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Die nächste Grundsatzdebatte zur S-Bahn
geschrieben von dubito ergo sum 
Zitat
Nicolas Jost

Moment! Als noch nahezu alle Bahnhöfe mit einer Aufsicht besetzt waren, mussten diese doch im Falle einer Abweichung vom Regelbetrieb informiert werden. Passierte das nicht im Regelfall fernmündlich durch den Fdl oder die BL-S?

Ich weiß nicht wie es früher einmal war. Ich kenne es nur so, dass bei denen eine Art Sammelruf einging, eine automatische Ansage, die sie dann am Telefon abgehört haben. Natürlich gab und gibt es auch Fälle, in denen Aufsichten auch in direktem Kontakt mit dem FDL stehen, aber nicht immer bei jeder Abweichung und alle einzeln.
Zitat
Global Fisch

So oder so: das klappt im Regionalverkehr zwischen verschiedenen EVU; das klappt im Busverkehr, warum sollte es bei der S-Bahn nicht auch klappen?

Für mich liegt der Unterschied Regionalverkehr/S-Bahn vor allem am dichten Takt in einem nahezu geschlossenem System. Ich hätte eine andere Meinung, würde die S-Bahn im 30-Minutentakt fahren und reichlich Umleitungsstrecken zur Verfügung haben. Was ich speziell befürchte hatte ich ja bereits geschrieben.


Zitat
Global Fisch
Zugegebenermaßen: Dein Leben als Fahrer würde vermutlich langweiliger, wenn Du dauernd auf ein Teilnetz beschränkt wärst.

Da würde sich bei mir nicht wirklich viel ändern. ;-)


Zitat
Global Fisch
Ausschreibungen bewirken: ein Unternehmen darf nicht vergessen, anderes Unternehmen könnte ja günstiger fahren. Wettbewerb geht in erster Linie nicht auf Kosten der Kosten, sondern auf Kosten der Unternehmensgewinne. Das heißt, eingesparte Gelder landen nicht zwangsweise im Unternehmensgewinn, sondern zwingen das Unternehmen zu günstigeren Angeboten.

Aus meiner Sicht wird aber ein Unternehmen dennoch weiterhin nicht auf seine Gewinne verzichten wollen. Es ist aus meiner Sicht ja nun nicht von der Hand zu weisen, dass viele "Billiggesellschaften" dann meist auch schlechtere Arbeitsbedingugen haben als welche, die sich den Spaß auch etwas kosten lassen.

Was GB betrifft 2 Beispiele: Die U-Bahn in London wurde mE damals von mehreren Betreibern bedient, 2003 führte man das wieder zusammen. Bei der S-Bahn wurden die Strecken seinerzeit mE von 2 Betreibern (+ U-Bahn) befahren, heute ist das Netz komplett in der Hand von Arriva. Überall Bahnsteigpersonal und das nicht wenig. Man müsste halt wissen, was in deren Ausschreibungen festgelegt ist.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.06.2019 22:38 von Railroader.
Zitat
Global Fisch

Mein Senf: ich trauere den Aufsichten nicht nach. Wenn ich (so ca. 2x im Jahr) etwas von denen wollte, war das selten lohnend. Es gab Ausnahmen (in Charlottenburg etwa hatte ich mehrfach über mehrere Jahre kompetente Aufsichten erleben; in Wannsee dagegen grundsätzlich furchtbare). Betrieblich werden sie nicht mehr gebraucht (für Dich mit dem Nachteil, dass Du mehr Fahrgastkontakt ertragen musst), im Störungsfall konnten sie selten kompetente Informationen geben; für den Regelbetrieb hat man heute mit besseren Anzeigetafeln oder Smartphones viel mehr Möglichkeiten als vor 20 Jahren, so dass sie auch dafür entbehrlicher geworden sind.

