni. Würde mich nicht wundern, wenn die Unterlagen morgen irgendwann freigeschaltet werden.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.2022 00:02 von Nemo.
Zitat

"phönix" am 9.6.2022 um 23.29 Uhr:

In der Berliner Zeitung von morgen findet sich die Veröffentlichung zur Auslegung von Planunterlagen zum Zwecke der Planfeststellung im Bereich der Spreequerung.

Und zwar auf Seite 8 (über zwei Drittel der Seite). Wenn gewünscht kann ich aus meinem E-Paper Textpassagen der Bekanntmachung (vom 20.5.2022) hierher kopieren.

Gruß, Thomas

PS: "https://www.berlin.de/planfeststellungen/ vom 13. Juni bis einschließlich 12. Juli 2022 sowie im UVP-Portal des Landes Berlin https://www.uvp-verbund.de/startseite"

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.2022 07:45 von krickstadt.
Zitat
phönix
In der Berliner Zeitung von morgen findet sich die Veröffentlichung zur Auslegung von Planunterlagen zum Zwecke der Planfeststellung im Bereich der Spreequerung.

Bei mir war das schon heute in der Zeitung.

Mehr findet man unter [www.uvp-verbund.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.2022 20:20 von Bd2001.
Vielen Dank! Ich bin schon mal eingetaucht und finde die Planungen sehr überzeugend. Speziell werde ich mir vor Ort nochmal anschauen, was es für das Märkische Ufer bedeutet, wenn die Einengung verschwindet und auch die unter Denkmalschutz stehende Uferwand des Rolandufers, hinter der das neue Wehrtor errichtet werden soll, nach modernem Standard. Schade, dass es nicht ohne Fällung von Bäumen abgeht, aber die werden sicher wieder aufgepflanzt. Interessant auch, dass im Süden nur ein einzelliger Tunnel vorhanden ist und der daneben liegende sogenannte Kabelkanal. Es scheint mir insgesamt die richtige und dauerhafte Lösung gewählt worden zu sein. Man kann den alten Waisentunnel ja schon fast als Kriegsprovisorium bezeichnen, dessen ursprüngliche Bestimmung ja nicht weiterverfolgt wurde. Praktisch eine nachgenutzte Investruine.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
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