Du, da bin ich ja völlig bei dir. ich trauere den meisten Aufsichten und dem Konzept von damals auch nicht nach. Das heißt aber nicht, dass ich frequentierte Bahnsteige ohne Personal begrüße. Es geht mir auch weniger um das Ertragen der Kundschaft. Wenn ich keinen Kundenkontakt haben wollte, wäre ich zum Güter- oder Fernverkehr gegangen. Mich belastet es dann eher, die Leute schlichtweg stehenlassen zu müssen, weil ich selbst keine Zeit habe und sie auch nicht an jemanden verweisen kann. Das ist häufig in folgenden Situationen der Fall:

- allgemeine Auskünfte (gerade bei Touristen) -- Farplanauskünfte, Fragen zu Ticketumbuchungen, allgemeine Tarifangelegenheiten im VBB etc.
- Defekt von Automaten
- Hilfen für seh- /mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
- Abgabe von Fundsachen
- Meldung einer Verlustsache -- Fahrgast kommt vor und sagt, Handy im Zug davor liegen lassen (früher hätte ich die Aufsicht am nächsten Bahnsteig angerufen und gesagt, sie soll mal gucken, Fahrgast hätte sich dann sein Handy dort abholen können, alle wäre und waren stets zufrieden. Heute nicht mehr möglich. Das ist auch nicht konstruiert, passiert regelmäßig.
- Das Schlimmste: aufgrund Streckensprerrung endet Zug vorzeitig und fährt zurück. Nun kommen etwa 100 Leute an und wollen von dir wissen, wie sie weiterkommen. Du sollst aber so schnell wie möglich wieder zurückfahren. Also musst du sie stehen lassen und darfst dich dafür beschimpfen lassen.

Hinzu kommen diese ganzen Vorfälle, wo wir am Bahnsteig warten müssen, bis ein RTW eintrifft. Schnappsleichen aus dem zug zu bekommen wäre mit der Unterstützung von örtlichem Personal deutlich einfacher. Auch die Betreuung vor Ort könnte dann ein örtlicher Mitarbeiter übnernehmen und ich weiterfahren.

Wenn ich sehe, was das Bahnsteigpersonal in anderen Städten der Welt leistet und wie es maßgeblich auch zum Ansehen des Unternehmens beiträgt und die Zufriedenheit steigert, mag ich das nicht schlicht nur auf den Service vergangener Zeiten herunterbrechen, sondern bin eher für die Einführung von Qualitätsstandards.

Ob die öA nun tatsächlich im Notfall mehr tun konnten als ohne, sei in der Tat dahingestellt. Aber auch ein subjektives Sicherheitsgefühl erhöht die Kundenzufriedenheit.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.06.2019 22:42 von Railroader.
Zitat
Railroader

Ob die öA nun tatsächlich im Notfall mehr tun konnten als ohne, sei in der Tat dahingestellt. Aber auch ein subjektives Sicherheitsgefühl erhöht die Kundenzufriedenheit.

So wie bei diesem zufriedenen Kunden.

Sorry.

Grüße
Nic
Zitat
Nicolas Jost
So wie bei diesem zufriedenen Kunden.[/url]

Ich hatte hier ja bereits ein ähnliches Erlebnis geschildert, wo einer in Suizidabsicht auf der Bahnsteigkante saß, die Aufsicht auf mein Hämmern überhaupt nicht reagiert hat und letztendlich Fahrgäste Schlimmeres verhindert haben. Auch das Ding, wo in Bellevue wegen Versagen öA jemand überfahren und getötet wurde (gab ebenfalls einen Prozess). Keine Frage. Spiegeln aber nun Einzelfälle die Normalität wieder? Gab schon S-Bahnaufsichten, die sogar Teddibären von Kindern aus dem Gleis gerettet oder einen Zug rechtzeitig per Nothalt vor dem Einfahren gestoppt und damit auch Unglücke verhindert haben.

Die Frage ist doch, ob sich Ottonormalkunde auf einem besetzten Bahnsteig sicherer fühlt oder nicht? Und da bleibe ich eben leider dabei, in Umfragen haben sich die Fahrgäste immer für Personal auf den Bahnsteigen ausgesprochen. Auch der IGEB tat (tut?) das, wie ich heute in einem Pressebericht zur Abschaffung der Aufsichten aus dem Jahr 2013 lesen durfte.
Zitat
Railroader
Ich hatte hier ja bereits ein ähnliches Erlebnis geschildert, wo einer in Suizidabsicht auf der Bahnsteigkante saß, die Aufsicht auf mein Hämmern überhaupt nicht reagiert hat und letztendlich Fahrgäste Schlimmeres verhindert haben. Auch das Ding, wo in Bellevue wegen Versagen öA jemand überfahren und getötet wurde (gab ebenfalls einen Prozess). Keine Frage. Spiegeln aber nun Einzelfälle die Normalität wieder?

Irgendwann erreicht man den Punkt, wo aus zu vielen Einzelfällen ein Muster wird - und dann ist es Normalität.

Zitat


Die Frage ist doch, ob sich Ottonormalkunde auf einem besetzten Bahnsteig sicherer fühlt oder nicht?

Beim bisherigen Konzept "Aufsicht", wo sich jemand (vielleicht ein weibliches 45-Kilo-Persönchen) in einem abgeschlossenen Dienstraum befindet: Nein.

Zitat

Und da bleibe ich eben leider dabei, in Umfragen haben sich die Fahrgäste immer für Personal auf den Bahnsteigen ausgesprochen.

Wenn man die Leute fragt, ob sie für die Abschaffung der Zeitumstellung sind, stößt das auch auf breite Zustimmung. Was genau damit gemeint ist und wie es funktionieren soll, bleibt in beiden Fällen erst einmal zweitrangig.

Zitat

Auch der IGEB tat (tut?) das, wie ich heute in einem Pressebericht zur Abschaffung der Aufsichten aus dem Jahr 2013 lesen durfte.

Das habe ich nicht anders erwartet.

Es tut mir leid, aber die Vorstellung, 24/7 zwei Bahnsteige in Nikolassee oder Stationen wie Schönfließ und Botanischer Garten mit Mitarbeitern zu besetzen, damit im Fall einer Betriebsstörung jemand vor Ort ist, ist doch vollkommen verrückt.

Grüße
Nic
Zitat
Nicolas Jost

Irgendwann erreicht man den Punkt, wo aus zu vielen Einzelfällen ein Muster wird - und dann ist es Normalität.

Stellst du dann auch die Einzelfälle, wo die öA Schlimmeres verhindert hat, fairerweise gegenüber?

[www.bz-berlin.de]

Wie viele negative Einzelfälle dieser Art gab es denn und wie viele positive? Muss man gegenüberstellen, ist nur schwer, da von positiven Dingen nicht so häufig öffentlich berichtet wird. In deinem Artikel steht auch überhaupt kein Urteil, sondern nur, dass die Verhandlung weitergeht. Man ist hierzulande immer noch unschuldig, bis die Schuld bewiesen wird. Erst heißt es, die Opfer hätten während der Abfertigung an die Scheibe gehämmert, 2 Sätze später, der Zug sei längst abgefertigt gewesen, als eines der Opfer um Hilfe bat. Entscheidend wäre hier, wie das Verfahren ausging.

Zitat
Nicolas Jost
Beim bisherigen Konzept "Aufsicht", wo sich jemand (vielleicht ein weibliches 45-Kilo-Persönchen) in einem abgeschlossenen Dienstraum befindet: Nein.

Recht pauschal, nehme ich zur Kenntnis. ;-)

Zitat
Nicolas Jost
Wenn man die Leute fragt, ob sie für die Abschaffung der Zeitumstellung sind, stößt das auch auf breite Zustimmung. Was genau damit gemeint ist und wie es funktionieren soll, bleibt in beiden Fällen erst einmal zweitrangig.

Nö, hat man gut erklärt auf der Abstimmungsseite. Hab auch abgestimmt. :-)


Zitat
Nicolas Jost
Es tut mir leid, aber die Vorstellung, 24/7 zwei Bahnsteige in Nikolassee oder Stationen wie Schönfließ und Botanischer Garten mit Mitarbeitern zu besetzen, damit im Fall einer Betriebsstörung jemand vor Ort ist, ist doch vollkommen verrückt.

Deshalb schrieb ich: "auf frequentierten Bahnsteigen".

Du, da bin ich ja völlig bei dir. ich trauere den meisten Aufsichten und dem Konzept von damals auch nicht nach. Das heißt aber nicht, dass ich frequentierte Bahnsteige ohne Personal begrüße.
An solchen Problemen würde auch eine Aufsicht nichts ändern - und ein weiterer Beleg dafür, dass das eigentliche Problem ganz woanders liegt:

"Wegen eines Fehlers beim Auftragnehmer fahren derzeit keine Busse im Ersatzverkehr für die Linien S7 und S75 zwischen Lichtenberg und Springpfuhl."
Zitat
eiterfugel
An solchen Problemen würde auch eine Aufsicht nichts ändern - und ein weiterer Beleg dafür, dass das eigentliche Problem ganz woanders liegt:

"Wegen eines Fehlers beim Auftragnehmer fahren derzeit keine Busse im Ersatzverkehr für die Linien S7 und S75 zwischen Lichtenberg und Springpfuhl."

Was hat der SEV mit öA zu tun? Ich hoffe doch, dass hier nun auch der ein oder andere Whataboutism-Einwand kommt. ;-)

Davon ab: Quelle wäre nett. Und mich würde interessieren, wer hier mit "Auftragnehmer" gemeint ist. Die Busgesellschaft sollte doch eigentlich der Auftragnehmer sein?
Zitat
Nicolas Jost

Das habe ich nicht anders erwartet.

Das war 2011:

„Angesichts der schweren Überfälle in Bahnhöfen ist das ein falsches Signal“, sagt Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB. Allein 2010 gab es auf S-Bahnhöfen 1659 Körperverletzungen und 3861 Sachbeschädigungen. „Auch wenn die Zahl statistisch gesehen niedrig ist, leere Bahnsteige sind schlecht fürs Sicherheitsgefühl.“ Die IGEB fordert auf jedem S- und U-Bahnhof eine Aufsichtskraft als Ansprechpartner. „Die sollte der Senat in die neuen Verkehrsverträge aufnehmen.“
[www.berliner-kurier.de]

Das war 2015:

Jens Wiesecke glaubt nicht, dass eine Aufsicht oder Kameras den Unfall hätten verhindern können. „Aufsichten sind kein Schutz gegen mutwilliges Fehverhalten. Das System ist in der Summe sicher. Das Warnsignal heißt: Halt.“ Technische Lösungen mit Sensoren würden das „Restrisiko“ an den Türen nicht aus der Welt schaffen. Auch Absperrungen wie in Paris könnten überwunden werden.
[www.tagesspiegel.de]

Natürlich, eine Aufsicht hätte bei einem regelwerkskonformen Verhalten, das man ihr erstmal unterstellen muss, natürlich nicht gesehen, dass da jemand über den Bahnsteig gezogen wird und sie entsprechend nen Nothalt absetzen muss. Vermutlich sind auch die Bahnsteigtüren in London oder Shanghai nonsens, weil man ja rüberklettern kann. Naja...



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.2019 00:20 von Railroader.
Zitat
Railroader

Stellst du dann auch die Einzelfälle, wo die öA Schlimmeres verhindert hat, fairerweise gegenüber?

[www.bz-berlin.de]

Wenn wir mit Sicherheit sagen können, dass am 7. Januar 2016 die Zugabfertigung in Charlottenburg nicht durch die öA erfolgte, ist das ein positives Beispiel. Können wir das?

Zitat

Wie viele negative Einzelfälle dieser Art gab es denn und wie viele positive? Muss man gegenüberstellen, ist nur schwer, da von positiven Dingen nicht so häufig öffentlich berichtet wird. In deinem Artikel steht auch überhaupt kein Urteil, sondern nur, dass die Verhandlung weitergeht. Man ist hierzulande immer noch unschuldig, bis die Schuld bewiesen wird. Erst heißt es, die Opfer hätten während der Abfertigung an die Scheibe gehämmert, 2 Sätze später, der Zug sei längst abgefertigt gewesen, als eines der Opfer um Hilfe bat. Entscheidend wäre hier, wie das Verfahren ausging.

Das werden wir wohl nicht mehr klären können.

Zitat

Zitat
Nicolas Jost
Beim bisherigen Konzept "Aufsicht", wo sich jemand (vielleicht ein weibliches 45-Kilo-Persönchen) in einem abgeschlossenen Dienstraum befindet: Nein.

Recht pauschal, nehme ich zur Kenntnis. ;-)

Ja, es ist pauschal. Aber es war doch fast ausnahmslos so, dass der Fahrgast erst einmal nach der Aufsicht suchen musste, wenn er denn von ihrer Existenz überhaupt wusste.
Irgendwo in der Bahnsteigmitte in einem Häuschen, vielleicht brennt ein schummriges Licht, Tür geschlossen, man muss anklopfen ...


Zitat


Nö, hat man gut erklärt auf der Abstimmungsseite. Hab auch abgestimmt. :-)

Ich glaube nicht, dass die Bahnsteigpersonalumfrage es qualitativ mit der Befragung zur Sommerzeit, die die Europäische Kommission (?) lanciert hat, aufnehmen kann.



Zitat

Deshalb schrieb ich: "auf frequentierten Bahnsteigen".
Du, da bin ich ja völlig bei dir. ich trauere den meisten Aufsichten und dem Konzept von damals auch nicht nach. Das heißt aber nicht, dass ich frequentierte Bahnsteige ohne Personal begrüße.

Eine Art offener Servicecounter auf stark frequentierten Stationen könnte natürlich in der Tat sinnvoll sein. Das wäre aber etwas ganz anderes als die frühere Aufsicht. Warum sagst du das nicht gleich? :-P

Grüße
Nic
Zitat
Nicolas Jost

Wenn wir mit Sicherheit sagen können, dass am 7. Januar 2016 die Zugabfertigung in Charlottenburg nicht durch die öA erfolgte, ist das ein positives Beispiel. Können wir das?

Wie meinst du das? Über ZAT-FM geht der Bildschirm sofort aus, wenn ich losfahre, Spiegel klappen beim 481 auch sofort ein. Und ja, ich kenne den Fall so halbwegs, da war wirklich ne öA dran beteiligt.


Zitat
Nicolas Jost

Irgendwo in der Bahnsteigmitte in einem Häuschen, vielleicht brennt ein schummriges Licht, Tür geschlossen, man muss anklopfen ...

Richtig. Das war so. Und deshalb bist du jetzt gegen Bahnsteigpersonal? Also es lieber konsequent ablehnen, als Qualitätsstandards zu fordern? Wo ist da für dich als Fahrgast der Mehrwert?


Zitat
Nicolas Jost
Ich glaube nicht, dass die Bahnsteigpersonalumfrage es qualitativ mit der Befragung zur Sommerzeit, die die Europäische Kommission (?) lanciert hat, aufnehmen kann.

Streitest du denn ab, dass sich der überwiegende Teil der Fahrgäste tatsächlich mehr Bahnsteigpersonal wünscht? Wäre ein Großteil also dagegen, wenn man nur die Umfrage richtig gestaltet?

Zitat
Nicolas Jost
Eine Art offener Servicecounter auf stark frequentierten Stationen könnte natürlich in der Tat sinnvoll sein. Das wäre aber etwas ganz anderes als die frühere Aufsicht. Warum sagst du das nicht gleich? :-P

Ich rede schon die ganze Zeit nicht von der "früheren Aufsicht", lieber Nic, sondern von Mitarbeitern auf dem Bahnsteig. ;-)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.2019 00:37 von Railroader.
Zitat
Railroader
Was hat der SEV mit öA zu tun? Ich hoffe doch, dass hier nun auch der ein oder andere Whataboutism-Einwand kommt. ;-)

Davon ab: Quelle wäre nett. Und mich würde interessieren, wer hier mit "Auftragnehmer" gemeint ist. Die Busgesellschaft sollte doch eigentlich der Auftragnehmer sein?

Die Quelle war die Homepage deines Arbeitgebers; inzwischen scheint man Busse aus dem Südosten abgezogen zu haben.

Und der Whataboutism setzt hier viel früher ein: Indem auf alle Service-Missstände bloß repetetiv runtergeleiert wird, dass entweder doch alles schon ganz stabil sei und ansonsten die sog. "Anspruchshaltung" an allem schuld (immerhin hat diese Argumentation ob der Zunahme von Problemen wieder etwas nachgelassen) und mit Aufsichten doch alles besser wäre und sich viele Fahrgäste (ja?) diese wünschen würden.

Nochmal zum mitmeiseln: Würde dieses Unternehmen endlich eine vernüftige Leistung abliefern (oder wenigstens vorhandene Servicekanäle sinnvoll bespielen), ein Großteil der Fragen entstünde doch gar nicht. Und da haben wir noch kein Wort bspw. über so Schmankerl wie die nächste Ringbaustelle verloren, wo eine der wenigen derzeit überhaupt auf Homepage der S-Bahn erhältlichen Infos besagt, dass die S85 nicht zwischen Schöneweide und Waidmannslust verkehre. Ach! (Und dieses Mal habe ich zur Sicherheit einen Screenshot.)
Zitat
eiterfugel

Und der Whataboutism setzt hier viel früher ein:

Bin ich völlig bei dir, ich persönlich kritisiere das auch nicht. Man muss die Dinge halt im Zusammenhang sehen und das geht manchmal über das eigentliche Thema hinaus.

Zitat
eiterfugel
und mit Aufsichten doch alles besser wäre und sich viele Fahrgäste (ja?) diese wünschen würden.

Na, wer hat denn hier behauptet, dass mit Aufsichten alles besser wäre? Wir diskutieren die Vor- und Nachteile von Aufsichten. Zumindest ich habe mich hier sowohl zu den Vor- als auch den Nachteilen geäußert.

Zitat
eiterfugel
Nochmal zum mitmeiseln: Würde dieses Unternehmen endlich eine vernüftige Leistung abliefern (oder wenigstens vorhandene Servicekanäle sinnvoll bespielen), ein Großteil der Fragen entstünde doch gar nicht.

Hast du die Punkte gelesen, weshalb ich örtliches Personal an frequentierten Stationen sinnvoll fänd? Da ist der ein oder andere Punkt dabei, der nicht aus der Welt wäre, wenn das Unternehmen mal gute Leistungen (mind. März bis Mai über den Forderungen des Bestellers und dennoch gab es die Probleme, die mit Bahnsteigpersonal zusätzlich gemildert worden wären) abliefern würde. Gerne nochmal für dich:

- allgemeine Auskünfte (gerade bei Touristen) -- Farplanauskünfte, Fragen zu Ticketumbuchungen, allgemeine Tarifangelegenheiten im VBB etc.
- Defekt von Automaten
- Hilfen für seh- /mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
- Abgabe von Fundsachen
- Meldung einer Verlustsache -- Fahrgast kommt vor und sagt, Handy im Zug davor liegen lassen (früher hätte ich die Aufsicht am nächsten Bahnsteig angerufen und gesagt, sie soll mal gucken, Fahrgast hätte sich dann sein Handy dort abholen können, alle wäre und waren stets zufrieden. Heute nicht mehr möglich. Das ist auch nicht konstruiert, passiert regelmäßig.
- Das Schlimmste: aufgrund Streckensprerrung endet Zug vorzeitig und fährt zurück. Nun kommen etwa 100 Leute an und wollen von dir wissen, wie sie weiterkommen. Du sollst aber so schnell wie möglich wieder zurückfahren. Also musst du sie stehen lassen und darfst dich dafür beschimpfen lassen.


Die Londoner Tube läuft in der Regel informationstechnisch. Dennoch gibt es Bahnsteigpersonal, das benötigt wird, trotzdem die bestens informieren. Klingt komisch, ist aber so.
Zitat
eiterfugel

Die Quelle war die Homepage deines Arbeitgebers; inzwischen scheint man Busse aus dem Südosten abgezogen zu haben.

Mein Arbeitgeber war der "Auftragnehmer"? Oder war es die Busgesellschaft, die versagt hat? Wenn der Auftragnehmer des SEV versagt, sagt das sicher Einiges darüber aus, was hier schief läuft. Das aber in Kontext mit den Missständen der S-Bahn oder gar mit den Aufsichten zu bringen, erscheint mir an dieser Stelle schon etwas unfair.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.2019 01:15 von Railroader.
Zitat
Railroader

Wie meinst du das? Über ZAT-FM geht der Bildschirm sofort aus, wenn ich losfahre, Spiegel klappen beim 481 auch sofort ein. Und ja, ich kenne den Fall so halbwegs, da war wirklich ne öA dran beteiligt.

Ich wollte auf die Frage hinaus, wem damals die Zugabfertigung oblag. Wenn eine völlig unbeteiligte Aufsicht zufällig gesehen hat, dass die Frau mitgeschleift wurde und ihr geistesgegenwärtig das Leben gerettet hat - ein Wunder. Klingt aber fast zu schön um wahr zu sein.


Zitat


Richtig. Das war so. Und deshalb bist du jetzt gegen Bahnsteigpersonal? Also es lieber konsequent ablehnen, als Qualitätsstandards zu fordern? Wo ist da für dich als Fahrgast der Mehrwert?

Wo war damals der Mehrwert? Die Zugabfertigung durch die öA wünschen wir uns ja beide nicht zurück.

Zitat

Streitest du denn ab, dass sich der überwiegende Teil der Fahrgäste tatsächlich mehr Bahnsteigpersonal wünscht? Wäre ein Großteil also dagegen, wenn man nur die Umfrage richtig gestaltet?

Sofern es ihn nichts kostet, wird niemand etwas dagegen haben.
Aber in welcher Situation wünscht man sich denn konkret Personal auf dem Bahnsteig? Wenn man sich unsicher fühlt, weil man nachts auf einem abgelegenen Bahnhof wartet und sich eine Gruppe Skinheads/Hooligans/Tunichtgute nähert. Du möchtest aber Personal auf frequentierten Bahnhöfen. Für die subjektive Sicherheit sorgt in dieser Nacht dann doch das Samsung Galaxy.

Wenn es Störungen gibt. Die SBB und die BLS Lötschbergbahn schaffen es mit ihrem Kundeninformationssystem DISPRAS, Fahrgäste akustisch und visuell über Störungen, Umfahrungsmöglichkeiten, Ersatzverkehre und Alternatiben zu informieren. Auch auf Bahnhöfen, die unbesetzt sind. Da sollte man meiner Meinung nach ansetzen.


Zitat

Ich rede schon die ganze Zeit nicht von der "früheren Aufsicht", lieber Nic, sondern von Mitarbeitern auf dem Bahnsteig. ;-)

Nein, lieber Railroader, gestern um diese Zeit war das noch ganz anders.

Grüße
Nic
Zitat
Railroader

Mein Arbeitgeber war der "Auftragnehmer"? Oder war es die Busgesellschaft, die versagt hat? Wenn der Auftragnehmer des SEV versagt, sagt das sicher Einiges darüber aus, was hier schief läuft. Das aber in Kontext mit den Missständen der S-Bahn oder gar mit den Aufsichten zu bringen, erscheint mir an dieser Stelle schon etwas unfair.


Nein, dein Arbeitgeber hat Busverkehr in Augttag gegeben. Der Busunternehmer ist der Auftragnehmer, denn der hat den Aufttag angenommen. Leider hat er dann einen Gehler gemacht (Belegsxhaft zum Griechen eingeladen, Auftrag vergessen, wer weiß), weshalb es keine Fahrten gab.

Grüße
Nic
Zitat
ich selbst
Wenn es Störungen gibt. Die SBB und die BLS Lötschbergbahn schaffen es mit ihrem Kundeninformationssystem DISPRAS, Fahrgäste akustisch und visuell über Störungen, Umfahrungsmöglichkeiten, Ersatzverkehre und Alternatiben zu informieren. Auch auf Bahnhöfen, die unbesetzt sind. Da sollte man meiner Meinung nach ansetzen.

Ich habe dazu mal eine Beispielansage aus der Konserve hochgeladen. Streckensperrung mit SEV

Grüße
Nic
Zitat
Nicolas Jost

Ich wollte auf die Frage hinaus, wem damals die Zugabfertigung oblag.

Der öA für diesen Zug oblag sie. Sie wurde auch nicht angeklagt. Sie hat sich aus ihrem Ermessen nach besten Wissen und Gewissen richtig verhalten. Wie du aus dem Artikel auch erneut lesen kannst, gibt es den Tatbestand betriebsstörender Eingriffe. Es mag dem Rechtsverständnis des Einen oder Anderem nicht entsprechen, aber die Frau (und damit meine ich nicht die Aufsicht ;-) ) hat sich selbst in Gefahr gebracht und trägt auch die Verantwortung.


Zitat
Nicolas Jost
Wo war damals der Mehrwert? Die Zugabfertigung durch die öA wünschen wir uns ja beide nicht zurück.

Richtig. Ich wünsche mir aus genannten Gründen Bahnsteigpersonal. Du nicht?

Zitat
Nicolas Jost
Aber in welcher Situation wünscht man sich denn konkret Personal auf dem Bahnsteig?

Auch nochmal für dich: sag mal mein Lieber, liest du/lest ihr eigentlich auch die Antworten?

- allgemeine Auskünfte (gerade bei Touristen) -- Farplanauskünfte, Fragen zu Ticketumbuchungen, allgemeine Tarifangelegenheiten im VBB etc.
- Defekt von Automaten
- Hilfen für seh- /mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
- Abgabe von Fundsachen
- Meldung einer Verlustsache -- Fahrgast kommt vor und sagt, Handy im Zug davor liegen lassen (früher hätte ich die Aufsicht am nächsten Bahnsteig angerufen und gesagt, sie soll mal gucken, Fahrgast hätte sich dann sein Handy dort abholen können, alle wäre und waren stets zufrieden. Heute nicht mehr möglich. Das ist auch nicht konstruiert, passiert regelmäßig.
- Das Schlimmste: aufgrund Streckensprerrung endet Zug vorzeitig und fährt zurück. Nun kommen etwa 100 Leute an und wollen von dir wissen, wie sie weiterkommen. Du sollst aber so schnell wie möglich wieder zurückfahren. Also musst du sie stehen lassen und darfst dich dafür beschimpfen lassen.


Zitat
Nicolas Jost
Nein, lieber Railroader, gestern um diese Zeit war das noch ganz anders.

Ansichtssache, wenn man es auf die genaue Uhrzeit bezieht. ;-) Mein Beitrag gestern von 3:03 Uhr:

Ich habe doch gesagt, dass ich die Antwort vom Tf blöd fand. Was willst du denn jetzt noch hören? Ich habe auch gesagt, dass man keine Aufsichten mehr haben muss, sondern Servicemitarbeiter auf dem Bahnsteig.


So, gute Nacht allerseits. Träumt brav von Aufsichten^^.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.2019 01:41 von Railroader.
Zitat
Railroader
Zitat
eiterfugel

Und der Whataboutism setzt hier viel früher ein:

Bin ich völlig bei dir, ich persönlich kritisiere das auch nicht. Man muss die Dinge halt im Zusammenhang sehen und das geht manchmal über das eigentliche Thema hinaus.

Hier beißt sich die Katze doch in den Schwanz: Wenn alles im Zusammenhang steht, warum bekam ich dann den Whataboutism-Vorwurf?

Was den Rest angeht: Wie verträgt sich das denn damit, dass es auf wichtigen Stationen heute schon Personal gibt? Zumindest in Ostkreuz und Friedrichstr sehe ich inzwischen immer KiN-S; in SXF und am Hbf gibt es eigentlich ja sowieso Servicepersonal. Ansonsten würden hier z.B. gezielte automatische Ansagen in relevanten Zeitfenstern extrem viel bringen: Wenn an der Friedrichstraße zw. 9 und 12 vor jeder Oranienburger Bahn auf Englisch und ggf. weiteren touristisch relevanten Sprachen darauf hingewiesen würde, dass das der Zug Richtung Sachsenhausen ist, die meisten Unklarheiten wären beseitigt. Und wenn touristisch relevante Ziele dann auch noch auf Hinweis- und Leitschildern, sowie als besondere Touchflächen auf den Automaten auftauchen würden, es wäre nicht auszudenken.

Defekte und Fundsachen sind relevante Punkte, hier waren Aufsichten Ansprechpartner*innen - aber Hand aufs Herz: Wie oft kommen die wirklich vor und wie oft kommt es wirklich vor, dass damit dann wer zum Tf rennt? Bei etwas Verlorengegangenem mag es anders sein - aber wie wurde hier früher denn wirklich verfahren? Denn auf Ein-Personen-Bahnhöfen - und das war die Mehrheit - konnte diese eine Person auch nicht ewig den Zug stehen lassen um etwas zu suchen, bestenfalls irgendwo in der Mitte.

Mobilitätseingeschränkten Reisenden wurde "früher" schon häufig wegen Versicherungsproblematiken oder weil eben abgefertigt werden musste, nicht geholfen - bei Tfs muss dieser Punkt immerhin geklärt sein, sonst könnte er nicht Bestandteil der Arbeitsplatzbeschreibung sein. Mag nerven, gehört aber einfach dazu - und ist inklusiver als auf Begleit- oder gar Fahrdienste zu verweisen. (Und sollte eigentlich gar nicht nötig sein bei Art und Bauweise unseres Schnellbahnnetzes, aber da sind wir wieder beim eigentlich.)

Auf nicht hörbare Durchsagen im Zug wurde hier bereits eingegangen.

Und ja, natürlich mag Servicepersonal auf Bahnhöfen nett sein, auf viel mehr als den heute schon besetzten sehe ich es aber nicht, aus einem ganz anderen Grund: Auch diese Leute müssen irgendwo rekrutiert werden. Das wird in Berlin zwar auch mittelfristig weniger ein Problem sein, als irgendwo in Brandenburg auf dem Land (und bspw. für touristische Hotspots könnte man auch über Herkunftssprachensprecher*innen nachdenken), es kann aber nicht gänzlich ignoriert werden wo heute schon Fahrpersonale en masse fehlen.
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